Die vorliegende Arbeit basiert auf dem Beitrag "Structural and strategic dynamics in franchising" (Journal of Retailing 79 (2003), Seite 63-75) von Rajiv P. Dant und Patrick J. Kaufman.
Im Rahmen des Franchising als mögliche vertikale Form der Vertriebsorganisation wird häufig die grundsätzliche Frage des „Franchising versus herstellereigenen Vertriebsorganisation“ gestellt. In dem vorliegenden Text arbeiten die Autoren zwei unterschiedliche Theorien heraus: Die der Ressourcenbeschaffung und die der Signaling-Theorie. Beide liefern wissenschaftstheoretische Ansätze zur grundsätzlichen Entscheidung zwischen den dargestellten Vertriebsalternativen. Weiterhin erklären sie einen möglichen Trend hin zu mehr Franchising-Einheiten oder herstellereigenen Vertriebsstätten im Laufe der Zeit oder des Wachstums einer Unternehmung.
Dant/ Kaufmann beleuchten mit den „plural forms“ einen weiteren, dritten theoretischen Ansatz. Hierbei wollen die Autoren überprüfen, ob synergetische Effekte und Benefits in einer Mischform aus beiden Vertriebsalternativen in der Vertriebsabteilung der Franchise-Unternehmen gesehen werden.
Dant/ Kaufmann nähern sich dieser Fragestellung zunächst über die Herleitung der drei Theorien, aus denen sie insgesamt sechs Hypothesen formulieren. Anschließend stellen sie ihre Befragung und die Methodologie vor, ehe sie ihre empirischen Daten mittels einer statistischen Signifikanzprüfung durch die Funktions- und Diskriminanzanalyse darstellen. Abschließend bewerten und analysieren sie ihre Ergebnisse und diskutieren ihre Schlussfolgerungen.
Der Aufbau dieser Arbeit lehnt sich an die Struktur des Basistextes an. Es ist jedoch zu konstatieren, dass die gesamte Studie nicht im Ganzen dargestellt wird. Vielmehr wird in dieser Arbeit versucht, die Herleitung der Hypothesen nachzuvollziehen und aktuelle Forschungsergebnisse aus der Studie abzuleiten.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Franchising
1.1 Begriffsdefinition und Abgrenzungen
1.2 Historische Entwicklung
2. Gründe für Franchising und die Hypothesen von Dant/ Kaufmann
2.1 Ressource acquisition account of franchising
2.2 Signaling theory account of franchising
2.3 Plural forms and the dynamics of franchise systems
3 Die Untersuchung von Dant/ Kaufmann
3.1 Profile der befragten Unternehmen: Respondants vs. Non-respondents
3.2 Methodologie und Ergebnisse
3.2.1 Strategische Vorteile der „plural forms“ (Faktorenanalyse)
3.2.2 Ankündigung von Wechsel-Tendenzen der Eigentümer in bestehenden Geschäften zur Nutzung von Umwandlungszuwächsen (Diskriminanzanalyse)
4. Zusammenfassung und kritische Betrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Untersuchung von Dant und Kaufmann zur vertikalen Vertriebsorganisation im Franchising auseinander. Ziel ist es, die Herleitung der aufgestellten Hypothesen zu erläutern, die empirische Methodik zu reflektieren und die Anwendbarkeit der Ergebnisse auf die strategische Unternehmensentwicklung zu diskutieren.
- Theoretische Fundierung des Franchising durch Ressourcenbeschaffung und Signaling-Theorie
- Analyse von "Plural Forms" als synergetische Mischform im Vertrieb
- Empirische Untersuchung von Wechsel-Tendenzen zwischen Franchise- und Eigenfilialen
- Bedeutung von Organisationsgröße und Alter für die Wahl des Vertriebskanals
- Kritische Würdigung der Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen auf die Praxis
Auszug aus dem Buch
2.1 Ressource acquisition account of franchising
Den ersten Ansatz betiteln Dant/ Kaufmann mit „Ressource acquisition account of franchising“. Darin beschreiben die Autoren, dass sich gerade zur anfänglichen Implementierung eines weiten Vertriebsnetzes oder Expansion der Geschäftstätigkeiten das Franchising aufgrund der Erschließung mehrerer relevanter Faktoren eignet. Dies sind hauptsächlich die (1) Kapitalbeschaffung, (2) die Management-Fähigkeiten und (3) die Infomationsbeschaffung (auf unteren Vertriebsebenen).
