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Menschenrechte für die großen Menschenaffen. Die anthropologische Relevanz

Title: Menschenrechte für die großen Menschenaffen. Die anthropologische Relevanz

Term Paper , 2004 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Falko Heckenthaler (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Man könnte es mit einer Art von Utopie beschreiben. Sie ist nämlich in unserem Sinne ein
Wunschbild eines idealen Gesellschaftsbildes ohne Probleme, welches ein
Zusammenleben verschiedener Spezies mit sich bringt. Utopie ist aber auch ein
dynamischer, die Gesellschaft verändernder Prozess zum erreichen dieses Idealbildes, der
durch den Menschen selbst herbeigeführt wird.1 Das mag ein Grund dafür sein warum
sich der Titel des Buches „Menschenrechte für die Großen Menschenaffen“, auf den sich
ein Großteil dieser Arbeit bezieht, für viele wie eine Utopie anhören mag. Zudem ist der
Titel an sich schon ein contradicto in adjecto2 in den Gedankengängen der meisten
Menschen, da diese sich fragen könnten ob den Affen nicht besser „Affenrechte“, statt den
Menschenrechten gegeben werden sollten. Ein weiterer Punkt wäre sich zu fragen, warum
gerade der Ausdruck Menschenaffe verwendet wird und so ist dies auch nicht der einzige
Ansatz in dieser Hinsicht, welcher der Buchtitel aufwirft. Eine der Kernfragen, die aber
mit dieser Arbeit beantwortet werden soll, ist die nach der anthropologischen Relevanz
dieses Konzeptes, Namens „Das Great Ape Projekt“, von dem das Buch handelt. Die
Forscher heben die Menschenaffen der Spezies Gorilla, Schimpanse und Orang- Utan auf
eine Stufe mit den Menschen. Es wird von ihnen der Versuch gestartet, sie in die
menschlich- moralische Gesellschaft zu integrieren und mit einzubeziehen. 3 Das Projekt
zeigt unter anderem Lebensausschnitte von Menschenaffen, die über Jahre hin, in freier
Wildbahn oder in Gefangenschaft, dokumentiert wurden. Die Ergebnisse werden von den
verschiedenen Forschern anschaulich dargestellt. Diese Basis langjähriger Beobachtungen
wird als Grundlage der Deklaration diverser Rechte für die Spezies Menschenaffe benutzt.
Es ist also unausweichlich zu fragen, ob die Sonderstellung des Menschen dadurch in
Gefahr zu geraten scheint oder ob unser christlich- abendländisches Weltbild sich mit
einer solchen Theorie vereinbaren lässt und es nicht erstmal wichtiger scheint Probleme
der eigenen Spezies zu lösen. [...]
1 vgl. Klaus, Georg u. Buhr Manfred: Philosophisches Wörterbuch. Leipzig 1954,
S.577.
2 lat. Widerspruch in der Beifügung
3 Cavalieri, Paola u. Singer, Peter: Menschenrechte für die Großen Menschenaffen. Das Great
Ape Projekt, dtsch. v. Hans Jürgen Baron Koskull. München 1994, S.8- 9.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Menschenrechte für die Großen Menschenaffen

2.2 Der Affe als Mensch

2.3 Anthropologie und die Sonderstellung des Menschen im Kosmos

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropologische Relevanz des „Great Ape Projects“, welches fordert, den großen Menschenaffen grundlegende Menschenrechte zuzusprechen. Ziel ist es, die wissenschaftliche Debatte zwischen den Forderungen der Affenforscher nach einer „Gemeinschaft der Gleichen“ und der anthropologischen Bestimmung der Sonderstellung des Menschen gegenüberzustellen und kritisch zu bewerten.

  • Historische Entwicklung und philosophische Grundlagen der Menschenrechte.
  • Kognitive und soziale Fähigkeiten von Menschenaffen als Argumentationsbasis.
  • Die anthropologische Definition der Sonderstellung des Menschen nach Max Scheler und Arnold Gehlen.
  • Konflikt zwischen biologischer Ähnlichkeit und der moralisch-geistigen Abgrenzung.

