Die folgende Arbeit wird vor allem mit der Thematik der rechtsformneutralen Besteuerung in Deutschland auseinandersetzen. Dazu wird exemplarisch die Besteuerung eines Einzelunternehmens mit der einer Kapitalgesellschaft verglichen und anschließend kontrovers diskutiert. Hierbei werden diverse Einflussgrößen aus einer betriebswirtschaftlichen und eigentümerbezogenen Sicht dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Erster Teil: Grundlagen zur Rechtsformneutralität und der Unternehmung
I. Entscheidungskriterien und der Begriff Rechtsformneutralität
II. Grundtypen: Personenunternehmen und Kapitalgesellschaft
III. Grundstruktur der Unternehmensbesteuerung
Zweiter Teil: Einzelunternehmung und Kapitalgesellschaft im Vergleich
I. Gewinnermittlung
II. Schuldrechtliche Leistungsbeziehungen
III. Gewinnverwendung
Dritter Teil: Kritische Würdigung und Lösungsansätz
I. Kritische Würdigung
II. Lösungsansätze
III. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Rechtsformneutralität der Unternehmensbesteuerung in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob das bestehende Steuersystem eine neutrale Besteuerung zwischen Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften gewährleistet oder ob steuerliche Rahmenbedingungen zu einer Bevorzugung bestimmter Rechtsformen führen.
- Analyse der steuerlichen Auswirkungen bei unterschiedlichen Rechtsformen
- Vergleich der Gewinnermittlungsmethoden und Besteuerungsprinzipien
- Untersuchung schuldrechtlicher Leistungsbeziehungen zwischen Gesellschafter und Unternehmen
- Diskussion der Gewinnverwendungspolitik unter steuerlichen Aspekten
- Kritische Würdigung des dualen Systems und Identifikation von Reformbedarf
Auszug aus dem Buch
II. Grundtypen: Personenunternehmen und Kapitalgesellschaft
Dieser Teil der Arbeit dient dazu, die grundliegenden Differenzen des Einzelunternehmens und der Kapitalgesellschaft festzustellen. Hierbei werden überwiegend die für die Besteuerung relevanten und prinzipiellen Unterschiede behandelt.
Das Einzelunternehmen ist die einfachste Rechtsform und besteht aus einer Person. Im Gegensatz zur Kapitalgesellschaft ist kein Gründungsakt notwendig. Es entsteht unmittelbar mit der Aufnahme einer selbständigen, gewerblichen, freiberuflichen oder vermögensverwaltenden Tätigkeit. Das Einzelunternehmen gehört zur Kategorie der Personenunternehmen und ist im Folgenden damit gleichzusetzen. Beim Personenunternehmen steht die Person des Gesellschafters im Vordergrund, dies zeigt sich im Prinzip der Selbstorganschaft, womit die verpflichtende persönliche Mitarbeit im Unternehmen und außerdem die eingeschränkte Übertragbarkeit der Anteile gemeint ist.
Der Fokus bei einer Kapitalgesellschaft liegt im Gegensatz zu einem Personenunternehmen auf der Kapitalbeteiligung der Gesellschafter, welches sich durch die in der Regel frei veräußerbaren Gesellschaftsanteile zeigt. Eine persönliche Mitarbeit im Unternehmen ist für den Anteilseigner zwar möglich, aber nicht zwingend. Personenunternehmen stellen keine eigenständige juristische Person dar. Sie sind eigenständige Rechtssubjekte mit nach außen bestehender, beschränkter Rechtsfähigkeit. Eine Kapitalgesellschaft ist hingegen eine eigenständige juristische Person und somit voll rechtsfähig.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Rechtsformwahl im deutschen Wirtschaftsleben und führt in die Thematik der rechtsformneutralen Besteuerung ein.
Erster Teil: Grundlagen zur Rechtsformneutralität und der Unternehmung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Rechtsformneutralität, stellt Entscheidungskriterien vor und erläutert die Grundstrukturen der Besteuerung.
Zweiter Teil: Einzelunternehmung und Kapitalgesellschaft im Vergleich: Hier erfolgt ein detaillierter Vergleich der Gewinnermittlung, schuldrechtlicher Leistungsbeziehungen und der Gewinnverwendung zwischen den beiden Rechtsformtypen.
Dritter Teil: Kritische Würdigung und Lösungsansätz: Das Kapitel bewertet die steuerlichen Unterschiede kritisch, diskutiert das bestehende duale System und stellt mögliche Reformansätze zur Erzielung von Steuerneutralität vor.
Schlüsselwörter
Rechtsformneutralität, Unternehmensbesteuerung, Einzelunternehmen, Kapitalgesellschaft, Transparenzprinzip, Trennprinzip, Gewinnermittlung, Gewerbesteuer, Körperschaftsteuer, Einkommensteuer, Thesaurierung, Besteuerungsprinzipien, Leistungsfähigkeit, Schuldrechtliche Leistungsbeziehungen, Wirtschaftsstandort Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtsformabhängige versus rechtsformneutrale Besteuerung von Unternehmen in Deutschland am Beispiel von Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften.
Welche Themenfelder stehen im Fokus der Untersuchung?
Zentrale Schwerpunkte sind die Besteuerung der laufenden Erträge, die Gewinnermittlung, schuldrechtliche Verträge zwischen Gesellschaft und Gesellschafter sowie die steuerlichen Aspekte der Gewinnverwendung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die steuerlichen Unterschiede zwischen den beiden Rechtsformen aufzuzeigen und zu prüfen, ob die steuerlichen Rahmenbedingungen tatsächlich neutral gegenüber der Wahl der Rechtsform sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine rechtsformvergleichende Analyse sowie eine betriebswirtschaftliche Betrachtung der Besteuerung unter Berücksichtigung verschiedener Steuerszenarien durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Grundlagen der Unternehmensbesteuerung sowie einen detaillierten Vergleich von Gewinnermittlung, Leistungsbeziehungen und Gewinnverwendungspolitik.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rechtsformneutralität, Transparenz- und Trennprinzip, Steuerbelastung und Unternehmensbesteuerung.
Warum gibt es in Deutschland steuerliche Unterschiede zwischen Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften?
Die Unterschiede resultieren primär aus dem dualen System, das zwischen natürlichen und juristischen Personen als Steuersubjekte unterscheidet, woraus das Trenn- bzw. Transparenzprinzip folgt.
Was besagt die "Totalerfolgslücke"?
Sie entsteht bei nicht-bilanzierungspflichtigen Unternehmen aufgrund der angewandten Quellentheorie, wodurch Wertänderungen am Vermögensstamm steuerlich teilweise nicht erfasst werden.
Welche Rolle spielen schuldrechtliche Leistungsbeziehungen für die Steuerbelastung?
Bei Kapitalgesellschaften können sie genutzt werden, um die steuerliche Bemessungsgrundlage durch Aufwendungen (z.B. Geschäftsführergehälter) zu mindern, was bei Einzelunternehmen aufgrund fehlender eigener Rechtsfähigkeit nicht möglich ist.
Was schlägt der Autor als Lösung für die Steuerungleichbehandlung vor?
Der Autor diskutiert Modelle wie die Teilhabersteuer oder eine Unternehmenssteuer, weist jedoch auf die hohen regulatorischen und finanziellen Anforderungen bei einer solchen radikalen Systemumstellung hin.
- Arbeit zitieren
- Markus Schalber (Autor:in), 2012, Rechtsformabhängige Besteuerung. Einzelunternehmen vs. Kapitalgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263504