Diese Arbeit analysiert die Nueva Trova von Pablo Milánes "YSo pisaré las calles nuevamente" und die Nueva Canción Chilena "A Cuba" von Victor Jara um diese anschließend in Beziehung zu setzen. Hauptsächlich wird sich auf den Inhalt der revolutionären Lieder bezogen,historische Aspekte werden zum Hintergrundverständnis erwähnt.
Gliederung
1) „Yo pisaré las calles nuevamente“ von Pablo Milanés
1.1) Analyse
1.2) Interpretation
2) „A Cuba“ von Víctor Jara
2.1) Analyse
2.2) Interpretation
3) Vergleich
4) Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die Lieder „Yo pisaré las calles nuevamente“ von Pablo Milanés und „A Cuba“ von Víctor Jara im Hinblick auf ihre politischen Inhalte sowie ihren jeweiligen außerliterarischen Kontext zu untersuchen und miteinander zu vergleichen.
- Analyse und Interpretation der politischen Lyrik der Nueva Trova und Nueva Canción Chilena
- Untersuchung der historischen Kontexte (Chilenischer Staatsstreich 1973 und politische Situation 1969)
- Formale Analyse der Lieder (Strophenstruktur, Metrik, rhetorische Mittel)
- Vergleichende Analyse der Identifikation des lyrischen Ichs und des Zielpublikums
- Untersuchung der emotionalen und politischen Verbindung zwischen Chile und Kuba
Auszug aus dem Buch
1.1) Analyse
Das zur Nueva Trova gehörende Lied „Yo pisaré las calles nuevamente“ besteht aus sechs Strophen, die erste und die letzte Strophe sind identisch und bilden den Refrain. In diesen Strophen ist in Bezug auf die Silbenzahl ein Wechsel von endecasílabos und dodecasílabos zu finden. Die anderen Strophen setzen sich aus je vier Versen zusammen. Diese sind endecasílabos und assonieren im umarmenden Reim. Die dritte Strophe fällt aus diesem Schema heraus.
„Yo unido al que hizo mucho y poco al que quiere la patria liberada dispararé las primeras balas más temprano que tarde, son reposo” (V.9ff).
Zwar assoniert sie, wie die anderen Strophen im umarmenden Reim, die Verse sind jedoch in ihrer Silbenzahl unregelmäßig. So handelt es sich hier um einen decasílabo im Wechsel mit einem endecasílabo. Zudem fällt auf, dass die ersten drei Verse, sowie auch der letzte mit yo beginnen. In Bezug auf die ersten drei Verse ist hier also eine Anapher zu finden.
„Yo pisaré las calles nuevamente […] Yo vendré del desierto calcinante […] Yo unido al que hizo mucho y poco” (V.1/5/9).
In Vers sieben findet sich ein Enjambement, da dieser ohne die Informationen aus dem achten Vers nicht verständlich wäre. Mit „mucho y poco“ (V.9) findet sich eine Umschreibung. Was er viel und wenig macht, bezieht sich auf alles, was er gemacht hat, denn entweder macht man etwas viel (oft) oder wenig (selten) oder eben gar nicht. In Vers dreizehn finden wir eine Personifikation der Bücher und Lieder, da diese nicht zurückkehren können. Das Verb Zurückkehren impliziert eine Eigenbewegung, dadurch wird deutlich, dass es sich um eine Eigenschaft von lebendigen Wesen handelt, die unbelebten Dingen nicht zu eigen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1) „Yo pisaré las calles nuevamente“ von Pablo Milanés: Eine detaillierte Analyse der formalen Struktur und eine anschließende Interpretation, die das Lied in den Kontext des chilenischen Staatsstreichs 1973 einbettet.
1.1) Analyse: Untersuchung der metrischen Besonderheiten, Reimschemata sowie rhetorischer Mittel wie Anaphern und Personifikationen innerhalb des Liedtextes.
1.2) Interpretation: Einordnung der politischen Symbolik, der Rolle des lyrischen Ichs und die Deutung der chilenischen Situation unter der Pinochet-Diktatur.
2) „A Cuba“ von Víctor Jara: Untersuchung der formalen Struktur und Interpretation des Liedes im Kontext der chilenischen politischen Landschaft um 1969.
2.1) Analyse: Formale Betrachtung der Strophenstruktur, der Silbenanzahl sowie des Einsatzes von Enjambements und Anaphern innerhalb der Nueva Canción.
2.2) Interpretation: Analyse der politischen Referenzen auf Kuba und die Identifikation des lyrischen Ichs mit dem chilenischen Volk im Vorfeld der Wahlen.
3) Vergleich: Gegenüberstellung der beiden Lieder hinsichtlich ihrer politischen Stoßrichtung, der Identitätsstiftung und ihrer formalen Gestaltung.
4) Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der politischen Natur beider Lieder und Feststellung der unterschiedlichen Ansätze bezüglich eines Aufrufs zum politischen Wandel.
Schlüsselwörter
Chile, Kuba, Pablo Milanés, Víctor Jara, Nueva Trova, Nueva Canción, Staatsstreich 1973, politische Lyrik, Salvador Allende, Augusto Pinochet, Revolution, politischer Widerstand, Identität, Vergleich, lateinamerikanische Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert und vergleicht zwei lateinamerikanische Lieder, „Yo pisaré las calles nuevamente“ von Pablo Milanés und „A Cuba“ von Víctor Jara, hinsichtlich ihrer politischen Inhalte und historischen Kontexte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die politische Lyrik der Nueva Trova und Nueva Canción Chilena, der historische Kontext des chilenischen Staatsstreichs und die literarische Auseinandersetzung mit Revolution und gesellschaftlichem Wandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die beiden Liedermacher durch ihre Texte auf die jeweilige politische Situation in Chile reagieren und welche rhetorischen sowie inhaltlichen Mittel sie dabei verwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die formale Aspekte (Metrik, Reim, rhetorische Mittel) mit einer interpretativen Einordnung in den historischen und politischen Kontext verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse und Interpretation der beiden Lieder sowie einen abschließenden Vergleich ihrer formalen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie politische Lyrik, Chile, Kuba, Nueva Canción, revolutionäres Potenzial und Identitätsstiftung charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Identifikation des lyrischen Ichs in den beiden Liedern?
Bei Jara ist das lyrische Ich klar mit dem Autor identifizierbar und richtet sich direkt an das chilenische Volk, während das lyrische Ich bei Milanés weniger klar eingrenzbar ist und eine allgemeinere, zukunftsorientierte Perspektive einnimmt.
Warum spielt der Bezug auf Kuba in Víctor Jaras Lied eine so große Rolle?
Der Bezug auf Kuba dient für Jara als Beispiel für eine erfolgreiche Revolution und Unabhängigkeit, um die Notwendigkeit des politischen Wandels in Chile zu verdeutlichen, auch wenn er betont, dass der Weg für Chile ein eigener sein muss.
- Citation du texte
- Janike Kyritz (Auteur), 2013, Analyse Nueva Trova und Nueva Canción Chilena, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262409