Soziale Arbeit im Nationalsozialismus


Hausarbeit, 2012
21 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kurzer Einblick in die Entstehung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)

2. Die Aufgaben der NSV und deren Sozialarbeiter und Führsorgerinnen
2.1 Hilfswerk Mutter und Kind
2.2 Erholungsführsorge
2.3 Schwesternwesen
2.4 Kindergarten
2.5 Jugendhilfe
2.6 Jugendamt
2.7 Sonstige Arbeitsbereiche

3. Nationalsozialistische Erziehungsideale
3.1 Erziehung in der Hitlerjugend
3.2 Erziehung im Bund deutscher Mädel

4. Soziale Arbeit mit Juden und den „Asozialen“

Fazit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Soziale Arbeit im Nationalsozialismus ist ein spannendes aber auch trauriges Thema der deutschen Geschichte.

Da ich mich schon immer für die Machenschaften im dritten Reich interesseiert habe, habe ich mich dazu entschieden über dieses Themengebiet meine Hausarbeit zu schreiben.

In den folgenden Seiten möchte ich erläutern, wie es die NSDAP (Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei) geschafft hat, ein System zu entwickeln, in dem die Menschen hörig waren und alle das gleiche Ziel angestrebt haben. Das Hauptziel der NSDAP war, Menschen so zu erziehen und zu prägen, dass die Rassenlehre und die Erbgesundheit an vorderster Stelle standen.

Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) war der Dreh- und Angelpunkt der Sozialen Arbeit. Sie war eine der wichtigsten sozialen Organisationen im Nationalsozialismus. Die Sozialarbeiter und Sozialpädagogen die für die NSV tätig waren, hatten bestimmte Aufgabenfelder im Bereich der Führsorge.

Sie waren tätig im:

- Hilfswerk Mutter und Kind
- in der Erholungsführsorge
- im Schwesternwesen
- im Kindergarten
- in der Jugendhilfe
- im Jugendamt
- und noch diversen anderen Arbeitsbereichen

In dem Kapitel Nationalsozialistische Erziehungsideale (angelehnt an das Parteiprogramm der NSDAP) werde ich darstellen, warum die Sozialarbeiter von Adolf Hitler anerkannt wurden.

In diesem wird verdeutlicht, dass die Sozialarbeiterische Tätigkeit ein wichtiger Teil der Gesellschaft war, da diese Berufsgruppe sich aktiv daran beteiligte andere Menschen auszumerzen und auszusortieren. In den meisten Fällen ging es nicht mehr um Soziale Arbeit. Es ging auch nicht mehr darum, dass sich Kinder frei entfalten konnten. Sondern es ist nach dem Leitspruch erzogen worden, du bist nichts, dein Volk ist alles.

Die eigentliche Hauptaufgabe der damaligen Sozialarbeiter und Fürsorgerinnen war es, jeden einzelnen Klienten zu beobachten und sein Verhalten zu dokumentieren. Wenn dieses Verhalten, nicht dem arischen Reinheitsgebot entsprach, war der Sozialarbeiter dazu verpflichtet dieses zu melden und evtl. die dementsprechenden Maßnahmen durchzuführen z.B. die Übersiedelung in die asozialen Siedlungen oder dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen zwangssterilisiert wurden.

In der Hitlerjugend und im Bund deutscher Mädel wurden die Jugendlichen in der Rassenlehre und in der körperlichen Fitness erzogen. Die Mädchen wurden außerdem zu ordentlichen Frauen und Müttern erzogen.

In dem Kapitel Soziale Arbeit mit Juden und „Asozialen“ möchte ich erläutern, wie die Verfolgung der Juden, und einige Zeit später die Verfolgung der „Asozialen“ 1933 begann. Unter diesen Menschen waren Sozialarbeiter, die sich ebenfalls auf der Flucht befanden. Einige hatten, obwohl sie ihr Leben damit in Gefahr brachten, sich um die minderwertigen Kinder und Jugendlichen gekümmert. Es entstanden Hilfsorganisationen und Kinderheime. Ziel war es, den verfolgten Kindern und Jugendlichen das Leben so angenehm wie möglich zu machen und sie weiter zu fördern.

