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Kultur, Identität und Hybridität

Eine kritische Betrachtung im Kontext des Postkolonialismus

Title: Kultur, Identität und Hybridität

Seminar Paper , 2013 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Edith Papsin (Author)

Pedagogy - General
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Deutschland wird im Vergleich zu Großbritannien oder Frankreich historisch nicht zu den großen Kolonialmächten gezählt. Während postkoloniale Theorien in den USA bereits in den 1970er Jahren als akademische Disziplin integriert wurden, fanden diese im deutschen Wissenschaftsraum erst in den 1990er Jahren Beachtung.
Dies liegt unter anderem an dem vergleichsweise kurzen Zeitraum der deutschen Kolonialherrschaft und der damit untergeordneten Relevanz Deutschlands in diesem Forschungsfeld.
Doch auch wenn der deutsche Kolonialismus in Afrika in literaturgeschichtlichen Studien lediglich als „Randerscheinung“ betrachtet wurde und stets betont wurde, dass Deutschland sich aufgrund des relativ kurzen Zeitraumes, in dem deutsche Kolonien in Afrika bestanden, nicht mit dem Prozess der Kolonialisierung und Dekolonialisierung beschäftigen müsse, ist diesem Argument nicht zuzustimmen.
Denn allein der Zeitraum der Kolonialherrschaft ist in diesem Zusammenhang nicht entscheidender Faktor für den Grad nachhaltiger gesellschaftlicher Prägungen und somit für die Auseinandersetzung mit dem kolonialen sowie postkolonialen Diskurs entscheidend. Demzufolge ist der deutsche Kolonialismus nicht rein als historische Episode zu bewerten, sondern integraler Bestandteil eines globalen Geschehens, welches bis heute verschiedene Denkweisen über Begriffe, wie Kultur, Ethnizität oder Identität zur Folge hat. Darüber hinaus sollte der Kolonialismus als transnationales Phänomen betrachtet werden, da der Kolonialismus auch in Ländern, die nie kolonialisiert wurden, enorme Spuren hinterlassen hat. Die postkoloniale Theorie findet aus diesem Grund in einem globalen Zusammenhang weltweit Anwendungsmöglichkeiten.
Bei der Betrachtung von Postkolonialismus und postkolonialer Theorien, sind diese Begriffe zunächst zeitlich und inhaltlich einzuordnen sowie in Bezug zu Begriffen, wie Kolonialismus und Imperialismus zu setzen. Weiterhin sollen die Auswirkungen kolonialer Machtverhältnisse auf Kultur sowie das Individuum beschrieben werden. Dabei wird im Besonderen auf den Begriff der Hybridität von Homi K. Bhabha sowie subjektbezogen auf den Aspekt von ethnischer Identität in der Migration eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Postkolonialismus und postkoloniale Theorien

3. Die Idee der Hybridität

3.1. Hybridität und Kultur nach Homi K. Bhabha

3.2. Kritische Betrachtung des Hypes um Hybridität

4. Hybridität und ethnische Identität in der Migration

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung von Kultur, Identität und Hybridität im Kontext postkolonialer Theorien. Das primäre Ziel ist es, die dualistischen Denkstrukturen, die den kolonialen und postkolonialen Diskurs prägen, aufzuzeigen und durch Konzepte der Hybridität aufzubrechen, um eine komplexere Sichtweise auf kulturelle Identität in der Migration zu ermöglichen.

  • Historische und theoretische Einordnung des Postkolonialismus.
  • Analyse des Hybriditätsbegriffs nach Homi K. Bhabha.
  • Kritische Reflexion der Rezeption und des Hypes um den Begriff der Hybridität.
  • Untersuchung der Auswirkungen postkolonialer Machtverhältnisse auf ethnische Identität und Migrationsprozesse.
  • Auseinandersetzung mit Mechanismen der Fremd- und Selbstethnisierung.

Auszug aus dem Buch

3.1. Hybridität und Kultur nach Homi K. Bhabha

In den Sozial- und Kulturwissenschaften ist der Begriff der Hybridität besonders durch die Arbeiten von Homi K. Bhabha geprägt worden. In der Analyse kolonialer Diskurse sind zwei Annahmen charakteristisch für Bhabha. Zum einen geht er grundsätzlich von einer Ambivalenz kolonialer Diskurse aus und zum anderen behauptet er, im Gegensatz zu Said, dass der Kolonialismus keine totale Machtasymmetrie durchsetzen konnte.

