Amerikanische Fernsehserien sind schon seit über sechzig Jahren fester Bestandteil im Leben vieler Menschen weltweit. Ob Lessie, Fury, Gunsmoke, Bonanza, The Streets of San Francisco, CHiPs, Dallas, Magnum, P.I., Denver Clan, Baywatch, Buffy, The X-Files, Sex and the City, LOST, Greys Anatomy oder auch Chicago Fire. Jedes Jahrzehnt hat seine kleinen und großen Kultserien, die es auf individuelle Art verstehen, die Zuschauer zu unterhalten und in eine Welt voller Fantasie, Spannung, Romantik, Mysterien, Abenteuer und Dramatik zu entführen. Über den reinen Unterhaltungsfaktor hinaus sind Fernsehserien auch als „besondere kulturelle Foren anzusehen, in denen Werte und Normen über Jahre hinweg verhandelt werden können“. Somit können Fernsehserien auch als Sozialisationsinstanz betrachtet werden, die den Zuschauer mit einer ihm fremden Realität konfrontiert und ihn für die Möglichkeit von alternativen Lebensentwürfen sensibilisiert. Betrachtet man die Entwicklung von den fünfziger Jahren bis in die Gegenwart, bekommt man den Eindruck, dass die Produktion von Serienformaten von Jahrzehnt zu Jahrzehnt stark zugenommen hat. Gleichzeitig scheint die Komplexität der Serien auf der inhaltlichen Ebene stark anzusteigen. Die flächendeckende Verbreitung des World Wide Web in den 2000er Jahren hat seine Spuren in den Rezeptionsformen der Fernsehserien hinterlassen. Möglichkeiten zur Interaktion werden von den Zuschauern genutzt um über die Rezeption ihrer Lieblingsserie hinaus, Informationen zu sammeln und eigene Inhalte zu produzieren. Die Veränderungen der Rezeptionsbedingungen, die Interaktionen der Zuschauer und auch die Rückkopplung dieser Aktivitäten auf die Produktion von Fernsehserien sind Mittelpunkt der vorliegenden Auseinandersetzung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fernsehen und das Web 2.0
- Fernsehrezeption vor dem Durchbruch des Web 2.0
- Fernsehen im Zeitalter des Web 2.0
- Zuschauerinteraktionen im Zeitalter des Web 2.0.
Das Beispiel „Chicago Fire”
- Die Serie „Chicago Fire”
- Inhalte produzieren: Wikis, Fanfiction, Episodenführer und YouTube Videos zu „Chicago Fire”
- Interaktionen zwischen Zuschauer und Produzenten- Facebook und Twitter
- Ästhetische Folgen des Zuschauerengagements am Beispiel von LOST
- Abschließende Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Fernsehrezeption im Zeitalter des Web 2.0. Im Fokus stehen die Veränderungen in den Rezeptionsbedingungen und die Interaktionen der Zuschauer mit Fernsehserien. Zudem wird untersucht, wie sich das Engagement der Zuschauer auf die Produktion von Fernsehserien auswirkt.
- Die Auswirkungen des Web 2.0 auf die Fernsehrezeption
- Die Produktion von Inhalten durch Zuschauer
- Die Interaktion zwischen Zuschauern und Produzenten über Social Networks
- Die ästhetischen Folgen des Zuschauerengagements
- Die Demokratisierung von Inhalten durch das Web 2.0
Zusammenfassung der Kapitel
Das zweite Kapitel untersucht die Beziehung zwischen Fernsehen und dem Web 2.0, wobei die Rezeptionsbedingungen, die Suche nach Informationen zu Fernsehserien und die Möglichkeiten zur Archivierung des Materials vor und im Zeitalter des Web 2.0 betrachtet werden. Es wird erläutert, was unter einer „Demokratisierung der Inhalte“ zu verstehen ist und welche Bedeutung dem Zuschauer einer Fernsehserie zukommt.
Das dritte Kapitel analysiert das Beispiel der Serie „Chicago Fire“ und zeigt auf, wie Fans eigene Inhalte produzieren und im Internet anderen Nutzern zugänglich machen. Der dritte Teil des Kapitels betrachtet die Interaktion zwischen Zuschauern und Produzenten über soziale Netzwerke.
Das vierte Kapitel befasst sich mit den ästhetischen Folgen des Zuschauerengagements am Beispiel der Serie LOST, die bereits vor dem Durchbruch des Web 2.0 einen Meilenstein in der Beziehung zwischen Publikum und Serie setzte.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Fernsehrezeption, Web 2.0, Zuschauerinteraktion, Social Networks, Fanaktivitäten, Fernsehserienproduktion, Demokratisierung von Inhalten und intermedialer Vernetzung von Medieninhalten.
Häufig gestellte Fragen
Wie hat das Web 2.0 die Rezeption von Fernsehserien verändert?
Zuschauer konsumieren Serien nicht mehr nur passiv, sondern nutzen das Internet, um Informationen zu sammeln, sich in sozialen Netzwerken auszutauschen und eigene Inhalte zu produzieren.
Was versteht man unter der „Demokratisierung der Inhalte“?
Damit ist gemeint, dass Zuschauer durch Plattformen wie Wikis, YouTube und soziale Medien selbst zu Produzenten werden und aktiv Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung und Diskussion von Serien nehmen können.
Welche Rolle spielen soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter?
Sie ermöglichen eine direkte Rückkopplung und Interaktion zwischen Zuschauern und Produzenten, was oft Auswirkungen auf die weitere Produktion und Vermarktung der Serien hat.
Welche Fan-Aktivitäten werden am Beispiel „Chicago Fire“ analysiert?
Die Arbeit untersucht die Erstellung von Wikis, Fanfiction, Episodenführern und YouTube-Videos durch die Fangemeinde der Serie.
Warum wird die Serie „LOST“ als Meilenstein betrachtet?
LOST setzte bereits früh Maßstäbe in der komplexen Erzählweise und der aktiven Einbindung des Publikums in die Rätsel der Handlung, was ästhetische Folgen für das gesamte Genre hatte.
Können Fernsehserien als Sozialisationsinstanz dienen?
Ja, sie fungieren als kulturelle Foren, in denen gesellschaftliche Werte und Normen verhandelt werden und Zuschauer mit alternativen Lebensentwürfen konfrontiert werden.
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- Julia Schriewer (Author), 2013, Zuschauerinteraktionen im Zeitalter des Web 2.0, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262077