Diagnose und Therapie von Zwangsstörungen


Seminararbeit, 2009
15 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Zwangsstörungen
1.1 Zwangsgedanken
1.2 Zwangshandlungen
1.3 Merkmale und Formen von Zwängen

2 Klassifikation und Diagnose
2.1 Klassifikation nach ICD 10 (F 42)
2.2 Klassifikation nach ICD 10 (F42.0, F42.1, F42.2 , F42.8)
2.3 Differentialdiagnose
2.4 Quantifizierung der Zwangsstörung: Y-BOCS.

3 Epidemiologische Daten

4 Grundsätzliches zur Therapie von Zwangserkrankungen
4.1 Psychoanalytische Therapie
4.2 Verhaltenstherapie

5 Resümee

Literatur- und Quellenverzeichnis

Einleitung

Die Diagnose und Therapie von Zwangsstörungen, ist allen Fortschritten zum Trotz, ein sehr mühevolles Unterfangen. Die Patienten mit Zwangsstörungen, versuchen ihre Symptomatik („die heimliche Krankheit“) zu verbergen, da sie die Peinlichkeit der Entdeckung ihres Leidens vermeiden möchten. Das Auftreten von Zwangsstörungen galt bis Ende der 70er Jahre noch als seltene Störung, deren Ursache wenig erklärbar, noch durch eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung beinflussbar schien (vgl. Möller 2000, S.732).

Jaspers schreibt im Jahr 1912: „ Der Zwangskranke wird verfolgt von Vorstellungen, die ihm nicht nur fremd, sondern unsinnig erscheinen und denen er doch folgen muss, als ob sie wahr seien. Tut er das nicht, so befällt ihn grenzenlose Angst. Der Kranke, z.B. muss etwas tun, sonst stirbt eine Person oder es geschieht ein Unheil. Es ist als ob sein Tun und Denken magisch das Geschehene verhindere und/oder bewirke. Er baut seine Gedanken zu einem System von Bedeutungen, seine Handlungen zu einem System von Zeremonien und Riten aus. Aber jede Ausführung hinterlässt den Zweifel, ob er es auch richtig, auch vollständig macht. Der Zweifel zwingt ihn, von vorne anzufangen“ (vgl. Jaspers 1973).

Das Zusammenspiel der Grundlagenforschung und klinischen Forschung, aber auch die Neuentwicklungen in der Psychopharmakotherapie[1] und der Verhaltenstherapie, ließen grundsätzliche Verbesserungen in der therapeutischen Behandlung entstehen (vgl. Möller 2000, S.732).

1 Zwangsstörungen

Die englische Bezeichnung der Erkrankung lautet „Obsession Compulsive Disorder“,

darin sind die beiden unterschiedlichen Aspekte der Erkrankung enthalten, zum einen die belastenden Angst und Anspannung auslösenden und sich aufdrängenden „Obsessionen“ (meist Zwangsgedanken oder Zwangsimpulse), zum anderen als Antwort darauf, die angstreduzierenden Zwangshandlungen und Rituale („compulsions“) (vgl. Althaus 2008, S.25)

1.1 Zwangsgedanken

Mit der Bezeichnung „Zwangsgedanken“, sind Gedanken, Vorstellungen und Impulse gemeint, die sich einem Menschen gegen seinen Willen aufdrängen und gegen deren Auftreten er sich vergeblich wehrt. Zwangsgedanken sind Gedanken, die sich aus psychologischer Sicht im Laufe der Zeit mit Angst verbunden haben. Wenn die Gedanken ohne weitere Konditionierung auftreten würden, könnte die Angst normalerweise wieder abnehmen. Die Zwangsgedanken erzeugen Spannungen, die die Betroffenen über gedankliche (Gedankenzwänge) Rituale aufzulösen versuchen. Häufig sind Zwangsgedanken aggressiver Natur und beziehen sich z.B. auf Verschmutzung, auf sexuelle Inhalte. Sie können sich auch auf religiöse Inhalte oder auf Symmetrie und Genauigkeit beziehen. Der Bezug zum eigenen Körper ist nicht selten. Im Einzelnen beruht dies auf der Vorstellung, durch den Kontakt mit einer als gefährlich betrachteten Materie, wie Blut, Schmutz usw. Schaden zu nehmen oder Angst davor zu haben, jemand anderem etwas antun zu müssen („Meinem Kind könnte etwas zustoßen.“ oder „Ich könnte meine Mutter umbringen.“). Es besteht die Neigung der meisten Patienten, die Zwangsgedanken zu vermeiden, indem sie Situationen, die solche Gedanken auslösen könnten, aus dem Weg gehen. Viele Patienten reduzieren ihre Aktivitäten und beschränken ihren Lebensraum, um den Kontakt zu den zwanghaften Reizen zu vermeiden.

