Von Jack the Ripper bis Ted Bundy: Die Verbrechen von Serienmördern stoßen ab und faszinieren gleichermaßen. Abnorme Gewaltexzesse führen zur immer wiederkehrenden Frage: Wie sind solche Taten möglich?
Dieses Buch ist ein Versuch, Erklärungsansätze zu liefern. Es behandelt die Typologie, psychologische Verfassung und Sozialisation der Täterpersönlichkeit sowie das Phänomen des Serienmordes in der modernen Gesellschaft.
Aus dem Inhalt:
Erklärungsansätze der Entwicklung zum Serienmörder; Soziologische Erklärungsmodelle für Verbrechen; Kategorisierung von Serienmördern; Rechtliche Qualifizierung von Serienmord; Serienmord und Gesellschaft; Täterprofilforschung: Zur Generierung von Täterprofilen
Inhaltsverzeichnis
Christof Niemann (2002): Sozisalisation des Serienmörders
Das Phänomen (Serien-)Mord
Definition: Serienmörder
Berüchtigte Serienmörder
Erklärungsmodelle
Abschließende Betrachtung
Sten Cudrig (2006): Zur Generierung von Täterprofilen
Einleitung
Zum Begriff des Profilings
Historische Betrachtung des Profilings
Ausgewählte Verfahren des Profilings
Täterprofilforschung der Canter-Gruppe
Beurteilung und Ausblick des Profilings
Marcus Gießmann (2008): Zu Phänomenologie, rechtlicher Qualifizierung, Erklärungsansätzen und gesellschaftlichen Interdependenzen des Serienmordes
Abstract
Kategorisierung von Serienmord und Serienmördern
Vorgehen des Serienmörders
Bedeutung der Semiotik des Serienmordes für den Serienmörder
Opfer
Rechtliche Qualifizierung von Serienmord
Zahlen und Statistik
Erklärungsansätze der Entwicklung zum Serienmörder
Gesellschaft und Serienmord/ -mörder
Die Rolle von Krankheit im Serienmord
Therapie für Serientäter
Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Serienmord unter Berücksichtigung soziologischer, psychologischer und kriminologischer Aspekte. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen und die Entstehung von Serienmördern zu ergründen und dabei die Interdependenz zwischen Täter, Tat und Gesellschaft zu beleuchten.
- Analyse soziologischer und psychologischer Erklärungsmodelle für abweichendes Verhalten.
- Untersuchung der Rolle von Kindheitserlebnissen, Sozialisation und Trauma bei der Entwicklung zum Serientäter.
- Betrachtung der psychologischen Dynamik von Serienmord, einschließlich Phantasie, Sadismus und Tötungshemmung.
- Erörterung rechtlicher Qualifizierungen und therapeutischer Ansätze im Maßregelvollzug.
- Kritische Analyse der medialen Darstellung und gesellschaftlichen Konstruktion von Serienmord.
Auszug aus dem Buch
Die Phantasie
„Der wahrscheinlich entscheidendste Einzelfaktor in der Entwicklung eines Serienvergewaltigers oder -mörders ist die Phantasie.“53 Wie kommt Douglas zu dieser Behauptung? Wie bereits festgestellt wurde, empfinden Serienmörder ihre vermeintlich feindliche Umwelt als Bedrohung. Ständig leben sie in Angst davor ohnmächtig und hilflos zu sein. Gerade aus diesem Gefühl heraus bildet sich der intensive Wunsch stark und überlegen zu sein und absolute Kontrolle über andere zu erlangen.54 Auch Douglas fand als die drei gängigsten Motive von Serienmördern Dominanz, Manipulation und Kontrolle.55 Die Phantasie dient ihnen zunächst als Zuflucht vor der unerträglichen Realität. Um Macht zu bekommen, so stellen sie sich vor, bedarf es der Aggressivität, mit der sie dann über Situationen und Menschen usw. dominieren. Diese Phantasien werden mit der Zeit immer extremer und immer perfekter. Bis ins kleinste Detail stellt sich der spätere Mörder jede Einzelheit exakt vor. Und irgendwann wird er sie in die Tat umsetzen, nämlich dann, wenn die Hemmschwelle überschritten wird und die Aggressionshemmung wirkungslos bleibt. „Bei den meisten Sexualmördern gibt es mehrere Schritte auf dem Weg von der Phantasie zu Realität, oft begleitet von Pornographie, morbiden Experimenten mit Tieren und Grausamkeiten gegenüber Gleichaltrigen.“56
Zusammenfassung der Kapitel
Christof Niemann (2002): Sozisalisation des Serienmörders: Diese Arbeit analysiert das Phänomen Serienmord und untersucht mittels verschiedener Erklärungsmodelle die Sozialisation von Serienmördern.
