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Nahrung, Macht, Terror. Überlegungen zum Kannibalenhymnus

Titre: Nahrung, Macht, Terror. Überlegungen zum Kannibalenhymnus

Essai Scientifique , 2007 , 11 Pages

Autor:in: M.A. Sabine Neureiter (Auteur)

Egyptologie
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In einer Kultur, in der die Unversehrtheit des Körpers als zentraler Punkt des Jenseitsglaubens die Grundvoraussetzung für ein Leben nach dem Tod darstellte, war Kannibalismus ein Ausdruck äußerster Gewalt gegen einen Menschen. Der König als Herr über Leben und Tod seiner Untertanen war die personifizierte Gewalt. Er war ein Gott. Und im Tod war er mächtiger als alle anderen Götter. Der „Hymnus“ ist als eine einzige Bedrohung aufzufassen – für alle Jenseitigen, die es wagen sollten, sich ihm in den Weg zu stellen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der „Kannibalenhymnus“

Einige Interpretationen des „Kannibalenhymnus“

Was ist Kannibalismus?

Nahrung, Macht, Terror

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht den altägyptischen „Kannibalenhymnus“ unter dem Aspekt der Machtausübung durch Gewalt. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob und inwiefern der Kannibalismus als Metapher und Strategie zur Etablierung einer Aura von „Macht durch Gewalt“ sowohl im irdischen als auch im jenseitigen Kontext des Gottkönigtums diente.

  • Analyse des Kannibalenhymnus als Instrument der Machtdemonstration
  • Kritische Auseinandersetzung mit der historischen Realität von Kannibalismus im Alten Ägypten
  • Vergleich zwischen antiken Machtstrukturen und modernen „Warlord“-Systemen
  • Untersuchung von Gewalt als integralem Bestandteil ägyptischer Jenseitsvorstellungen
  • Interdisziplinäre Betrachtung durch soziologische und ethnologische Ansätze

Auszug aus dem Buch

Der „Kannibalenhymnus“

Verhüllt ist der Himmel, die Sterne fahren durcheinander. Es beben die Boten der Welt, die Knochen des Erdgottes zittern. Doch jede Bewegung erstarrt, wenn Unas erblickt wird, der beseelt ist als ein Gott, der von seinen Vätern lebt, von seinen Müttern sich nährt. Dies ist Unas, dem Wissen eignet, dessen Namen (selbst) seine Mutter nicht kannte. Die Herrlichkeit des Unas ist im Himmel, und seine Macht erfüllt den Horizont wie die seines Vaters Atum, der ihn geformt hat – doch hat er ihn so geformt, daß er mächtiger ist als er. Die Ka-Kraft des Unas ist um ihn, Erhabenheit ist zu seinen Füßen. Seine Kronen sind auf seinem Haupt, seine Uräusschlangen an seinem Scheitel. Das Schlangendiadem sitzt an seiner Stirn, mit durchbohrendem Blick und leuchtender Flamme. Die Macht(zeichen) des Unas sind am rechten Platz. Dies ist Unas, der ‚Stier’ des Himmels, Ungeduld im Herzen, der vom Wesen aller Götter lebt, indem er ihre Eingeweide aufißt, wenn sie zaubererfüllt aus der ‚Flammeninsel’ kommen. Dies ist Unas, wohlversehen, der seine Zaubermacht zusammengefaßt hat. Unas ist erschienen als jener ‚Große’, der (viele) Gehilfen hat.

