Die aggressive Steuerplanung von Unternehmen gewinnt in der Öffentlichkeit zunehmend an Bedeutung. So hat die nationale Politik beispielsweise unlängst zum Kampf gegen aggressive Steuerplanung aufgerufen. Aber auch auf internationaler Ebene, unter anderem durch die EU-Kommission, beschäftigt man sich verstärkt mit der Thematik der aggressiven Steuerplanung und den ausgehenden Effekten auf die Wirtschaft.
In der wissenschaftlichen Forschung wurde die aggressive Steuerplanung vor allem im englischsprachigen Raum untersucht. Die Forscher beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, welche Determinanten die aggressive Steuerplanung der Unternehmen beeinflussen; speziell wurde in diesem Zusammenhang der Einfluss der Börsennotierung untersucht.
Einhergehend mit den Thematiken dieser angedeuteten Forschungen, wird in dieser Arbeit ebenfalls der Einfluss der Börsennotierung auf die aggressive Steuerplanung empirisch untersucht.
Ziel dieser Arbeit ist es dabei festzustellen, ob ein Einfluss von der Börsennotierung auf die langfristige aggressive Steuerplanung ausgeht und so ja, in welchem Maße die Steuerplanung hierdurch beeinflusst wird.
Zur Beantwortung der Frage, welchen Einfluss die Börsennotierung auf die aggressive Steuerplanung hat, werden 360 deutsche IFRS-Konzernabschlüsse über die Jahre 2007 bis 2011 empirisch untersucht und analysiert.
Hierfür wird zunächst ein genereller Überblick über den aktuellen Forschungsstand empirischer Studien gegeben, die ebenfalls den Einfluss der Börsennotierung auf die (aggressive) Steuerplanung thematisieren.
Nach diesem Überblick werden die wichtigsten thematischen Begrifflichkeiten der aggressiven Steuerplanung definiert und die Grundlagen der Steuerplanung erläutert. Basierend auf diesem theoretischen Hintergrund werden im Anschluss verschiedene Hypothesen hergeleitet.
Hauptbestandteil dieser Arbeit wird eine ausführliche empirische Analyse zur Prüfung der Hypothesen sein. Im Schlussteil werden die wichtigsten Ergebnisse noch einmal präsentiert, diskutiert und eine Antwort auf die Forschungsfrage gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturüberblick
3. Theorie
3.1 Begriffsdefinitionen
3.1.1 Aggressive Steuerplanung
3.1.2 Definition konforme und nicht-konforme Steuerplanung
3.2 Theoretische Grundlagen der Steuerplanung
3.3 Forschungsfrage und Hypothesen
4. Empirische Untersuchung
4.1 Datengrundlage
4.2 Messung der aggressiven Steuerplanung
4.3 Operationalisierung der Hypothesen
4.4 Deskriptive Statistik
4.4.1 Verteilung der Konzernsteuerquote
4.4.2 Mittelwertvergleich
4.4.3 Branchenspezifische Analyse
4.5 Lineare Regression
4.5.1 Regressionsanalyse
4.5.2 Modellevaulation
5. Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht empirisch, ob die Börsennotierung einen Einfluss auf die langfristige aggressive Steuerplanung deutscher Unternehmen hat. Hierfür werden 360 IFRS-Konzernabschlüsse für den Zeitraum 2007 bis 2011 analysiert, wobei die Konzernsteuerquote als zentrales Maß für nicht-konforme Steuerplanung fungiert.
- Einfluss der Börsennotierung auf die aggressive Steuerplanung
- Unterscheidung zwischen konformer und nicht-konformer Steuerplanung
- Empirische Analyse mittels Konzernsteuerquote
- Branchenspezifische Untersuchung der Steuerplanung
- Einfluss von Unternehmenscharakteristika wie Profitabilität und Verschuldung
Auszug aus dem Buch
3.2 Theoretische Grundlagen der Steuerplanung
Bevor Hypothesen gebildet und somit mit der Untersuchung des eigentlichen Forschungsthemas „Einfluss der Börsennotierung auf aggressive Steuerplanung“ begonnen werden kann, wird zuerst der theoretische Hintergrund der Steuerplanung von börsennotierten Unternehmen und nicht-börsennotierten Unternehmen unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Quellen erläutert.
