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Die Parodie im Don Quijote

Title: Die Parodie im Don Quijote

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Stefanie Theil (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

I. Einleitung

Die Parodie im „Don Quijote“ fand in der Forschung bisher nur geringe Beachtung, da sie entweder nicht erkannt oder schlicht und einfach für nicht von Cervantes beabsichtigt gehalten wurde. Auch die Tatsache, dass sich eine Parodie - laut Definition - auf einen einzigen Primärtext bezieht, Cervantes aber die Gesamtheit der in seinem Zeitalter von den Lesern so eifrig rezipierten Ritterromane parodiert, stand einer intensiveren Erforschung im Wege.

Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Parodie im „Don Quijote“. Nachdem im ersten Kapitel eine Definition der Parodie erfolgen soll, wird in den darauffolgenden Kapiteln - unter Berücksichtigung des Genres Ritterroman sowie unter Einbezug von Textbeispielen - untersucht werden, auf welche Art und Weise Cervantes eine parodistische Auslegung der Ritterromane auf inhaltlicher, formaler sowie sprachlicher Ebene gelingt, bzw. nach welchen Mechanismen diese funktioniert. Dabei sollen einige seiner parodierten Texte als Vergleich herangezogen werden.

Anschließend soll nach Parodien auf gesellschaftliche Konventionen und Ereignisse außerhalb der Ritterromane gesucht werden.

In den abschließenden Kapiteln soll diskutiert werden, welches Verhältnis Cervantes zum Ritterroman gehabt hat. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Definition Parodie

2. Der Mechanismus der Parodie im „Don Quijote“

2. 1 Charakteristische Merkmale des Ritterromans

2. 1. 1 Inhalt

2. 1. 2 Form

2. 1. 3 Sprache

2. 2 Parodie als Verfremdung

2. 3 Beispiele für sprachliche, formale sowie inhaltliche Parodie

2. 3. 1 sprachlich/ stilistische Parodie

2. 3. 2 formale Parodie

2. 3. 2. 1 Kapitel und Handlung

2. 3. 2. 2 Kapitelüberschriften

2. 3. 2. 3 Erzähler

2. 3. 4 inhaltliche Parodie

2. 3. 4. 1 „Amadís de Gaula“

2. 3. 4. 2 „Orlando Furioso“ (Ariost)

2. 3. 4. 3. Karls- und Artus-Epenzyklen

3. Parodien auf gesellschaftliche Konventionen und Ereignisse außerhalb der Ritterromane

3. 1 Persiflage auf Verwaltungsbeamte

3. 2 Satire gegen die Klasse der Dueñas

4. Cervantes Verhältnis zum Ritterroman

II. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen, mit denen Miguel de Cervantes im „Don Quijote“ den zeitgenössischen Ritterroman parodiert. Dabei wird analysiert, wie Cervantes auf inhaltlicher, formaler und sprachlicher Ebene durch bewusste Kontraste und Verfremdungen das Genre kritisch reflektiert und gleichzeitig gesellschaftliche Konventionen seiner Zeit persifliert.

  • Definition der Parodie als literarische Gattung
  • Mechanismen der parodistischen Verfremdung im Don Quijote
  • Analyse der sprachlichen, formalen und inhaltlichen Parodieelemente
  • Untersuchung von gesellschaftskritischen Aspekten und Satire
  • Reflektion des Verhältnisses von Cervantes zum Ritterroman

Auszug aus dem Buch

2.2. Parodie als Verfremdung

Bereits zu Beginn dieser Arbeit (Vgl. Kapitel 1) wurde erwähnt, dass die Parodie sich auf einen Primärtext bezieht und dass die Parodie vom Leser nur erkannt werden kann, sofern für ihn noch Grundzüge des Primärtextes erkennbar sind. Im ersten Schritt also wählt Cervantes die für die Ritterromane charakteristische und zur Verspottung geeigneten Motive der ritterlichen Poesie, die hochgradig standardisiert sind.

Es gibt immer einen Titelhelden, die Dame, der er dient, Abenteuer, die ihn und den Leser in Bewegung halten, Begegnungen mit mehr oder weniger gefährlichen Widersachern unter denen sich auch missgünstige Zauberer befinden, den Schildknappen als treuen Weggefährten und den humanitären Auftrag, den Schwachen und Hilfsbedürftigen beizustehen. Die Grundstruktur des Don Quijote ist also schon vorgegeben und so kann sich dessen parodistischer Charakter in der imitatio der Ritterromane sehr einfach entfalten.