Die Ambivalenz kolonialer Autorität produziere eine kulturelle Hybridität, in welcher der koloniale Diskurs sich selber in Frage stelle und es zu „unreinen Vermischungen“ käme, welche die Definition klarer Grenzlinien unmöglich machen würde.

Bhabha betrachtet Hybridität als Grundprinzip von Kultur. Er kritisiert den Kulturbegriff als ein geschlossenes und stabiles Merkmal einer Gesellschaft. Wenn man davon ausgeht, dass es im Zuge des Kolonialismus zu kulturellen Vermischungen auf beiden Seiten, sowohl bei Kolonisatoren als auch bei Kolonialisierten kam, so können Kulturen, laut Bhabha, nicht länger in sich selbst als homogen und Opposition zu anderen Kulturen verstanden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den deutschen Kolonialismus in einen globalen Kontext und erläutert die Relevanz postkolonialer Theorien für das Verständnis heutiger kultureller Identitäten.

2. Postkolonialismus und postkoloniale Theorien: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Kolonialismus und Imperialismus und setzt sich kritisch mit den Machtasymmetrien sowie den diskursiven Grundlagen postkolonialer Theoriebildung auseinander.

3. Die Idee der Hybridität: Es wird die theoretische Herleitung des Hybriditätsbegriffs durch Homi K. Bhabha dargelegt und eine kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen, teils modischen Verwendung des Begriffs geführt.

4. Hybridität und ethnische Identität in der Migration: Das Kapitel untersucht die Folgen postkolonialer Machtstrukturen auf die Identitätsbildung von Migranten, insbesondere in Hinblick auf Fremd- und Selbstethnisierung.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, welche die Überwindung binärer Denkstrukturen zugunsten einer differenzierten Betrachtung hybrider Identitäten fordert.

Schlüsselwörter

Postkolonialismus, Hybridität, Homi K. Bhabha, Identität, Migration, Kultur, Fremdethnisierung, Selbstethnisierung, Kolonialdiskurs, Machtgefälle, Ethnizität, Ambivalenz, Postkoloniale Theorien, Differenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von Kultur, Identität und Hybridität innerhalb des postkolonialen Diskurses und hinterfragt dabei traditionelle, oft dualistische Denkmuster.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören der Kolonialismus und dessen Nachwirkungen, postkoloniale Theorien, das Konzept der kulturellen Hybridität sowie die Auswirkungen auf ethnische Identitäten in Migrationskontexten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die dualistischen Strukturen, die koloniale Machtverhältnisse und heutige Identitätskonstruktionen prägen, aufzudecken und durch den Begriff der Hybridität eine neue, komplexere Sichtweise zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale Begriffe und Diskurse postkolonialer Theoretiker wie Homi K. Bhabha und Edward Said kritisch reflektiert und in aktuelle gesellschaftliche Zusammenhänge einordnet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Postkolonialismus und der Hybridität sowie die praktische Anwendung dieser Konzepte auf Identitätsprozesse von Migranten in Deutschland.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Hybridität, Postkolonialismus, ethnische Identität, Fremd- und Selbstethnisierung sowie die Dekonstruktion binärer Denkstrukturen beschreiben.

Wie unterscheidet sich Bhabhas Ansatz von dem Edward Saids?

Während Said den Kolonialismus als eine starke, binäre Machtasymmetrie (Westen/Orient) analysiert, betont Bhabha die Ambivalenz und die dynamischen Beziehungsmuster, die zu hybriden Identitäten und zum Scheitern einer totalen kolonialen Macht führen.

Was kritisiert die Autorin an der aktuellen Verwendung des Hybriditätsbegriffs?

Die Autorin weist darauf hin, dass der Begriff oft unkritisch als Modebegriff für Modernität oder Multifunktionalität instrumentalisiert wird, ohne dabei die historischen und politischen Ursprünge sowie die mit ihm verbundene rassistische Ideologie angemessen zu berücksichtigen.

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Details

Title
Kultur, Identität und Hybridität
Subtitle
Eine kritische Betrachtung im Kontext des Postkolonialismus
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Geistes- und Sozialwissenschaften)
Course
Postkoloniale Theorien. Oder: Können wir noch von Interkulturalität sprechen?
Grade
1,0
Author
Edith Papsin (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V262609
ISBN (eBook)
9783656509929
ISBN (Book)
9783656510178
Language
German
Tags
Postkolonialismus Interkultualität Hybridität Edward Said Homi K. Bhabha Identität ethnische Identität Migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Edith Papsin (Author), 2013, Kultur, Identität und Hybridität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262609
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