Bilanzierung der Filmrechte


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

14 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Abkürzungen

1 Einleitung

2 Verwertungskette

3 Problematik der Bilanzierung und Bewertung

4 Bilanzierung nach dem HGB
4.1 Ansatzbewertung
4.2 Folgebewertung

5 Bilanzierung nach dem IFRS
5.1 Ansatzbewertung
5.2 Folgebewertung

6 Vergleich zwischen nationalen und internationalen Bilanzierungsregeln

7 Fazit / Ausblick

8 Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1: Traditionelles Verwertungsfenster

Abb. 2: Zuordnung des materiellen Vermögens nach HGB

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Filmbranche gehört zu den am schnellsten wachsenden weltweit.1 Die rasante technologische Entwicklung bringt innovative Erlebnisse den Zuschauern und hohe Umsatzzahlen den Produzenten und Vertreibern. Die drei erfolgreichsten und bekann- testen Filmstudios in den USA erreichten einen Umsatz von insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar mit Kinospielfilmen. Die deutsche Filmwirtschaft zählte im Jahre 2006 rund 8730 Unternehmen und einen Rekordumsatz im Jahre 2009 in Höhe von 980 Millionen Euro.2 Die Unterhaltungs- und Medienbranche stellt Filme für Kino, Fern- seher und Internet her und vertreibt diese entlang der Wertschöpfungskette.

Mit den Filmrechten hat sich ein intensiver Handel ergeben, welcher dazu führte, dass in den letzten zwei Jahrzehnten die Anzahl der Sendekanäle expandierte. Zudem kommen neue Vertriebskanäle wie das Internet hinzu, die zugleich ein Fluch und ein Segen für die Filmindustrie sind. Die Filmpiraterie erschwert eine Einschätzung zu- künftiger Umsatzeinnahmen und zwingt die Filmbranche die Verwertungszeiten zu verkürzen.3 In der Rechnungslegung sind die Ertragserwartungen eine wichtige Größe, um den Wert des immateriellen Vermögens festzustellen. Durch die zunehmende In- ternationalisierung der Märkte wird eine einheitliche und transparente Bilanzierungs- norm verlangt. Die externe Rechnungslegung in der Film- und Medienbranche ist noch sehr umstritten, weil Ansatz- und Bewertungsunterschiede zwischen nationalen und internationalen Bilanziervorschriften vorhanden sind.

Ziel dieser Ausarbeitung ist, die bilanzielle Behandlung der Filmrechte nach dem deut- schen Handelsrecht und den internationalen Regelungen darzustellen. Dabei wird zu- nächst der typische Verwertungsprozess grafisch dargestellt und erläutert. Nach einer Kategorisierung des Filmrechts als immaterielles Wirtschaftsgut folgt eine Aufstellung der Problematik, die sich bei der Bilanzaufstellung ergibt. Im nächsten Kapitel soll die Ansatz- und Folgebewertung der Filmrechte nach dem deutschen Handelsrecht, mithil- fe einer Darstellung erläutert werden. Die Bilanzierung des Filmrechts nach den inter- nationalen Vorschriften erfolgt im nachfolgenden Kapitel. Danach werden die wesent- lichen Unterschiede zwischen den vorgestellten Bilanzierregeln aufgezeigt. Zum Schluss wird eine kritische Stellungnahme genommen und mögliche zukünftige An- sätze der Verwendung von Bilanzierregeln an Filmrechten in Aussicht gestellt.

2 Verwertungskette

Der ökonomische Erfolg eines Films hängt von vielen Faktoren ab. Schon bei der Entstehung ist der Kostenfaktor ein wichtiges Kriterium, nicht nur aus bilanzieller Sicht. Entscheidende Eigenschaften können die Höhe der Kosten aber auch den Erfolg beeinflussen, z. B. mit der Auswahl des Genres, der Besetzung vor und hinter der Ka- mera, die Altersfreigabe des Films, späteren Kritiken und den Auszeichnungen.4 Nach der Produktion des Films durchläuft dieser eine klassische Verwertungskette. Klas- sisch ist dieses Modell deshalb, weil Abweichungen vom typischen Verlauf und den damit üblichen Zeitfenstern bei einer Vielzahl der Filme gegeben ist. Da sich diese Ausarbeitung auf Bilanzierung der Filmrechte fokussiert, wird zuerst der typische Verwertungsverlauf eines Films dargestellt. In Anlehnung darauf wird die Distribution der Filmrechte und Lizenzen behandelt, welche dann erlauben den Film für kommer- zielle Zwecke zu nutzen und auszustrahlen.5

Die Verwertung von Filmrechten gibt es in möglichen Formen als Urheber-, Leis- tungs-, Nutzungsrecht und Lizenzen. Der Handel mit den Filmrechten durchläuft meh- rere Instanzen. Der Produzent stellt in Eigen- oder Fremdproduktion den Film her. Der Verleiher bekommt eine Lizenz, die ihm eine Erstverwertung als Präsentation im Ki- no- oder Videovertrieb erlaubt. Auch Händler bekommen eine Lizenz vom Produzen- ten zur Nutzung des Films über einen Zeitraum von 10 bis 12 Jahre. TV-Sender bezie- hen Lizenzen entweder direkt über den Produzenten oder Händler mit einer Nutzungsdauer von 2 bis 3 Jahren und einer begrenzten Ausstrahlungsanzahl.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Traditionelles Verwertungsfenster

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Küting, K., Bilanzierung und Bilanzanalyse am Neuen Markt, Schäffer-Poeschel Verlag, 2001, S.11.

