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Helga Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980

Kann dieses Konzept angesichts der normativen Auflösung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung heutzutage überhaupt noch einen Geltungsanspruch im wissenschaftlichen Sozialisationsdiskurs besitzen?

Titel: Helga Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eva Herrmann (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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In dieser Arbeit soll die „geschlechtsspezifische Sozialisation“ im Mittelpunkt stehen und somit ein Begriff, der vor ca. 40 Jahren entwickelt wurde. Er verweist auf die Auffassung, dass die Sozialisation eines Menschen je nach Geschlecht auf eine spezifische Art und Weise abläuft. Gleichermaßen umfasst dieser Begriff eine Thematik, die vor allem in der Frauen- und Geschlechterforschung seit den 70er Jahren einen großen Platz einnimmt, und sehr viel Diskussionspotenzial in sich birgt.
Eine bedeutsame Vorkämpferin dieses Forschungsbereichs ist die deutsche Psychologin und Sozialwissenschaftlerin Helga Bilden, die sich bereits seit dem Aufkommen dieses Begriffes, immer wieder und über Jahrzehnte hinweg mit der geschlechtsspezifischen Sozialisation auseinandergesetzt, und sich mit ihren Überlegungen und Auffassungen dazu in den wissenschaftlichen Diskurs eingebracht, und diesen damit nachhaltig geprägt hat.
Auf Grund dessen beziehe ich mich in dieser Arbeit auf Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation. Dazu sollen zunächst einmal ihre Vorstellungen von und ihre theoretischen Annahmen über geschlechtsspezifische Sozialisation aufgeführt werden, um den Versuch zu unternehmen, ihre Ausführungen in den wissenschaftlichen Sozialisationsdiskurs einzuordnen. Ersteres dient zudem als eine Einführung in ihr Konzept, um in einem zweiten Schritt zu diesem überzugehen, und dieses genauer ausführen zu können. Dabei werden drei Konzepte vorgestellt, auf die sie Bezug nimmt, wenn es darum geht, geschlechtsspezifische Sozialisation zu erklären. Des Weiteren soll auch vereinzelt auf empirische Ergebnisse eingegangen werden, auf die sie sich bezieht, und welche ihre theoretischen Annahmen zum Ausdruck bringen und belegen. Bereits hier sei vorweggenommen, dass die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung für Bilden einen bestimmenden Faktor innerhalb des Sozialisationsprozesses darstellt, welcher für diese Arbeit zentral sein soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in das Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation von Helga Bilden und Einordnung dessen in den wissenschaftlichen Sozialisationsdiskurs

2.1 Einführung in Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980

2.2 Einführung in den wissenschaftlichen Diskurs um geschlechtsspezifische Sozialisation und Verortung Bildens Konzept darin

3. Geschlechtsspezifische Sozialisation nach Helga Bilden: Ihre konzeptuellen Bezugspunkte und die daraus resultierenden Ausführungen

4. Kritik an Helga Bildens Konzept: Kann dieses Konzept angesichts der normativen Auflösung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung heutzutage überhaupt noch einen Geltungsanspruch im Sozialisationsdiskurs besitzen?

5. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das 1980 entwickelte Konzept der "geschlechtsspezifischen Sozialisation" von Helga Bilden und analysiert dessen wissenschaftliche Relevanz vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, ob das Modell angesichts der normativen Auflösung traditioneller geschlechtsspezifischer Arbeitsteilungen in der modernen Gesellschaft noch einen Geltungsanspruch im aktuellen Sozialisationsdiskurs behaupten kann.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Helga Bildens Sozialisationskonzept.
  • Einordnung der geschlechtsspezifischen Sozialisation in den breiteren wissenschaftlichen Diskurs.
  • Untersuchung der konzeptuellen Bezugspunkte: Ontogenese, Normalbiografie und Arbeitsteilung.
  • Kritische Reflexion des Konzepts unter Berücksichtigung des Wandels hin zu androgynen Geschlechterverhältnissen.

Auszug aus dem Buch

3. Geschlechtsspezifische Sozialisation nach Helga Bilden: Ihre konzeptuellen Bezugspunkte und die daraus resultierenden Ausführungen

Wie bereits erwähnt wurde, impliziert das Konzept von Helga Bilden zur geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980 drei konzeptuelle Bezugspunkte, an welchen sie anknüpfend geschlechtsspezifische Sozialisation festmacht.

Beim Konzept der Ontogenese geht man davon aus, dass sich das Individuum dadurch vergesellschaftet, indem es sich die historisch gewordenen, objektiven Strukturen einer Gesellschaft aneignet. An dieses knüpft Bilden an, da es ihr ein Anliegen ist, den Sozialisationsprozess des Menschen nicht als einen passiven, sondern als einen aktiven Aneignungsprozess anzusehen. Demnach kann man also nicht davon sprechen, dass das Individuum sozialisiert wird, denn es sozialisiert sich innerhalb eines aktiven Prozesses selbst, wobei es als Kind dabei zunächst noch unterstützend von Erwachsenen mit erzieherischer Funktion, also beispielsweise von den Eltern begleitet und gelenkt wird. Diese Unterstützung des Kindes zu Anfang des Sozialisationsprozesses findet statt, indem ihm erzieherische Personen zu einem gesellschaftlich angemessenen Umgang mit Mitmenschen und Dingen verhelfen, ehe das Kind eine Persönlichkeitsstruktur mit gewissen Bedürfnissen, Fähigkeiten usw. herausbildet, die sich an den objektiven, gesellschaftlich vorgegebenen Strukturen orientiert. Durch den Sozialisationsprozess wird der Mensch schließlich zu einem gesellschaftlichen, handlungsfähigen Subjekt (vgl. Bilden 1980, S. 785).

