Die Darstellung der beiden großen Sphären Öffentlichkeit und Privatheit, in denen hauptsächlich das soziale Leben der Menschen abläuft, hat in der Forschung einen großen Stellenwert eingenommen. Mit diesen raumbezogenen Kategorien kann auf eindringliche Weise das Verhalten von Menschen gedeutet und interpretiert aber auch städtische Vergesellschaftung beschrieben werden. In der Geographie haben sich Öffentlichkeit und Privatheit als Raumbeschreibungen herausgebildet, in denen menschliches Handeln in gewissen vorgefertigten, fast reglementierten Bahnen abläuft. Auch die Rollentheorie nach Erving Goffman, ein bekannter amerikanischer Soziologe, hat als Erklärungs- und Beschreibungsmuster der Selbstdarstellung in öffentlichen Sphären Einzug in die Geographie gefunden. Goffmann bringt die soziale Welt auf eine Theaterbühne mit Darstellern, Publikum und Kulissen um nachzuweisen, daß die Selbstdarstellung des Einzelnen nach bestimmten Regeln und unter vorgegebenen Kontrollen ein notwendiges Element des menschlichen Lebens ist. Um die Verknüpfungen zwischen Öffentlichkeit, Privatheit und Rollentheorie mehr zu verdeutlichen, möchte ich einleitend diese an zwei Beispielen darstellen.
Inhaltsverzeichnis
- Öffentlichkeit und Privatheit als raumbezogene Kategorien zur Beschreibung menschlichen Verhaltens und sozialen Lebens
- Öffentlichkeit und Privatheit
- Die Entwicklung der beiden Sphären von der Antike bis in die Gegenwart
- Ausdruck von Öffentlichkeit und Privatheit in der modernen Gesellschaft
- Wechselbeziehungen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit
- Rollentheorie nach Erving Goffman
- Schlußbemerkungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den raumbezogenen Kategorien Öffentlichkeit und Privatheit und ihren Auswirkungen auf menschliches Verhalten und soziales Leben. Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung dieser beiden Sphären sowie ihre Bedeutung in der modernen Gesellschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse der Wechselbeziehungen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit sowie der Anwendung der Rollentheorie nach Erving Goffman auf die soziale Interaktion in öffentlichen Sphären.
- Entwicklung von Öffentlichkeit und Privatheit von der Antike bis zur Gegenwart
- Ausdruck von Öffentlichkeit und Privatheit in der modernen Gesellschaft
- Wechselbeziehungen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit
- Anwendung der Rollentheorie nach Erving Goffman auf die soziale Interaktion
- Bedeutung der beiden Kategorien für die Beschreibung menschlichen Verhaltens und sozialen Lebens
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Sphären Öffentlichkeit und Privatheit, beginnend mit der Antike und ihren gesellschaftlichen Normen. Der Fokus liegt auf der Ausdifferenzierung der Sphären im Laufe der Zeit und der Entstehung einer bürgerlichen Öffentlichkeit in der Moderne. Das Kapitel untersucht die unterschiedlichen Ausdrucksformen von Öffentlichkeit und Privatheit in der heutigen Gesellschaft und die komplexen Wechselbeziehungen zwischen diesen beiden Sphären. Im zweiten Kapitel werden die Kernaussagen der Rollentheorie nach Erving Goffman vorgestellt und erläutert. Dabei wird gezeigt, wie diese Theorie die soziale Interaktion in öffentlichen Sphären als ein Bühnenstück begreift, in dem Individuen ihre Rollen spielen und sich entsprechend verhalten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen Öffentlichkeit, Privatheit, Raum, Verhalten, soziales Leben, Rollentheorie, Goffman, Antike, Moderne, bürgerliche Gesellschaft, soziale Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Wie definiert die Geographie Öffentlichkeit und Privatheit?
In der Geographie werden diese als raumbezogene Kategorien verstanden, in denen menschliches Handeln in reglementierten Bahnen abläuft.
Was besagt die Rollentheorie von Erving Goffman?
Goffman vergleicht die soziale Welt mit einer Theaterbühne, auf der Individuen Rollen spielen, um sich vor einem Publikum nach bestimmten Regeln darzustellen.
Wie haben sich diese Sphären seit der Antike entwickelt?
Von einer klaren Trennung in der Antike entwickelten sie sich über die Entstehung der bürgerlichen Öffentlichkeit in der Moderne zu den komplexen Wechselbeziehungen der heutigen Zeit.
Welche Rolle spielt die Kontrolle in der öffentlichen Sphäre?
Die Selbstdarstellung des Einzelnen unterliegt in der Öffentlichkeit sozialen Kontrollen, die ein notwendiges Element für das Funktionieren menschlichen Zusammenlebens sind.
Was ist städtische Vergesellschaftung?
Es beschreibt den Prozess, wie Menschen im urbanen Raum durch Interaktionen in öffentlichen und privaten Räumen soziale Strukturen und Gemeinschaften bilden.
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- Thomas Wittmann (Author), 2002, Öffentlichkeit und Privatheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26229