Vorliegende Bachelorarbeit analysiert und interpretiert die logographische Darstellung von Wörtern im Bereich der französischen SMS-Sprache. Empirische Datenbasis der Arbeit ist das Korpus "SMS pour la science" von Cédrick Fairon, Jean René Klein und Sébastien Paumier, welches 30.000 SMS enthält.
"Étu2 basé sur 1 corpus 2s éléments logographikes dans le langage sms"1". So könnte der Titel dieser Arbeit in französischer SMS-Sprache lauten. Seitdem die Möglichkeit des Versendens und Empfangens von Kurzmitteilungen bzw. SMS (Short Message Service) alltäglich geworden ist, werden tagtäglich Millionen von ihnen auf der ganzen Welt verschickt. Gerade im frankophonen Raum bildet sich nun immer mehr eine eigene Sprachform anlässlich dieser Kommunikationsform: die SMS-Sprache.
Kritiker sehen in der Popularität dieser Sprache eine Gefahr für die französische Standardsprache und ihre Orthographie. Doch im Rahmen dieser Arbeit soll keine Diskussion über die Vor- und Nachteile der französischen SMS-Sprache entfacht werden.
Die französische SMS-Sprache weist vielmehr eine Vielfalt an linguistischen Phänomenen auf. Neben den soziolinguistischen Aspekten fasziniert besonders die variantenreiche Graphie der französischen SMS-Texte.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Problemaufriss
SMS-Sprache
Repräsentativität des Korpus
III. Logographie
IV. Korpus
V. Analyse, Auswertung und Ergebnisse
VI. Fazit und Ausblick
VII. Literaturverzeichnis
VIII. Anhang
Belegsammlung
Soziolinguistischer Fragebogen des Projekts
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die korpusbasierte Untersuchung der Logographie in der französischen SMS-Sprache, um zu eruieren, inwiefern logographische Elemente in dieser spezifischen Kommunikationsform verwendet werden und welche Funktionen ihnen zugeschrieben werden. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, die logographischen Eigenheiten innerhalb des verwendeten Korpus "SMS pour la science" zu identifizieren und interpretativ einzuordnen.
- Charakterisierung der französischen SMS-Sprache
- Theoretische Grundlagen zur Logographie und Graphem-Phonem-Relation
- Methodische Aufarbeitung eines SMS-Korpus
- Analyse der Verwendung von Zahlen und logographischen Zeichen
- Soziolinguistische Aspekte der SMS-Nutzung
Auszug aus dem Buch
Logographie
In diesem Abschnitt soll geklärt werden, was unter dem Begriff der Logographie zu verstehen ist, um die anschließende Analyse der logographischen Phänomene in der SMS-Sprache verständlich zu machen. Die Logographie ist ein Zeichensystem, deren Zeichen, die Logogramme, jeweils ein Wort bzw. Lexem darstellen. Damit unterscheidet sich die Logographie von der französischen Alphabetschrift; denn:
Alle Schriftsysteme lassen sich auf drei Grundtypen zurückführen: Alphabetschriften, Silbenschriften und logographische Schriften. Diese drei Schrift-typen werden danach unterschieden, welches kleinste Element des Sprachsystems ist, das sie graphisch repräsentieren: das Phonem, die Silbe oder das Wort.
Ein Lexem gehört zu den kleinsten bedeutungstragenden Elementen einer Sprache und hat im Gegensatz zu einem Morphem lexikalische Bedeutung. Lexeme beschreiben ausschließlich die außersprachliche Wirklichkeit und haben keine grammatische Bedeutung wie die Morpheme, die auf eine innersprachliche Beziehung verweisen. Ein Morphem ist ein minimales, nicht weiter unterteilbares sprachliches Zeichen mit signifiant und signifié. Jedes sprachliche Zeichen besteht aus diesen beiden Seiten, also dem Lautbild und der Bedeutung, oder auch, nach Ferdinand de Saussure, dem signifiant und dem signifié. Dies bedeutet, dass es zum Einen um die lautliche Realisierung des Wortes, so z.B. /mezö/, und zum Anderen um die inhaltliche Bedeutung, das Konzept "maison", geht. Jeder, der den Begriff "maison" hört oder liest und die französische Sprache beherrscht, wird damit irgendeine Art von Haus assoziieren und nicht etwa einen Tisch. Doch Zeichen sind abhängig von dem Kontext, in dem sie geäußert werden, und sie bedürfen einer möglichst eindeutigen Interpretation, die bei dem jeweiligen Sender und Empfänger die selbe sein sollte. Die Zeichenbedeutung muss zwischen Sender und Empfänger festgelegt sein, um Missverständnisse zu vermeiden. Das Zeichen steht dabei immer stellvertretend für die Bedeutung, die es repräsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der französischen SMS-Sprache ein, erläutert die Motivation für die Arbeit und stellt das verwendete Korpus "SMS pour la science" vor.
II. Problemaufriss: Dieses Kapitel beschreibt die Merkmale der SMS-Sprache, diskutiert deren Abgrenzung zur Jugendsprache und thematisiert die Problematik der Repräsentativität bei der Arbeit mit einem Korpus.
III. Logographie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Logographie definiert und in den Kontext von Zeichen-, Wort- und Graphemtheorien gestellt.
IV. Korpus: Das Kapitel erläutert die Entstehung, Struktur und technischen Rahmenbedingungen des für die Analyse genutzten Korpus "SMS pour la science".
V. Analyse, Auswertung und Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die konkrete Untersuchung der logographischen Elemente im Korpus und wertet die Verwendung von Zahlen und Symbolen linguistisch aus.
VI. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Rolle der Logographie in der französischen SMS-Sprache sowie Reflexion über den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Logographie, SMS-Sprache, Korpuslinguistik, Graphem, Phonem, Französisch, Kommunikation, SMS pour la science, Logogramm, Schriftlinguistik, soziolinguistische Aspekte, Abkürzungen, Rechtschreibung, Transkription, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die logographischen Aspekte, also die Verwendung von Zeichen und Zahlen für Wörter, innerhalb der französischen SMS-Sprache auf Basis eines spezifischen Korpus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Beschaffenheit der SMS-Kommunikation, die theoretische Definition logographischer Zeichen sowie deren konkrete Anwendung in der modernen, schriftbasierten Kurznachrichten-Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, welche logographischen Einheiten in französischen SMS verwendet werden und ob dabei eine phonetische oder eine bedeutungsorientierte Funktion überwiegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine korpuslinguistische Untersuchung, die auf authentischen SMS-Daten beruht, welche systematisch annotiert und ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Logographie, die detaillierte Vorstellung des Korpus sowie die empirische Analyse und Auswertung der korpusbasierten Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Logographie, SMS-Sprache, Korpuslinguistik, Graphem-Phonem-Relation und Sprachwandel im digitalen Kontext.
Welchen Einfluss hat die Herkunft des Korpus auf die Ergebnisse?
Da das Korpus überwiegend im französischsprachigen Belgien erhoben wurde, fließen regionale Besonderheiten des belgischen Französisch sowie spezifische Aussprachemerkmale in die Analyse der logographischen Formen ein.
Spielt das Alter der SMS-Nutzer eine Rolle bei der logographischen Schreibweise?
Ja, die Auswertung zeigt, dass insbesondere jüngere Nutzer unter 25 Jahren häufiger mit logographischen Formen experimentieren und diese konsequent in ihrer Kommunikation einsetzen.
- Quote paper
- Christina Stracke (Author), 2009, Korpuslinguistische Untersuchung zur Logographie in der französischen SMS-Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263307