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Affe als Mensch

Streng von der humanbiologischen Seite betrachtet sind die Menschenaffen in ihrer DNS höchstens ein bis zwei Prozent verschieden zu jener der Menschen, wobei der Gorilla und der Schimpanse dem Menschen noch näher ist, als der Orang- Utan denn bei beiden beträgt der Abstand zum Menschen noch weniger und macht nur fast ein Prozent aus. Es ist aber nicht das unsichtbare Gen, welches den Menschenaffen menschlich macht. Es ist eher das Sichtbare. Zum einen der körperlich- biologische Aspekt, da zum Beispiel der Orang- Utan ähnlich unserer Sexualpsychologie folgt, die gleiche Hormonspiegelverteilung aufweißt und auch das selbe Zahnsystem besitzt. Zum anderen ist es der kognitive Aspekt, welcher in langjähriger Forschung, durch Beobachtung der drei Affenarten, herausgearbeitet wurde. Es sind die Fähigkeiten, welche die Anthropologen als Grundstruktur des Menschenseins bezeichnen würden, über die die Menschenaffen in Teilen verfügen. Gemeint sind hiermit insbesondere das Kommunizieren untereinander, eine Art Gewissen, das Anwenden und Erfinden von Werkzeugen, das Wissen über Recht und Unrecht, Kunstbewusstsein, Ideenreichtum und eine gewisse Gesellschaftlichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Menschenrechte für Menschenaffen und die dahinterstehende utopische Vision einer „Gemeinschaft der Gleichen“ unter Berücksichtigung der anthropologischen Relevanz.

2. Hauptteil: Analyse der ethischen Forderungen, der kognitiven Fähigkeiten der Affen sowie der anthropologischen Theorien zur menschlichen Sonderstellung.

2.1 Menschenrechte für die Großen Menschenaffen: Darstellung der historischen Genese der Menschenrechte und deren Übertragbarkeit auf die Lebenswelt der Menschenaffen.

2.2 Der Affe als Mensch: Untersuchung der biologischen und kognitiven Gemeinsamkeiten, insbesondere der Sprachfähigkeit und sozialen Strukturen bei Schimpansen und Orang-Utans.

2.3 Anthropologie und die Sonderstellung des Menschen im Kosmos: Philosophische Auseinandersetzung mit der menschlichen Einzigartigkeit durch die Ansätze von Max Scheler und Arnold Gehlen.

3. Schluss: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Vereinbarkeit der Forderungen der Affenforschung mit den Erkenntnissen der philosophischen Anthropologie.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Menschenaffen, Great Ape Projekt, Anthropologie, Sonderstellung des Menschen, Kognitive Ethologie, Gemeinschaft der Gleichen, Max Scheler, Arnold Gehlen, Evolution, Sprachfähigkeit, Zeichensprache, Bewusstsein, Selbstbild, Geistesprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und anthropologischen Debatte, ob den großen Menschenaffen aufgrund ihrer hohen kognitiven Fähigkeiten und Ähnlichkeit zum Menschen Rechte zugesprochen werden sollten, die bisher dem Menschen vorbehalten waren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die moderne Affenforschung, die Philosophie der Anthropologie sowie die Frage nach dem ethischen Status von Tieren im Vergleich zum Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die anthropologische Relevanz des „Great Ape Projects“ zu prüfen und zu analysieren, ob die Forderung nach einer „Gemeinschaft der Gleichen“ mit dem menschlichen Selbstverständnis einer Sonderstellung vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine vergleichende Analyse, bei der Erkenntnisse aus der aktuellen Affenforschung und Humanbiologie den klassischen anthropologischen Theorien von Scheler und Gehlen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Affenrechten, den Nachweis kognitiver Fähigkeiten bei Menschenaffen (wie Sprache und Selbstbewusstsein) und die philosophische Einordnung der menschlichen Sonderstellung durch die Anthropologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Menschenrechte für Menschenaffen, philosophische Anthropologie, Sonderstellung des Menschen und kognitive Fähigkeiten definieren.

Warum reicht laut Gehlen der Geist allein nicht aus, um den Menschen zu definieren?

Gehlen argumentiert, dass der physisch-morphologische Aspekt entscheidend ist, da der Mensch sich durch die Anpassung an die Natur als „Mängelwesen“ bewähren muss, was über rein geistige Prozesse hinausgeht.

Welches „Paradoxon“ wird bezüglich des Geistes bei Menschenaffen erwähnt?

Da den Menschenaffen der Geist als Wesensmerkmal abgesprochen wird, können sie diesen auch nicht „ausleben“, was laut Scheler die notwendige Exklusivität des Geistes für den Menschen unterstreicht.

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Details

Title
Menschenrechte für die großen Menschenaffen. Die anthropologische Relevanz
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Sonderstellung und Erziehungsbedürftigkeit des Menschen
Grade
1,3
Author
Falko Heckenthaler (Author)
Publication Year
2004
Pages
22
Catalog Number
V25815
ISBN (eBook)
9783638283359
ISBN (Book)
9783656661221
Language
German
Tags
Menschenrechte Menschenaffen Relevanz Sonderstellung Erziehungsbedürftigkeit Menschen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Falko Heckenthaler (Author), 2004, Menschenrechte für die großen Menschenaffen. Die anthropologische Relevanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25815
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