Soziale Arbeit im Nationalsozialismus ist ein spannendes aber auch trauriges Thema der deutschen Geschichte.
Da ich mich schon immer für die Machenschaften im dritten Reich interesseiert habe, habe ich mich dazu entschieden über dieses Themengebiet meine Hausarbeit zu schreiben.
In den folgenden Seiten möchte ich erläutern, wie es die NSDAP (Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) geschafft hat, ein System zu entwickeln, in dem die Menschen hörig waren und alle das gleiche Ziel angestrebt haben. Das Hauptziel der NSDAP war, Menschen so zu erziehen und zu prägen, dass die Rassenlehre und die Erbgesundheit an vorderster Stelle standen.
Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) war der Dreh- und Angelpunkt der Sozialen Arbeit. Sie war eine der wichtigsten sozialen Organisationen im Nationalsozialismus. Die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen die für die NSV tätig waren, hatten bestimmte Aufgabenfelder im Bereich der Führsorge.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kurzer Einblick in die Entstehung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)
2. Die Aufgaben der NSV und deren Sozialarbeiter und Führsorgerinnen
2.1 Hilfswerk Mutter und Kind
2.2 Erholungsführsorge
2.3 Schwesternwesen
2.4 Kindergarten
2.5 Jugendhilfe
2.6 Jugendamt
2.7 Sonstige Arbeitsbereiche
3. Nationalsozialistische Erziehungsideale
3.1 Erziehung in der Hitlerjugend
3.2 Erziehung im Bund deutscher Mädel
4. Soziale Arbeit mit Juden und den „Asozialen“
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Nationalsozialismus, insbesondere die Funktionen und Arbeitsweisen der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) sowie deren Beteiligung an der Ausgrenzung und Verfolgung bestimmter Bevölkerungsgruppen.
- Entstehungsgeschichte und Struktur der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV).
- Aufgabenbereiche der Sozialarbeit wie Jugendhilfe, Müttererholung und Kinderbetreuung.
- Nationalsozialistische Erziehungsideale innerhalb von HJ und BDM.
- Ausgrenzung und Verfolgung von Juden sowie als „asozial“ stigmatisierten Menschen.
- Die Rolle von Sozialarbeitern als Akteure im NS-Selektionssystem.
Auszug aus dem Buch
3. Nationalsozialistische Erziehungsideale
Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers, gab es schnell einen erhöhten Bedarf an sozialarbeiterischen Fachkräften. Diese dienten dazu, in ihren Außendiensttätigkeiten Informationen über den Gesundheitszustand und dem Lebensumstände der einzelnen Familien zu bekommen und diese an die richtigen Stellen weiterzuleiten. In den meisten Fällen waren dies Amtsärzte. Interessant waren Informationen über pathologische Abweichungen und Beeinträchtigungen im sozialen und Gesundheitlichen Bereich (vgl. Schnurr 1997, S.39). Innerhalb kürzester Zeit sollten auch viele männliche Fachkräfte ausgebildet werden, da Frauenarbeit abgelehnt wurde. Es gab Kampanien gegen Doppelverdiener.
1935 wurde allerdings wieder weitestgehend zurück gerudert, da sich der preußische Innenminister dagegen aussprach, weibliche Angestellte im nationalsozialistischen Staat zu entfernen.
Ab 1936/37 besserte sich die Arbeitslage der Volkspflegerinnen wieder erheblich (vgl. Grohall, Jungblut, Kühn, Sauerwald 1988, S. 44).
Das Ideengut der Nationalsozialisten war, innerhalb kürzester Zeit durch Erziehung aus dem Menschen eine kämpferische, mutige, starke und kerngesunde Person zu machen. Dadurch wurde vom Nationalsozialismus und der Wohlfahrtspflege verlangt, dass es eine aktive Erziehungstätigkeit von allen deutschen Menschen geben sollte (vgl. Amendt, Görning, Kullik 1986, S. 53).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Bedeutung der NSV als zentrales Instrument sozialer Arbeit und Kontrolle im Nationalsozialismus.
1. Kurzer Einblick in die Entstehung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV): Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der NSV von einer kleinen Parteiorganisation zu einer massenwirksamen NS-Organisation, die Rassenhygiene und Erbgesundheit in den Fokus rückte.
2. Die Aufgaben der NSV und deren Sozialarbeiter und Führsorgerinnen: Hier werden die vielfältigen Arbeitsfelder der NSV beleuchtet, die von der Mütterberatung über Kindergärten bis hin zur gezielten Überwachung der Bevölkerung reichten.
3. Nationalsozialistische Erziehungsideale: Das Kapitel analysiert, wie durch Institutionen wie die Hitlerjugend und den Bund deutscher Mädel eine Formationserziehung etabliert wurde, die den Einzelnen dem Volksganzen unterordnete.
4. Soziale Arbeit mit Juden und den „Asozialen“: Dieses Kapitel thematisiert die aktive Rolle der Sozialarbeit bei der Selektion, Ausgrenzung und Verfolgung jüdischer Menschen sowie als „asozial“ stigmatisierter Bevölkerungsgruppen.
Fazit: Das Fazit reflektiert die historische Verantwortung der Sozialen Arbeit im NS-Staat und betont die Bedeutung der Aufarbeitung der Geschichte.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, NSDAP, NSV, Soziale Arbeit, Wohlfahrtspflege, Erziehung, Hitlerjugend, Bund deutscher Mädel, Rassenhygiene, Selektion, Asoziale, Judenverfolgung, Sozialfürsorge, Volkspflege, NS-Staat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Tätigkeiten der Sozialen Arbeit während des Nationalsozialismus, insbesondere unter dem Dach der NSV.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die organisatorische Struktur der NS-Wohlfahrt, Erziehungsideale im Nationalsozialismus sowie die Beteiligung der Sozialarbeit an Verfolgung und Ausgrenzung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Sozialarbeit im NS-System instrumentalisiert wurde, um Menschen zu erfassen, zu bewerten und gegebenenfalls aus der Volksgemeinschaft auszuschließen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur und historischen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Entstehung der NSV, ihre vielfältigen Aufgabenfelder, die nationalsozialistische Erziehung sowie das Handeln der Sozialbehörden gegenüber sogenannten „Gemeinschaftsfremden“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind NS-Wohlfahrtspflege, Rassenhygiene, Selektion, NS-Erziehung, soziale Kontrolle und die Rolle der Sozialpädagogen im NS-Staat.
Welche Rolle spielte das Hilfswerk Mutter und Kind?
Es diente dazu, Frauen zur Bereitschaft für Muttertum und Kinderreichtum zu erziehen und die Volksgesundheit unter rassistischen Gesichtspunkten zu fördern.
Wie wurde mit Menschen umgegangen, die als „asozial“ eingestuft wurden?
Sie wurden durch Sozialarbeiter systematisch erfasst, in asozialen Siedlungen kontrolliert, zur Sterilisation gemeldet und schließlich durch Polizei und Lagerhaft verfolgt.
- Quote paper
- Sandra Runggas (Author), 2012, Soziale Arbeit im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262726