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Die Friedensverträge von Münster und Osnabrück

Title: Die Friedensverträge von Münster und Osnabrück

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 26 Pages , Grade: 2+

Autor:in: Artur Siemens (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Der Prozess der Europäischen Integration, der am 1. Mai mit der Aufnahme von zehn neuen Mitgliedern einen weiteren Höhepunkt erreicht, wirft nicht nur die oft geäußerte Frage nach dem Wohin, sondern auch die nach dem Woher auf. Die Existenz der Europäischen Union beruht auf der Bereitschaft der Nationalstaaten, zentrale Elemente der staatlichen Souveränität auszugliedern und durch gemeinsame Ins titutionen auszuüben. Manche Forscher sehen darin einen Paradigmenwechsel von historischer Bedeutung: das Ende einer Epoche, das von dem Handeln souveräner europäischer Nationalstaaten geprägt war. 1 Das legt die Frage nach dem Beginn dieser Epoche nahe. Markiert der Westfälische Frieden den Beginn dieser Epoche? Worin liegt seine epochemachende Bedeutung? Welches sind die Leistungen, die über seinen unmittelbaren Zweck, den dreißigjährigen Krieg zu beenden, hinausweisen? Diesen Fragen soll diese Hausarbeit nachgehen.

Die Fragestellung gibt schon weitgehend die Struktur der Hausarbeit vor. Sie verlangt eine Konzentration auf die großen Linien des Vertrags. Randthemen wie wirtschaftspolitische Aspekte oder Durchführungsverordnungen bleiben außen vor. Stattdessen konzentriere ich mich auf drei große Bereiche: Auf die ter-ritorialen, die verfassungsrechtlichen und die kirchlichen Bestimmungen.

Quellen und Literatur. Die Quellenlage zum Dreißigjährigen Krieg ist denkbar günstig. Eine Fülle an Dokumenten, Aktennotizen, Traktaten und Abhandlungen ist schon von den Zeitgenossen zu diesem Thema produziert worden. Anders als bei anderen Themen stellt hier der Mangel an Quellen für den Forscher kein Problem dar. Im Gegenteil: Viel Material wartet noch in den Archiven darauf ediert und einem breiten Forscherkreis zugänglich gemacht zu werden. Das Betrifft natürlich nicht die für diese Hausarbeit zentralen Vertragstexte des IPM und IPO. Angesichts ihrer Bedeutung sind sie von der Geschichtswissenschaft schon früh ediert und untersucht worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Vorgeschichte und Verhandlungsgang

C. Die Hauptergebnisse der Friedensverträge

I. Herstellung des Friedenszustand. Grundsätze

II. Territoriale Bestimmungen

III. Verfassungsrechtliche Bestimmungen

IV. Kirchliche Bestimmungen

D. Würdigung des Friedens (Schlussbetrachtungen)

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die epochemachende Bedeutung des Westfälischen Friedens von 1648, wobei der Fokus auf den zentralen territorialen, verfassungsrechtlichen und kirchlichen Bestimmungen der Friedensverträge von Münster und Osnabrück liegt, um deren langfristige Wirkung auf das europäische Staatensystem und die Reichsverfassung zu analysieren.

  • Analyse des Prozesses der Friedensverhandlungen und der Diplomatie des 17. Jahrhunderts
  • Untersuchung der territorialen Gebietsgewinne und politischen Machtverschiebungen
  • Bewertung der verfassungsrechtlichen Neuerungen im Heiligen Römischen Reich
  • Analyse der religionsrechtlichen Kompromisse und deren Einfluss auf die europäische Stabilität
  • Kritische Würdigung des Westfälischen Friedens im Kontext der Geschichtswissenschaft

Auszug aus dem Buch

II. Territoriale Bestimmungen

Bezieht sich die Amnestie noch auf alle Vertragsbeteiligten, so wird der Grundsatz der Restitution nur auf „Kurfürsten, Fürsten, und Stände des hl. Römischen Reichs (mit Einschluß der der unmittelbaren Reichsritterschaft) und ihre Vasallen, Untertanen, Bürger und Einwohner“26 angewendet. Bezogen auf Schweden und Frankreich wurde der Vorkriegszustand keineswegs wieder hergestellt. Im Gegenteil: Beide gingen mit Gebietsgewinnen auf Kosten des Reichs aus den Friedensverhandlungen hervor. Sie waren die Gewinner des Krieges.

Angesichts der militärischen Erfolge Schwedens war der kaiserliche Verhandlungsführer Trauttmannsdorff Ende November 1945 schon mit weitgehenden Vollmachten für Zugeständnisse nach Münster gekommen. Im Oktober 1946 war man sich im großen und ganzen über die Abtretung von Bremen, Verden und Wismar einig. Das eigentliche Hindernis bildete Pommern. Während Trauttmannsdorf bereit war, Schweden ganz Pommern zu überlassen, schoben Frankreich aber auch Länder wie die Niederlande, Dänemark und Polen diesem Machtzuwachs Schwedens den Riegel vor. Schließlich einigte man sich auf die Teilung des Herzogtums: Vorpommern und die Gebiete östlich der Odermündung fielen an Schweden, nicht dagegen die übrigen Teile Hinterpommerns. Anders als Frankreich, das Teile des Elsaß als Eigentum (alloidum) übernahm (siehe unten), erhielt Schweden diese Gebiete als kaiserliches Lehen.27 Diese Einigungen bezüglich der schwedischen Territorialsatisfaktion finden ihren Niederschlag in Art. X IPO. Mecklenburg und Brandenburg, zu deren Lasten diese Regelung im Wesentlichen ging, wurden mit Gebieten aus den säkularisierten norddeutschen Bistümern abgefunden. Mecklenburg bekam Schwerin und Ratzeburg, Kurbrandenburg Minden, Kammin, Halberstadt und die Anwartschaft auf das Erzstift Magdeburg sowie Hinterpommern.28

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Fragestellung nach der historischen Bedeutung des Westfälischen Friedens und definiert die inhaltlichen Schwerpunkte der Arbeit.

B. Vorgeschichte und Verhandlungsgang: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Weg zum Diplomatenkongress, die schwierigen Verhandlungspositionen und das Taktieren der beteiligten Mächte.

C. Die Hauptergebnisse der Friedensverträge: Dieser Hauptteil analysiert die grundlegenden Amnestie- und Restitutionsbestimmungen, die territoriale Neuordnung, verfassungsrechtliche Veränderungen sowie die religionsrechtlichen Regelungen.

D. Würdigung des Friedens (Schlussbetrachtungen): Das Fazit bewertet die historische Wirkung des Friedensschlusses und diskutiert die unterschiedlichen historiographischen Einschätzungen seiner Bedeutung.

Schlüsselwörter

Westfälischer Frieden, 1648, Reichsverfassung, Restitution, Amnestie, Konfessionen, Landeshoheit, Europäisches Staatensystem, Völkerrecht, Territorialbestimmungen, Diplomatie, Dreißigjähriger Krieg, Friedensvertrag, Souveränität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Friedensverträge von Münster und Osnabrück von 1648 und analysiert deren historische Bedeutung für die Struktur des Heiligen Römischen Reiches und Europas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die territorialen Verschiebungen, die verfassungsrechtliche Stärkung der Reichsstände und die komplexen religionsrechtlichen Regelungen, die das Ende des Dreißigjährigen Krieges markierten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Leistungen des Westfälischen Friedens zu identifizieren, die über das bloße Kriegsende hinauswiesen und eine neue Epoche rechtlicher Stabilität einleiteten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der Vertragstexte (IPM und IPO) sowie eine Auswertung der relevanten Fachliteratur zur Diplomatie- und Rezeptionsgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Friedensgrundsätze, die territoriale Neuordnung zugunsten Frankreichs und Schwedens, die verfassungsrechtlichen Rechte der Stände sowie die Ausgestaltung des Religionsfriedens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen unter anderem Westfälischer Frieden, Landeshoheit, Restitution, Völkerrecht und die Transformation des europäischen Staatensystems.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Reichsstände?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Stände ihre verfassungsrechtliche Position gegenüber dem Kaiser durch die Mitwirkungsrechte bei Krieg, Frieden und Bündnissen entscheidend stärken konnten.

Welche Bedeutung kommt der "Normaljahr-Regelung" zu?

Die Normaljahr-Regelung wird als der entscheidende Schlüssel für den konfessionellen Frieden identifiziert, da sie einen stabilen Besitzstand definierte und damit religiöse Auseinandersetzungen in rechtliche Bahnen lenkte.

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Details

Title
Die Friedensverträge von Münster und Osnabrück
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Der Westfälische Frieden 1648
Grade
2+
Author
Artur Siemens (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V26371
ISBN (eBook)
9783638287289
Language
German
Tags
Friedensverträge Münster Osnabrück Hauptseminar Westfälische Frieden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Artur Siemens (Author), 2004, Die Friedensverträge von Münster und Osnabrück, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26371
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