Das „dortmund-project“ wird aus ökonomischer sowie soziologischer Sicht betrachtet: Warum waren die Planenden des Projektes vor über 10 Jahren so zuverlässig, dass ausgerechnet eine Clusterstruktur hilfreich und erfolgreich sein würde? Was zeichnen solche Cluster aus – jenseits der reinen Branchen- und Unternehmensorientierung? Welcher Typ Mensch arbeitet dort, wie interagieren diese Menschen miteinander und wie wirkt sich das wiederum auf die angrenzende Region aus?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung und theoretischer Bezugsrahmen
3 Beschreibung und Analyse der Fallstudie: „dortmund-project“
4 Schlussfolgerungen und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das „dortmund-project“ aus einer wirtschaftssoziologischen Perspektive, um zu analysieren, welche soziologischen Erfolgsfaktoren – jenseits rein ökonomischer Kennzahlen – maßgeblich für die Entwicklung und Nachhaltigkeit von Industrieclustern in einer von Strukturwandel betroffenen Großstadt sind.
- Grundlagen der Cluster-Theorie und wirtschaftssoziologische Einordnung
- Netzwerkanalytische Erfolgsfaktoren (Starke vs. Schwache Bindungen)
- Konzept der Koopetition im Spannungsfeld von Wettbewerb und Kooperation
- Empirische Fallstudie zum Strukturwandel durch das „dortmund-project“
- Analyse der sozio-ökonomischen Auswirkungen auf das urbane Umfeld
Auszug aus dem Buch
3) Beschreibung und Analyse der Fallstudie: „dortmund-project“
Dortmund ist eine westfälische Großstadt, die wie das sie umgebende Ruhrgebiet über viele Jahrzehnte als florierender Industriestandort zunächst für Kohlegewinnung und später für Stahlerzeugung und –verarbeitung bekannt war. Ende der 1970er Jahre, als es noch 325.000 Erwerbstätige bei einer Einwohnerzahl von gut 590.000 in der Stadt gab, setzte jedoch die sogenannte Stahlkrise ausgelöst durch weltweite Überkapazitäten sowie Konkurrenz aus Billiglohnländern ein. Als Folge wurden viele Konzerne vor Ort fusioniert oder verschwanden ganz, womit innerhalb kurzer Zeit Zehntausende von Arbeitsplätzen verloren gingen.
Recht schnell reagierte die Stadt Dortmund mit kommunalpolitischen Maßnahmen und versuchte mit der Gründung von Universitäten wie der Rhein-Ruhr-Universität sowie Forschungszentren wie dem TechnologiePark auf zukunftsweisendere Branchen zu setzen. Dennoch konnte auch so eine hohe Arbeitslosigkeit nicht verhindert werden, die Ende des letzten Jahrtausends mit einer Quote von 16,6% sowie der Fusion des größten lokalen Arbeitgebers Krupp AG mit der Thyssen AG und der damit verbundenen Sitzverlagerung nach Essen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert den wirtschaftlichen Strukturwandel Dortmunds und führt in die Fragestellung ein, ob Cluster-Strukturen über rein ökonomische Aspekte hinaus soziologische Mehrwerte für eine Region bieten können.
2 Problemstellung und theoretischer Bezugsrahmen: Dieses Kapitel erarbeitet die wissenschaftliche Grundlage, indem es Cluster-Konzepte von Porter mit soziologischen Erkenntnissen zur Netzwerkforschung, starken wie schwachen Bindungen und dem Prinzip der Koopetition verknüpft.
3 Beschreibung und Analyse der Fallstudie: „dortmund-project“: Hier wird die praktische Umsetzung des Projekts in Dortmund beschrieben, wobei die Entwicklung der verschiedenen Branchencluster unter Berücksichtigung der soziologischen Erfolgsfaktoren analysiert wird.
4 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das Fazit bewertet das „dortmund-project“ als Erfolg, insbesondere durch seine positive Wechselwirkung auf die Stadtentwicklung und die soziale Aufwertung betroffener Stadtteile trotz nicht voll erreichter quantitativer Planzahlen.
Schlüsselwörter
Dortmund-project, Cluster, Wirtschaftssoziologie, Strukturwandel, Netzwerkforschung, Weak Ties, Koopetition, Innovationsstandort, Stadtentwicklung, Mikrosystemtechnik, Wissensarbeit, Soziale Netzwerke, Regionale Wirtschaftsförderung, Standortfaktor.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das städtische Entwicklungsprojekt „dortmund-project“ aus einer wirtschaftssoziologischen Perspektive, um die Erfolgsfaktoren von Zukunftsbranchen-Clustern nach dem industriellen Strukturwandel zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Cluster-Theorie, die soziologische Netzwerkforschung (insbesondere Bindungstypen), das Konzept der Koopetition sowie die praktische Stadt- und Wirtschaftsentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob und warum Cluster-Strukturen jenseits rein ökonomischer Erwartungen als erfolgreich zu bewerten sind, wenn man soziale Prozesse und Netzwerke mit einbezieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein theoriegeleiteter Ansatz der Wirtschaftssoziologie gewählt, der Konzepte der Netzwerkanalyse auf ein konkretes Fallbeispiel (Dortmund) anwendet und durch verfügbare Daten validiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der theoretischen Fundierung (Porter, Granovetter, Luhmann) und überträgt diese Erkenntnisse auf die vier Dortmunder Cluster-Bereiche (MST, IT, Logistik, Biotechnologie).
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Strukturwandel, soziale Netzwerke, Koopetition, regionale Cluster und Standortentwicklung.
Wie definiert die Autorin den Begriff „Koopetition“ im Kontext des „dortmund-project“?
Koopetition wird als notwendiges Spannungsfeld beschrieben, in dem Wettbewerber innerhalb eines Clusters durch geteilte Infrastrukturen und soziale Interaktion zu Kooperationspartnern werden.
Warum wird das „dortmund-project“ trotz verfehlter Planzahlen als Erfolg bezeichnet?
Der Erfolg begründet sich durch die positive Wechselwirkung auf die Stadtentwicklung, die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen und die nachhaltige soziale Aufwertung ehemaliger Industrieflächen.
Welche Rolle spielen „weak ties“ für das Funktionieren der Dortmunder Cluster?
„Weak ties“ (schwache Bindungen) werden als entscheidend für den Wissensaustausch und die Innovationskraft angesehen, gefördert durch lokale Infrastrukturen wie Cafés und regelmäßige Netzwerkveranstaltungen.
- Citation du texte
- Jennifer Jablonski (Auteur), 2013, Cluster: Fallstudie "dortmund-project", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262891