Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Ethics

Euthanasie - aktive Sterbehilfe

Title: Euthanasie - aktive Sterbehilfe

Seminar Paper , 2001 , 15 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Mandy Beyer (Author)

Ethics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Begriff Euthanasie ist aus dem griechischen hergeleitet und bedeutet soviel wie: "einen leichten, schönen Tod haben". Euthanasie ist das aktive, bewußte ärztliche Eingreifen zur Beendigung des Lebens auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten. Ziel der Handlung ist es, den schnellen Tod des Patienten herbeizuführen - zu töten. Geht man in der Geschichte zurück, so stellt man fest, das der Begriff Euthanasie eine andere Bedeutung hat als aktive Sterbehilfe. Der Begriff Euthanasie könnte ein Synonym sein für das Anliegen der Hospizbewegung.
Hierbei wird von den Mitgliedern dieser Bewegung immer wieder betont, daß sie Sterbehilfe grundsätzlich ablehnen und in ihrer eigenen Aktivität eine Alternative zur aktiven Sterbehilfe sehen. In Deutschland wird besonders heftig über das Thema aktive Sterbehilfe diskutiert. Vielmals liegt es daran, daß viele Menschen vor und während des letzten Krieges von deutschen Ärzten umgebracht wurden - ihrer Rasse, ihrer Hautfarbe, einer Diagnose wegen oder weil sie physisch oder psychisch behindert waren.
Obwohl die Niederlande als sehr humanitär gelten, haben sie die Sterbehilfe in den letzten Jahren zunehmend legalisiert. Sie gilt zwar immer noch als verboten, wird aber von der Justiz unter bestimmten Voraussetzungen geduldet.
In der Auseinandersetzung um Sterbehilfe und Euthanasie wird von den Befürwortern dieser Maßnahmen mit dem Mitleid argumentiert, das man gegenüber todkranken und schwer leidenden Menschen haben müsse. Das Schicksal solcher Menschen, die auch selbst diese Hilfe zum Sterben begehrten, weil Sie ihre Schmerzen und ihre Abhängigkeit von anderen nicht mehr ertragen könnten, müsse so erleichtert werden. Eine Variante dieser Haltung stellt beispielsweise die Forderung nach der Tötung von schwerstbehinderten Neugeborenen nach der Geburt dar. Beide Haltungen werden damit begründet, daß Sterbende, Todkranke und Behinderte den Kriterien für ein würdiges, gesundes und selbstbestimmendes Leben nicht genügen. Es ist jedoch eine strikte Trennung vorzunehmen zwischen der verständlichen und nachvollziehbaren individuellen Angst vor Krankheit sowie Behinderung und der Macht, die "Gesunde", "Normale", Nichtbehinderte und Experten haben, festzulegen welches Leben gesund, selbstbestimmt und würdig ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fallbeispiel „ Der Wunsch(?) getötet zu werden”

3. Die Überlegungen des Mitarbeiters

3.1 Argumente, die für aktive Sterbehilfe sprechen können

3.1.1 Das Recht des Patienten auf Autonomie

3.1.2 Unerträgliche und ungelinderte Schmerzen und andere physische und psychische Probleme

3.1.3 Die Aufgabe der Ärzte ist es, das „Beste” für ihre Patienten zu tun

3.1.4 Die Ärzte haben längst angefangen, Leben und Tod zu manipulieren

3.2 Argumente, die gegen aktive Sterbehilfe sprechen

3.2.1 Aktive Sterbehilfe ist verboten und strafbar

3.2.2 Berufsethische Aspekte

3.2.3 Menschen werden vorzeitig sterben

3.2.4 Menschen können es als ihre Pflicht ansehen, aus dem Leben zu scheiden

3.2.5 Schmerzen, andere Symptome, Angst und Not können durch gute Palliativmedizin gelindert werden

3.2.6 Wir zeigen durch Euthanasie diesen Patienten, daß sie für uns nichts mehr wert sind

4. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und dem Utilitarismus

5. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und der Verantwortungsethik

6. Schluß

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Implikationen der aktiven Sterbehilfe (Euthanasie) vor dem Hintergrund einer persönlichen Fallbeschreibung. Das Ziel ist es, die komplexen moralischen Dilemmata zwischen ärztlicher Fürsorgepflicht, Patientenautonomie und der gesellschaftlichen Verantwortung im Sterbeprozess zu beleuchten.

  • Ethische Abwägung zwischen Sterbehilfe und Sterbenlassen
  • Darstellung kontroverser Positionen zur aktiven Tötung
  • Analyse utilitaristischer Argumente in der modernen Medizin
  • Kritische Betrachtung der Verantwortungsethik (Hans Jonas)
  • Stellenwert von Palliativeinrichtungen und würdevollem Sterben

Auszug aus dem Buch

2. Fallbeispiel „Der Wunsch(?), getötet zu werden”

„Eine Patientin ist 34 Jahre alt, ihr Sohn ist 15 Jahre alt. Zum Vater des Sohnes hat keiner von beiden seit der Geburt des Jungen Kontakt gehabt. Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin. Im Alter von 2 Jahren wurde sie von ihren Eltern adoptiert. Angeblich wurde sie nie darüber informiert.

