Im Rahmen dieser Arbeit soll die Frage untersucht werden, was unter interkultureller Handlungskompetenz zu verstehen ist. In einem einführenden Kapitel soll zunächst die Entwicklung und Bedeutung der Internationalisierung als jenes Phänomen dargestellt werden, das in einem betriebswirtschaftlichen Kontext die Notwendigkeit einer interkulturellen Handlungskompetenz von Fach- und Führungskräften auslandsorientierter Untenehmen begründet. In diesem Zusammenhang soll aufgezeigt werden, welche Fach- und Führungskräfte im Rahmen von internationalen Aktivitäten eines Unternehmens mit Fremdkulturellem konfrontiert werden und in besonderem Maße über eine interkulturelle Handlungskompetenz verfügen sollten. Der sich anschließende Hauptteil der Arbeit befasst sich mit interkultureller Handlungskompetenz im eigentlichen Sinne. Dabei soll nach einer Begriffsbestimmung die Komplexität des Phänomens anhand einer ausführlichen Betrachtung der verschiedenen Dimensionen von interkultureller Kompetenz verdeutlicht werden. In diesem Zusammenhang soll einerseits ein besonderes Augenmerk auf die kognitive Komponente von interkultureller Kompetenz gerichtet werden. Dabei soll ein besseres Verständnis von Kultur und deren Wesensmerkmalen vermittelt sowie verschiedene Kulturunterschiede vorgestellt werden. Andererseits steht die Betrachtung der verhaltensbezogenen, kommunikativen Dimension im Vordergrund als jene Dimension, die in einer kulturellen Überschneidungssituation konkret zum Ausdruck kommt. Hier wird es darum gehen zu sehen, was den Kommunikationsprozess ausmacht, welche Ebenen der Kommunikation bestehen und inwieweit es innerhalb dieser Kommunikationsebenen in kulturellen Überschneidungssituationen zu Missverständnissen kommen kann.
Der letzte Teil der Arbeit zeigt die Möglichkeiten von interkulturellen Trainings auf, die interkulturelle Handlungskompetenz von Fach- und Führungskräften zu entwickeln. Dabei werden unterschiedliche Trainingskonzepte sowie deren Vor- und Nachteile vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Internationalisierung und daraus resultierende interkulturelle Anforderungen an Fach- und Führungskräfte
2.1 Begriffsbestimmung und wesentliche Formen der Internationalisierung
2.2 Entwicklung und Bedeutung des Internationalisierungsprozesses
2.3 Internationalisierung und Management
2.3.1 Definition von Management
2.3.2 Internationale Managerrollen und internationaler Erfolg
3. Interkulturelle Handlungskompetenz
3.1 Definition von interkultureller Handlungskompetenz
3.2 Dimensionen von interkultureller Handlungskompetenz
3.3 Kultur
3.3.1 Definition von Kultur
3.3.2 Wesentliche Merkmale und Elemente von Kultur
3.3.2.1 Das Iceberg-Modell
3.3.2.2 Das Zwiebel-Modell der Kultur
3.3.3 Kulturdimensionen
3.3.3.1 Kulturdimensionen nach Hall
3.3.3.2 Kulturdimensionen nach Hofstede
3.3.3.3 Kulturdimensionen nach Trompenaars
3.3.3.4 Zusammenfassende Anmerkungen zu den Kulturdimensionen
3.4 Interkulturelle Kommunikation
3.4.1 Wesentliche Merkmale von Kommunikation
3.4.2 Verbale Kommunikation
3.4.3 Non-verbale Kommunikation
3.4.4 Para-verbale Kommunikation
4. Interkulturelle Trainings zur Erlangung von interkultureller Handlungskompetenz
4.1 Interkulturelle Trainings als Maßnahme der Personalentwicklung
4.2 Adressaten von interkulturellen Trainings im Unternehmen
4.3 Ausgewählte Formen, Konzepte, Methoden und Instrumente von interkulturellen Trainings
4.4 Evaluierung von interkulturellen Trainings
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der interkulturellen Handlungskompetenz von Fach- und Führungskräften in internationalen Unternehmen. Das zentrale Ziel ist es, die Notwendigkeit dieser Kompetenz vor dem Hintergrund der zunehmenden Internationalisierung der Wirtschaft aufzuzeigen, das Konstrukt der interkulturellen Handlungskompetenz theoretisch zu fundieren und Möglichkeiten zu deren Förderung durch gezielte interkulturelle Trainings zu analysieren.
- Internationalisierung und Management in global agierenden Unternehmen
- Mehrdimensionale Struktur der interkulturellen Handlungskompetenz (kognitiv, affektiv, verhaltensbezogen)
- Kulturmodelle und Kulturdimensionen (Hall, Hofstede, Trompenaars)
- Interkulturelle Kommunikation (verbal, non-verbal, para-verbal)
- Methoden und Ansätze interkultureller Trainings zur Kompetenzentwicklung
Auszug aus dem Buch
3.3.2.1 Das Iceberg-Modell
Kultur ist Gegenstand vieler Kulturanalysen gewesen und kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. In der Literatur wird häufig ein wesentliches Merkmal von Kultur hervorgehoben, nämlich dass Kultur aus mehreren Ebenen oder Schichten besteht, von denen man nur ein Teil sehen kann, und zwar den kleinsten Teil, unter dem sich ein weit bedeutsamer Teil befindet. Zur Veranschaulichung dieses Merkmal wird häufig das Iceberg-Modell verwendet.
