Cogito ergo sum. Das Cogito-Argument und seine Position bezüglich des Skeptizismuses


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
18 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 René Descartes, der Begründer des modernen Denkens

2. Hauptteil
2.1 Die Radikalisierung des methodischen Zweifels
2.2 Drei Stufen des „methodischen Zweifels“
2.2.1 Zweifeln hinsichtlich der kognitiven Grundlage
2.3 Zweifel hinsichtlich des kognitiven Zustandes
2.4 Zweifel hinsichtlich der kognitiven Autonomie
2.5 Das Cogito-Argument

3. Descartes Cogito-Argument bezüglich des Skeptizimuses
3.2 Descartes und der Skeptizismus

4.Schlussteil
4.1 Schlussfolgerung

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

1.1 René Descartes, der Begründer des modernen Denkens

Die folgende Hausarbeit hat den Schwerpunkt das Cogito-Argument darzustellen und seine Beziehung zum Skeptizismus zu erläutern. Eine der ersten Fragen die man sich aus Interesse stellt ist folgende: Wer war der Begründer/Herausgeber dieses Arguments? Es war René Descartes (31. März 1596 – 11.März 1650). Descartes, der noch in Fachkreisen wie von Arthur Schopenhauer, Vater der neueren Philosophie und Begründer des modernen Denkens bezeichnet wurde, war von Hause aus Mathematiker und Naturwissenschaftler. Descartes lebte circa 100 Jahre vor der Blütezeit der Aufklärung, jedoch hatte er schon die Fundamente dafür geschaffen. Sozusagen lebte er in der Zeit des Umbruches zwischen der Renaissance und der Aufklärung. Manche Menschen meinen die Todesursache Descartes wäre eine Lungenentzündung gewesen, andere glauben er wäre vergiftet worden, da seine Denkweise der kirchlichen widersprach. Hier entsteht ein Problem, denn was kann von diesen zwei Aussagen angezweifelt werden und was nicht? Was ist sicher passiert und was nicht? Genau der Zweifel selbst ist der Kern dieser Hausarbeit, da Descartes den zweifel als Stütze seiner Theorie nimmt.

2. Hauptteil

2.1 Die Radikalisierung des methodischen Zweifels (die cartesische Zweifelsstrategie)

Some years ago I was struck by the large number of falsehoods that I had accepted as true in my childhood and by the highly doubtful nature of the whole edifice that I had subsequently based on them. I realized that it was necessary, once in the course of my life, to demolish everything completely and start again right from the foundations if I wanted to establish anything at all in the sciences that was stable and likely to last.[1]

Mit diesen Sätzen leitet Descartes die erste Mediation ein. In diesen Sätzen will Descartes demonstrieren, dass er vieles im Leben aufgenommen hatte was er als wahr und gewiss ansah jedoch falsch war. Der Ausgangspunkt von Descartes Überlegungen soll es sein, „ ein zweifelfreies Wissenssystem[2] zu konstruieren, was nicht angezweifelt werden kann und ein Fundament des „wahren“ Wissens anbietet. Descartes Meinung nach: „ [...]müsse einmal im Leben alles von Grund auf umstürzen und von den ersten Grundlagen an ganz neu anfangen, wenn […] er endlich einmal Festes und Bleibendes in der Wissenschaft errichten wollte[3] Für Descartes zeigen die alltäglichen Lebenserfahrungen, dass vieles Zweifel hat und ungewiss ist und um etwas Zweifelfreies und wahres zu finden, werden alle früheren Meinungen durch seinen methodischen Zweifel geprüft. Descartes war von Haus aus Mathematiker. Er suchte nach einer Gewissheit (Gewissheit der Sätze) welche man in der Mathematik vorfindet. 2+2=4 oder a²+b²=c², dies sind Sätze die unzweifelhaft wahr sind und immer und überall gelten. Descartes Tätigkeit ist die Erarbeitung erster allgemeiner Prinzipien des Wissens, deren Wahrheit so gesichert sein soll, wie die mathematische Aussage, dass 2+2=4 ist. Diese Wahrheit soll als Fundament zu allen Wissenschaften dienen. Er sucht sozusagen einen archimedischen Punkt allen Wissens. Um diese Wahrheit heraus zu filtern zweifelt Descartes alles an (die Methode universelles Zweifeln). Er will alles wo auch nur der geringste Zweifel möglich ist als „falsch“ ansehen in der Hoffnung, dass doch etwas übrig bleibt auf dem sich am besten oder schlechtesten Willen nicht zweifeln lässt. Descartes Zweifelsstrategie auch noch cartesische Zweifelsstrategie, was nach ihm benannt wurde, ist in drei unterschiedliche Stufen eingeteilt. In diesen Stufen wird er die sinnliche und leibliche Wahrnehmung in Frage stellen, zweifeln ob wir wachen oder träumen und konstruiert ein Wesen der unser Handeln lenkt und uns in allem täuschen kann.