Seit 2 Jahren hat sie einen Hirntumor. Der Tumor wurde sofort operiert und bestrahlt. Jetzt hat sie ein inoperables Rezidiv. Weitere tumorspezifische Maßnahmen sind nicht möglich.

[...] Sie hat in den letzten Monaten zunehmend Beschwerden gehabt: Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Appetitverlust, Kopfschmerzen etc. Um diese Symptome des erhöhten Hirndrucks unter Kontrolle zu halten, bekommt sie Morphin, hochdosierte Steroide und Haloperidol. Der betreuende Arzt steht laufend in Verbindung mit sehr kompetenten Ärzten in der Uniklinik, um eine optimale Symptomkontrolle zu sichern.

Die Patientin will unter keinen Umständen ins Krankenhaus. Der Hausbetreuungsdienst versorgt sie gut zu Hause, unterstützt von einem befreundeten Ehepaar und ihrem Sohn. Zu ihren Eltern hat sie seit 2 Monaten jeden Kontakt abgebrochen.

Zweimal in der Woche bekommt sie Hausbesuche vom Hausarzt. Die Patientin hat kein Vertrauen zu anderen Ärzten. Er hat ihr versprochen, daß er ihr in der verbleibenden Zeit beisteht. Sie hat mehrfach gesagt, daß sie nur ihres Sohnes wegen noch am Leben ist. Sie sagt, daß sie Suizid begehen werde, falls sich ihr Zustand dramatisch verschlechtern sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begrifflichkeit der Euthanasie sowie Darstellung des gesellschaftlichen und historischen Kontextes in Deutschland.

2. Fallbeispiel „ Der Wunsch(?) getötet zu werden”: Eine detaillierte Fallbeschreibung einer schwerkranken Patientin, die den Wunsch äußert, ihr Leben vorzeitig zu beenden.

3. Die Überlegungen des Mitarbeiters: Systematische Gegenüberstellung von Pro- und Contra-Argumenten zur aktiven Sterbehilfe aus medizinischer und ethischer Sicht.

4. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und dem Utilitarismus: Untersuchung, wie utilitaristische Theorien Sterbehilfe als Instrument zur Maximierung von Glück und Minimierung von Leid legitimieren können.

5. Die Verbindung zwischen aktiver Sterbehilfe und der Verantwortungsethik: Diskussion des Grundprinzips der Ehrfurcht vor dem Leben und der ablehnenden Haltung von Hans Jonas gegenüber der aktiven Tötung.

6. Schluß: Zusammenfassendes Plädoyer für ein würdiges Sterben, das auf menschlicher Zuwendung und Schmerzlinderung statt auf Tötung basiert.

Schlüsselwörter

Aktive Sterbehilfe, Euthanasie, Ethik, Patientenautonomie, Utilitarismus, Verantwortungsethik, Palliativeinrichtungen, Schmerztherapie, Lebensende, Würde, Menschenwürde, Sterbebegleitung, ärztliche Fürsorgepflicht, Suizidhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Kontroverse um die aktive Sterbehilfe und analysiert, inwieweit diese moralisch vertretbar ist oder ob andere Konzepte wie Palliativeinrichtungen vorzuziehen sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Patientenautonomie, die Rolle des Arztes als Heiler, rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Strömungen wie der Utilitarismus und die Verantwortungsethik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der aktiven Sterbehilfe anhand eines konkreten Fallbeispiels, um ein tieferes Verständnis für die ethischen Dilemmata am Lebensende zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ethische Diskursanalyse angewandt, die durch eine Fallstudie illustriert und mit philosophischen Theorien (Utilitarismus, Verantwortungsethik) verknüpft wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung von Argumenten für und gegen Sterbehilfe sowie die Anwendung ethischer Modelle auf die Problematik des Lebensendes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomie, Menschenwürde, Utilitarismus, Palliativeinrichtungen und ärztliche Ethik geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Ärzte bei der Sterbehilfe?

Die Arbeit vertritt unter Berufung auf Hans Jonas die Position, dass die Rolle des Arztes als Heiler nicht mit der eines "Henkers" vereinbar ist und das aktive Töten dem ärztlichen Ethos widerspricht.

Was ist die Schlussfolgerung in Bezug auf das Fallbeispiel?

Die Autorin stellt die Frage, ob die Krankenhausbehandlung der Patientin gegen ihren Willen einen ernsten Übergriff auf ihre Autonomie darstellte, und plädiert für eine Kultur, in der Sterben wieder einen Platz im Leben findet, ohne dass Tötung als "bequeme Lösung" dient.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Euthanasie - aktive Sterbehilfe
College
University of Cooperative Education Breitenbrunn  (FB Sozialpädagogik)
Course
Ethik
Grade
1,1
Author
Mandy Beyer (Author)
Publication Year
2001
Pages
15
Catalog Number
V2608
ISBN (eBook)
9783638115711
ISBN (Book)
9783640108640
Language
German
Tags
Euthanasie Sterbehilfe Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mandy Beyer (Author), 2001, Euthanasie - aktive Sterbehilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2608
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint