Mutterschaft in der Adoleszens


Seminararbeit, 2003

16 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Jugendalter
2.1 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter
2.2 Körperliche Entwicklungen
2.3 Psychische Entwicklungen
2.4 Identitätsentwicklungen

3. Mutterschaft im Jugendalter
3.1 Ursachen für eine Schwangerschaft im frühen Jugendalter
3.2 Die Bedeutung der Schwangerschaft im Bezug auf jugendspezifische Entwicklungsaufgaben

4. Junge Frauen in Einrichtungen für Mütter und ihre Kinder
4.1 Lebensverhältnisse der jungen Frauen
4.2 Benachteiligte Lebensverhältnisse allein erziehender Frauen
4.2.1 Die Väter der Kinder
4.2.2 Die Kinder der jungen Frauen

5. Mutter-Kind-Einrichtungen
5.1 Pädagogische Angebote der Einrichtungen
5.2 Zukunftsperspektiven der Frauen

6. Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Mit dem Thema, „ Mütter, die noch Kinder sind“, habe ich in meiner Arbeit versucht, die Lebenswelt der Teenagermütter zu verdeutlichen. Hauptsächlich habe ich mich hierbei mit den jungen Frauen auseinandergesetzt, die ihr Kind in einer Einrichtung für Mütter und Kinder großziehen.

Als besonders interessant und wissenswert erschien mir, nach den Hintergründen einer „ungewollten Schwangerschaft“ zu fragen. Welche Hoffnungen und Erwartungen stehen hinter dem Wunsch ein Kind zu bekommen? Als weiteren Schwerpunkt in meiner Arbeit möchte ich aufweisen, welche Anforderungen die Arbeit mit den jungen Müttern an die Sozialpädagogik stellt.

Um mich dem Thema zu nähern habe ich im ersten Teil meiner Arbeit das Jugendalter beschrieben, die Lebensphase in der sich die Mädchen während der Schwangerschaft befinden. Hier soll verdeutlicht werden, welchen zusätzlichen Belastungen die jungen Mütter ausgesetzt sind. Um das emotionale Erleben und die Schwierigkeiten, die das Jugendalter mit sich bringt aufzuzeigen, bin ich speziell auf Entwicklungsaufgaben eingegangen. Dies soll es vereinfachen, die Situation der Mädchen besser nachvollziehen zu können.

Im Folgenden habe ich Ursachen erläutert, die zu einer Schwangerschaft geführt haben, bzw. diese begünstigt haben. Nicht immer handelt es sich tatsächlich um eine ungewollte Schwangerschaft.

Wie verändert die plötzliche Mutterrolle die eigene Persönlichkeit? Mütter, die selbst noch Kinder sind, müssen plötzlich Entscheidungen treffen, die ein ganzes Leben verändern. Oftmals sind die Mütter mit den Anforderungen überfordert, wenn sich ihr Leben schlagartig ändert. Was bedeutet die frühe Schwangerschaft im Bezug auf die jugendspezifischen Entwicklungsaufgaben.

Außerdem habe ich mich damit beschäftigt, wie die Lebensverhältnisse der jungen Frauen sind, die in einem Mutter-Kind-Heim leben. Die meisten der Mädchen kommen aus schwierigen Lebensverhältnissen, die es erschweren, sich ein unabhängiges selbstständiges Leben aufzubauen.

Ist es als allein erziehende Mutter möglich, seinen eigenen Interessen nachzugehen, oder bleibt keine Zeit für Zukunftspläne, die z.B. das Berufsleben betreffen?

Die Väter der Kinder verlassen die Mädchen oftmals bereits vor der Geburt. Sie fühlen sich mit der Situation überfordert, oder empfinden keine emotionale Bindung.

Im darauf folgenden habe ich mich damit auseinandergesetzt, was es für die Kinder bedeutet, in diese schwierigen Familienverhältnisse hineingeboren zu werden.

Abschließend bin ich auf Schwerpunkte der sozialen Arbeit in Mutter-Kind Einrichtungen eingegangen und habe mich mit diesen kritisch auseinandergesetzt. Im letzten Teil werden außerdem Zukunftsperspektiven dargestellt, die sich den jungen Müttern bieten.

2. Das Jugendalter

Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen minderjährige Mädchen, im Alter zwischen 12 und 18 Jahren. In diesem Zeitraum der Entwicklung befinden sich die Jugendlichen in der Pubertät, einer Lebensphase des Jugendalters. In diesem Lebensabschnitt, reift der Mensch vom Kind zum Erwachsenen heran. Deshalb erschien es mir wichtig, auf diese prägende Lebensphase gezielt einzugehen.

Mit der näheren Erläuterung des Jugendalters möchte ich verdeutlichen, was es für junge Mädchen bedeutet, in dieser Zeit ein Kind zu erwarten, auszutragen und großzuziehen.

