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Legalisierung des Dopings

Argumentation pro oder contra im Radsport

Title: Legalisierung des Dopings

Research Paper (undergraduate) , 2013 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Kohtz (Author)

Sport - Sport Economics, Sport Management
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Ob im Wintersport, in der Leichtathletik oder im Tennis, in nahezu jeder Sportart wurden bereits Sportler des Dopings überführt. Dennoch steht im Fokus der Öffentlichkeit meist der Radsport, der durch zahlreiche Fälle von Doping ungewollte Aufmerksamkeit erlangt hat. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln im Radsport so flächendeckend und systematisch geschehen ist. Exemplarisch für dieses Betrugssystem steht Lance Armstrong, der nach jahrelangem Leugnen erst im Januar 2013 den Dopingmissbrauch beim Gewinn aller seiner sieben Tour de France Titel gestand.
Erschütternd ist jedoch eher, dass Armstrong nur die Spitze des Eisbergs darstellt.

In der Zeitspanne von 1999 bis 2005, in der Armstrong seine sieben Tour de France Titel gewann, besteht nur bei einem der zehn Erstplatzierten der jeweiligen Jahre kein Dopingverdacht. Bei den restlichen Fahrern, die in diesem Zeitraum eine Platzierung unter den ersten Zehn erreichten, bestehen mindestens Verdachtsmomente. Noch gravierender erscheint die Statistik der Süddeutschen Zeitung bei einer Betrachtung der Fahrer, die hinter Armstrong auf das Podium fuhren. Alle Zweit- und Drittplatzierten der siebenjährigen Periode wurden des Dopings überführt, haben es gestanden oder standen auf den Listen der Dopingärzte Eufemiano Fuentes und Michele Ferrari. Allein deshalb erscheint die Maßnahme des Radsport-Weltverbandes UCI die sieben Titel nicht neu zu vergeben als durchaus sinnvoll.
Strittig ist also, ob das systematische Doping im Radsport sowohl vom Radsport-Weltverband als auch von der Politik gedeckt und unterstützt wurde und wird. Dies käme einer inoffiziellen Legalisierung des Dopings gleich. Julian Savulescu, Professor für angewandte Ethik am St. Cross College der Universität Oxford, vertritt jedenfalls in seinem Artikel ,Brenne, Armstrong, Brenne!‘ die Auffassung, dass das Doping vernünftig legalisiert werden sollte.
In den folgenden Ausführungen werde ich mich mit den polarisierenden Thesen Savulescus aus dem Artikel ,Brenne, Armstrong, Brenne!‘ auseinandersetzen bzw. diese diskutieren. Des Weiteren werde ich einen eigenen Lösungsvorschlag erarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Thesen Savulescus im Artikel ,Brenne, Armstrong, Brenne!‘

1.1 Armstrong als Sündenbock

1.2 Begnadigung von ehemaligen Doping-Sündern

1.3 Lockerung des Dopingverbotes

1.4 Widerlegung der Gründe für das Dopingverbot

1.4.1 Leistungssteigerung

1.4.2 Pervertierung der Natur des Sportes

1.4.3 Unsicherheit

2 Eigener Lösungsvorschlag

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Thesen des Ethik-Professors Julian Savulescu auseinander, der in seinem Artikel „Brenne, Armstrong, Brenne!“ für eine vernünftige Legalisierung von Doping im Sport plädiert. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob die Argumente für eine Lockerung der bestehenden Dopingregulierungen stichhaltig sind oder ob ein striktes Verbot weiterhin die ethisch und gesundheitlich vertretbarere Lösung darstellt.

  • Analyse und kritische Diskussion der Doping-Thesen von Julian Savulescu
  • Untersuchung der moralischen und gesundheitlichen Risiken durch Dopingmittel
  • Kritische Beleuchtung der Rolle des Radsport-Weltverbandes (UCI) im Fall Armstrong
  • Erarbeitung eines alternativen Lösungsvorschlags zur effektiven Dopingbekämpfung

Auszug aus dem Buch

1.4.1 Leistungssteigerung:

Laut Savulescu kann das Argument der leistungssteigernden Wirkung der Mittel direkt zurückgewiesen werden. „Der moderne athletische Sport ist allein darauf fixiert, neue Wege zu finden, um alte Rekorde zu brechen, und die meisten der effektiven Methoden sind legal.“ Als Beispiel für die effektiven legalen Methoden nennt er die Hypoxie-Zelte.

