Die Fahrradbranche durchlebte in der Vergangenheit immer wieder Konsolidierungs- und Boomphasen. Zuletzt sank die Nachfrage nach Rädern stetig. Derzeit legen, im Gegensatz zu Holland (30%), rund 12% der Deutschen ihren täglichen Weg mit dem Rad zurück. Des Weiteren werden von den 66. Mio. Fahrrädern in Deutschland nur knapp die Hälfte regelmäßig genutzt. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen der deutschen Fahrradhersteller wider. Ist dies auch die Entwicklung der Zukunft? Wird Deutschland auch weiterhin eine Autofahrernation bleiben? Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der künftigen Entwicklung des größten Fahrradhersteller Deutschlands, dem ostdeutschen Fahrradhersteller die „Mifa AG“. Die Cash-Flow-Planung ist hierbei die wichtigste Methode. Diese dient als Grundlage zur Berechnung der Kapitalflüsse und des jeweiligen Unternehmenswertes. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit erfolgt eine kurze Zusammenfassung der unternehmensbezogenen Daten und wichtigsten Informationen über die Mifa AG. In einer detaillierten Vergangenheitsanalyse wird anschließend die Entwicklung der historischen Kennzahlen erörtert. Ferner ist die Position des Unternehmens, hinsichtlich des wettbewerblichen Umfeldes und des Fahrradmarktes, in der Marktanalyse dargestellt. In diesem Zusammenhang werden die Derby Cycle Werke und die Accell Group zum Vergleich herangezogen. Anschließend erfolgt die Prognose der FCF-Planung für die Jahre 2010 bis 2012. Diese untergliedert sich in die Teilkomponenten der Umsatz-, der Aufwands-, der Investitions- und der Working-Capital-Planung. Innerhalb der einzelnen Segmente werden repräsentativ für Plan -GuV und -Bilanz bestimmte Posten und Kennzahlen näher betrachtet und analysiert. Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse im Schlussteil zusammengefasst und die langfristige Wachstumsrate der Mifa AG prognostiziert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unternehmensprofil
3 Vergangenheitsanalyse
3.1 Kennzahlenanalyse
3.2 Marktanalyse
3.2.1 Fahrradmarkt
3.2.2 Wettbewerber
3.3 SWOT‐ Analyse
4 Cash‐Flow‐Planung
4.1 Umsatzplanung
4.2 Aufwandsplanung
4.3 Investitionsplanung
4.4 Working‐Capital‐Planung
4.5 Free‐Cash‐Flow‐Planung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, eine fundierte Prognose der künftigen Cash-Flow-Entwicklung für den größten deutschen Fahrradhersteller, die Mifa AG, für den Zeitraum 2010 bis 2012 zu erstellen und daraus eine Einschätzung zur langfristigen Unternehmenswertentwicklung abzuleiten.
- Analyse der historischen Unternehmensdaten und Kennzahlenentwicklung
- Untersuchung des wettbewerblichen Umfelds und des Fahrradmarktes
- Prognose der Umsatz- und Aufwandsentwicklung unter Berücksichtigung der E-Bike-Strategie
- Bewertung der Investitionspolitik und des Working-Capitals
- Herleitung der Free-Cash-Flow-Planung als Grundlage für die Unternehmensbewertung
Auszug aus dem Buch
3.1 Kennzahlenanalyse
Die Mifa AG ist der größte Fahrradhersteller in Deutschland. Im Jahr 2006 konnte das Unternehmen einen Umsatz von 77,55 Mio. € erwirtschaften. Dieser resultiert aus dem Verkauf von etwa 637.000 Fahrrädern und dem Erlös aus Dienstleistungen, wie der Reparatur eigener Erzeugnisse bzw. Ersatzteillieferungen. Geprägt wurde das Jahr 2006 vor allem durch den Erwerb der gattus233 GmbH des Finanzinvestors „Lone Star Funds“ für 8 Mio. Euro. Dieser hatte zuvor Vorräte, Lagerbestände und Kundenaufträge der Biria-Gruppe übernommen, die dadurch zu 100% an die Mifa AG übergingen.4 Trotz eines damit verbunden Umsatzanstiegs i.H.v. 77,55 Mio. Euro auf 105,53 Mio. Euro von 2006 auf 2007, musste das Unternehmen im darauffolgenden Jahr einen Jahresfehlbetrag von 1,4 Mio. Euro verbuchen. Dieser gründete sich aus dem einmaligen Sondereffekt von 4,2 Mio. durch die Integration der Biria. Obwohl der Umsatz im Jahr 2008 auf 97,47 Mio. Euro sank, konnte die Mifa ein besseres operatives Ergebnis als zuvor erwirtschaften. Der Jahresüberschuss liegt im Geschäftsjahr 2008 bei 1,16 Mio. €.
