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Zur Entwicklung des Fremdwortdiskurses im Deutschen

Título: Zur Entwicklung des Fremdwortdiskurses im Deutschen

Trabajo Escrito , 2013 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Luise Glistau (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Genau wie zahlreiche andere sprachwissenschaftliche Termini verweist auch der Ausdruck Fremdwort auf keine in irgendeiner Weise natürlich vorgegebene, absolute Größe, sondern ist vielmehr ein extrem konsensgebundener und damit relativer Begriff. Sicherlich berechtigt wäre der Einwand, das gelte grundsätzlich für geisteswissenschaftliche Termini, „ja Wörter überhaupt, da sie sich erst im Feld der sie semantisch umgebenden Wörter genau bestimmen lassen.“
Auf Fremdwort aber trifft zu, dass sich der Ort, den der Ausdruck in seinem Feld einnimmt, von Autor zu Autor, von Zeit zu Zeit, von Situation zu Situation so stark ändern kann, wie das nur bei wenigen linguistischen Termini der Fall ist.
Fremdwörter sind folglich immer das, was die Autoren dazu erklären und diese Erklärungen wandeln sich je nach sprachtheoretischer, gesellschaftlicher, politischer oder ästhetischer Überzeugung. Ein Überblick darüber, welche Eigenschaften das Konzept Fremdwort für unterschiedliche Autoren zu unterschiedlichen Zeiten besaß oder besitzt, wird immer lückenhaft sein und kann daher lediglich das Ziel haben, zentrale Motive und Argumentationslinien vorzustellen. Auf der Grundlage dieser Überlegungen soll in der vorgegeben Arbeit eine Auseinandersetzung mit Fremdwörter erreicht werden, die zur Beantwortung der Frage, ob und inwiefern die Teilung des deutschen Wortschatzes in Erb-, Lehn- und Fremdwortschatz heutzutage sachlich angemessen und für die sprachwissenschaftliche Beschreibung von Vorteil ist, beitragen kann.
Den Beginn der Arbeit bildet dazu die Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des Fremdwortdiskurses in Deutschland mit Bezug auf die Entstehung der Fremdwortlexikoraphie, den deutsch-lateinischen Sprachkontakt und das Wirken von Sprachreinigungsbewegungen seit dem Barock. Im Hauptteil kommt es dann im Rahmen der Erläuterungen zum Fremdwortdiskurs der Gegenwart zur zentralen Frage, inwieweit allmählich eine Entwicklung von der Stigmatisierung zur Integration der herkömmlich als Fremdwörter bezeichneten Wörter im deutschen Wortschatz zu erkennen ist. An dieser Stelle werden, neben der kurzen Gegenüberstellung von diachroner und synchroner Sprachbeschreibung, verschiedene sprachwissenschaftliche Auffassungen in Bezug auf Begriffe wie Lehnprägungen und Hybridbildungen verglichen und im Anschluss daran auf der Grundlage der Analyse sprachpraktischer Beispiele diskutiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte des Fremdwortdiskurses im Deutschen

2.1 Vom fremden Wort zum Fremdwort

2.2 Deutsch- lateinischer Sprachkontakt

2.3 Sprachpurismus am Beispiel von Campe

3. Der Fremdwortdiskurs in der Gegenwart- Von der Stigmatisierung zur Integration

3.1 Zur Unterscheidung von Fremdwort und Lehnwort nach von Polenz

3.2 Integration durch Lehnprägungen

3.3 Charakteristika von Hybridbildungen im Deutschen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und gegenwärtige Entwicklung des Fremdwortdiskurses im Deutschen. Ziel ist es, die wissenschaftliche Relevanz der traditionellen Dreiteilung des Wortschatzes in Erb-, Lehn- und Fremdwortschatz kritisch zu hinterfragen und die Integration von Fremdwörtern in den deutschen Sprachgebrauch zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der Fremdwortlexikographie und Sprachreinigungsbewegungen
  • Einfluss des deutsch-lateinischen Sprachkontakts auf die deutsche Sprache
  • Pragmatisch-sprachsoziologische Definition von Fremd- und Lehnwörtern
  • Mechanismen der Integration durch Lehnprägungen und Hybridbildungen

Auszug aus dem Buch

3.3 Charakteristika von Hybridbildungen im Deutschen

Die Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass sich neben dem System der heimischen Bildungsmittel ein Teilsystem herausgebildet hat, das mit Elementen fremdsprachiger Herkunft auf der Basis der Wortbildungsstrukturen des Deutschen operiert. Bei der Betrachtung dieser beiden Systeme zeigen sich recht homogene Prozesse: fremdsprachige Elemente werden untereinander gekoppelt, indigene ebenfalls untereinander, zunehmend kommt es nach Wolfgang Fleischer aber auch zu einer Überkreuzung, also einer Hybridisierung, bei der fremdsprachige und indigene Elemente gekoppelt werden. Dabei gilt: „So vielfältig die Kombinationsmöglichkeiten auch sind, so gibt es doch gewisse Beschränkungsregeln einerseits und Affinitäten andererseits. Sie hängen mit dem Charakter des Systems der deutschen Gegenwartssprache zusammen.“