Kritisch zu hinterfragen ist bei dieser Aussage bereits, ob der Einsatz von Doping denn überhaupt notwendig ist, wenn bereits die meisten effektiven Methoden zur Leistungssteigerung legal sind. Abgesehen davon ist der Vergleich zwischen Hypoxietraining und Doping weit hergeholt. Während sich der Körper beim Höhentraining bzw. bei der Simulation eben jenes durch die Hypoxie-Zelte selbstständig und durch körpereigene Hormone an die veränderten Außenbedingungen anpasst, wird der Hormonhaushalt beim Doping durch körperfremde bzw. synthetisch hergestellte Substanzen verändert. Unklar ist außerdem, was Savulescu unter den meisten effektiven Methoden versteht. Er könnte hiermit Methoden wie die Kryotherapie oder das Elektro-Muskel-Stimulationstraining meinen. Die Wirkung der Methoden ist aber vergleichsweise gering. Die Kryotherapie zum Beispiel bewirkt bei Leistungssportlern einen leistungssteigernden Effekt, der unter einem Prozent liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Dopings im Radsport ein, beleuchtet den Fall Lance Armstrong als systematisches Betrugsmodell und hinterfragt die Rolle der UCI bei der Aufklärung.

1 Thesen Savulescus im Artikel ,Brenne, Armstrong, Brenne!‘: Der Autor setzt sich mit den provokanten Argumenten Savulescus für eine Legalisierung auseinander und hinterfragt die ethische Basis dieser Positionen.

1.1 Armstrong als Sündenbock: Hier wird untersucht, ob Armstrong als Einzeltäter bestraft wurde oder als Exempel diente, um systemische Fehler im Verband zu überdecken.

1.2 Begnadigung von ehemaligen Doping-Sündern: Die Forderung nach einer Amnestie für Doper wird analysiert, wobei der Fokus auf der Wirksamkeit aktueller Nachweisverfahren und der Abschreckung liegt.

1.3 Lockerung des Dopingverbotes: Dieses Kapitel prüft Savulescus Vorschlag, Doping bis zu einem Hämatokrit-Level von 50 Prozent zu erlauben, und bewertet die gesundheitlichen Gefahren.

1.4 Widerlegung der Gründe für das Dopingverbot: Hier werden die klassischen Verbotsgründe wie Leistungssteigerung, Natur des Sports und Unsicherheit gegen die Argumente der Befürworter abgewogen.

1.4.1 Leistungssteigerung: Kritische Auseinandersetzung mit der These, dass legale Methoden bereits heute Doping überflüssig machen oder gleichwertig seien.

1.4.2 Pervertierung der Natur des Sportes: Diskussion darüber, ob Doping den Kern verschiedener Sportarten grundlegend entwertet oder lediglich beschleunigt.

1.4.3 Unsicherheit: Bewertung der These, dass eine kontrollierte Abgabe von Dopingmitteln durch Mediziner das Gesundheitsrisiko für Athleten senken könnte.

2 Eigener Lösungsvorschlag: Die Arbeit schließt mit einem Reformkonzept ab, das unabhängige Kontrollen, striktere Strafmaße und längere Verjährungsfristen fordert.

Schlüsselwörter

Doping, Radsport, Lance Armstrong, UCI, Ethik, Leistungssteigerung, Hämatokritwert, Dopingkontrolle, Wada-Code, Sportbetrug, Gesundheitsschutz, Antidoping, Sperre, Biologischer Pass, Julian Savulescu

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der aktuellen Diskussion um die Legalisierung von Doping, ausgelöst durch den Artikel des Ethikers Julian Savulescu im Kontext des Armstrong-Skandals.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die ethische Vertretbarkeit von Doping, die Wirksamkeit aktueller Anti-Doping-Regularien, gesundheitliche Folgen synthetischer Substanzen und die Rolle von Sportverbänden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu prüfen, ob die Argumente für eine "vernünftige Legalisierung" von Doping stichhaltig sind oder ob ein striktes Verbot zum Schutz der Sportler und der Integrität des Sports alternativlos bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die diskursive Auseinandersetzung mit theoretischen Thesen aus der Ethik und verknüpft diese mit einer Analyse von sportpolitischen Fakten und aktuellen Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Diskussion der Thesen von Savulescu zu Themen wie "Sündenbock-Rolle", "Begnadigung", "Hämatokritgrenzen" und die Widerlegung der klassischen Verbotsgründe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Doping, Radsport, Ethik, Leistungssteigerung, UCI, Gesundheitsschutz und Anti-Doping-Politik.

Warum hält der Autor die Legalisierung von Doping für absurd?

Der Autor argumentiert, dass Doping die menschliche Natur künstlich manipuliert, massive Gesundheitsrisiken birgt und dass eine Legalisierung lediglich zu einem neuen Wettrüsten um Grenzwerte führen würde.

Welchen konkreten Lösungsvorschlag bietet die Arbeit an?

Die Arbeit schlägt vor, die Zuständigkeit für Dopingkontrollen von der korruptionsanfälligen UCI auf unabhängige nationale Behörden zu übertragen, Strafen zu vereinheitlichen und Verjährungsfristen zu verlängern.

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Details

Title
Legalisierung des Dopings
Subtitle
Argumentation pro oder contra im Radsport
College
University of Applied Management  (Sportmanagement)
Course
Fallstudienseminar: Management von Berufssportlern
Grade
2,0
Author
Benjamin Kohtz (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V262154
ISBN (eBook)
9783656508502
ISBN (Book)
9783656508793
Language
German
Tags
Doping Armstrong Legalisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Kohtz (Author), 2013, Legalisierung des Dopings, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262154
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