1.2 Zwangshandlungen

Die Zwangshandlungen sind meist ritualisierte, z.T. stereotyp anmutende Handlungen, deren Nichtausführung den Betroffenen subjektiv nicht oder nur schwer möglich ist. Wenn eine Zwangshandlung nicht ausgeführt werden kann, entsteht dadurch ein Anstieg von Anspannung und Angst. Der Drang die Handlung auszuführen ist ein kaum überwindbarer Zwang für den Betroffenen. Über die Zeit verlieren die Zwangs-handlungen meist einen Teil ihrer entlastenden Wirkung, was zur Folge hat, das die Handlungsimpulse und Zwangshandlungen häufiger auftreten. Zwangshandlungen beziehen sich oft auf Waschen oder Reinigen, auf Ordnen oder Kontrollieren, Zählen und Berühren. Nicht selten sind Waschzwänge auf die Idee zurückzuführen, dass man sich irgendwo mit Bakterien angesteckt habe oder verseucht sei, erkrankt, wenn man etwas berührt. Zwangshandlungen können sich auf beinahe jeden Lebensbereich beziehen. Es gibt sehr schwere Ausprägungen, die sehr bizarr sein können, z.B. ein Betroffener kontrolliert 100mal hintereinander ob eine Tür wirklich verschlossen ist. Die starke Ritualisierung der Handlung beinhaltet häufig „magische Aspekte“ (vgl. Möller 2000, S.733).

1.3 Merkmale und Formen von Zwängen

Wesentliche Merkmale von Zwängen sind (vgl. Salkowskis 1996, S.61-68):

-Vermeidung von Objekten oder Situationen, die Zwangsgedanken hervorrufen könnten,
-aufdringliche Kognitionen (zwanghafte Impulse oder Gedanken),
-Neutralisierung (zwanghafte Verhaltensweisen und Gedankenrituale),
-Anstrengungen, die unerwünschten Kognitionen zu unterdrücken,
-Unbehagen (Angst, Depression oder Mischung aus beiden)

· Bewertung des Vorkommens und des Inhalts der aufdringlichen Kognitionen, aus der Perspektive eines übersteigerten Verantwortungsgefühls.

Häufige Formen von Zwängen:

Die Gruppe der „cleaner“ ist gekennzeichnet durch zwanghaftes Waschverhalten. Der befürchteten Kontamination seiner Hände, begegnet der Patient durch Waschrituale, um seine Infektionsangst zu neutralisieren.

Die Gruppe der „checker“ zeigt übertriebenes Kontrollverhalten, so wird z.B. 20 Mal der Herd kontrolliert, vor dem Verlassen der Wohnung. Der Patient möchte damit präventiv einen befürchteten Wohnungsbrand verhindern. Das ritualisierte Verhalten darf nicht unterbrochen werden, sonst stellt sich die gewünschte Angstreduktion nicht ein (vgl.Tominschek 2007, S.33).

[1] Medikamente, die krankhafte Veränderungen des Erlebens und Verhaltens beeinflussen

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Diagnose und Therapie von Zwangsstörungen
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V263352
ISBN (eBook)
9783656522133
ISBN (Buch)
9783656533061
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
diagnose, therapie, zwangsstörungen
Arbeit zitieren
Bachelor of science Katrin Fischer (Autor), 2009, Diagnose und Therapie von Zwangsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263352

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