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"Ist dies nun meine ganze Macht?" Machtdynamik in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt".

Título: "Ist dies nun meine ganze Macht?" Machtdynamik in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt".

Trabajo de Seminario , 2013 , 20 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Lukas Baumanns (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Mit Casanova setzt Arthur Schnitzler in seiner Novelle Casanovas Heimfahrt eine für ihn mythische Figur ins Zentrum seiner Erzählung, die ihren Zenit des erotischen Abenteuertums bereits überschritten hat und seiner Vergangenheit als Libertin hinterhertrauert.
Gesa Dane führt in ihrem Aufsatz "Im Spiegel der Luft" aus, dass die „Verhältnisse der Figuren zueinander [...] fast durchgängig als Machtbeziehungen lesbar [sind], ohne dass es je zu eindeutigen Machtpositionen oder einem Ausgleich“ kommt. Inwiefern sich diese These halten lässt, oder ob sich die Figuren doch in variablen Machtpositionen definieren lassen und sich sogar ausgleichen, will ich in meiner Seminararbeit unter dem Titel ,„Ist dies nun meine ganze Macht?“. Machtdynamik in Arthur Schnitzlers Novelle Casanovas Heimfahrt‘ diskutieren.
Die Motivation zu diesem Thema entstand aus der ambivalenten Qualität zwischen der Begrüßung und dem Abschied von Amalia und Casanova. Während Amalia Casanova zu Beginn der Novelle noch leidenschaftlich begrüßt und ihm sogar im Verlauf demütig die Hand küsst, ist ihr Abschied äußerst reserviert und von Casanovas ehrbürtigem Handkuss unterlegt. Ähnlichen Machtverschiebungen unterliegt auch Casa- novas Beziehung zu Lorenzi, der ihn zwar an Jugendlichkeit und sexueller Erotik überragt, ihm jedoch nach seinem horrenden Verlust beim Kartenspielen an Macht unterlegen ist. Auch Marcolina, die Casanova an Jugendlichkeit, Intellekt und Schlagfertigkeit weit überlegen ist, unterliegt in der Machthierarchie Casanova in der durch List gewonnenen Nacht mit ihm.
Gestützt auf Max Webers wohl bekannteste Machtdefinition „jede[r] Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht“, differenziert Björn Kraus diese Definition in die der instruktiven Macht, welche die Chance beschreibt, das Verhalten oder Denken eines anderen zu determinieren, und die destruktive Macht, also der Chance, die Möglichkeiten eines anderen zu reduzieren. Darauf aufbauend lassen sich die machtdynamischen Verschiebungen innerhalb der zu untersuchenden Figurenbeziehungen analysieren und im Hinblick auf die dabei entstehende hierarchische Machtposition beurteilen. Im Folgenden werde ich zunächst den Machtbegriff für meine spätere Analyse definieren, Schnitzlers Machtwelt innertextlich aufzeigen und schließlich im Kern meiner Seminararbeit die Dynamik der Machtverhältnisse in der Novelle "Casanovas Heimfahrt" analysieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Macht – Ein Definitionsangebot

1.1 Instruktive und destruktive Macht

1.2 Schnitzlers Machtwelt

1.2.1 Leutnant Gustl

1.2.2 Casanovas Heimfahrt

2. Machtdynamik in den Figurenbeziehungen

2.1 Casanova und Amalia

2.2 Casanova und Lorenzi

2.3 Casanova und Marcolina

Der ohnmächtige Casanova – Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Machtdynamiken in Arthur Schnitzlers Novelle Casanovas Heimfahrt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Figuren trotz der Alterskrise des Protagonisten in variablen Machtpositionen zueinander stehen und wie sich diese Machtverhältnisse innerhalb der interpersonellen Beziehungen im Verlauf der Erzählung verschieben.

  • Analyse von Machtverhältnissen anhand soziologischer Definitionen (Max Weber, Björn Kraus).
  • Untersuchung der Machtdynamik in der Beziehung zwischen Casanova und Amalia.
  • Untersuchung der Machtdynamik in der Beziehung zwischen Casanova und Lorenzi.
  • Untersuchung der Machtdynamik in der Beziehung zwischen Casanova und Marcolina.
  • Reflexion über die Darstellung von Macht und Ohnmacht in Schnitzlers Werk.

Auszug aus dem Buch

2.3 Casanova und Marcolina

Mit Marcolinas erster Erwähnung steigen in Casanova nicht nur direkt erotische Gedanken über eine halbnackte Marcolina in den Kopf, sondern auch seine Vermutung eines Verhältnisses zwischen Lorenzi und Marcolina (vgl. 16) und einer „quälenden Neugier, Marcolina so bald als möglich von Angesicht zu Angesicht zu sehen“ (18). Doch die Gleichgültigkeit und Unnahbarkeit, mit der sie sich vor Casanovas Annäherungsversuchen schützt und dessen Anwesenheit straft, facht in ihm nur noch weiter die Abhängigkeit von ihr an, die Casanova von Amalia spürt. Während diese ihren Blick kaum von Casanova zu lösen vermag, liest Casanova in Marcolinas Blick „ein plötzliches Befremden, Verwahrung, ja eine Spur von Ekel“ (21).

