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Auf dem rechten Weg?

Erklärungsansätze für Rechtsextremismus unter Jugendlichen und die schulische Präventionsmöglichkeit am Beispiel der Demokratievermittlung.

Title: Auf dem rechten Weg?

Term Paper , 2012 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Monika Jenke (Author)

Didactics - Politics, Political Education
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Im Verfassungsschutzbericht 2007 weist Dr. Wolfgang Schäuble auf eine alarmierende
Entwicklung des Rechtsextremismus in Deutschland hin. Er berichtet darüber, dass im
Berichtszeitraum Rechtsextremisten ihre Bemühungen fortsetzen würden, sich in der Mitte
unserer Gesellschaft einzunisten – sei es über das Angebot von Nachhilfeunterricht und
Sozialberatung oder durch die Organisation von Freizeitaktivitäten. Besonders für junge
Menschen werde die Szene zunehmend attraktiver (vgl. Verfassungsschutzbericht, 2007,
S.5ff). Die im Jahr 2011 in Deutschland bekannt gewordenen rechtsterroristischen Taten
zeigen wie Ernst diese Thematik genommen werden muss. Es ist kein Geheimnis, dass
Rechtsextremismus gerade unter Jugendlichen wieder verstärkt in Erscheinung tritt und in
verschiedenen Facetten zu finden ist. Dies wird an dem Beispiel der rechtsterroristischen
Straftaten von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, die in jungen Jahren
rechtsextremistische Einstellungen und Aktivitäten verfolgten, sehr deutlich. Nicht nur
politische Kultur, sondern das gesellschaftliche Klima wird durch Rechtsextremismus
beeinträchtigt. Daraus ergibt sich ein gesellschaftliches Problem, welches vor den Toren
der Schulen nicht Halt macht. Die Organisation von Rechtsextremismus hält sich weitest
gehend verdeckt, nur wenige wissen, wie Rechtsextremisten Einfluss gewinnen und sich
artikulieren. Jedoch ist zu erkennen, dass sich Rechtsextremismus unter Jugendlichen
immer mehr verbreitet und sich als sehr attraktiv für diese Personengruppe darstellt.
Warum ist Rechtsextremismus gerade für Jugendliche so attraktiv und wo liegen die
genauen Ursachen für Rechtsextremismus unter Jugendlichen? Bevor dies im ersten Teil
meiner Hausarbeit erläutert wird, muss zunächst der Begriff des Rechtsextremismus
definiert werden. Im zweiten Teil dieser Hausarbeit stehen schulische Präventionsformen
gegen Rechtsextremismus im Mittelpunkt. Mögliche Projekte und Themen, um präventiv
gegen Rechtsextremismus vorgehen zu können, werden hier beleuchtet. Abschließend
wird ein Fazit aus den geschilderten Erkenntnissen gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Definition Rechtsextremismus

3.Ursachen für jugendlichen Rechtsextremismus

3.1 Desintegrationsthese

3.2 Dominanzkulturthese

3.3 soziale Katharsis- These

3.4 gesellschaftliche Phänome

4.Schulische Präventionsformen

4.1 Demokratielernen

4.1.1 Partizipation in der Schule am Bsp. des Klassenrats

4.1.2 Projekttage und Schulöffnung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Ursachen des jugendlichen Rechtsextremismus im Kontext moderner gesellschaftlicher Entwicklungen und analysiert, welche schulischen Präventionsmaßnahmen effektiv dazu beitragen können, demokratische Werte zu vermitteln und extremistischem Gedankengut entgegenzuwirken.

  • Soziologische Erklärungsmodelle (Desintegration, Dominanzkultur, soziale Katharsis)
  • Die Rolle der Schule als zentraler Lernort für demokratische Praxis
  • Methoden der Partizipation, wie der Klassenrat, zur Förderung sozialer Kompetenzen
  • Präventionsansätze durch "Jugend für Jugend"-Projekte wie Netzwerke für Demokratie und Courage
  • Bedeutung der politischen Bildungsarbeit zur Dekonstruktion rechtspopulistischer Muster

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Partizipation in der Schule am Bsp. des Klassenrats

