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Eine exemplarische Untersuchung der Integration der schlesischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Landkreis Main-Spessart

"Nicht auf den Koffern sitzen geblieben ..."

Title: Eine exemplarische Untersuchung der Integration der schlesischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Landkreis Main-Spessart

Pre-University Paper , 2005 , 27 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michael Martin Nachtrab (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Meine Facharbeit beleuchtet ein Thema, das bis jetzt nur sehr wenig Interesse in der Öffentlichkeit fand: die Integration der schlesischen Heimatvertriebenen im Landkreis Main-Spessart. Zwar gerieten durch Günter Grass Buch „Im Krebsgang“ in den letzten Jahren sehr oft die Leidengeschichten der Flüchtlinge aus den ehemaligen Reichsgebieten östlich der Oder-Neiße-Linie ins öffentliche Gespräch und auch die Diskussion über die Entschädigungen der Heimatvertriebenen durch die polnische Regierung wurde durch diverse Gesellschaften vorangetrieben – in jüngster Zeit durch die Preußische Treuhand - doch über die Schicksale dieser Personen, die im Nachkriegsdeutschland massiv unter Vorurteilen, Hunger und einem Gefühl, im eigenen Land nicht erwünscht zu sein, litten, erfährt man nur sehr wenig bis rein gar nichts. Als im Jahr 1969 das Vertriebenministerium der Bundesregierung schließt, gilt die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen als erfolgreich abgeschlossen. Doch kann man wirklich davon ausgehen, dass die Regierung die Integration erfolgreich vorantrieb und beendete? Oder entspricht vielmehr die Behauptung, die Flüchtlinge hätten sich selbst ohne Hilfe von außen integriert, der Wahrheit? Brachte das Wirtschaftswunder der 50er Jahre den entscheidenden Faktor zur Integration oder waren es – wie Hans Georg Lehmann in seinem Buch „Der Oder-Neiße-Konflikt“ behauptet – die Flüchtlinge und Vertriebenen, denen Deutschland das Wirtschaftswunder zu verdanken hat? Unter dem Titel „Nicht auf den Koffern sitzen geblieben ... – eine exemplarische Untersuchung der Integration der schlesischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Main Spessart“ versuche ich mögliche Antworten auf diese Fragen zu geben.

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Inhaltsverzeichnis

0. Vorwort

1. Der historische Hintergrund

1.1 Die Problematik der deutschen Minderheiten vor dem Zweiten Weltkrieg

1.2 Die Flucht und Vertreibung der Schlesier

1.3 Aufnahmegebiete und -orte

2. Zeitzeugen berichten über die Integration im Landkreis Main-Spessart

2.1 Wally Henning

2.2 Heinz Häring

2.3 Irmgard Grimm

3. Vergleich der Einzelschicksale untereinander und mit der allgemeinen Lage der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern

3.1 Integration von staatlicher Seite

3.2 Integration seitens der Bevölkerung

3.3 Integration von den Schlesiern ausgehend

3.4 Resümee

4. Nachwort

5. Dokumente

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht exemplarisch die Integration schlesischer Heimatvertriebener im Landkreis Main-Spessart nach dem Zweiten Weltkrieg. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der offiziell als abgeschlossen betrachteten Integration und den tatsächlichen, oft entbehrungsreichen Erlebnissen der Vertriebenen aufzuzeigen sowie die Rolle der lokalen Bevölkerung und staatlicher Maßnahmen kritisch zu beleuchten.

  • Historische Ursachen von Flucht und Vertreibung.
  • Empirische Fallstudien anhand von Zeitzeugenaussagen.
  • Staatliche Integrationsbemühungen versus soziale Ausgrenzung.
  • Bedeutung der Konfession und sozialen Akzeptanz in neuen Heimatorten.
  • Der Beitrag der Schlesier zum wirtschaftlichen Wiederaufbau.

Auszug aus dem Buch

1.2 Die Flucht und Vertreibung der Schlesier

In Schlesien begann die erste Fluchtwelle im Februar 1945, als die sowjetische Armee bereits die Grenzen Schlesiens übertreten hatte. Der Grund für die späte Flucht war die Propaganda der Nationalsozialisten und der Irrglaube der Bevölkerung in Schlesien, fernab des alliierten Städtebombardements, sicher zu sein. Selbst als die schlesische Stadt Breslau von der roten Armee umstellt war, wurden deren 630 000 Bewohner gezwungen die Stadt um jeden Preis zu verteidigen. Für die Nationalsozialisten war klar, dass Schlesien als wichtiges Kohlerevier und Industriegebiet möglichst lange gehalten werden musste. Erst als die Propagandaapparate der nationalsozialistischen Diktatur versagten, wurden die Herden der Flüchtlinge, meistens Kinder, Frauen und Greise, größer.