So verbinden sich zwar die meisten Lehnsuffixe nur mit entlehnten Basen, wie zum Beispiel resistent, riskant oder regulär, weniger absolut verhalten sich aber etwa die Lehnpräfixe, für welche Munske anti-, hyper-, super- wie in antipreußisch, hyperempfindlich oder supergeil als Exempel anführt. Zusätzlich dazu lassen sich im Deutschen vor allem nichtentlehnte Fremdwörter finden, also Fremdwörter nach dem ius sanguinis, aber Einheimische nach dem ius loci. Zu diesen Wortbildungen, welche aus indigenen Ableitungen entlehnter Basen bestehen, gehören beispielsweise Verben wie etwa abservieren und entnerven, das Adjektiv tradierbar oder Substantive wie Borniertheit und Kassierer, genauso wie im Deutschen zahlreich vorhandene hybride Komposita ähnlich des Guerillakrieges oder der Kriegshysterie. Folglich stecken seiner Ansicht nach „Ererbtes und Entlehntes [im Bereich der Wortschatzentwicklung durch Wortbildung] längst in einem Boot“, auch wenn der „neuzeitliche Wortschatz des Deutschen […] noch so viele phonologische, graphematische und morphologische Fremdheitsmerkmale aufweis[t]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des relativen und konsensgebundenen Fremdwortbegriffs ein und definiert die Zielsetzung, die Angemessenheit der traditionellen Wortschatzteilung zu hinterfragen.

2. Zur Geschichte des Fremdwortdiskurses im Deutschen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Fremdwortlexikographie, den prägenden deutsch-lateinischen Sprachkontakt sowie die historischen Sprachreinigungsbewegungen unter besonderer Berücksichtigung von Joachim Heinrich Campe.

3. Der Fremdwortdiskurs in der Gegenwart- Von der Stigmatisierung zur Integration: Hier wird der Wandel von einer rein diachronen zu einer synchronen und sprachsoziologischen Betrachtungsweise vollzogen, wobei Konzepte wie Lehnprägungen und Hybridbildungen analysiert werden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die strikte Trennung von Fremd- und Lehnwort zunehmend an Bedeutung verliert und Integration ein zentraler Prozess der Sprachentwicklung ist.

Schlüsselwörter

Fremdwortdiskurs, Lehnwort, Sprachpurismus, Joachim Heinrich Campe, Sprachkontakt, Integration, Hybridbildungen, Wortbildung, Sprachsoziologie, Lexikographie, Sprachgeschichte, diachrone Beschreibung, synchrone Beschreibung, Deutsch, Fremdwort.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie sich der Diskurs über Fremdwörter im Deutschen von einer historischen Stigmatisierung hin zu einer stärkeren Akzeptanz und Integration im heutigen Sprachgebrauch entwickelt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden analysiert?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Fremdwortlexikographie, den Einfluss des Lateinischen, die Rolle des Sprachpurismus sowie moderne sprachwissenschaftliche Ansätze zur Integration von Fremdelementen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die traditionelle Einteilung des deutschen Wortschatzes in Erb-, Lehn- und Fremdwortschatz in der heutigen Sprachwissenschaft noch sachlich angemessen und von Nutzen ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein theoretischer Überblick über historische Sprachkontakte und puristische Bestrebungen gegeben, ergänzt durch die Anwendung synchroner und sprachsoziologischer Ansätze zur Analyse von Integrationsprozessen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Unterscheidung von Fremd- und Lehnwörtern nach von Polenz, der Bedeutung von Lehnprägungen und den spezifischen Charakteristika von Hybridbildungen im Deutschen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Fremdwortdiskurs, Sprachpurismus, Integration, Hybridbildungen und die diachrone versus synchrone Sprachbeschreibung.

Warum spielt Joachim Heinrich Campe eine so zentrale Rolle in der Untersuchung?

Campe gilt als der bedeutendste deutsche Purist, dessen Wörterbücher zur Verdeutschung der Sprache exemplarisch den historischen Widerstand gegen Fremdwörter und das Bemühen um sprachliche Reinheit illustrieren.

Wie definiert die Autorin den Begriff der Hybridbildung in diesem Kontext?

Hybridbildungen werden als Verbindungen fremdsprachiger und indigener Elemente beschrieben, die ein typologisches Merkmal der heutigen deutschen Wortbildung darstellen und die zunehmende Integration des Fremden belegen.

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Detalles

Título
Zur Entwicklung des Fremdwortdiskurses im Deutschen
Universidad
Free University of Berlin
Calificación
1,7
Autor
Luise Glistau (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
19
No. de catálogo
V263074
ISBN (Ebook)
9783656518365
ISBN (Libro)
9783656517672
Idioma
Alemán
Etiqueta
entwicklung fremdwortdiskurses deutschen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Luise Glistau (Autor), 2013, Zur Entwicklung des Fremdwortdiskurses im Deutschen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263074
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