1. Kurzer Einblick in die Entstehung der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV)

Durch die Weltwirtschaftskrise und der immer größer werdenden Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und auch den politischen Streitigkeiten, zwischen der Sozialdemokratischen Partei (SPD) und der Mitglieder der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), wurden von der NSDAP immer mehr Hilfsmaßnahmen organisiert. In erster Linie sollten Arbeitslosen, verwundeten SA-Männern (SA=Sturmabteilung) und ihren Familien von der Wohlfahrtspflege geholfen werden (vgl. Hansen 1991, S.8).

Anfangs waren es die Frauen, die sich parteiintern um fürsorgerische Tätigkeiten kümmerten. Sie wurden von der noch jungen NSDAP auch eher belächelt als ernst genommen. Die Wohlfahrt hatte im Allgemeinen einen schlechten Ruf. Vielleicht auch, weil Adolf Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ die klare Aussage tätigte das (vgl. Hansen 1991, S. 7):

„die soziale Tätigkeit nie und nimmer in ebenso lächerlichen wie zwecklosen Wohlfahrtsduselein [sic] ihre Aufgaben zu erblicken hat, als viel mehr [sic] in der Beseitigung solcher grundsätzlicher Mängel in der Organisation unseres Wirtschafts- und Kulturlebens, die zur Entartungen einzelner führen müssen oder wenigstens verleiten können.“ (Hansen 191, S.7 zit. n. Ebenda, S. 38)

Das Hitler selbst, die NSV 1933 zur maßgeblichen Organisation der Partei auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege ernannte, ahnte zu diesem Zeitpunkt wohl noch niemand.

Im September 1931 entstand nun endgültig die nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV).

Durch die nicht Akzeptanz der NSDAP lief es nur sehr schleppend an. 1932 gab es eine wesentliche Veränderung. Die NSV wollte aus dem Schatten der innerparteilichen Hilfsorganisation austreten und neue Aufgaben übernehmen wie z.B. (vgl. Hansen 1991, S.8):

„materielle Hilfen, Kinder- Jugendpflege und Fürsorge, Gesundheitsfürsorge, Gerichtshilfe, Lehrstellen- und Pflegevermittlung, zunehmende Mitarbeit in den Gremien der Jugend- und Wohlfahrtsämter.“ (Hansen 1991, S.8)

Umso bekannter die NSV wurde, umso schlechter war die NSDAP auf sie zu sprechen. Die Partei wollte keine eigene Wohlfahrtsorganisation haben. 1932 wurde der NSV sogar durch die Rechtsabteilung untersagt, sich nationalsozialistisch zu nennen.

Eva von Schröder, welche die NSV mit gegründet hatte, gelang es nach wenigen Wochen, dass dieses Verbot rückgängig gemacht wurde.

Nach diesen ganzen Streitigkeiten um die Anerkennung und Akzeptanz der NSV, hat Hitler sie am 3.05.1933 offiziell als Parteiorganisation anerkannt. Dieser plötzliche Sinneswandel könnte etwas damit zu tun haben, dass die Leitung an Erich Hilgenfeldts übertragen worden ist (vgl. Hansen 1991, S. 8-9).

Hilgenfeldts der seit 1929 Mitglieder er NSDAP war, machte sich einen Namen, in dem er auf die wirkliche nationalsozialistische Volkspflege achtete. Besonders wichtig waren ihm die Rassenzucht und die Erbgesundheit.

Von da an wuchsen schnell die Mitgliederzahlen der NSV. 1933 waren gerade mal 112.000 Menschen Mitglied der nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, 1943 waren es dann schon 17 Millionen Menschen.