2.2 Drei Stufen des „methodischen Zweifels“

2.2.1 Zweifeln hinsichtlich der kognitiven Grundlage (Sinnestäuschung)

Alles nämlich, was ich bisher am ehesten für wahr gehalten habe, verdanke ich den Sinnen oder die Vermittlung der Sinne. Nun aber bin ich dahinter gekommen, daβ diese uns bisweilen täuschen […][4] Descartes zweifelt als erstes all unsere Sinneseindrücke von der Außenwelt (z.B.: Bäume, Tiere, Menschen…) an, da für ihn diese nicht optimal täuschungsfrei sind. Nach Descartes: „ it is prudent never to trust completely those who have deceived us even once“ [5] Mit dieser Aussage will Descartes uns deutlich machen, dass wir nichts vertrauen sollen indem wir uns schon einmal getäuscht haben oder den kleinsten Anschein besitzt uns zu täuschen. Ein Beispiel einer solchen Täuschung ist das optische Brechen eines Objektes oder Lichtstrahles im Übergang zwischen zwei verschieden Medien (Luft, Glas…)

Wenn man einen Teil eines Astes ins Wasser hält, hat man den Verdacht dass dieser bricht da man dies visuell betrachten kann, zieht man den Ast jedoch aus dem Wasser, bemerkt man, dass dieser nicht gebrochen ist oder sonst irgendwie seine Struktur verändert hat. (Das einzige was man beobachten kann ist, dass der Ast minimal an Gewicht zugenommen hat wegen dem Wasser der auf ihm ist oder von ihm absorbiert wurde). Wir wurden Opfer einer Täuschung, einer optischen Täuschung. Anzweifeln kann man auch, dass Anschauungen eines Gegenstandes oder Menschen dieses auch korrekt präsentieren. Täuschungen werden immer nur später erkannt, deshalb kann sich jede aktuelle Wahrnehmung im Nachhinein als Irrtum erweisen. Mit dieser Sichtweise soll man: „[…] allen Sinneswahrnehmungen zu misstrauen und schließlich alle Ergebnisse der Naturwissenschaft und selbst die Thesen der Existenz seines eigenen Körpers sowie einer materiellen Außenwelt zurückweisen.“ [6] So schlussfolgert man, dass unsere Sinneswahrnehmung uns täuscht und kann uns auch in Zukunft täuschen. Somit kann unsere sinnliche und leibliche Wahrnehmung nicht als Fundament des Wissens dienen, da diese nicht gewiss ist und durch optische Täuschungen, mentaler Beeinträchtigungen, Wahnsinn oder Halluzinationen getäuscht werden kann. [7]

Rosenberg argumentiert diese Überlegungen so [8]:

(1) Meine Sinne trügen mich manchmal.
(2) Deshalb kann es sein, dass meine Sinne mich immer tügen.

Formal wäre es dann so:

(1) x ist manchmal F.
(2) Deshalb kann es sein, dass x immer F ist.

Setzt man nun in diese Form diesen Inhalt ein:

(1) Gemälde sind manchmal Fälschungen.
(2) Deshalb könnte es sein, dass Gemälde immer Fälschungen sind.

Wir können vermuten, dass Descartes Argument nicht notwendig zu einer wahren Konklusion führt. Ein anderer Punkt ist, dass der Zweifel der Sinne, wenn dieser wahr wäre, zu einem Zweifel über die materiellen Dinge führt. Wir können auch kein Zweifel auf nicht-empirische Dinge haben, wie die Mathematik oder ob wir in einer Kausalrelation zu wirklich vorhandenen Dingen stehen, die wir nur nicht richtig wahrnehmen. [9]

[...]


[1] HUEMER, Michael: Epistemology, Contemporary Readings, S.515.

[2] ROCKENFELD, Greta: Die Erkenntnistheorie Descartes, S.8.

[3] DESCARTES, Rene: Meditationes de Prima Philosophia. S S.63.

[4] DESCARTES, Rene: Discours de la Méthode /Bericht über die Methode . S.47.

[5] HUEMER, Michael: Epistemology, Contemporary Readings , S.516

[6] RUβ : Wissenschaftstheorie, S.26.

[7] Vgl.: RÖD, Wolfgang: Die Philosophie der Neuzeit 1. Geschichte der Philosophie. S.69.

[8] Vgl.: ROSENBERG, Jay F.: Philosophieren: Ein Handbuch für Anfänger, S.33.

[9] Vgl.:PERLER, Dominik : Descartes-Eine kurze Einführung, S.75.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Cogito ergo sum. Das Cogito-Argument und seine Position bezüglich des Skeptizismuses
Hochschule
Université du Luxembourg  (Flshase)
Note
1.0
Autor
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V262738
ISBN (eBook)
9783656514329
ISBN (Buch)
9783656513957
Dateigröße
595 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
descartes, cogito, ergo, sum
Arbeit zitieren
Dino Agovic (Autor), 2012, Cogito ergo sum. Das Cogito-Argument und seine Position bezüglich des Skeptizismuses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262738

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