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Tierversuche. Ein Überblick zu ethischen Fragen und gesetzlichen Vorgaben

Title: Tierversuche. Ein Überblick zu ethischen Fragen und gesetzlichen Vorgaben

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sarah Langosch (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Immer wieder verdanken wir dem Stand unserer modernen Medizin kleinere und
größere Wunder. Viele Eingriffe, die wir Menschen des 21. Jahrhunderts ohne
besondere Wertschätzung an uns durchführen lassen, waren vor wenigen Jahrzehnten in
dieser Art vielleicht noch gar nicht möglich, vielleicht nur unter erheblichen Risiken
durchführbar und ihre Unterlassung bedeutete seinerzeit für uns den sicheren Tod. Auf
diesem Weg der Forschung, Entwicklung und Verbesserung solcher Eingriffe oder auch
von Medikamenten, war eines jedoch häufig sehr sicher, der Tod oder zumindest die
Leiden von Tieren, bei deren Therapie die Methode definitiv noch nicht perfektioniert
und möglicherweise eher leiderzeugend, als leidlindernd war. Die Rede ist hier von
Versuchstieren. In zahllosen Bereichen der Forschung eingesetzt, treten sie immer dann
an die Stelle des Menschen, wenn es darum geht, das (Rest-)Risiko für die Chance auf
Forschungserfolge in Kauf zu nehmen oder zu ertragen. Die unterschiedliche
Gewichtung zwischen menschlichem und tierischem Leiden oder Tod, die, mangels
geeignetem Kommunikationsmittel, fehlende Zustimmung des betroffenen Tieres und
die Aufgabe des Menschen, die Tiere zu schützen, sind nur einige Ansätze, die bei der
Thematik der Tierversuche immer wieder für Diskussionsstoff sorgen. Mit solchen
Tierversuchen, zwangsläufig dabei auftretenden ethischen Fragen und deren
gesetzlichen Vorgaben soll sich in der vorliegenden Arbeit beschäftigt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tierversuche

2.1 Moralische Aspekte bei Tierversuchen

2.2 Gesetzliche Grundlagen für Tierversuche

3. Versuchstiere

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem medizinischen Fortschritt durch Tierversuche und den daraus resultierenden ethischen sowie gesetzlichen Herausforderungen. Es wird analysiert, inwieweit die Nutzung von Tieren als Forschungsobjekte moralisch vertretbar ist und welche rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Genehmigung von Tierversuchen gelten.

  • Historische Entwicklung von Tierversuchen in der Medizin
  • Ethische Abwägung zwischen menschlichem Nutzen und tierischem Leid
  • Die moralische Stellung des Tieres im Kontext verschiedener philosophischer Ansätze
  • Gesetzliche Reglementierung durch das deutsche Tierschutzgesetz
  • Kriterien für die Zulässigkeit von Tierversuchen an Wirbeltieren
  • Methodische Alternativen und deren heutiger Stellenwert

Auszug aus dem Buch

2. Tierversuche

Bereits aus der Zeit um das Jahr 500 v. Chr. sind erste Experimente an lebenden Tieren überliefert. Hierbei handelte es sich um Vivisektionen, also das Sezieren lebender Tiere. Ein Vertreter war der Arzt und Philosoph Alkmaion aus dem italienischen Kroton. Durch Vivisektion von Wirbeltieren entdeckte er die Verbindung der Sinnesorgane mit dem Gehirn. Für die Erkenntnis psychologischer Vorgänge, welche durch Studien an lebenden Schweinen und Affen gewonnen wurde, wurde auch der Arzt Galenusa, der im zweiten Jahrhundert nach Christus lebte, berühmt. Seine Entdeckungen bildeten sehr lange Zeit die Grundlage für die Medizin und machten ihn, neben Hippokrates, zu einem der bedeutendsten Ärzte der Antike. Bis zur Zeit der Aufklärung gewannen Tierversuche, speziell in Europa, mehr und mehr an Bedeutung. So wurde im 17. Jahrhundert hierdurch auch der große Blutkreislauf durch den englischen Anatom und Arzt William Harvey entdeckt. Der Umstand, dass bis dato Eingriffe an lebenden Tieren ohne Narkose vorgenommen wurden, veranlasste den Philosoph und Begründer der französischen Moraltheorie, Michael de Montaigne, im 16. Jahrhundert dazu, sich für das Grausamkeitsverbot im Umgang mit Tieren einzusetzen.