Damit war die NSV die Zweitgrößte NS-Organisation des dritten Reiches (vgl. Keim 1997, Band 1 S.152-153).

2. Die Aufgaben der NSV und deren Sozialarbeiter und Führsorgerinnen

Als sich 1934 die Aufgaben der NSV konkretisierten, gab es auch klare Aufgaben für die Sozialpädagogen und die Sozialarbeiter in der Organisation. Die NSV sollte einen wesentlichen Teil des Parteiprogramms der NSDAP erfüllen, in dem es hieß (vgl. Hansen 1991, S.17):

„Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch den Schutz der Mutter und des Kindes, durch Verbot der Jugendarbeit, durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch große Unterstützung aller sich mit körperlichen Jugendausbildung beschäftigten Vereine.“(Hansen 1991, S.17 z. n. der Beitrag der NSV zur Verwirklichung der Grundsätze der NSDAP, in NS-Volksdienst v. Mai 1937, Jg.4, H.8, S. 106f).

Die NSV hatte sich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Soziale Arbeit neu auszubauen, in dem sie für eine nationalsozialistische Grundlage sorgten (vgl. Hansen 1991, S.14).

Für den Aufgabenbereich der Sozialpolitik bedeutete dies:

„Sozialpolitik im nationalsozialistischem Sinne ist nicht eine Sache, deren sich der Staat so gut es eben geht entledigt, um das Auswachsen sozialer Spannungen zu Explosionen zu vermeiden, ist nicht eine Politik für die „Armen“, die „minderbemittelten Schichten“, ebenso nicht Ausbalancieren des Volkes oder nachträglicher Korrektur sozialer Mißstände[sic], sondern nationalsozialistische Sozialpolitik ist Gestaltung des sozialen Lebens nach volksgemeinschaftlichen Grundsätzen. (…) Unsere Sozialpolitik (…) ist keine Wohlfahrtspflege! Sie schont und schützt nicht unter Vernachlässigung der Starken in erster Linie das Kranke, sondern sie stärkt und fördert das Gesunde, um krankes erst gar nicht aufkommen zu lassen; sie gedeiht in der frischen Luft der Arbeit und des Kampfes. Nicht das Schwache und das Heilen, sondern das Starke und das Gesunderhalten stehen im Vordergrund“ (Grohall, Jungblut, Kühn, Sauerwald 1988, S. 64, zit. n. Pohl 1943, S. 4ff)

Mit diesen klaren Worten war zu sehen, wie das politische Konzept geplant und auch durchgeführt worden ist. Unter dem wohlwollenden Namen Wohlfahrtspflege wurde mit Sterilisierung und Euthanasie gearbeitet. Unter dem Namen der Vorsorge, wurde das Klientel, die Sozialarbeiter in Anspruch nahmen, als unwert und minderwertig betitelt.

Die Bereits bestehenden Sozialgesetze, aus der Weimarer Republik, blieben bestehen. Zu dieser Zeit, wurde das Gesetz der Fürsorge- Pflichtverordnung und das Reichsjugendwohlfahrtgesetz verabschiedet.

Die Sozialbehörden arbeiteten wie gehabt weiter. Wenn auch mit gesonderten Aufgaben, wie z.B. die Rassenideologie der NSDAP. Durch das Hauptamt für Volkswohlfahrt wurden sämtliche Aufgaben gesteuert und koordiniert. Dies bewirkte, dass die Zielvorstellungen der NS-Wohlfahrt und der staatlichen Wohlfahrtspflege gleich bedeutend waren.

Durch die Ein Kürzungen der sozial politischen Leistungen wie, Krankenkasse, Arbeitslosenunterstützung und der Wohlfahrtspflege in den Gemeinden entstanden neue individuelle Hilfsleistungen. Wie z.B. die Winterhilfe und Aktionen für Mütter und Kinder (vgl. Grohall, Jungblut, Kühn, Sauerwald 1988, S. 64 bis 65).