In den meisten Fällen beginnt die Erstauswertung eines Films im Kino. Zwischen der Kinoausstrahlung und dem DVD-Verleih bzw. Home Entertainment gibt es eine Sperrfrist von fünf Monaten, die jedoch aufgrund von Filmpiraterie entweder verkürzt oder ganz abgeschafft werden soll.7 Die Zeitfenster der einzelnen Stufen werden auch Windows genannt, die für einen gewissen Rahmen geöffnet sind, um die Filmumsätze auf jeder Stufe einzeln auszuwerten.

Für die Kinoauswertung ist ein Zeitraum von sechs Monaten üblich. Exklusivrechte bieten den Kauf der Film-DVD vor der Möglichkeit den Film auszuleihen. Dadurch lassen sich mehr Umsätze erwirtschaften, da der Kauf wesentlich kostspieliger ist für die Endnutzer. Nach der Sperrfrist wird der Film über Pay-per-View (PPV) angeboten. Die Auswertung hier ist einfach. Der Kunde kann über das PPV-Angebot den Film zu seiner Wunschzeit anschauen. Zu diesem Bereich gehören auch Online-Videotheken (Video-on-Demand), wobei der Film 24 Stunden lang beliebig oft angeschaut werden kann. Danach erfolgt die Ausstrahlung im Pay-TV. Der Unterschied von Pay-TV zu PPV ist der Ausstrahlungszeitpunkt des Films und der Festbetrag des ganzen Pro- grammpakets. Nach einer Sperrfrist erfolgt die Ausstrahlung im Free-TV, wobei der Zuschauer keinen direkten Betrag für den Film zahlt, außer Rundfunk- und Kabelan- schlussgebühren. Zwischen der Kinopremiere und Pay-TV liegen üblicherweise 12 Monate und zwischen der Erstvorstellung und Free-TV werden 2 Jahre Sperrfrist ein- gehalten. Ein weiter Erlöszweig findet sich in der Nachverwertung wieder. Übers In- ternet erschließt sich eine weitere Einnahmequelle der Filmrechte. Ab der Filmpremie- re findet zeitgleich zu den einzelnen Verwertungsstufen eine Auswertung von Mer- chandising und Nebenrechten statt.

Im Hinblick auf die Bilanz ist zu sagen, dass einzelne Abschnitte der Verwertung wichtig für die Beurteilung der Abschreibungen und Umsatzrealisierungen sind. Der Ablauf findet nicht immer in derselben Reihenfolge statt, weil einzelne Stufen über- sprungen werden können und der Wertschöpfungsprozess an späterer Position beginnt. Ein Wiederholungsdurchlauf der gesamten Wertschöpfungskette oder einzelner Ab- schnitte ist genauso denkbar.8

3 Problematik der Bilanzierung und Bewertung

Um die allgemein anerkannten Bilanzierregeln anzuwenden, muss erst eine Katego- risierung des Filmrechts erfolgen. Da es sich hierbei um einen nicht fassbaren Vermö- genswert handelt, ist dieser nicht materiell. Darüber hinaus sind durch den Verkauf der Rechte sowohl positive als auch negative Ertragseinkünfte zu erwarten.9.

[...]


1 Vgl. Küting, K., Zwirner, C., Bilanzierung und Bewertung bei Film- und Medienunternehmen des Neuen Marktes - Bestandsaufnahme zwischen Theorie und Empirie, Studie 01/2001 des IPW, Universität des Saarlandes, S. 7.

2 Vgl. Link 1.

3 Vgl. Link 2.

4 Vgl. Hennig-Thurau, T., There's no business like movie business - Überlegungen zu den Erfolgsfaktoren von Spielfilmen im Wirtz, B. Handbuch Medienmanagement, Wiesbaden: Gabler, 2004, S. 392.

5 Vgl Homann, H. Praxishandbuch Filmrecht - Ein Leitfaden für Film-, Fernseh-, und Medienschaffende, 3. Auflage, Springer Verlag, 2009 S. 299 ff.

6 Vgl. Link 3.

7 Vgl. Bhatia, K., Gay, R., Honey, R., Windows into the Future - How lessons from Hollywood will shape the music industry, Journal of interactive Marketing, Volume 17, Number 2, 2003, S. 74.

8 Vgl. Brösel, G., Keuper, F., Medienmanagement - Aufgaben und Lösungen, Oldenbourg Verlag, 2003, S. 266 ff.

9 Vgl. Küting, K., Zwirner, C., Die Bewertung von Lizenzen und Filmrechten, UM Bewertungspraxis Magazin, 6. Ausgabe, 2004, S. 223.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Bilanzierung der Filmrechte
Hochschule
Universität Hamburg  (HWP)
Veranstaltung
Fragen der Rechnungslegung
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V262166
ISBN (eBook)
9783656506317
ISBN (Buch)
9783656507819
Dateigröße
765 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilanz, Bilanzen, Film, Filmrecht, Rechnungslegung
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Anna Ponomarenko (Autor), 2013, Bilanzierung der Filmrechte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262166

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