Für Befürworter von Tierversuchen stehen vor allem der Fortschritt in der modernen Medizin und effektiver Behandlungsmethoden im Vordergrund. Nach ihrer Ansicht wären diese für Menschen und Tiere ohne Versuche am Tier nicht möglich gewesen. Zu diesen Befürwortern zählen vor allem Wissenschaftler biomedizinischer Forschungsrichtungen an Universitäten, wissenschaftlichen Instituten und der Pharmaindustrie. Sie vertreten die These von der Unersetzbarkeit von Tierversuchen. Ein entscheidendes Argument dieser Wissenschaftler ist, dass der medizinische Forschungsstandort Deutschland speziell auf den Gebieten Bio- und Gentechnologie gefährdet ist und eine Verlagerung der Tierversuche in Länder mit lockererer Reglementierung sich ethisch nicht rechtfertigen ließe. Hingegen fordern Tierversuchsgegner die Abschaffung der Experimente mit Tieren. Sie zweifeln prinzipiell an, dass die gewonnenen Ergebnisse aus Tierversuchen überhaupt in hinreichender Form auf den Menschen übertragbar sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die medizinische Abhängigkeit von Tierversuchen und führt in die ethischen sowie rechtlichen Fragestellungen ein, die durch das Tierleid im Forschungsprozess entstehen.

2. Tierversuche: Dieses Kapitel behandelt die Historie der Vivisektion, stellt die konträren Positionen von Befürwortern und Gegnern gegenüber und erörtert die wissenschaftliche Validität sowie die Grenzen der Übertragbarkeit von Tierversuchen.

2.1 Moralische Aspekte bei Tierversuchen: Der Abschnitt analysiert den moralischen Status von Tieren anhand utilitaristischer und kantianischer Perspektiven sowie Schopenhauers Mitleidsmodell.

2.2 Gesetzliche Grundlagen für Tierversuche: Es werden die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert, insbesondere das Tierschutzgesetz, die Genehmigungspflichten und die Kriterien, die ein Versuch erfüllen muss.

3. Versuchstiere: Hier liegt der Fokus auf der Unterscheidung zwischen Zuchttieren und Wildfängen sowie der Problematik der Dokumentation von Tierzahlen in der Forschung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit von Tierversuchen für den medizinischen Fortschritt bei gleichzeitiger ethischer Ambivalenz zusammen und hinterfragt kritisch die menschliche Entscheidungsgewalt über das Tierleben.

Schlüsselwörter

Tierversuche, Medizinethik, Vivisektion, Tierschutzgesetz, Biomedizin, Moralphilosophie, Utilitarismus, Xenotransplantation, Versuchstiere, Forschungsethik, Präventivverbot, Arzneimittelprüfung, Tierleid, Bioethik, Rechtliche Reglementierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Praxis von Tierversuchen im Kontext der modernen Medizin sowie der damit einhergehenden moralischen und gesetzlichen Problematik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung medizinischer Experimente, die philosophische Einordnung der Tierwürde und die gesetzliche Regulierung im deutschen Tierschutzgesetz.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen medizinischer Forschung am Tier gegen das ethische Schutzbedürfnis des Tieres abzuwägen und den gesetzlichen Umgang damit in Deutschland darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher und ethischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Tierversuchspraxis, eine philosophische Diskussion über den moralischen Status von Tieren und eine detaillierte Erläuterung der geltenden Gesetze und Zulassungskriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Tierversuche, Medizinethik, Tierschutzgesetz, Bioethik und Versuchstiere.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Zuchttieren und Wildfängen?

Zuchttiere sind auf spezifische Anforderungen wie Erregerfreiheit optimiert, während Wildfänge genetisch seltener manipuliert sind, jedoch oft ethische Probleme bei der Beschaffung und Infektionsrisiken mit sich bringen.

Welche philosophischen Ansätze werden zur ethischen Bewertung herangezogen?

Die Autorin diskutiert insbesondere den Utilitarismus von Peter Singer, den Kantianismus mit der Unterscheidung zwischen Zweck und Mittel sowie das Mitleidsmodell von Arthur Schopenhauer.

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Details

Title
Tierversuche. Ein Überblick zu ethischen Fragen und gesetzlichen Vorgaben
College
University of Erfurt
Grade
2,0
Author
Sarah Langosch (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V263300
ISBN (eBook)
9783656522881
ISBN (Book)
9783656527176
Language
German
Tags
tierversuche fragen vorgaben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Langosch (Author), 2013, Tierversuche. Ein Überblick zu ethischen Fragen und gesetzlichen Vorgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263300
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