Exkursionsbericht Spiekeroog


Ausarbeitung, 2011
25 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ANTHROPOGEOGRAPHISCHE ASPEKTE DER EXKURSION
2.1 Historische Geographie
2.2 Siedlungsgeographie
2.2.1 Niederdeutsches Einheitshaus
2.2.2 Spiekeroogs Architektur - Drei ausgewählte Beispiele
2.2.3 Siedlungsentwicklung seit 1969
2.3 Wirtschaft und Tourismus
2.4 Nutzungsverteilung der Gebäude auf Spiekeroog

3. PHYSIOGEOGRAPHISCHE ASPEKTE DER EXKURSION
3.1 Gewässer und Grundwasser
3.1.1 Entstehung der Gezeiten
3.1.2 Strandzonen des Wattenmeers
3.1.3 Eigenschaften von Wellen
3.2 Küstenmerkmalund-formung
3.2.1 Dünen
3.2.2 Strandverlagerung
3.3 Flora und Fauna
3.4. Wattwanderung

4. PROJEKT-„ROBINSON CRUSOE“
4.1 Kompetenztraining und -erwerb
4.2 Projektideen

5. EVALUATION

6. LITERATURVERZEICHNIS

7. ABBIL DUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung

Die dreitägige Exkursion auf die Nordseeinsel Spiekeroog stand unter dem Gesichtspunkt, „den geographischen Blick auf alltägliche und besondere Sachverhalte [zu] schärfen“'.

Insgesamt nahmen 27 Studierende des Lehramtes für Grundschulen an der Exkursion teil, die die Gruppe vom 16. September bis zum 18. September auf die Insel führte.

Nach dem Beziehen der Zimmer startete die erste Inselerkundung, die in den Kurpark und die namensgebende Gemeinde der Insel führte. Besonderes Augenmerk wurde hier auf die Historie der Insel und die Architektur gelegt. Der erste Anlaufpunkt am zweiten Tag war wiederum der Kurpark. Von dort aus führten die Studierenden das „Experiment Geopuzzle“ durch. Der weitere Verlauf war durch physiogeographische Sachverhalte bestimmt. Am dritten und letzten Tag lag die Hauptaktivität in einer geführten Wattwanderung und in einem frei wählbaren Projekt mit didaktischem Bezug.

Dieser Bericht wird die während der Exkursion erworbenen Kenntnisse strukturiert und durch zusätzliche Informationen aus dem Reader und der Literatur ergänzt, darstellen.

Die Exkursion lässt sich in zwei große Teilbereiche der Geographie unterteilen: Anthropogeographie und die physische Geographie. Zunächst werden die Historische Geographie, die Siedlungsgeographie und der Fremdenverkehr als Teile der Anthropogeographie näher beleuchtet. Es folgen die physiogeographischen Aspekte, die in die Subbereiche „Gewässer und Wasser“, „Küstenmerkmal und -formung“ sowie die „Flora und Fauna“ unterteilt sind. Auch die Erkenntnisse der Wattwanderung werden an dieser Stelle manifestiert.

Der letzte Hauptpunkt des Berichtes wendet sich dem selbst gewählten Projekt mit didaktischem Bezug zu.1

2. Anthropogeographische Aspekte der Exkursion

Ein Hauptschwerpunkt der Beobachtungen und Untersuchungen während der Exkursion stellten anthropogeographische Entwicklungen auf Spiekeroog dar. „Untersuchungsgegenstand der AnthropoA geographie ist [...] das Verhältnis Mensch-Gesellschaft-Raum“2 Dieses Verhältnis bestimmt alle der Anthropogeographie untergeordneten Teilbereiche. Im Mittelpunkt der anthropogeographischen Analyse standen die Historische Geographie, die Siedlungsgeographie und der Fremdenverkehr. Diese Teilbereiche der Anthropogeographie werden im Folgenden herausgearbeitet.

2.1 Historische Geographie

Die Historische Geographie beschäftigt sich mit der diachronischen Entwicklung eines Raumes.

Erstmalig wurde die Gemeinde Spiekeroog im Jahre 1398 urkundlich erwähnt, doch erst im 16. Jahrhundert bildeten sich erste Siedlungen im Westen der Insel am sogenannten „Noorderloog“.

Das Jahr 1570 ist von zentraler Bedeutung: die 1. Heilige Flut suchte Spiekeroog heim. Namensgebend war der Zeitpunkt der Orkanflut, der kirchliche Feiertag „Allerheiligen“ am 1. November.

Die alte Inselkirche, die 1696 erbaut wurde, ist nicht nur die älteste Kirche der Insel Spiekeroog, sondern gleichzeitig auch die älteste Kirche aller ostfriesischen Inseln.

Zu Zeiten der Napoleonischen Kriege, Ende des 18. Jahrhunderts, wurde auf Spiekeroog eine französische Garnison eingerichtet und eine Batterie in einer auf dem westlichen Teil der Insel gelegenen Dünengruppe stationiert (Franzosenschanze). Aufgrund der Spannungen zwischen Frankreich und England verhinderte die „Kontinentalsperre" den Warenfluss zwischen England und Kontinentaleuropa. Als Folge daraus wurde der boomende Wirtschaftszweig Schiffsbau für die Einwohner Spiekeroogs zur temporären wirtschaftlichen Sackgasse. Die einst stark florierende Haupteinnahmequelle der Landwirtschaft und Fischerei gewann wieder an Bedeutung.

Mit der Aufhebung der Handelsblockade im Jahre 1815 und dem Zusammenschluss mit dem Festland expandierte der Handel Spiekeroogs. Erstmals gelang es, den gemeinsamen Handel voranzutreiben. Haupthandelsgüter waren Reis, Holz und Petroleum.