Dieses Iceberg-Modell charakterisiert in treffender Weise das Konzept von Kultur und der daraus resultierenden Problematik für die internationale Zusammenarbeit. Zum einen besteht Kultur aus einem kleineren sichtbaren und wahrnehmbaren Teil und zum anderen aus einem weitaus größeren Teil, der sich unter der Oberfläche befindet. Jürgen Bolten hat in diesem Zusammenhang für die Unterscheidung der beiden Ebenen zum einen den Begriff der Perceptas geprägt als jener Elemente der Kultur, die für Außenstehende wahrnehmbar und beobachtbar sind. Zum anderen bezeichnet Bolten die dieser Perceptas zugrunde liegenden Denk- und Handlungskonzepte als „Conceptas“, welche von außen nicht sichtbar ist. Sowohl Conceptas und Perceptas bedingen sich gegenseitig und man kann in diesem Zusammenhang vereinfacht sagen, dass die Perceptas die Verhaltensweisen des Menschen offenbart, während die Conceptas die Gründe für diese Verhaltensweisen liefert.
Um bei einer Metapher zu bleiben: das Zusammentreffen zweier Menschen unterschiedlicher Kulturen ist wie das Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Eisberge. Sind bei diesem Zusammentreffen die nicht sichtbaren Elemente nicht bekannt oder werden sie verkannt oder nicht verstanden, so kann dies zur Kollision mit unangenehmen Folgen führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft und die damit verbundenen Herausforderungen für Fach- und Führungskräfte, was die Notwendigkeit interkultureller Handlungskompetenz begründet.
2. Internationalisierung und daraus resultierende interkulturelle Anforderungen an Fach- und Führungskräfte: Dieses Kapitel definiert Internationalisierung als betriebswirtschaftlichen Prozess und untersucht die spezifischen Managementanforderungen im grenzüberschreitenden Kontext.
3. Interkulturelle Handlungskompetenz: Hier erfolgt eine theoretische Fundierung des Begriffs interkulturelle Handlungskompetenz durch die Analyse ihrer Dimensionen, der Kulturmodelle und der verschiedenen Formen der Kommunikation.
4. Interkulturelle Trainings zur Erlangung von interkultureller Handlungskompetenz: Dieses Kapitel behandelt die praktische Förderung interkultureller Kompetenz durch verschiedene Trainingsformen, Methoden und deren Evaluierung im Unternehmen.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont erneut die Rolle der interkulturellen Handlungskompetenz als entscheidende Schlüsselkompetenz für den langfristigen Unternehmenserfolg im internationalen Kontext.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, Internationales Management, Interkulturelle Handlungskompetenz, Kultur, Kommunikation, Kulturdimensionen, Hall, Hofstede, Trompenaars, Interkulturelles Training, Expatriates, Personalentwicklung, Kulturelle Überschneidung, Sprachbarrieren, Auslandseinsatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung der interkulturellen Handlungskompetenz für Fach- und Führungskräfte, die in international tätigen Unternehmen arbeiten, und untersucht, wie diese Kompetenz gezielt entwickelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Internationalisierung der Wirtschaft, die theoretische Definition interkultureller Handlungskompetenz, verschiedene Kulturmodelle, Aspekte interkultureller Kommunikation sowie Konzepte und Methoden interkultureller Trainings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum interkulturelle Handlungskompetenz eine kritische Erfolgsfähigkeit für den internationalen Unternehmenserfolg ist und wie sie durch personalwirtschaftliche Maßnahmen gefördert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit nutzt unter anderem das Iceberg-Modell, das Zwiebel-Modell von Hofstede sowie die Kulturdimensionen von Hall, Hofstede und Trompenaars zur Analyse kultureller Unterschiede.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung der interkulturellen Handlungskompetenz, die Analyse ihrer Dimensionen (kognitiv, affektiv, kommunikativ), die Untersuchung der Kommunikationsebenen (verbal, non-verbal, para-verbal) und die Darstellung von interkulturellen Trainingskonzepten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Interkulturelle Handlungskompetenz, Internationalisierung, Unternehmenskultur, Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Training.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Trainingsmethoden?
Die Arbeit unterscheidet zwischen informationsorientierten Trainings (Wissensvermittlung) und erfahrungsorientierten Trainings (aktive Einbindung, z.B. durch Rollenspiele oder Simulationen wie BaFa BaFa), sowie zwischen kulturallgemeinen und kulturspezifischen Ansätzen.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in der interkulturellen Handlungskompetenz?
Kommunikation wird als die dritte, verhaltensbezogene Dimension interkultureller Kompetenz definiert. Die Arbeit hebt hervor, dass insbesondere verbale, non-verbale und para-verbale Signale in kulturellen Überschneidungssituationen oft zu Missverständnissen führen, wenn deren kulturelle Prägung nicht verstanden wird.
- Arbeit zitieren
- Marc Bourgoignie (Autor:in), 2013, Interkulturelle Handlungskompetenz von Fach- und Führungskräften internationaler Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263578