Am Beispiel des Klassenrats soll aufgezeigt werden, wie ein partizipatives Verfahren den Umgang der Schüler miteinander, das Lernklima und die Klassen- wie auch Schulkultur verändern kann. Im Konzept des Klassenrats sind Elemente der Freinet- Pädagogik und der Individualisierungstheorie enthalten (vgl. Molthagen, et.al., 2008, S. 152). Die Klassenversammlung ist in der Freinet- Pädagogik ein fester Bestandteil des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens. Arbeits- und Umgangsregeln werden festgelegt. Während der Klassenversammlung werden Ergebnisse präsentiert, anschließend erfolgt eine gemeinsame Bewertung. Probleme werden benannt und es werden gemeinsam Lösungen entwickelt. Der Klassenrat wird als festes Element zur Herstellung einer demokratischen Ordnung, in der Individualisierungspsychologie verstanden. Kennzeichnend sind die Freiheit und die Grenzen der einzelnen Schüler. Die Achtung und Würde des anderen, sowie die Selbstachtung sind wesentliche Bestandteile des Konzeptes des Klassenrats. Man orientiert sich ebenso an der Festigkeit und Freundlichkeit des Führungsstils. Die Teilung von Verantwortung und das Einüben demokratischer Methoden kennzeichnen den Klassenrat (vgl. Giese, et.al.,2004, S. 1).Es werden Themen behandelt, die von den Schülern gewünscht werden. Das können Probleme einzelner Schüler oder der Klasse sein. Außerdem werden auch administrative Fragen, wie z.B. Klassenfahrten oder ähnliches besprochen. Um zu erreichen, dass Schüler sich in ihren Interessen, Wünschen und Problemen ernst genommen fühlen, sollte der Klassenrat ein regelmäßig stattfindendes Gremium sein. Partizipation in dieser Form, enthält viele verschiedene Lernchancen für Schüler und Schülerinnen, wie auch Lehrer und Lehrerinnen. So lernen Kinder und Jugendliche ihre Gefühle zu benennen, ihre Meinung zu bilden, wie auch zu vertreten. Desweiteren wird gegenseitiger Respekt ausgeübt. Weiterhin ist das Lernen von Kompromissen ein wesentlicher Bestandteil von Klassenräten. Durch das gemeinsame Erarbeiten verschiedener Themen werden kommunikative Kompetenzen erlernt. Schüler und Schülerinnen trainieren Kritik angebracht zu äußern, wie auch anzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Themas Rechtsextremismus in Deutschland und skizziert die Notwendigkeit schulischer Prävention angesichts zunehmender gesellschaftlicher Herausforderungen.

2.Definition Rechtsextremismus: Dieses Kapitel erörtert die definitorische Komplexität des Rechtsextremismus und arbeitet basierend auf Heitmeyers Modell die zentralen Elemente der Ungleichheitsideologie und Gewaltakzeptanz heraus.

3.Ursachen für jugendlichen Rechtsextremismus: Hier werden verschiedene theoretische Ansätze wie die Desintegrationsthese und die Dominanzkulturthese diskutiert, um die Entstehung rechtsextremer Haltungen bei Jugendlichen zu erklären.

4.Schulische Präventionsformen: Das Kapitel analysiert Möglichkeiten, durch Demokratielernen und Partizipationsmodelle wie Klassenräte oder Projekttage präventiv gegen Extremismus zu wirken.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Demokratie als erlebte Praxis in den Schulalltag integriert werden muss, um langfristig die Widerstandskraft gegen extremistische Strömungen zu stärken.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Jugendliche, Prävention, Demokratie, Partizipation, Desintegrationsthese, Dominanzkultur, Gewaltakzeptanz, Klassenrat, Projekttage, politische Bildung, soziale Kompetenz, Identitätsbildung, Schulkultur, Demokratievermittlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von Rechtsextremismus bei Jugendlichen und untersucht, welche schulischen Präventionsmaßnahmen geeignet sind, um dem entgegenzuwirken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt soziologische Erklärungsmodelle für Rechtsextremismus, die psychologische Bedeutung von Identitätskrisen bei Jugendlichen sowie Konzepte für gelebte Demokratie in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch demokratische Erziehung und Partizipation in der Schule ein Gegengewicht zu rechtsextremen Einstellungen und fremdenfeindlichem Verhalten geschaffen werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse verschiedener soziologischer Thesen (z.B. Bielefelder Arbeitsgruppe um Heitmeyer) und evaluiert praxisnahe schulische Interventionsmethoden.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Ursachenanalyse und einen praktischen Teil, der Methoden wie den Klassenrat und spezielle Projekttage (z.B. Netzwerk für Demokratie und Courage) detailliert vorstellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Rechtsextremismus, Partizipation, Demokratievermittlung, Desintegration und präventive Schularbeit.

Inwieweit spielt die "Desintegrationsthese" eine Rolle?

Sie dient als wesentliches Erklärungsmodell, um aufzuzeigen, wie Jugendliche durch Individualisierungsschübe und den Mangel an Ressourcen in Identitätskrisen geraten können, die sie empfänglich für rechtsextreme Parolen machen.

Wie unterscheidet sich der Klassenrat von herkömmlichem Unterricht?

Im Gegensatz zur reinen Wissensvermittlung liegt der Fokus des Klassenrats auf dem Einüben demokratischer Prozesse, dem selbstbestimmten Aushandeln von Regeln und der praktischen Erfahrung von Teilhabe und Verantwortung.

Warum wird Demokratie in Schulen als so bedeutsam für die Prävention erachtet?

Weil Demokratie nicht nur als abstraktes System vermittelt, sondern als gelebte Praxis im Alltag erfahren werden muss, um Jugendlichen ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und gesellschaftlichen Integration zu vermitteln, das rechtsextremen Narrativen entgegenwirkt.

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Details

Title
Auf dem rechten Weg?
Subtitle
Erklärungsansätze für Rechtsextremismus unter Jugendlichen und die schulische Präventionsmöglichkeit am Beispiel der Demokratievermittlung.
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Course
Diversity Studies
Grade
2,0
Author
Monika Jenke (Author)
Publication Year
2012
Pages
17
Catalog Number
V262544
ISBN (eBook)
9783656513568
ISBN (Book)
9783656512868
Language
German
Tags
erklärungsansätze rechtsextremismus jugendlichen präventionsmöglichkeit beispiel demokratievermittlung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Jenke (Author), 2012, Auf dem rechten Weg?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262544
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