Seit Jahren lässt sich ein ständig wachsendes Engagement vieler Unternehmen auf
ausländischen Märkten verzeichnen. Internationalisierungsstrategien gehören heute
für sehr viele – auch kleinere und mittlere - Firmen zum Repertoire der eingesetzten
unternehmerischen Strategien. Setzen ökonomische Entscheider auf Internationalisierung,
so implementiert dies eine Ausweitung der Absatzbemühungen des Unternehmens
über nationale Grenzen hinaus. Allerdings erfolgt die Bearbeitung von Auslandsmärkten
in der Praxis häufig fallweise und unsystematisch. Diese Tatsache
steht im Gegensatz zu der allgemeinen Erfahrung, wonach bei Aufnahme von internationalen
Unternehmensaktivitäten zusätzliche Probleme zu bewältigen sind, die
z.B. durch länderspezifische Markt- und Umfeldkonstellationen, durch kulturelle Besonderheiten
oder durch die Problematik der Koordination einzelner Länderengagements
bedingt sind und ein durchdachtes strategisches Vorgehen erfordern.1 In der
vorliegenden Seminararbeit wird in diesem Zusammenhang die Portfolioanalyse der
Boston Consulting Group (BCG) vorgestellt und deren Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten
erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
2. Die Portfolioanalyse
2.1 Grundidee der Portfolioanalyse
2.2 Portfolioanalyse der BCG
2.2.1 Aufbau des Marktwachstum-Marktanteil-Portfolios
3. Internationalisierung
3.1 Entwicklungslinien internationaler Geschäftstätigkeit
3.2 Entscheidungskriterien von Internationalisierungsstrategien
4. Einsatz der BCG-Portfolioanalyse bei der internationalen strategischen Planung
4.1 Gründe für den Einsatz der BCG-Portfolioanalyse
4.2 Einsatzgebiete der BCG-Portfolioanalyse
4.2.1 Selektion der Ländermarktsegmente
4.2.2 Internationale Marktbearbeitungsstrategien
4.3 Problemfelder
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der BCG-Portfolioanalyse als strategisches Instrument zur Unterstützung von Internationalisierungsprozessen in Unternehmen, um eine systematischere Planung bei der Erschließung ausländischer Märkte zu ermöglichen.
- Grundlagen der Portfolio-Theorie und die BCG-Matrix
- Dynamik der Internationalisierung und deren Entscheidungsparameter
- Einsatzmöglichkeiten der Portfolioanalyse zur Länderselektion
- Strategische Ableitung von Marktbearbeitungsstrategien
- Kritische Analyse von Anwendungsproblemen der Methode
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Aufbau des Marktwachstum-Marktanteil-Portfolios
In diesem Portfolio finden sich die SGE in einer Vier-Felder-Matrix abgebildet. Nach Maßgabe des Erfahrungskurvenkonzepts werden als wesentliche Faktoren der relative Marktanteil und das Marktwachstum erachtet. Der erstgenannte Faktor wird üblicherweise als Quotient aus dem Marktanteil des Unternehmens und jenem des stärksten Konkurrenten dargestellt, da diese Größe besser als der absolute Wert geeignet erscheint, die Wettbewerbsbedingungen einer SGE zu kennzeichnen. Der relative Marktanteil wird auf der Abszisse abgelesen, wohingegen die Daten auf der Ordinate das Marktwachstum wiedergeben. Welche Werte abgetragen werden und wo die Trennung zwischen niedrig und hoch erfolgt, liegt im subjektiven Entscheidungsbereich des Analysten. Ausschlaggebend für die Einschätzung sind dabei immer die Eigenschaften des interessierenden Markts oder der Branche. Der unterschiedlichen Bedeutung der einzelnen SGE, gemessen etwa am Umsatz oder am Deckungsbeitrag, trägt man durch deren Abbildung in Form verschieden großer Kreise Rechnung. Die unbestrittene Bekanntheit der BCG-Matrix ist nicht zuletzt auf die sehr einprägsamen Metaphern zurückzuführen, welche zur Bezeichnung der vier Felder verwendet werden. Die einzelnen Quadrantenbezeichnungen lauten „Stars“, „Question Marks“ (Nachwuchsprodukte), „Cash Cows“ und „Poor Dogs“ (Problemprote).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Einführung in die wachsende Notwendigkeit einer systematischen strategischen Planung bei der Internationalisierung von Unternehmen.
2. Die Portfolioanalyse: Theoretische Herleitung des Portfoliokonzepts und detaillierte Erläuterung der BCG-Matrix sowie ihrer Quadranten.
3. Internationalisierung: Analyse der Entwicklungstrends in der globalen Geschäftstätigkeit und Identifikation zentraler Entscheidungskriterien für den Markteintritt.
4. Einsatz der BCG-Portfolioanalyse bei der internationalen strategischen Planung: Anwendung der BCG-Methode auf die Länderselektion, die Marktbearbeitung sowie eine kritische Betrachtung der Anwendungsfelder.
5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der BCG-Portfolioanalyse als vielseitiges, aber spezifisch anzupassendes Instrumentarium für die internationale Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
BCG-Matrix, Portfolioanalyse, Internationalisierung, Strategische Geschäftseinheit, Marktwachstum, Marktanteil, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensstrategie, Länderselektion, Marktbearbeitungsstrategie, Erfahrungskurve, Produktlebenszyklus, Strategische Planung, Ressourcenallokation, Marktfeldstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der BCG-Portfolioanalyse als Instrument zur Unterstützung bei der Formulierung von Strategien für die internationale Expansion von Unternehmen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Portfolioanalyse nach BCG, die Anforderungen an die Internationalisierung sowie die Verknüpfung beider Bereiche zur strategischen Planung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das BCG-Modell Unternehmen dabei helfen kann, ihre begrenzten Ressourcen optimal auf verschiedene internationale Märkte und Geschäftseinheiten zu verteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einschlägiger Fachliteratur und dem Studium von Portfoliokonzepten basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise der BCG-Matrix, die Kriterien für den Markteintritt sowie die Anwendung der Portfolioanalyse bei der Selektion von Ländermarktsegmenten und der Wahl der Bearbeitungsstrategien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind BCG-Matrix, Internationalisierung, relative Marktanteile, Marktwachstum, strategische Geschäftseinheiten (SGE) und Normstrategien.
Warum wird der relative Marktanteil in der BCG-Matrix verwendet?
Der relative Marktanteil ist eine Kennzahl, die das Kostensenkungspotenzial und die Wettbewerbsposition eines Unternehmens im Vergleich zum stärksten Konkurrenten präziser abbildet als absolute Werte.
Welche Probleme bei der Übertragung auf den internationalen Markt werden diskutiert?
Diskutiert werden Herausforderungen wie die schwierige Abgrenzung relevanter Märkte, Verzerrungen durch unterschiedliche Inflationsraten und ein hoher Koordinationsbedarf bei komplexen Organisationsstrukturen.
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- Fabian Steinel (Author), 2004, Die Rolle der BCG-Produkt-Portfolioanalyse bei der Formulierung von Internationalisierungsstrategien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25823