2.1 Hilfswerk Mutter und Kind (HMuK)

Das Hilfswerk Mutter und Kind ist 1934 aufgrund einer Forderung im Parteiprogramm der NSDAP entstanden. In diesem stand, dass der Staat für die Volksgesundheit zu sorgen hat und dass die Mutter und das Kind unter einem besonderen Schutz zu stehen haben. Hauptaufgabe des HMuK war es, den Menschen zu einem Nationalsozialisten und zur Volksgemeinschaft zu erziehen. Die Frauen sollten dahin gebracht werden, dass es für sie am wichtigsten ist, eine Bereitschaft zum Muttertum und zum Kinderreichtum zu entwickeln (vgl. Amendt, Göring, Kullik 1986, S. 67 bis 68).

Um den wertvollen, deutschen Familien Hilfsstellungen zukommen zu lassen, wurden viele verschiedene Hilfsstellen für Mutter und Kind entwickelt. Sie waren in erster Linie betreuend und beratend tätig. Diese Betreuung und Beratung ist bis 1942 in 10,3 Millionen Fällen angenommen worden.

Die zusätzlichen Hilfsstellen waren ein weiterer wichtiger Arbeitskreis. Es gab ca. 6.000-7.000 Einrichtungen wie Schwangerschaftsberatungsstellen, Mütterberatungs-, Säuglings- und Kleinkinderfürsorgestellen.

Es war die Aufgabe der Hilfsstellen selbstständig tätig zu werden. Es wurden verschiedene Hilfsmaßnamen organisiert. Schwangere und Mütter konnten sich über Hilfen und Versorgungsansprüche beraten lassen.

Es wurden unterschiedliche Beihilfen gewährt z.B.

- in den Beratungen der sozialhygienischen wie auch ernährungswissenschaftlichen Bereichen
- in der Säuglingsfürsorge
- bei Arbeitsplatz-, Wohnungs- und Haushaltshilfen
- bei Pflegekinder
- im Vormundschafts- und Adoptionswesen

(vgl. Hansen 1991, S.23-24)

Die Hilfsstellen waren oft bewusst Gemeindenah. Die Leitungen dieser Einrichtungen übernahmen meist ortsansässige, ehrenamtlich tätige Laienkräfte die eng mit den Ortsverwaltern der NSV zusammenarbeiteten (vgl. Hansen 1991, S.23).

Die Fürsorgerinnen sammelten bei ihren Außendiensttätigkeiten Informationen über die Zielgruppen, z.B. den Gesundheitsstand und die Lebensverhältnisse der Menschen. Diese Informationen wurden an den leitenden Amtsarzt des Gesundheitsamtes weitergegeben (vgl. Schnurr 1997, S.39).

Ausgebaut wurden die Hilfsstellen meist in den sozial unterversorgten Regionen, wie auch in den ländlichen Bereichen.

Hierbei war es das Ziel der NSV, ein engmaschiges Erschließungs- und Beobachtungsnetz zu schaffen (vgl. Hansen 1991, S.23):

„Um so dicht wie nur irgend möglich an die einzelnen Familien heranzukommen.“ (Hansen 1991, S.23)

Zur Familienhilfe gehörten noch die Wohnungsfürsorge, die Arbeitsplatzhilfe und die Gewährung von Sachleistungen und Zuschüssen, wie Instandsetzungen von Wohnungen oder Umzugsbeihilfen.

Die Wohnungsfürsorge war dafür zuständig, dass die betreffenden Personen in ihren Wohnungen bleiben bzw. sich verbessern konnten oder aber auch die Erschaffung von neuen Wohnraum. Die wichtigste Aufgabe der Wohnungsfürsorge war es, die NSV einzuschalten wenn es Streitigkeiten in verschiedenen Bereichen gab. Wie z.B. bei Mietstreitigkeiten oder auch bei Räumungen.