Im zweiten Schritt hat Cervantes diese auserwählten Motive zum Zweck der parodistischen Wirkung mit passenden, das heißt Analogien aufweisenden Vorkommnissen des realen Lebens verknüpft. Diese Analogien ergeben sich zumeist aus Verwechslungen und zwar so, dass ein äußeres Vorkommnis oder eine Begegnung des realen Lebens die ritterliche Phantasie des Don Quijote und seinen Schatz von Romanreminiszenzen anregt und auf dem Weg der Assoziation Situationsbilder und Vorstellungen des Ritterlebens auf den Plan ruft.

Ein Beispiel dafür ist das Kapitel mit der Schafherde: Als Don Quijote die Staubwolke sieht, die die Herde aufwirbelt erinnern ihn die Vierbeiner sofort an ein Heer von Rittern. Ein weiteres Beispiel ist das Kapitel über den Kampf mit den Windmühlen. Die gigantischen Ausmaße der Windmühlenflügel rufen in Don Quijotes Kopf das Bild furchterregender Riesen hervor, die ihn mit ihren langen Armen angreifen wollen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Parodie im „Don Quijote“ ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen.

1. Definition Parodie: Hier wird der Begriff der Parodie philologisch hergeleitet und von der Satire abgegrenzt, um den theoretischen Rahmen zu spannen.

2. Der Mechanismus der Parodie im „Don Quijote“: In diesem zentralen Kapitel wird untersucht, wie Cervantes durch die De- und Rekonstruktion ritterlicher Motive eine parodistische Wirkung erzeugt.

3. Parodien auf gesellschaftliche Konventionen und Ereignisse außerhalb der Ritterromane: Dieses Kapitel widmet sich der Satire Cervantes' an Verwaltungsbeamten und den Dueñas, die über die bloße Literaturparodie hinausgeht.

4. Cervantes Verhältnis zum Ritterroman: Hier wird diskutiert, ob Cervantes' Werk als reine Ablehnung des Ritterromans zu verstehen ist oder ein zwiespältiges Verhältnis offenbart.

II. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirkung des „Don Quijote“ als ein Werk, das auch über die Parodie hinaus Bestand hat.

Schlüsselwörter

Don Quijote, Cervantes, Parodie, Ritterroman, Literaturwissenschaft, Verfremdung, Satire, Amadís de Gaula, Orlando Furioso, Literaturtheorie, Antiheld, spanische Barockliteratur, literarische Konventionen, Realismus, imitatio.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Miguel de Cervantes in seinem Werk „Don Quijote“ den damals populären Ritterroman durch parodistische Techniken kritisiert und künstlerisch verarbeitet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition der Parodie, die Analyse ritterlicher Motive im Vergleich zum Don Quijote sowie die satirische Auseinandersetzung mit sozialen Rollen wie Verwaltungsbeamten und Kammerfrauen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Cervantes die ritterliche Vorlage auf formaler, sprachlicher und inhaltlicher Ebene gezielt verfremdet, um eine komische oder kritische Distanz zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den „Don Quijote“ mit Primärtexten der Gattung (wie „Amadís de Gaula“ oder „Orlando Furioso“) vergleicht und strukturelle sowie motivische Parallelen untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret, wie Cervantes die Struktur, die Sprache und das Handlungsgerüst des Ritterromans aufgreift, um seinen eigenen Roman als Parodie zu konstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Don Quijote, Parodie, Ritterroman, Verfremdung, Satire, imitatio und die literarischen Konventionen des Siglo de Oro.

Wie erklärt die Autorin die Wahl des Namens „Don Quijote de la Mancha“?

Der Name ist eine bewusste parodistische Anspielung auf die Namensstruktur klassischer Ritter, wobei „la Mancha“ gleichzeitig einen geografischen Ort benennt und das spanische Wort für „Fleck“ oder „Beschmutzung“ trägt.

Warum wird im Buch die Rolle des Erzählers als „formale Parodie“ bezeichnet?

Cervantes splittet den Erzähler in drei Instanzen (einen arabischen Autor, einen spanischen zweiten Autor und einen Übersetzer), was ein traditionelles Verfahren zur Authentifizierung der Geschichte parodiert.

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Details

Title
Die Parodie im Don Quijote
College
University of Leipzig  (Institut für Romanistik)
Course
Literatur und Film in Spanien
Grade
2,0
Author
Stefanie Theil (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V25988
ISBN (eBook)
9783638284622
Language
German
Tags
Parodie Quijote Literatur Film Spanien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Theil (Author), 2003, Die Parodie im Don Quijote, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/25988
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