Will ein Unternehmen festlegen, wie aggressiv es in der Steuerplanung vorgehen will, so vergleicht es den Nutzen, der sich aus der Steuerplanung ergibt mit den damit einhergehenden Kosten. Der Nutzen, den ein Unternehmen aus einer aggressiven Steuerplanung ziehen kann, ist eine geringere Steuerschuld und daraus resultierend verminderte Steuerzahlungen. Steuern stellen für Unternehmen signifikante Kosten dar, aus diesem Grund sollte es für Unternehmen generell ein Anliegen sein Steuern zu sparen, unabhängig ihrer Börsennotierung.
Ob börsennotierte Unternehmen aggressiver in der Steuerplanung agieren als nicht-börsennotierte Unternehmen hängt davon ab, ob sich die mit der Steuerplanung einhergehenden Kosten und Nutzen für börsennotierte und nicht-börsennotierte Unternehmen unterscheiden oder nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der aggressiven Steuerplanung und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Börsennotierung.
2. Literaturüberblick: Darstellung aktueller empirischer Studien, die unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Börsennotierung und Steuerplanung liefern.
3. Theorie: Definition der grundlegenden Begrifflichkeiten, Erläuterung der theoretischen Hintergründe und Herleitung der zu testenden Hypothesen.
4. Empirische Untersuchung: Beschreibung der Datengrundlage, der Messmethodik sowie Durchführung der deskriptiven Statistik und der Regressionsanalyse.
5. Diskussion und Ausblick: Zusammenfassende Interpretation der Ergebnisse und kritische Reflexion der Forschungsarbeit.
Schlüsselwörter
Aggressive Steuerplanung, Börsennotierung, Konzernsteuerquote, Effective Tax Rate, IFRS, Steuervermeidung, Kapitalmarkt, Regressionsanalyse, Unternehmensgröße, Profitabilität, Verschuldung, Verlustvortrag, Anlagenintensität, Deutschland, Empirische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der Börsennotierung eines Unternehmens und dessen Ausmaß an aggressiver Steuerplanung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die Definition von Steuerplanungsstrategien, die Rolle des Kapitalmarktdrucks sowie verschiedene betriebswirtschaftliche Einflussfaktoren auf die Steuerbelastung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob börsennotierte Unternehmen eine aggressivere Steuerplanung betreiben als nicht-börsennotierte Unternehmen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, die eine deskriptive Analyse sowie eine multivariate lineare Regressionsanalyse auf Basis von 360 Konzernabschlüssen nutzt.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil befasst sich mit der Operationalisierung der Hypothesen, der statistischen Auswertung der Konzernsteuerquote und der Prüfung der Modellgüte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Konzernsteuerquote (ETR), aggressive Steuerplanung, Kapitalmarktnotierung und verschiedene Kontrollvariablen wie Rentabilität und Verschuldungsgrad.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen konformer und nicht-konformer Steuerplanung eine Rolle?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da das verwendete Messinstrument, die Konzernsteuerquote, nur die nicht-konforme Steuerplanung abbilden kann.
Welches Ergebnis liefert die Regressionsanalyse in Bezug auf die Haupthypothese?
Die Hypothese, dass die Börsennotierung die nicht-konforme aggressive Steuerplanung steigert, konnte statistisch nicht bestätigt werden.
Welche Variablen zeigten signifikante Einflüsse auf die Konzernsteuerquote?
Signifikante Einflüsse zeigten insbesondere die Gesamtkapitalrentabilität, die Anlagenintensität, die Unternehmensgröße und das Vorliegen von Verlustvorträgen.
Welche Einschränkungen werden für die Ergebnisse genannt?
Die Autorin weist auf mögliche Verzerrungen durch die Steuerreform von 2008 sowie durch die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Unternehmenskennzahlen hin.
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- Alexander Hartwig (Author), 2013, Einfluss der Börsennotierung auf aggressive Steuerplanung - eine empirische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262727