Sten Cudrig (2006): Zur Generierung von Täterprofilen: Der Autor erläutert die Methoden und die historische Entwicklung des kriminologischen Profilings sowie dessen Anwendung in der polizeilichen Ermittlungsarbeit.
Marcus Gießmann (2008): Zu Phänomenologie, rechtlicher Qualifizierung, Erklärungsansätzen und gesellschaftlichen Interdependenzen des Serienmordes: Diese umfassende Untersuchung kategorisiert Serienmörder, analysiert deren Handlungsweise und beleuchtet sowohl die rechtliche Bewertung als auch die soziologische Wechselwirkung zwischen Täter und Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Serienmord, Serienmörder, Täterprofiling, Fallanalyse, Sozialisation, Aggression, Kriminologie, Psychologie, Soziologie, Gewalt, Modus Operandi, Handschrift, Maßregelvollzug, Tötungshemmung, Sadismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation im Kern?
Die Publikation befasst sich umfassend mit dem Phänomen des Serienmordes, wobei sie sowohl die Täterpersönlichkeit, die psychologischen und soziologischen Hintergründe der Tatentwicklung als auch die strafrechtliche und therapeutische Einordnung beleuchtet.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die Arbeit behandelt unter anderem die Definition von Serienmördern, die historische und methodische Entwicklung des Profilings, die Bedeutung der Sozialisation und Kindheit, die psychologische Dynamik des Tötens sowie gesellschaftliche Reaktionen auf diese Verbrechen.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie und warum sich Menschen zu Serienmördern entwickeln und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Es werden qualitative Analysen von Lebensgeschichten, statistische Auswertungen kriminologischer Daten sowie eine interdisziplinäre Betrachtung unter Einbeziehung von Soziologie, Psychologie und Rechtswissenschaft verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Tätertypen (z. B. organisierter/nicht-organisierter Typus), die Rolle der Phantasie, das Konzept der Tötungshemmung sowie die juristische Qualifizierung und therapeutische Unterbringung von Serienmördern im deutschen Strafsystem detailliert erörtert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Täterprofiling, Sozialisation, psychopathologische Entwicklung, Modus Operandi und gesellschaftliche Konstruktion charakterisiert.
Was besagt die „Mörderische Triade“?
Die „Mörderische Triade“ umfasst die drei wichtigsten Warnsignale für künftiges psychologisch auffälliges Verhalten: Brandstiftung in früher Kindheit, lang anhaltendes Bettnässen im Alter über zwölf Jahren und Tierquälerei.
Welche Bedeutung hat die „Kreis-Hypothese“ von David Canter?
Die Kreis-Hypothese ist ein geographisches Modell, das besagt, dass ein Serienmörder mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb eines Kreises lebt, dessen Durchmesser durch die beiden am weitesten auseinanderliegenden Tatorte definiert ist.
Unterscheiden sich weibliche von männlichen Serienmördern?
Ja, laut der Studie morden weibliche Serienmörder häufiger im sozialen Nahraum, agieren öfter nach einem „organisierten“ Schema und haben häufiger materielle Bereicherung als Motiv.
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- Christof Niemann (Author), Sten Cudrig (Author), Marcus Gießmann (Author), 2013, Serienmörder im Visier. Gewaltverbrecher und ihre Hintergründe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262430