Als Ergebnis vor Zinsen und Steuern werden 3,8 Mio. € ausgewiesen, nach nur 0,4 Mio. € im Vorjahr. Die EBIT- Marge stieg ebenfalls von 0,48% auf 3,9%. Ausschlaggebend dafür sei, laut Management der Mifa AG, die neue Strategie der Gesellschaft nur noch margenstarke Aufträge anzunehmen.5 Die Mifa AG erzielte im Geschäftsjahr 2009 lediglich Umsatzerlöse i.H.v. 79,64 Mio. Euro, etwa 18,3% weniger als im Jahr zuvor. Insgesamt sank der Absatz an verkauften Fahrrädern auf 614.000 Stück, im Geschäftsjahr 2008 waren es hingegen 752.000 Stück. Der ostdeutsche Fahrradhersteller setze 66,2% in Deutschland um, die restlichen 33,8% wurden in den Ländern der europäischen Union und den Drittländern erlangt. Laut Management beeinflussten die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zunehmend die Geschäftstätigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Marktsituation der deutschen Fahrradbranche ein und stellt die Mifa AG sowie die angewandte Methode der Cash-Flow-Planung zur Unternehmensbewertung vor.
2 Unternehmensprofil: Dieses Kapitel skizziert die Historie, den Produktionsstandort Sangerhausen, die Produktpalette inklusive E-Bikes sowie die Kundenstruktur des Unternehmens.
3 Vergangenheitsanalyse: Dieser Abschnitt wertet historische Unternehmenskennzahlen, die Marktsituation im Fahrradsektor sowie das Wettbewerbsumfeld mittels einer SWOT-Analyse aus.
4 Cash‐Flow‐Planung: Hier erfolgt die detaillierte Prognose der Umsatz-, Aufwands-, Investitions- und Working-Capital-Strukturen, um den Free-Cash-Flow für die Jahre 2010 bis 2012 zu berechnen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Prognoseergebnisse und spricht auf Basis der erwarteten positiven FCF-Entwicklung eine Empfehlung für die Mifa AG als Finanzanlage aus.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Mifa AG, Cash-Flow-Planung, Free-Cash-Flow, Fahrradindustrie, E-Bike-Markt, Marktanalyse, Investitionsplanung, Working-Capital, Umsatzprognose, EBIT-Marge, Kennzahlenanalyse, Finanzanlage, Bilanzplanung, Wettbewerbsumfeld.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Unternehmensbewertung der Mifa AG durch eine detaillierte Prognose ihrer zukünftigen Cash-Flows für den Zeitraum 2010 bis 2012.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Analyse konzentriert sich auf die historische Kennzahlenentwicklung, die Marktpositionierung gegenüber Wettbewerbern wie der Accell Group sowie die operative Zukunftsplanung des Unternehmens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel besteht darin, auf Basis einer fundierten Cash-Flow-Prognose das langfristige Wachstumspotenzial der Mifa AG zu ermitteln und eine fundierte Einschätzung zur Eignung als Finanzanlage zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Methode der Free-Cash-Flow-Planung (FCF), unterteilt in Umsatz-, Aufwands-, Investitions- und Working-Capital-Planung nach der Definition von Behringer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vergangenheitsanalyse der Unternehmensdaten und eine detaillierte, segmentorientierte Cash-Flow-Planung für die Jahre 2010 bis 2012.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unternehmensbewertung, Cash-Flow-Planung, E-Bike-Wachstumsmarkt, EBIT-Marge und Working-Capital-Management.
Welche Rolle spielen E-Bikes für die Prognose der Mifa AG?
E-Bikes werden als zentraler Wachstumstreiber identifiziert, auf den sich die Mifa AG verstärkt konzentriert, um von der steigenden Nachfrage und der Verschiebung hin zu hochwertigeren Produkten zu profitieren.
Warum ist die Investition in das automatisierte Lager für die Planung relevant?
Das automatisierte Lager wird als Rationalisierungsinvestition betrachtet, die dazu dient, die Lagerumschlagshäufigkeit zu erhöhen und die Produktionsprozesse effizienter zu gestalten, was den FCF positiv beeinflusst.
- Citar trabajo
- Michaela Mechow (Autor), 2011, Unternehmensbewertung der MiFa AG, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262801