Ein bis dahin nicht bekannter Wirtschaftszweig erreichte Spiekeroog im 19. Jahrhundert. Der Trend aus England, das Baden im Meer, setzte sich auch hierzulande durch. Spiekeroog mit seinen Sandstränden war prädestiniert für den Bädertourismus. Hotels und Gaststätten bewirtschafteten die stetig steigende Zahl der Touristen. Die für den Tourismus notwendige Infrastruktur bedingte neben einer besseren Anbindung des Festlandes an die Insel mittels einer Schaluppe auch die Einrichtung eines Transferservices mit einer sogenannten Wüppe auf der Insel. Der aufkommende Tourismus überflügelte nach 1900 die wiedererstarkte Landwirtschaft und Küstenfischerei sowie die Seefahrt. Als logische Konsequenz wurde die landwirtschaftlich genutzte Fläche von der zunehmenden Expansion der Gebäude mit touristischer Nutzung verdrängt.

Zum Schutz der Insel gegen Erosionen wurde 1936 eine Spundwand im Westen Spiekeroogs gebaut, die die Folgen von Sturmfluten abschwächen sollte. Diese konnte jedoch nicht die Dünenabbrüche mit bis zu zehn Metern Tiefe während der 2. Allerheiligenflut im Jahr 2006 verhindern.

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer - zu dem auch Spiekeroog gehört - wurde 1986 eingerichtet und am 26. Juni 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

Am 1. November 2010 erhielt Spiekeroog nach 1969 erneut das Prädikat „Nordseeheilbad".3

2.2 Siedlungsgeographie

Die Siedlungsgeographie als Unterpunkt der Anthropogeographie „betrachtet den sichtbarsten Einfluss des Menschen auf die Erdoberfläche. Sie interessiert und beschreibt erklärend die menschlichen Siedlungen nach ihrer Physiognomie (Größe, Aufriss, Grundriss), Lage, Verteilung und Dichte, Funktion und Genese...“4.

2.2.1 Niederdeutsches Einheitshaus

Ein auffälliges Merkmal Spiekeroogs ist das niederdeutsche Einheitshaus. Es verband seit dem 16. Jahrhundert das Leben und Arbeiten eines Bauers unter einem Dach, bildete folglich eine Einheit. Das Alte Inselhaus aus dem 18. Jahrhundert inmitten der Gemeinde Spiekeroog ist ein Beispiel eines Einheitshauses. Die Quelle A10 zeigt im Grundriss „die Raumaufteilung des Alten Inselhauses“. Im vorderen Bereich des Hauses waren Stallungen für das Vieh und ein Vorratsraum für die Ernte vorgesehen. Der hintere Bereich des Hauses war durch die Wohnfunktion geprägt. Best Kamer (Festwohnzimmer), Wohnküche und Wohnraum sowie kleine Schlafräume, die Butzen, befanden sich dort. Wegen der Gefahr einer Zusandung der Tür durch den Nordwind lag der Haupteingang des Alten Inselhauses im Süden. Beim Aufriss fällt neben dem inseltypisch mit Holz verkleideten Giebel das Satteldach auf. Es wurde wegen des starken Windes weit nach unten gezogen, um dem Wind möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Mit dem sogenannten Dreifußdach oder auch Schwimmdach konnte bei einer schweren Sturmflut das Dach vom Rest des Hauses gelöst werden und als „Rettungsschiff“ für die Bewohner fungieren. Dieses Schwimmdach war bis Mitte des 19. Jahrhunderts das Standarddach Spiekeroogs.

2.2.2 Spiekeroogs Architektur - Drei ausgewählte Beispiele

Alte Inselkirche

Die Alte Inselkirche stammt aus dem Jahr 1696 und ist wie bereits oben erwähnt die älteste Kirche Spiekeroogs. Sie ist schon wegen des Schwans auf dem Glockenturm als protestantische Kirche zu erkennen und ist mit einem Satteldach (Schwimmdachkonstruktion) ausgestattet. Auffällig ist auch der kleine Glockenturm, der Reiter genannt wird. Alle Kirchenfenster wurden von Kurgästen der Insel gespendet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Hotel Inselfriede, Süderloog 12

Das Hotel Inselfriede wurde im Jahr 1898 erbaut und ist ein Vertreter der Gründerzeit (1870a1914). Typisch für die Architektur aus dieser Zeit ist die weiß verputzte Fassade. Das Hotel ist besonders auf Spiekeroog, denn erstmalig wurde auf der Insel ein Gebäude mit einem Obergeschoss und einem unter dem Krüppelwalmdach gelegenen Dachgeschoss errichtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

Haus Seelust, Süderloog 21

Das Haus Seelust lässt sich keiner bestimmten Bauepoche zuordnen. Es ist vielmehr eine Verschmelzung verschiedener Epochen. So wurde ein Mansardendach französischen Vorbildes genutzt, um mehr Wohnfläche in der obersten Etage zu schaffen. Die Veranda wurde nachträglich im Zuge des aufkommenden Tourismus angebaut, um mehr Sitzfläche für die Gäste bieten zu können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3

[...]


1 ProgrammSpiekeroog.pdf

2 Rinschede, Gisbert (2003, S.101)

3 Vgl. Flyer Spiekeroog. Nordseeinsel Natürlich. Inselgeschichte

4 Rinschede, Gisbert (2003, S.101)

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Exkursionsbericht Spiekeroog
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V263203
ISBN (eBook)
9783656520702
ISBN (Buch)
9783656523772
Dateigröße
4624 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exkursionsbericht, spiekeroog
Arbeit zitieren
Marco Nadorp (Autor), 2011, Exkursionsbericht Spiekeroog, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263203

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