2.1 Entwicklungsaufgaben im Jugendalter

In der Phase des Jugendalters werden Erwartungen und Anforderungen an den Jugendlichen gestellt, die dazu beitragen, dass es zu einer Veränderung der Persönlichkeit kommt. Diese Entwicklungsphase ist für einen Teil der Jugendlichen eine positive Zeit, für einen anderen Teil, eine mit Problemen, in persönlichen familiären oder außerfamiliären Bereichen, verbundene Zeit.

Mit dem Begriff Jugend wird das Erwachsenwerden assoziiert. Das Entwicklungsstadium bringt körperliche Veränderungen mit sich, es kommt zu einem Aufbau der persönlichen Lebensgestaltung. Entwicklungsaufgaben werden bewältigt, zwischen individuellen und gesellschaftlichen Anforderungen.

Die Entwicklungsaufgaben werden als Lernprozess aufgefasst, die sich über eine gesamte Lebensspanne erstreckt. Die realen Anforderungen führen zum Erwerb von Fertigkeiten und Kompetenzen, die zur konstruktiven und zufrieden stellenden Bewältigung des Lebens in einer Gesellschaft notwendig sind.[1]

Hier eine Übersicht von den wichtigsten Entwicklungsaufgaben im Jugendalter:

- zu Gleichaltrigen beiderlei Geschlechts werden neue, tiefere Beziehungen hergestellt
- das eigene körperliche Erscheinungsbild akzeptieren
- intime Beziehungen aufnehmen
- Unabhängigkeit von den Eltern / Ablösung von den Eltern
- eigene Vorstellungen entwickeln, die das eigene Handeln und Denken betreffen
- Entwicklung der eigenen Identität
- eine Zukunftsperspektive entwickeln[2]

2.2 Körperliche Entwicklungen

Da die körperliche Entwicklung Einfluss auf die gesamte Entwicklung hat, möchte ich nun auf diese eingehen.

Setzt die Pubertät ein, verändert sich das gesamte körperliche Erscheinungsbild. Die körperliche Reifung bringt tief greifende Veränderungen mit sich. Eine durch die Schilddrüse verursachte Hormonproduktion, ist die Ursache für diese vielfältigen Auswirkungen. Der Wachstumsschub setzt ein, der Körper erreicht innerhalb von zwei Jahren seine endgültige Größe.

Bedingt durch einen frühen Entwicklungsschub der Mädchen, im Vergleich zu den Jungen, ist die sexuelle Reifung bei den Mädchen früher abgeschlossen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass diese körperliche Umstellung bei Mädchen etwa zwei Jahre früher einsetzt, als bei den Jungen. Die Geschlechtsreife setzt bei den Mädchen mit Beginn der Menstruation ein, bei den Jungen mit der Produktion von Samenflüssigkeit. Hormone, die diese Vorgänge in Gang setzen, sind die Androgene bei dem männlichen Geschlecht und die Östrogene bei dem weiblichen Geschlecht.

Des Weiteren entwickeln sich die sekundären Geschlechtsmerkmale. Durch die Geschlechtsreifung bedingt, entwickelt sich bei den Jungen Gesichts-, Körper- und Schambehaarung, sowie eine tiefere Stimme. Bei den Mädchen entwickelt sich die Schambehaarung, Brust und es kommt zu einer Verbreitung der Hüften.

Die Geschlechtsreifung hat große Rückwirkungen auf die psychische Entwicklung der Jugendlichen. Es ist eine wichtige Herausforderung, jegliche Veränderungen aufzunehmen, zu akzeptieren und mit dem veränderten Erscheinungsbild umzugehen.

2.3 Psychische Entwicklungen

Das Jugendalter ist durch emotionale Belastungen gekennzeichnet. Diese Belastungen sind auf die schnellen und tief greifenden körperlichen Veränderungen zurückzuführen

Ein körperliches Unwohlsein, Veränderungen im Erscheinungsbild, führen oftmals zu Zweifeln gegenüber der eigenen Person.

Die Selbstbeobachtung führt zu negativer Kritik gegenüber dem Körperwachstum, Gewicht, Größe, Proportionen, Haarwuchs, Gesicht, Verhalten und Bewegungen. Mädchen haben hierbei häufiger als Jungen ein negatives Körperselbstbild.[3]

Mädchen empfinden ihre Hüften als zu breit, ihre Arme als zu lang. Zusätzlich steht die Selbstbeobachtung der Mädchen unter einem größeren Druck, dies ist durch die Gesellschaft, die ein Attraktivitätsideal vorgibt, bedingt.

„ Die psychische und soziale Herausforderung des Jugendalters besteht für den Heranwachsenden darin, zu einem selbstständigen Menschen zu werden, dem es seine eigene Persönlichkeit erlaubt, mit anderen nach Art von Erwachsenen intime Beziehungen aufzunehmen. Diese Entwicklung ist bei den jugendlichen mit individuellen Problemen verbunden.“[4]

2.4 Identitätsentwicklungen

Eine der wichtigsten Entwicklungsaufgaben im Jugendalter ist die Identitätsentwicklung.

Im allgemeinen Sinn verbindet man umgangssprachlich Identität mit dem Geschlecht, Alter, Name und Beruf eines Individuums. Die Identität jeder Person macht sie im Vergleich zu anderen Personen unverwechselbar.

