Die Nutzung von digitalen Medien wie Computer und Internet hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgeweitet. Beide sind dabei wichtiger Bestandteil im Alltag Jugendlicher geworden. Computer und Internet werden von Jugendlichen z.B. zur Informationsbeschaffung, Kommunikation und Unterhaltung genutzt.
Diese Entwicklung wird kontrovers diskutiert. Einerseits wird der frühe Umgang mit Internet und Computer begrüßt und gefördert, andererseits wird über vielfältige Gefahren durch ihre Nutzung debattiert.
So werden Medieninhalte für die scheinbar zunehmende Gewaltbereitschaft von Jugendlichen verantwortlich gemacht oder die in den Medien angebotenen Identifikationsmuster und ihre schablonenhaften Erklärungen sozialer Dynamik als eine Ursache für die immer früher einsetzende Pubertät angesehen (vgl. Baacke 2003, S. 46).
Festhalten lässt sich, dass Medien Einfluss bei der Entwicklung von Jugendlichen nehmen.
Jugendliche nutzen die Inhalte von Computer und Internet unter anderem, um anstehende Entwicklungsaufgaben zu bewältigen.
Wie Jugendliche Computer und Internet bei der Bewältigung ihrer Entwicklungsaufgaben nutzen und welche neuen Entwicklungsaufgaben sich aus dem alltäglichen Umgang mit den neuen Medien ergeben, wird in dieser Hausarbeit untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialisation
3. Die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters
4. Ausstattung der Haushalte mit Computern und Internet
5. Computer und Internetnutzung Jugendlicher
5.1 Nutzungsdauer
5.2 Kommunikation
5.3 Spiele
5.4 Information
5.5 Unterhaltung
6. Der Einfluss von Computer und Internet bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
7. Medienkompetenz als neue Entwicklungsaufgabe
8. Konsequenzen für medienpädagogisches Handeln
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Jugendliche Computer und Internet bei der Bewältigung ihrer altersentsprechenden Entwicklungsaufgaben nutzen und welche neuen Anforderungen sich daraus ergeben.
- Sozialisationstheoretische Grundlagen der Jugendphase
- Medienausstattung und Nutzungsverhalten von Jugendlichen
- Die Rolle digitaler Medien bei der Identitätsfindung und sozialen Ablösung
- Medienkompetenz als eigenständige, notwendige Entwicklungsaufgabe
Auszug aus dem Buch
Der Einfluss von Computer und Internet bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben
Wie in Kapitel vier gezeigt verfügen Jugendliche heute über Computer und Internetzugang, sie gehören zu den alltäglich genutzten Medien Jugendlicher. Dabei ist die Anwendung von Computer und Internet breit gefächert. Sie werden zu verschiedensten Tätigkeiten, wie Kommunikation, Unterhaltung, Informationsbeschaffung oder auch zum Lernen herangezogen.
Laut Oerter und Montada (2002, S. 919) legen Entwicklungsaufgaben fest, mit welchen Inhalten sich Jugendliche befassen und sie bestimmen das Handeln Jugendlicher. Die Definition von Sozialisation besagt, dass alle Umweltbedingungen zur Entwicklung der Persönlichkeit beitragen. Medien gehören zu den Umweltbedingungen, ihnen kommt also eine Bedeutung für die Entwicklung zu. Sozialisation schließt die aktive Auseinandersetzung des Subjekts mit seiner Umwelt ein. Es kann also davon ausgegangen werden, das Mediennutzer sich die Medieninhalte aktiv aussuchen, die ihrer momentanen Lebenslage entsprechen (vgl. Bachmair, 2010, S. 47 und S. 130).
Jugendliche sind aktive Nutzer von verschiedensten Medien, die sie im Rahmen ihrer Selbstsozialisation frei wählen. Im Folgenden soll anhand ausgewählter Beispiele aufgezeigt werden, wie Computer und Internet von Jugendlichen genutzt werden, um anstehende Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Hiermit soll aber nicht der Eindruck erweckt werden, dass Computer und Internet notwendig sind, um die Entwicklungsaufgaben zu lösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Mediennutzung Jugendlicher und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben.
2. Sozialisation: Theoretische Definition des Sozialisationsbegriffs als aktiver Prozess der Persönlichkeitsentwicklung im Kontext der sozialen und materiellen Umwelt.
3. Die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters: Erläuterung des Konzepts der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst und Darstellung der spezifischen Aufgaben während der Jugendphase.
4. Ausstattung der Haushalte mit Computern und Internet: Analyse der technischen Rahmenbedingungen und Zugangsmöglichkeiten für Jugendliche basierend auf Daten der JIM-Studie 2011.
5. Computer und Internetnutzung Jugendlicher: Detaillierte Betrachtung des tatsächlichen Nutzungsverhaltens, unterteilt in Zeitdauer und verschiedene Aktivitätsbereiche wie Spiele oder Kommunikation.
6. Der Einfluss von Computer und Internet bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben: Untersuchung der konkreten Unterstützung durch Medien bei Themen wie soziale Ablösung, Geschlechtsrollenfindung und Identitätsbildung.
7. Medienkompetenz als neue Entwicklungsaufgabe: Herleitung der Medienkompetenz als unverzichtbare Fähigkeit in einer mediengeprägten Gesellschaft und Dimensionierung des Kompetenzbegriffs.
8. Konsequenzen für medienpädagogisches Handeln: Ableitung pädagogischer Implikationen, die den Fokus auf Mündigkeit und eigenverantwortliche Mediennutzung legen, statt auf bewahrende Verbote.
Schlüsselwörter
Jugendalter, Mediennutzung, Computer, Internet, Sozialisation, Entwicklungsaufgaben, Medienkompetenz, JIM-Studie, Identitätsbildung, Medienpädagogik, Peergroup, Adoleszenz, Kulturtechnik, Mediensozialisation, Selbstbestimmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle digitaler Medien wie Computer und Internet im Alltag von Jugendlichen und deren Einfluss auf den persönlichen Entwicklungsprozess.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen der Sozialisation, der empirischen Mediennutzung und der Frage, wie Medien zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben beitragen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie Jugendliche digitale Medien nutzen, um anstehende Entwicklungsaufgaben wie die Identitätsfindung oder soziale Ablösung vom Elternhaus zu meistern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und wertet Daten der JIM-Studie 2011 aus, um das Mediennutzungsverhalten und dessen Auswirkungen theoretisch fundiert zu diskutieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ausstattung mit Medien, das Nutzungsverhalten, die Funktion von Medien bei Entwicklungsaufgaben und die Notwendigkeit von Medienkompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendalter, Sozialisation, Medienkompetenz, Entwicklungsaufgaben und medienpädagogisches Handeln.
Warum wird der Erwerb von Medienkompetenz als Entwicklungsaufgabe definiert?
Da die Medienallgegenwärtigkeit spezifische Anforderungen an die Handlungsfähigkeit stellt, ist Medienkompetenz heute eine unverzichtbare Kulturtechnik, um in der Gesellschaft zu bestehen.
Welche Rolle spielt die JIM-Studie 2011 für die Argumentation?
Die Studie liefert die empirische Basis, um aufzuzeigen, wie intensiv und in welchen Bereichen Jugendliche Computer und Internet tatsächlich in ihrem Alltag verwenden.
- Arbeit zitieren
- Patricia Nicolaysen (Autor:in), 2012, Der Einfluss des Computers und Internets auf die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262427