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Bild-Sehen-Auge in der späten Sittenlehre Johann Gottlieb Fichtes

Titel: Bild-Sehen-Auge in der späten Sittenlehre Johann Gottlieb Fichtes

Bachelorarbeit , 2013 , 27 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Johanna Sailer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In meiner Bachelorarbeit analysiere ich Fichtes Verwendung der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“ – sinnliche Begriffe, mit denen er transzendentale Phänomene anschaulich zu machen versucht. Ich bin der Meinung, dass die Sittenlehre von 1812 – ein Text, der bisher in der Fichte-Forschung wenig Beachtung fand – Denkanstöße liefert, die für unser heutiges Wissenschafts- und Kunstverständnis von Belang sein könnten. Auch heute beschäftigt uns noch die Frage, wie sich Bilder vor unseren Augen aufbauen, denen nichts in der Welt entspricht und Ahnungen entstehen, die sich Jahrzehnte später bewahrheiten. Wie wird die Fähigkeit eines Menschen ausgeprägt, schöpferisch zu wirken? Ist es die Natur, die den Geist bestimmt, der Geist, der die ausgeprägt, schöpferisch zu wirken? Ist es die Natur, die den Geist bestimmt, der Geist, der die Natur bestimmt, oder ist am Ende alles Eins?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. WeltOrdnung aus Sicht der Sittenlehre

3. Einsicht in das Vorbild

3.1 „die Realität wird in der That hingesehen“

3.2 „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist“

3.3 „Das Leben des Begriffs= Ich.“

3.3.1 Doppelte Begriff-Bestimmung

3.3.2 Ich als Bild

4. Absicht einer sittlichen Welt

4.1 Bild der Gemeinde

4.2 Das sittliche Ich

4.2.1 Sittliche Bildung

4.2.2 AusSicht der Kunst

5. AusSicht der Moderne

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht Fichtes Verwendung der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“ in seiner späten Sittenlehre von 1812. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie Fichte diese sinnlichen Begriffe nutzt, um komplexe transzendentale Phänomene des Bewusstseins, der Selbstbestimmung und des Glaubens anschaulich zu machen und das Individuum in eine sittliche Weltordnung einzubetten.

  • Analyse der philosophischen Grundannahmen Fichtes in der Sittenlehre von 1812.
  • Untersuchung der Wechselwirkung zwischen dem Ich, dem „absoluten Auge“ und der Welt.
  • Deutung der Rolle der Gemeinde als sittliches Bindeglied.
  • Verknüpfung von Fichtes erkenntnistheoretischen Ansätzen mit modernen Konzepten der Pädagogik und Ästhetik.
  • Reflexion über die Aktualität von Fichtes Bildungskonzept im Kontext einer modernen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

3.2 „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist“

Das Ich kann sehen auf zwei Arten: In sich hinein, da transzendiert es den Bereich des Möglichen. Und aus sich heraus: Da transzendiert es den Bereich des Wirklichen. Das Ich kann den Weg einer Idee bestimmen von ihrer Entstehung bis zu ihrer Verwirklichung: Es ist eine „Kraft, der ein Auge eingesetzt ist [...]“. Dies ist „der eigentliche Charakter des Ich, der Freiheit, der Geistigkeit.“ Demnach ist das Ich diese Kraft, jedoch bestimmt durch ein Auge, der Sehe, dem Sinnesorgan des Ich, welches vorhersieht, was werden soll. Die Sehe bestimmt das Ich und das Ich bestimmt die Wirklichkeit so wie vorher bestimmt. Gleichzeitig ist das Ich die Sehe selbst, sofern es reale Kraft ist, sich also selbst bestimmt hat.

Nun ist die sehende Kraft nicht nur Charakter des Ich, sondern auch der Freiheit und Geistigkeit. Diese Aufzählung lässt eine nahe Verwandtschaft der Begriffe vermuten. Ist das Ich in seiner wahren Form Freiheit und Geistigkeit?