Im Hinblick auf die geschlechtsspezifische Sozialisation ist hier jedoch darauf zu verweisen, dass obwohl Bilden mit der Anknüpfung an das Aneignungskonzept die Vorstellung davon vertritt, dass Kinder einen aktiven Sozialisationsprozess durchlaufen, sie dennoch darauf aufmerksam macht, dass verschiedene Sozialisationsmodi zwischen den Geschlechtern vorherrschen. Diese Annahme ihrerseits resultiert aus den von ihr erläuterten empirischen Ergebnissen aus Untersuchungen zur Sozialisation in der Kindheit. Demnach wird weiblichen Individuen eher ein passiver Sozialisationsmodus, männlichen eher ein aktiver Sozialisationsmodus zugewiesen: „Ich stelle die These auf: Viele Mädchen „werden mehr sozialisiert“, ihr Sozialisationsmodus ist eher „passiv“. Bei Jungen spielt meist die Selbstsozialisation eine größere Rolle, ihr Sozialisationsmodus ist mehr „aktiv“ (ebd., S. 792).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der geschlechtsspezifischen Sozialisation, Vorstellung der Autorin Helga Bilden und Formulierung der zentralen Fragestellung.

2. Einführung in das Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation von Helga Bilden und Einordnung dessen in den wissenschaftlichen Sozialisationsdiskurs: Darstellung des Ausgangstextes von 1980 und Kontextualisierung im wissenschaftlichen Feld anhand verschiedener theoretischer Ansätze.

3. Geschlechtsspezifische Sozialisation nach Helga Bilden: Ihre konzeptuellen Bezugspunkte und die daraus resultierenden Ausführungen: Detaillierte Analyse der zentralen Pfeiler des Modells, insbesondere der Konzepte von Ontogenese, Normalbiografie und historischer Arbeitsteilung.

4. Kritik an Helga Bildens Konzept: Kann dieses Konzept angesichts der normativen Auflösung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung heutzutage überhaupt noch einen Geltungsanspruch im Sozialisationsdiskurs besitzen?: Kritische Auseinandersetzung mit der Aktualität des Modells vor dem Hintergrund der Modernisierung und des Übergangs zu androgynen Geschlechterrollen.

5. Schlussteil: Resümee der Arbeit und Einordnung der Bedeutung des Wandels von Bildens ursprünglichem Konzept hin zu späteren, modifizierten Fassungen.

Schlüsselwörter

geschlechtsspezifische Sozialisation, Helga Bilden, Arbeitsteilung, Geschlechterverhältnis, Sozialisationsdiskurs, Ontogenese, Normalbiografie, Geschlechterrollen, feministische Theorie, androgyne Geschlechtsidentität, Moderne, Sozialisationstheorie, Subjektwerdung, patriarchale Herrschaft, Geschlechtsrollenstereotype

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Auseinandersetzung der Psychologin Helga Bilden zum Thema geschlechtsspezifische Sozialisation und deren Relevanz in der modernen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Sozialisation, die Bedeutung historischer Arbeitsteilungen für die Geschlechterdifferenzierung sowie die Entwicklung von Geschlechterrollen im Lebenslauf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Überprüfung, ob Bildens Konzept von 1980, das auf einer klassischen Arbeitsteilung basiert, angesichts heutiger gesellschaftlicher Veränderungen noch als erklärungsmächtig für den Sozialisationsprozess gelten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die durch die Literaturanalyse von Fachbeiträgen sowie die kritische Gegenüberstellung von Sozialisationstheorien die Forschungsfrage beantwortet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der konzeptuellen Bezugspunkte (Ontogenese, Normalbiografie) und eine kritische Diskussion der Modernisierung des Geschlechterverhältnisses.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie geschlechtsspezifische Sozialisation, Arbeitsteilung, Geschlechterverhältnis und gesellschaftliche Modernisierung definiert.

Warum bezieht sich die Arbeit primär auf das Konzept von 1980?

Der Text von 1980 dient als Ausgangspunkt, da er die grundlegenden Annahmen von Helga Bilden zur geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung am prägnantesten darstellt, bevor diese in späteren Jahren modifiziert wurden.

Wie bewertet die Arbeit den Wandel zur androgynen Geschlechtsidentität?

Die Arbeit ordnet diesen Wandel als eine Reaktion auf den "Leidensdruck" traditioneller Rollenmuster ein, der im Zuge der feministischen Bewegung zu einer Neudefinition der Geschlechterverhältnisse führt.

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Details

Titel
Helga Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980
Untertitel
Kann dieses Konzept angesichts der normativen Auflösung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung heutzutage überhaupt noch einen Geltungsanspruch im wissenschaftlichen Sozialisationsdiskurs besitzen?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Sozialisation und (De-) Konstruktion der Geschlechtsidentität
Note
1,0
Autor
Eva Herrmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V263084
ISBN (eBook)
9783656518303
ISBN (Buch)
9783656517825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschlech Bilden Geschlechtsidentität Helga Bilden Geschlechtsspezifische Sozialisation geschlechtsspezifische Arbeitsteilung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Herrmann (Autor:in), 2013, Helga Bildens Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation aus dem Jahr 1980, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263084
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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