Diese Arbeit widmet sich einer afrikanischen Autorin, die in den 80er Jahren mehrere Jahre in Deutschland gelebt hat und in der deutschen Literatur der Migration bisher wenig beachtet worden ist. Ausgehend von dieser Problematik der Verortung zwischen den Kulturen und innerhalb eines literarischen Kanons jedweder Art, untersucht die Arbeit anhand der Texte "Der verkaufte Traum" und "Spinnweben" die spezifische, von Darko dargestellte, interkulturelle Erfahrung und deckt deren Probleme auf.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
I) Biographischer und theoretischer Rahmen
1.) Zur komplizierten Verortung der Schriftstellerin Amma Darko
2.) Der theoretische Rahmen der Untersuchung: Postkoloniale Theorie
a) Das Modell kultureller Hybridität
b) Homi Bhabhas Idee eines „third space“
c) Feministische Positionen
II) Textanalytischer Teil : „Der verkaufte Traum“ und „Spinnweben“
1.) „Der verkaufte Traum“
a) Inhaltsangabe
b) Analyse und Reflexion
b1) Kulturverständnis
b2) Identitätsmodelle, Rollenzuweisungen und Handlungsmöglichkeiten der Protagonistinnen in „Der verkaufte Traum“
2.) „Spinnweben“
a) Inhaltsangabe
b) Analyse und Reflexion
b1) Kulturverständnis
b2) Identitätsmodelle, Rollenzuweisungen und Handlungsmöglichkeiten der Protagonistinnen in „Spinnweben“
3.) Zur Erzählhaltung bei Darko
Conclusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Romane „Der verkaufte Traum“ und „Spinnweben“ der ghanaischen Autorin Amma Darko die Problematik der kulturellen Verortung und Identitätskonstruktion weiblicher afrikanischer Migrantinnen in Deutschland. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern postkoloniale Theorien, insbesondere Konzepte der Hybridität, auf die spezifische Lebensrealität dieser Frauen anwendbar sind oder ob sie an der Realität der Migration scheitern.
- Analyse der postkolonialen Theorie im Kontext von Identitätskrisen und Verortung.
- Untersuchung der spezifischen Migrationserfahrungen ghanaischer Frauen in Deutschland.
- Reflektion über Rollenbilder, Geschlechtsspezifik und weibliche Handlungsmöglichkeiten.
- Kritische Auseinandersetzung mit "Mimikry"-Konzepten und illusionären Vorstellungen über Europa.
- Bewertung von Möglichkeiten zur Etablierung eines eigenständigen Identitätsraums ("Third Space").
Auszug aus dem Buch
Die problematische Verortung der Schriftstellerin Amma Darko
Amma Darko fällt, in der neueren deutschen Literaturwissenschaft wie auch in der Komparatistik englischsprachiger post-kolonialer Literaturen, quasi „durch die Raster“ und verdient eben deshalb genauere Betrachtung. Denn ihre Situation steht symptomatisch für viele Autoren und gerade Autorinnen aus der sogenannten „Dritten Welt“, die sich den Schwierigkeiten einer eindeutigen Verortung innerhalb verschiedener Kulturen auf mehreren Ebenen ausgesetzt sehen, ohne letztlich irgendwo „beheimatet“ zu sein: Elisabeth Bronfen bemerkt, dass sich eben diese post-koloniale Identitätskrise von Ver- und Entortung eine für die multikulturelle Literatur Charakteristische ist: „a major feature of postcolonial literatures is the concern with place and displacement. It is here that the special post-colonial crisis of identity comes into being“. Diese Problematik der Ver- und Entortung betrifft damit auch die Person und Autorin Amma Darko, nicht zuletzt auch in Bezug auf den „literarischen Kanon”.
Ihre Texte selbst werfen darüber hinaus die Frage nach der Verortung im Schnittpunkt von postkolonialer und weiblicher Identität auf. Sie führt uns in ihren Texten auf die Ebene der Lebensrealität afrikanischer Migrant/innen unterschiedlicher Bildungs- und Herkunftsniveaus in Deutschland. Da die behandelten Texte stark autobiographisch gefärbt sind, müssen sie entgegen der sonstigen Abneigung der Literaturwissenschaft gegen biographische Rekurse, ausnahmsweise sogar in den biographischen Kontext der Autorin gestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Darstellung der Ausgangslage und der Forschungsfrage bezüglich der Identitätskonstruktion weiblicher Migrantinnen in Amma Darkos Werken.
I) Biographischer und theoretischer Rahmen: Umriss der theoretischen Grundlagen basierend auf postkolonialer Theorie, insbesondere Hybridität und der "Third Space"-Konzeption nach Homi Bhabha.
II) Textanalytischer Teil : „Der verkaufte Traum“ und „Spinnweben“: Detaillierte Analyse der beiden Romane hinsichtlich Kulturverständnis, Identitätsmodellen und der spezifischen Migrationsrealität der Protagonistinnen.
Conclusion: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit postkolonialer Theoriemodelle auf die reale Lebenssituation afrikanischer Migrantinnen in Deutschland.
Schlüsselwörter
Amma Darko, interkulturelle Literatur, postkoloniale Theorie, kulturelle Hybridität, Identitätskonstruktion, Migration, Weiblichkeit, Ghana, Deutschland, Marginalisierung, Drittes Raum-Konzept, Selbstverortung, Diaspora, literarischer Kanon, Migrationstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Seminararbeit untersucht die interkulturelle Literatur der ghanaischen Autorin Amma Darko, wobei der Fokus auf der Identitätssuche und den Migrationserfahrungen von Frauen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen Fragen der Identität, der postkolonialen Verortung, der Marginalisierung von Migrantinnen sowie der Einfluss von Geschlechterrollen auf die Migrationserfahrung.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Es wird kritisch überprüft, inwieweit postkoloniale Konzepte wie die "Hybridität" oder der "Third Space" auf die dargestellte Lebensrealität afrikanischer Migrantinnen in Darkos Romanen anwendbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den theoretischen Rahmen der postkolonialen Theorie mit einer detaillierten Textanalyse der Romane verbindet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Romane "Der verkaufte Traum" und "Spinnweben" hinsichtlich ihrer inhaltlichen Darstellung von Kultur, Rollenzuweisungen und den Handlungsmöglichkeiten der weiblichen Protagonistinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Amma Darko, postkoloniale Theorie, Hybridität, Identität, Migration, Marginalisierung und Weiblichkeit.
Wie unterscheidet sich die Situation der Protagonistinnen Mara und Sefa?
Während Mara in "Der verkaufte Traum" eher passiv unterdrückende Strukturen erfährt, zeichnet sich Sefa in "Spinnweben" durch eine aktivere Suche nach Identität aus, auch wenn beide letztlich mit ähnlichen Hürden in Deutschland konfrontiert sind.
Welche Rolle spielt die "Hundeaffäre" in "Spinnweben"?
Sie dient als extremes Beispiel für die weibliche Erniedrigung in der ghanaischen Gesellschaft und verdeutlicht die gesellschaftlichen Auswirkungen von Diskriminierung und Vorurteilen auf Frauen.
- Quote paper
- Petra Leitmeir (Author), 2004, Amma Darko - Interkulturelle Literatur in Deutschland ?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26151