§14 Abs. 3: ,,unmittelbaren Einwirkung mit Waffengewalt ... wenn nach den Umständen davon auszugehen ist, dass das Flugzeug gegen Menschen eingesetzt werden soll, und sie das einzige Mittel zur Abwehr dieser gegenwärtigen Gefahr ist."
Dieser Abschnitt des Luftsicherheitsgesetzes galt 2004 als sehr umstritten. Das Gesetz würde hiermit zustimmen, gegebenenfalls ein voll besetztes Passagierflugzeug abzuschießen, wenn man befürchten würde, von ihm könnte eine potenzielle Gefahr ausgehen, wie zum Beispiel die eines Terroranschlags wie der des 11. Septembers 2001. Es wurde 2006 abgelehnt mit der Argumentation, es würde gegen die Menschenwürde verstoßen, dem Staat die Möglichkeit zu geben, kurzfristig Todesurteile zu fällen, um eventuell andere Menschenleben zu retten. Der Artikel sei absolut unvereinbar mit dem Grundgesetz. In anderen Worten stößt die rechtliche Beurteilung hier an ihre Grenzen. Doch wie steht es mit der ethischen Rechtfertigung? Ist ein Verhalten ethisch vertretbar, wenn die abgezielten Folgen moralisch sind? Diese und ähnliche Fragen zu beantworten versucht die Utilitaristische Theorie.
Jede vom Menschen geschaffene Gesellschaft benötigt festgelegte, gesellschaftliche Konventionen, allgemein anerkannte Verhaltensregeln, an welche sich jeder halten muss. Diese Normen garantieren ein harmonisches Zusammenleben der Individuen, die gemeinsam einen großen, funktionierenden Zusammenschluss bilden, welchen wir als Gesellschaft bezeichnen. Als Beispiel für diese Vorschriften, seien sie nun von Gesetzgebern schriftlich festgehalten oder von Menschen einer sozialen Gruppe über Traditionen anerzogen, können wir das Tötungsverbot nennen, oder das Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit.
Inhaltsverzeichnis
Utilitarismus allgemein: Einleitung
Was heißt Utilitarismus für John Stuart Mill
Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die ethische Theorie des Utilitarismus, speziell in der Ausprägung durch John Stuart Mill, grundlegend zu erläutern, einzuordnen und kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und Definition des Utilitarismus als ethische Theorie
- Unterscheidung zwischen Handlungs- und Regelutilitarismus
- Ethische Begründung von Handlungen durch das Prinzip des größten Glücks
- Unterscheidung verschiedener Qualitäten von Freuden bei J.S. Mill
- Kritische Reflexion der praktischen Umsetzbarkeit und der Behandlung von Minderheiten
Auszug aus dem Buch
Was heißt Utilitarismus für John Stuart Mill
Laut J.S. Mill beruht es auf bloßer Unkenntnis, dass der Begriff der Lust, welcher in der utilitaristischen Ethik zentral ist, oft auf allgemeines Missverständnis stößt. Allgemein wird er umgangssprachlich gebraucht, und entspricht nicht der eigentlichen Idee der „Lust“ als Nützlichkeitsprinzip. Eine große Zahl von Schriftstellern, sei es in Büchern oder Zeitungen begehen diesen, wie Mill ihn nennt, „geistlosen Fehler“ in der Interpretation der Nützlichkeitsethik.
Das Prinzip des größten Glücks dient dem Utilitarismus als Grundlage für die Moral; so sind Handlungen moralisch solange sie Glück bewirken und unmoralisch, wenn sie Unglück bewirken. Dabei sei gesagt, dass Mill Glück als das Freisein von Unlust und Unglück als Fehlen von Lust versteht.
Für Mill und die anderen utilitaristischen Ethiker (z.B: Bentham…) ist das Freisein von Unlust der wünschenswerte, moralische Endzweck einer jeden Handlung. Sie unterscheiden außerdem die körperlichen und geistigen Freuden lediglich in deren Dauerhaftigkeit, Verlässlichkeit und Unaufwendigkeit.
Die unterschiedlichen Qualitäten von Freuden, so Mill, ließen sich nur beurteilen indem man beachten würde, welche von zwei verschiedenen Freuden von der Mehrheit, die Beide kennen, eindeutig bevorzugt werden.
Nur wenige Menschen würden einwilligen, sich in ein niederes Wesen verwandeln zu lassen, wenn sie die Garantie hätten, als ein solches alle Freuden des Daseins leben dürften. Dies kommt daher, dass der Mensch meist die Vorzüge der „höheren Freude“ kennt, und auf diese nicht verzichten will.
Zusammenfassung der Kapitel
Utilitarismus allgemein: Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Grundfragen der ethischen Bewertung von Handlungen ein, definiert das Grundkonzept des Utilitarismus und grenzt es von Fehlinterpretationen ab.
Was heißt Utilitarismus für John Stuart Mill: Hier wird der Fokus auf Mills spezifische Auslegung des Utilitarismus gelegt, insbesondere auf seine Unterscheidung zwischen verschiedenen Qualitäten von Freude und die Bedeutung des allgemeinen Glücks.
Schlussfolgerung: In diesem Teil reflektiert der Autor kritisch über die Anwendbarkeit des utilitaristischen Prinzips in der Praxis und adressiert offene Punkte wie die Berücksichtigung von Minderheiten.
Schlüsselwörter
Utilitarismus, John Stuart Mill, Ethik, Nützlichkeitsprinzip, Glück, Handlungsmotiv, Moral, Freude, Allgemeinwohl, Handlungsutilitarismus, Regelutilitarismus, Ethiktheorie, Nutzenkalkulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der utilitaristischen Ethik, wobei der Schwerpunkt auf der philosophischen Perspektive von John Stuart Mill liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Nutzen, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Freuden, die Anwendung des Prinzips des größten Glücks und die Abgrenzung von moralischen Handlungsregeln.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das utilitaristische Denken bei Mill verständlich zu machen, wissenschaftlich einzuordnen und die Herausforderungen bei der praktischen Anwendung dieses ethischen Systems zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine moralphilosophische Analyse, die auf der Auseinandersetzung mit Standardwerken der Ethik (u.a. von Mill, Bentham und Höffe) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition von Glück, die Rolle der Qualität von Freuden im Gegensatz zur bloßen Quantität sowie die moralische Bewertung von Handlungen durch ihre Konsequenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Utilitarismus, Nützlichkeitsprinzip, allgemeines Glück, Moral und die Unterscheidung von Handlungs- und Regelutilitarismus definiert.
Warum unterscheidet Mill zwischen verschiedenen Qualitäten von Freuden?
Mill unterscheidet, um Fehlinterpretationen zu korrigieren, wonach der Utilitarismus lediglich materialistisch oder egoistisch sei, indem er den Vorzug geistiger (höherer) Freuden gegenüber rein körperlichen (niederen) Freuden betont.
Welche kritische Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Minderheiten?
Der Autor bemängelt, dass das utilitaristische Streben nach dem Glück der Mehrheit dazu führen kann, dass die Belange von Minderheiten und die Individualität zu wenig Beachtung finden.
- Arbeit zitieren
- Dino Agovic (Autor:in), 2013, Mills Utilitarismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262643