In ihrem ersten Gespräch offenbart Marcolina jedoch ihre eigentliche Stärke, mit der sie Casanova überragt: Wissen. Als Marcolina, die Casanova nach seinem Versuch, die eigentlich auch von ihm für unsinnig erachtete Kabbala zu verteidigen, ihn mit einem „halb bedauernden, halb spitzbübischen Blick“ (29 f.) herablassend beurteilt, glänzt im Folgenden mit tiefem Fachwissen auch in der Philosophie und Politik. Mit seinem Versuch, Marcolina von seinem Intellekt zu überzeugen, scheitert Casanova und macht für Marcolina die Machtverhältnisse im Bezug auf Fachwissen deutlich, „worauf Marcolina, die in dem abgelaufenen Gespräch in aller Spöttelei sich fast zutraulich gegeben, sofort wieder eine kühlere Haltung annahm, und ihr Blick die gleiche Verwahrung, ja den gleichen Widerwillen ausdrückte, der Casanova heute schon einmal so tief verletzt hatte“ (33).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Machtdynamik in Schnitzlers Novelle und Einordnung der Forschungsfrage im Kontext bestehender literaturwissenschaftlicher Positionen.

1. Macht – Ein Definitionsangebot: Theoretische Grundlegung des Machtbegriffs anhand von Max Weber und Björn Kraus zur Differenzierung zwischen instruktiver und destruktiver Macht.

1.1 Instruktive und destruktive Macht: Erläuterung der soziologischen Machtmodelle, die als analytisches Werkzeug für die Novelleninterpretation dienen.

1.2 Schnitzlers Machtwelt: Übertragung der theoretischen Machtbegriffe auf die spezifische Textwelt von Arthur Schnitzler.

1.2.1 Leutnant Gustl: Analyse der Machtverhältnisse im Werk Leutnant Gustl als exemplarisches Vorbild für militärische und soziale Machtstrukturen.

1.2.2 Casanovas Heimfahrt: Untersuchung von Casanovas Alterskrise und Heimatsehnsucht als Faktoren, die seine Machtposition in der Novelle beeinflussen.

2. Machtdynamik in den Figurenbeziehungen: Hauptteil der Arbeit, in dem die interpersonellen Beziehungen auf ihre machtdynamischen Verschiebungen hin untersucht werden.

2.1 Casanova und Amalia: Analyse des Machtwechsels zwischen Casanova und Amalia, der durch Enttäuschung und Zurückweisung geprägt ist.

2.2 Casanova und Lorenzi: Untersuchung der Rivalität zwischen Casanova und dem jungen Lorenzi, die in einer Erpressungssituation gipfelt.

2.3 Casanova und Marcolina: Analyse der komplexen, von Intellekt und Ekel geprägten Beziehung zwischen Casanova und Marcolina, die für Casanova in der totalen Ohnmacht endet.

Der ohnmächtige Casanova – Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Analyseergebnisse, die Casanova als ohnmächtigen Libertin ausweisen, und kritische Auseinandersetzung mit der These von Gesa Dane.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Casanovas Heimfahrt, Machtdynamik, Max Weber, Instruktive Macht, Destruktive Macht, Alterskrise, Figurenbeziehungen, Libertinismus, Machtverhältnisse, Literaturwissenschaft, Novelle, Ohnmacht, Sozialwissenschaftliche Analyse, Marcolina.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Machtdynamiken und wechselnden Machtverhältnisse zwischen den Charakteren in Arthur Schnitzlers Novelle Casanovas Heimfahrt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der Machtbegriff, die Auswirkungen von Alterskrisen auf das Selbstbild sowie die Art und Weise, wie soziale Interaktion und Erpressung Machtverhältnisse zwischen Individuen beeinflussen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Machtpositionen der Figuren in der Novelle eindeutig definiert sind oder ob sie ständigen, variablen Veränderungen unterliegen, und dabei die These von Gesa Dane zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt soziologische Machttheorien, insbesondere von Max Weber und Björn Kraus, um literarische Figurenkonstellationen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die drei zentralen Figurenbeziehungen: Casanova zu Amalia, Casanova zu Lorenzi und Casanova zu Marcolina.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Machtdynamik, instruktive und destruktive Macht, Alterskrise, Libertinismus und die spezifische Figurenkonstellation in Schnitzlers Werk.

Warum spielt der Begriff der „instruktiven“ und „destruktiven“ Macht eine Rolle?

Diese Differenzierung nach Björn Kraus ermöglicht es, präzise zu bestimmen, ob ein Charakter das Verhalten eines anderen aktiv steuern (instruktiv) oder dessen Möglichkeiten aktiv reduzieren kann (destruktiv).

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich Casanova?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Casanova am Ende als ohnmächtiger Libertin hervorgeht, dessen Versuche, durch List oder Erpressung Macht auszuüben, ihn letztlich nicht vor seiner existenziellen Ohnmacht schützen können.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
"Ist dies nun meine ganze Macht?" Machtdynamik in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt".
Universidad
University of Duisburg-Essen
Calificación
1,3
Autor
Lukas Baumanns (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
20
No. de catálogo
V263673
ISBN (Ebook)
9783656525929
ISBN (Libro)
9783656528197
Idioma
Alemán
Etiqueta
Arthur Schnitzler Arthur Schnitzler Macht Amalia Lorenzi Marcolina Casanova machtdynamik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lukas Baumanns (Autor), 2013, "Ist dies nun meine ganze Macht?" Machtdynamik in Arthur Schnitzlers Novelle "Casanovas Heimfahrt"., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263673
Leer eBook
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Extracto de  20  Páginas
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