Er thront zur Seite des Geb. Denn Unas ist es, der Recht spricht, gemeinsam mit dem, dessen Namen verborgen ist, an jenem Tag, an dem die Ältesten erschlagen werden. Dies ist Unas, der über Opferspeisen verfügt, der den Meßstrick knotet, der selbst für seine Speisen sorgt. Dies ist Unas, der Menschen frißt und von Göttern lebt, der Boten hat, die (seine) Aufträge durchführen. Der ‚Scheitelpacker’ in den Oasen (?) ist es, der sie mit dem Lasso für Unas fängt. Die hochgereckte Schlange ist es, die sie bewacht und sie von ihm fernhält. ‚Der über seine Röte’ ist es, der sie ihm bindet. Chons ist es, der die ‚Herren’ niedermetzelt und für Unas schächtet, der ihm herausnimmt, was in ihrem Leib ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der auf Gewalt basierenden Macht und die Einbettung des Kannibalenhymnus in den historischen Kontext des Gottkönigtums.

Der „Kannibalenhymnus“: Präsentation des Quellentextes (PT 273/274) in seiner vollen Länge als Basis für die weitere wissenschaftliche Analyse.

Einige Interpretationen des „Kannibalenhymnus“: Zusammenstellung und kritische Diskussion verschiedener Forschungsmeinungen, von der Realistik der Darstellung bis zur rituellen Einbindung in das Auferstehungsritual.

Was ist Kannibalismus?: Definition und Differenzierung zwischen profanem und sakralem/magischem Kannibalismus in einem ethnologischen Kontext.

Nahrung, Macht, Terror: Vergleichende Analyse der Machtstrukturen unter Heranziehung moderner ethnologischer Erkenntnisse über „Warlords“ und das Zusammenspiel von Gewalt, Terror und Symbolsprache.

Schluss: Zusammenfassendes Fazit über die Funktion des Kannibalenhymnus als Strategie der Machtdemonstration über den Tod hinaus.

Schlüsselwörter

Kannibalenhymnus, Altägypten, Gottkönig, Machtausübung, Gewaltstrategie, Pyramidentexte, Jenseitsvorstellung, Anthropophagie, Warlords, Sakraler Kannibalismus, Kultische Gewalt, Machtsymbolik, Soziale Konnektivität, Unas, Machtanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den „Kannibalenhymnus“ aus den altägyptischen Pyramidentexten, um zu verstehen, wie Gewalt als Mittel der Machtdemonstration genutzt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Kernbereichen gehören das ägyptische Herrscherideal, die Funktion von Gewalt in rituellen Texten sowie der ethnologische Vergleich von Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die drastische Schilderung des Kannibalismus als bewusste „Strategie der Angst“ diente, um die Position des Königs zu festigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der ägyptologische Quellenkritik mit ethnologischen und soziologischen Theorien über Herrschaftsformen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Interpretation der Hymne, der Definition des Kannibalismus-Begriffs und dem Vergleich mit modernen Kriegsherren-Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kannibalenhymnus, Machtsymbolik, Gewaltstrategie und Jenseitsvorstellungen geprägt.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen historischem Kannibalismus und der literarischen Darstellung?

Sie betont, dass es keine archäologischen Belege für Kannibalismus im Alten Ägypten gibt und der Text als Selbstbeschreibung des Königs zur Einschüchterung fungierte.

Welche Rolle spielen „Warlords“ in diesem ägyptologischen Kontext?

Der Vergleich dient dazu, Parallelen in der politischen Organisation und der „Kultur des Terrors“ aufzuzeigen, um Machtmechanismen in antiken, instabilen Reichen besser zu verstehen.

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Résumé des informations

Titre
Nahrung, Macht, Terror. Überlegungen zum Kannibalenhymnus
Auteur
M.A. Sabine Neureiter (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
11
N° de catalogue
V262201
ISBN (ebook)
9783656505112
ISBN (Livre)
9783656505730
Langue
allemand
mots-clé
Ägyptologie Ägypten Kannibalenhymnus Pyramidentexte Unas Kannibalismus Warlords Gewalt Jenseits Jenseitsbeschreibungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
M.A. Sabine Neureiter (Auteur), 2007, Nahrung, Macht, Terror. Überlegungen zum Kannibalenhymnus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262201
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Extrait de  11  pages
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