Die Arbeitsplatzhilfe, die es noch bei dem HMuK gab, kümmerte sich in erster Linie um die Beschaffung von Arbeitsplätzen, bei denen die Frauen weiterhin ihre Aufgaben und Pflichten in der Familie nachkommen konnten.

In erster Linie war es das Ziel des HMuK, für die Mütter eine Erhaltung und Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit zu bewirken. Und somit wurde eng mit Hebammen, Ärzten, Gemeindeschwestern, öffentlichen Fürsorgestellen und dem Staatlichen Gesundheitsamt zusammen gearbeitet.

Die bedeutsamste Maßnahme des HMuK war die Müttererholung. Dabei sollte die Gesundheit und die Stärkung der Mutter gefördert werden. Sie wurde für einen kurzen, oder aber auch längeren Zeitraum von ihrer Familie getrennt und verschickt.

Damit die Familie in der Zeit nicht vernachlässigt wurde, wurde sie durch Nachbarn, Verwandte oder der Schwesternschaft der NSV ersetzt (vgl. Amedt, Göring, Kullik 1986, S. 69-70).

Wie auch schon in allen anderen sozialen Bereichen oder Einrichtungen, war die Unterstützung des Hilfswerkes Mutter und Kind ausschließlich für erbgesunde, arische und nur vorübergehend kranke, oder geschwächte junge Mütter gedacht (vgl. Amedt, Göring, Kullik 1986, S. 69-75).

2.2 Erholungsfürsorge

In dem Begriff Erholungsfürsorge obliegt das schon erwähnte Hilfswerk Mutter und Kind aber auch die (vgl. Hansen, 1991 S.19):

„Kinderlandverschickung, der Heimentsendung, der örtlichen Erholungspflege, der Auslandsverschickung und der erweiterten Kinderlandverschickung.“ (Hansen 1991, S.19)

Die Kinderfürsorge war ein Schwerpunkt des Hilfswerkes Mutter und Kind. Es handelte sich um Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 17 Jahren. Der Hintergedanke war es, den völkischen Bestand zu wahren und zu beschützen.

Bei der Kinderlandverschickung ging es darum, dass die Kinder und Jugendlichen in angeworbenen Familien der NSV für einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen Urlaub machen konnten. Diese Familien lebten auf dem Lande, wie auch in der Stadt. Kinder und Jugendliche die eine vorübergehende Gesundheitsschwäche oder anderweitige Erholungs- und Hilfsbedürftigkeit besaßen, wurden bevorzugt behandelt.

Ziel war es, dass die Kinder durch die Verschickung und durch deren Erlebnisse auf dem Land bzw. in der Stadt sich körperlich erholten und eine charakteristische Erziehung genossen.

Auch hier war wieder das faschistische Gedankengut zu sehen. Hintergrund der Kinderverschickung war es, dass es eine gesunde Jugend gab, die Volksorientiert war (vgl. Amedt, Göring, Kullik 1986, S. 72-73).

Von 1937 bis Ende 1942 wurden von der NSV 5 Millionen Kinder betreut.

Im Bereich der Erholungsfürsorge legte die NSV ihren Schwerpunkt 1933 in die Kostengünstige Unterbringung von Kindern in familiären Einzelpflegestellen.

Ziel der NSV war es jährlich 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 18 Jahren in die Erholungspflege zu bringen. Dies wurde nie erreicht. 1942 musste zugegeben werden, dass noch nicht einmal 50% der gesundheitsgefährdeten Kinder entsandt wurden.

Das Prinzip der Müttererholungsfürsorge war zwar nicht neu, aber die NSV hat dieses erheblich ausgebaut. So gab es über 100 Erholungsheime für Mütter (vgl. Hansen 1991, S.19-20).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Soziale Arbeit im Nationalsozialismus
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V262726
ISBN (eBook)
9783656515814
ISBN (Buch)
9783656515913
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale, arbeit, nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Sandra Runggas (Autor), 2012, Soziale Arbeit im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262726

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