Zur Erhellung dieses Sachverhalts bietet es sich an zu schauen, in welchen Zusammenhängen Fichte in seinem System der Sittenlehre die Begriffe Freiheit und Geistigkeit verwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz der späten Sittenlehre von 1812 und Definition der Forschungsfragen bezüglich der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“.

2. WeltOrdnung aus Sicht der Sittenlehre: Einordnung der späten Sittenlehre als Knotenpunkt von Fichtes Werk und Erläuterung der spekulativen Untersuchung der Möglichkeitsbedingungen des Ich.

3. Einsicht in das Vorbild: Detaillierte Analyse, wie das Ich durch „Hinsehen“ und Handeln eine Verbindung zwischen der idealen und der realen Welt herstellt.

4. Absicht einer sittlichen Welt: Darstellung der Bedeutung der Gemeinschaft und der individuellen sittlichen Entwicklung als Weg zur Vollendung des göttlichen Plans.

5. AusSicht der Moderne: Kritische Reflexion der Fichteschen Konzepte im Kontext aktueller gesellschaftlicher, wissenschaftlicher und kunsttheoretischer Diskurse.

6. Zusammenfassung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Fazit zur Aktualität von Fichtes Phänomenologie für moderne Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Johann Gottlieb Fichte, Sittenlehre 1812, Transzendentalphilosophie, Bildbegriff, Selbstbestimmung, absolutes Auge, Sittlichkeit, Gemeinde, Geisterreich, Geistigkeit, Erkenntnistheorie, Bildungskonzept, Reflexibilität, Idealismus, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die philosophische Relevanz der Begriffe „Bild“, „Sehen“ und „Auge“ in Fichtes spätem Werk, der Sittenlehre von 1812.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Struktur der Weltordnung, die Rolle des Ich als vermittelnde Kraft und die Bedeutung von sittlicher Bildung für eine gemeinschaftliche Existenz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fichte durch diese Begriffe transzendentale Sachverhalte für den Menschen anschaulich macht und welche Bedeutung dies für das menschliche Selbstverständnis hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt einen phänomenologisch-analytischen Ansatz, um Fichtes komplexes System der Sittenlehre zu interpretieren und in Bezug zur Moderne zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des „Vorbilds“, das Erfassen des Ich als „Bild“ und die „Absicht einer sittlichen Welt“ in Gemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fichte, Sittenlehre, Bild, Ich, Gemeinde, Sittlichkeit, Freiheit und Transzendentalphilosophie.

Wie unterscheidet Fichte das empirische vom transzendentalen Sehen?

Während das empirische Sehen die äußere Form der Dinge erfasst, dient das transzendentale Sehen dem Erkennen der inhaltlichen, überempirischen Wahrheit und der eigenen Selbstbestimmung.

Welche Rolle spielt die Gemeinde bei Fichte?

Die Gemeinde fungiert als das „schlechthin Sichtbare“ und ist der Ort, an dem das göttliche Abbild in der Welt erfahrbar wird, wodurch das Ich seine Unvollständigkeit überwindet.

Warum wird die „Selbstvernichtung des Ich“ gefordert?

Die Selbstvernichtung des Ich ist bei Fichte als notwendiger Schritt zu verstehen, um sich von einer egozentrischen Fixierung zu lösen und sich stattdessen dem höheren göttlichen Plan oder der Gemeinschaft hinzugeben.

Was ist die „unmögliche Möglichkeit“ der Moderne?

Diese beschreibt den Konflikt zwischen dem idealistischen Anspruch Fichtes auf eine Universalwissenschaft und der heutigen Realität einer hochspezialisierten, teils fragmentierten Gesellschaft.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bild-Sehen-Auge in der späten Sittenlehre Johann Gottlieb Fichtes
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Geisteswissenschaften)
Note
1,6
Autor
Johanna Sailer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
27
Katalognummer
V263653
ISBN (eBook)
9783656526049
ISBN (Buch)
9783656528241
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Transzendentalphilosophie Aufklärung Johann Gottlieb Fichte Epistemologie Sittenlehre Wissenschaftslehre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johanna Sailer (Autor:in), 2013, Bild-Sehen-Auge in der späten Sittenlehre Johann Gottlieb Fichtes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263653
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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