Im Jugendalter spielt die Identität eine wichtige Rolle. In diesem Zeitraum wird das Verständnis für die eigene Person entwickelt, dazu gehört z. B. ein Bezug zu dem, was man ist und was man sein will.

Mit dem Begriff der Identität wird oftmals auch der Begriff des Selbst verwendet. Wörter wie Selbstwahrnehmung, Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stehen für die Entwicklung des Selbstbildes, bzw. der Identität.

Entscheidend beeinflusst wird das Individuum durch Erfahrungen, die es bisher in seinem Leben gemacht hat, durch die es geprägt wurde. Normen als Richtlinien, Werte, die man für sich erfahren hat, werden übernommen, ersetzt oder negativ durchleuchtet.

Mit der Frage, wer bin ich?, in allen unterschiedlichen Lebensbereichen, wie z. B eine realistische Eigeneinschätzung, Erwartungen von der Gesellschaft, Partnerbeziehungen, berufliche Zukunft, beschäftigt die Identitätsentwicklung im Jugendalter, besonders sensibel. Die Jugendlichen sind demnach auf der Suche nach ihrer Persönlichkeit. Auf dieser Suche gibt es nicht nur Höhen, nicht immer stimmen Ansichten mit Gefühlen überein.

„ Die Selbsterkenntnis führt aber auch zur Erkenntnis von Unstimmigkeiten und Widersprüchen. Die Hauptdiskrepanz besteht zwischen dem aktuellen Zustand der Identität und der angestrebten Identität(Real-Ideal-Diskrepanz) Die Bewusstheit der Diskrepanz lässt sich als unangenehm, ja schmerzvoll beschreiben.“[5]

Wie bereits erwähnt, spielt bei der Entwicklung der Identität, dass soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Ein Mensch entwickelt sich nur durch Beziehungen, durch den Lebensraum, in dem er lebt.

Die Pubertät ist der Raum zwischen Kindheit und Erwachsenendasein. Man ist auf der Suche, die oftmals Belastungen und Unsicherheit mit sich bringt. Der Wechsel vom Kindes- zum Erwachsenenalter bringt den Übertritt in einen noch unbekannten Lebensbereich, der für den Jugendlichen wenig strukturiert und gegenüber dem bisherigen Erfahrungsraum, viel stärker ausgeweitet ist.

3. Mutterschaft im Jugendalter

Eine Schwangerschaft erfordert stets eine Umorientierung im Denken und Handeln. Eine werdende Mutter ist gefordert ihr tagtägliches Leben umzugestalten. Jede Frau nimmt diesen Vorgang anders wahr. Die eigene Einstellung zur Schwangerschaft spielt hierbei eine wesentliche Rolle.

Lässt es die momentane Lebenssituation zu, die Mutterrolle positiv bewältigen zu können?

Oder bedeutet die Schwangerschaft eine zusätzliche Krise?

Ausschlaggebend ist, ob das Kind gewünscht ist, und ob sich die werdende Mutter auf das Kind freut. Gerne ist man dann dazu bereit, sein Leben umzugestalten.

Weiterhin ist es sicherlich positiv, wenn die Frau in einer glücklichen Partnerschaft lebt, zufrieden ist und weiß, dass sie Unterstützung findet, den Anforderungen gerecht zu werden.

Das Alter der Mutter kann die Mutterrolle erschweren oder aber vereinfachen.

Wie sehen jedoch die Bedingungen der jungen Mütter aus, die für den Verlauf der Mutterschaft wesentlich sind? Sind die Anforderungen zu bewältigen? Lässt es die Ausgangsposition der jungen Mädchen zu, die Schwangerschaft als eine positive Lebensphase zu erleben?

In den folgenden Abschnitten werde ich auf Ursachen früher Schwangerschaften eingehen und auf die damit verbundenen Hoffnungen und Erwartungen. Außerdem habe ich mich damit auseinandergesetzt, welche Auswirkungen eine Schwangerschaft auf das psychische Empfinden der jungen Mädchen hat.

[...]


[1] Vgl.Oerter/Montada,Entwicklungspsychologie,4.Aufl.S.326

[2] Vgl.Oerter/Montada,Entwicklungspsychologie,4.Aufl.S.329

[3] Vgl. Oerter/Montada:Entwicklungspsychologie,4.Aufl.,S.338

[4] Vgl. Enzyklopädie:Stichwort“Jugendalter“,in:Computerlexikon,Microsoft Encarta 2002

[5] Oerter/Montada,Entwicklungspsychologie,4.Aufl.,S.355

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Mutterschaft in der Adoleszens
Hochschule
Universität Kassel  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
Seminar Heime für Mutter und Kind als sozialpädagogisches Praxisfeld
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V25737
ISBN (eBook)
9783638282765
Dateigröße
506 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mutterschaft, Adoleszens, Seminar, Heime, Mutter, Kind, Praxisfeld
Arbeit zitieren
Jasmin Jarkow (Autor), 2003, Mutterschaft in der Adoleszens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25737

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