(1) Kapitalbeschaffung Der Aufbau eines gesamten Vertriebssystems erfordert ebenso wie die Schaffung einer einzelnen Geschäftsstätte vielfältige Investitionen. Im Rahmen eines Franchisesystems wird sich der Franchisenehmer an diesen Investitionen in zweierlei Hinsicht beteiligen: Er zahlt eine fixe Gebühr an den Franchisegeber bei Vertragsabschluß, die als Beitrag zu den Kosten des Systemaufbaus verstanden werden kann. Je nach Branche werden darüber hinaus mehr oder weniger hohe Investitionen zur Betriebsaufnahme, bspw. zur Einrichtung einer Geschäftsstätte, notwendig. Ein Argument für die Verbreitung von Franchising ist somit, dass Franchising im wesentlichen zur Kapitalbeschaffung für den Franchisegeber dient.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der vertikalen Vertriebsorganisation ein und stellt den Basistext von Dant und Kaufmann vor, welcher als Grundlage der theoretischen und empirischen Analyse dient.
1. Franchising: Dieses Kapitel definiert den Begriff Franchising, grenzt ihn von anderen Vertriebsformen ab und beleuchtet die historische Entwicklung sowie die heutige Bedeutung des Systems.
2. Gründe für Franchising und die Hypothesen von Dant/ Kaufmann: Hier werden die theoretischen Ansätze der Ressourcenbeschaffung, der Signaling-Theorie sowie die Dynamik von "Plural Forms" detailliert hergeleitet und in Hypothesen überführt.
3 Die Untersuchung von Dant/ Kaufmann: Dieses Kapitel präsentiert die empirische Untersuchung, die Profilierung der befragten Unternehmen sowie die statistische Auswertung mittels Faktoren- und Diskriminanzanalyse.
4. Zusammenfassung und kritische Betrachtung: Abschließend werden die Ergebnisse der Studie zusammengeführt, kritisch hinterfragt und in den Kontext der aktuellen Marktentwicklungen sowie wissenschaftlicher Diskussionen gestellt.
Schlüsselwörter
Franchising, Vertriebsorganisation, Ressourcenbeschaffung, Signaling-Theorie, Plural Forms, Faktorenanalyse, Diskriminanzanalyse, Conversion Gains, Unternehmensstrategie, Principal-Agent-Theorie, Vertikale Integration, Franchisegeber, Franchisenehmer, Systemwachstum, Marktentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Hintergründe und empirischen Erkenntnisse zur strategischen Wahl zwischen Franchising-Systemen und herstellereigenen Vertriebsorganisationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Ressourcenbeschaffung, Signaling-Effekte im Franchising sowie das Konzept der "Plural Forms" als duales Vertriebssystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Nachvollziehung der Hypothesen von Dant und Kaufmann sowie die Überprüfung, ob Unternehmen bei zunehmendem Alter und Größe tendenziell eigene Vertriebsstätten bevorzugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere durch Faktorenanalysen und Diskriminanzanalysen zur Differenzierung von Unternehmensgruppen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der drei Kernansätze und die anschließende empirische Untersuchung, in der die Hypothesen anhand von Unternehmensdaten getestet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Franchising, Plural Forms, Signaling-Theorie, Ressourcenbeschaffung und Diskriminanzanalyse.
Welche Bedeutung hat das Alter eines Franchisesystems laut Studie?
Die Studie deutet darauf hin, dass mit zunehmendem Alter eines Franchisesystems eine strategische Tendenz zur Etablierung eigener, herstellereigener Vertriebsstätten besteht.
Inwiefern beeinflussen finanzielle Ressourcen die Vertriebsstrategie?
Ein besserer Zugang zu internen finanziellen Ressourcen sowie Management-Fähigkeiten begünstigt laut der Analyse die Tendenz, vom Franchise-Modell zu unternehmenseigenen Vertriebseinheiten zu wechseln.
- Arbeit zitieren
- Mathias Bellinghausen (Autor:in), 2004, Franchising: Die Theorien von R. P. Dant und P. J. Kaufman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25910