Mit dem Vorschreiten der Sowjets begann auch die wilde Vertreibung, da sich Polen, ermuntert von Stalin, durch die rasche Umsiedelung der Schlesier eine Sicherung großflächiger Gebiete erhoffte. Stalin unterstützte diese Vertreibung aufgrund dem Vorhaben, Polen zu einem starken Satellitenstaat zu machen, wofür ein großes minderheitenfreies Gebiet nötig war. Erst in der Konferenz von Potsdam im August 1945 wurde aus der wilden Vertreibung eine völkerrechtlich abgesegnete, doch Fakt ist auch, dass Artikel 13 (Dokument 5.1) der Potsdamer Versammlung einen Aufschub der Vertreibung fordert.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Integration schlesischer Heimatvertriebener und Erläuterung der Motivation für die wissenschaftliche Untersuchung.

1. Der historische Hintergrund: Darstellung der Vorgeschichte durch die Problematik der deutschen Minderheiten sowie die Phasen der Flucht und Ankunft in den Zielgebieten.

2. Zeitzeugen berichten über die Integration im Landkreis Main-Spessart: Detaillierte Fallbeschreibungen der Schicksale von Wally Henning, Heinz Häring und Irmgard Grimm.

3. Vergleich der Einzelschicksale untereinander und mit der allgemeinen Lage der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern: Analyse der staatlichen Integrationsarbeit, der Rolle der einheimischen Bevölkerung und der Eigenleistung der Vertriebenen.

4. Nachwort: Reflexion über die Bedeutung der Integrationsforschung über den Einzelfall hinaus im Kontext der deutschen Geschichte.

5. Dokumente: Sammlung relevanter Quellentexte und statistischer Daten zur Untermauerung der Untersuchung.

Schlüsselwörter

Integration, Heimatvertriebene, Schlesien, Landkreis Main-Spessart, Flucht, Vertreibung, Zeitzeugen, Nachkriegszeit, Wiederaufbau, Konfession, Lastenausgleich, soziale Ausgrenzung, Minderheitenproblematik, Identitätsverlust, Umsiedelung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Integration schlesischer Heimatvertriebener im Landkreis Main-Spessart nach 1945 und hinterfragt kritisch, wie erfolgreich dieser Prozess für die Betroffenen tatsächlich war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung behandelt die historische Fluchtursache, die Aufnahme der Vertriebenen durch die lokale Bevölkerung und die staatlichen Rahmenbedingungen für eine Eingliederung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Integration zu zeichnen, indem persönliche Schicksale mit den offiziellen politischen Einschätzungen der Nachkriegszeit konfrontiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus historischer Literaturanalyse und einer qualitativen Auswertung von drei Zeitzeugeninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den Schicksalsberichten der Zeitzeugen insbesondere die staatlichen Integrationsmaßnahmen und das soziale Klima im Landkreis Main-Spessart analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Integration, Heimatvertriebene, Schlesien, Zeitzeugen, Nachkriegszeit und soziale Ausgrenzung.

Warum war die Konfession in manchen Dörfern ein Integrationshindernis?

Besonders in konfessionell homogenen Gebieten wie dem katholischen Spessart führte die protestantische Herkunft vieler Schlesier zu Vorurteilen und sozialer Distanz seitens der Einheimischen.

Welche Rolle spielte die wirtschaftliche Eigeninitiative?

Die Schlesier leisteten durch hohen Arbeitseinsatz und eigene Geschäftsideen (z. B. Bäckerhandwerk, Bestattungsinstitute) einen wesentlichen Beitrag zur lokalen Wirtschaft, was langfristig ihre Akzeptanz in der Gemeinschaft förderte.

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Details

Title
Eine exemplarische Untersuchung der Integration der schlesischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Landkreis Main-Spessart
Subtitle
"Nicht auf den Koffern sitzen geblieben ..."
Grade
1,7
Author
Michael Martin Nachtrab (Author)
Publication Year
2005
Pages
27
Catalog Number
V262993
ISBN (eBook)
9783656517580
ISBN (Book)
9783656517634
Language
German
Tags
eine untersuchung integration flüchtlinge heimatvertriebenen landkreis main-spessart nicht koffern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Martin Nachtrab (Author), 2005, Eine exemplarische Untersuchung der Integration der schlesischen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen im Landkreis Main-Spessart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262993
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