Die Objektivität des Kunstschönen

Die näheren inneren und äußeren Bestimmungen des Kunstschönen bei Hegel


Seminararbeit, 2007

8 Seiten, Note: 1,0

Arthur Taubmann (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einordnung der Objektivität des Kunstschönen in die Systematik der Hegelschen Ästhetik

II Die Objektivität des Kunstschönen
1. Definition und Gliederung
2. Der formeller Begriff
3. Handlung
a) Eigentümliche Selbstständigkeit
b) Situation
c) Reaktion gegen Situation

III Abschließende Gedanken

Literaturverzeichnis

I Einordnung der Objektivität des Kunstschönen in die Systematik der Hegelschen Ästhetik

Die nähere Bestimmung des Kunstschönen ist in der ersten Abteilung im ersten bzw. allgemeinen Teil der Hegelschen Systematik der Ästhetik zu finden, der der Einleitung folgt. In der Einleitung definierte Hegel das Schöne an sich: er unterschied, Kant folgend, zwischen dem Naturschönen und dem Kunstschönen. Das Naturschöne sei das, was in der Natur wie selbstverständlich vorhanden sei, das Kunstschöne das, was erst der Mensch durch eine eigene gedankliche und tätige Handlung vollbringe, in dieser er nicht nur die Natur nachahmt, was selbst Tiere können. „Das Kunstschöne ist höher als das Naturschöne, weil jenes aus dem Geiste hervorgebracht ist“[1] meint Hegel im Widerspruch zu Kant, der das Naturschöne als die Vollendung der Schönheit begriff. Hegel befasst sich in seiner Ästhetik deshalb ausschließlich mit dem Kunstschönen. Die Kunst sei „das Medium der Sinnlichkeit“[2] und möchte das Absolute aussprechen. In der ersten Abteilung des Allgemeinen Teils werden zunächst die Begriffe Idee und Ideal definiert und ausgeführt, welche für die verschiedenen Stufen der

Entwicklungsformen der Kunstgeschichte von Bedeutung ist. Idee meint Gedanken und Anschauung, und Ideal sei die Realisierung der Idee, ein sinnliches Moment, eine Gestalt. Die Idee des Schönen fasst Hegel als Ideal auf,[3] jedoch wird der Ideal-Zustand erst durch eine adäquate Umsetzung/Darstellung der Idee erreicht. Kunsthistorisch teilt Hegel in drei Stufen ein: die symbolische Kunst der Ägypter, in welchem die Idee, das Geistige, nicht adäquat zum Sinnlichen umgesetzt wird; die klassische, hellenistische Kunst, in welchem durch die Einheit von Geistigem und Sinnlichen in der Darstellung des Menschen ein Ideal erreicht worden ist; und die romantische Kunst des Christentums, wo die Idee, das Geistige, der Sinnlichkeit voraus ist, weil der christliche/jüdische/muslimische Gott nicht in der Kunst dargestellt werden kann, also nicht adäquat/ideal. Der Untersuchung dieser Stufen widmet Hegel die zweite Abteilung des ersten Teils sowie den zweiten, besonderen Teil seiner Ästhetikphilosophie, doch schon auf S. 67 unternimmt er erstmals diese Unterscheidung.

II Die Objektivität des Kunstschönen

1. Definition und Gliederung

Die Objektivität des Kunstschönen meint das Werk an sich, unabhängig vom Schaffendem, dem Subjekt des Künstlers.

Hegel nennt folgende Untersuchungspunkte für die nähere Bestimmung des Kunstschönen:

1. Der formeller Begriff
2. Handlung, d.h. Inhalt des Kunstwerkes – Hegel unterteilt in drei Momente: a) eigentümliche Selbstständigkeit, b) Situation [mit dem vier Kollisionspunkten physisch, natürlich, zu Natur gewordenem Unrecht und Tat eines Menschen], c) Reaktion gegen die Situation
3. Charakter oder der Mensch
4. Das Konkrete der äußerlichen Bestimmtheit

Ich werde mich in meiner schriftlichen Ausarbeitung aus Platzgründen auf die ersten beiden Bestimmungen beschränken.

2. Der formeller Begriff

Gemeint ist hiermit die abstrakte Bestimmtheit des Kunstschönen an sich, d.h. wie ist es möglich, dass ein Kunstwerk nicht nur speziell, also für den Künstler, funktioniert, sondern eben auch abstrakt für andere. Der formelle Begriff versucht, ohne konkreten Bezug, die Spielregeln für das Kunstschöne zu nennen, sozusagen wird über die Begriffsdefinition eine Einschränkung des Kunstschönen erreicht. Hierfür nennt Hegel zwei Gesichtspunkte:

Der erste ist die abstrakte Einheit von Mannigfaltigkeit, die Regelmäßigkeit. Die Regelmäßigkeit ist ein Kriterium der Äußerlichkeit, beruhend auf quantitativen Verhältnissen – Hegel nennt beispielsweise das Zahlen- und Größenverhältnis bei Fenstern, bei Organen der Lebewesen, und die regelmäßige Bewegung der Himmelskörper(das ist m.M.n. ein Schwachpunkt der Ästhetikphilosophie – Hegel überträgt in der Einheit des Kunstschönen nämlich Elemente des Naturschönen als Vorraussetzungen für dieses, lässt es nicht autark sein). In der Wiederkehr von beispielsweise Klängen in Reimen, Musik, etc. „liegt eine magische Kraft“[4] – Harmonie. Harmonie ist im Unterschied zur Regelmäßigkeit eine qualitative Einheit, keine rein quantitative. Hegel versteht Harmonie auch als Totalität – z.B. die der Farben, welche in einem Kunstwerk erst durch ihre Totalität ihre Wirkung entfachen. Das führt zum zweiten Punkt des formellen Begriffs, nämlich zur Einheit als Einfachheit. „Die einfachen Farben sind die ausdrucksvollsten“[5] nennt Hegel als Beispiel.

[...]


[1] Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Philosophie der Kunst. Vorlesung von 1826. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005, S.51

[2] Volpi, Francesco (Hrsg.): Großes Werklexikon der Philosophie, Band 1: A bis K. Stuttgart: Alfred Kröner Verlag, 2004, S. 641

[3] Hegel, G.W.F. Philosophie der Kunst. S. 65

[4] ebd., S. 81

[5] ebd., S. 82

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Die Objektivität des Kunstschönen
Untertitel
Die näheren inneren und äußeren Bestimmungen des Kunstschönen bei Hegel
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
8
Katalognummer
V263945
ISBN (eBook)
9783656532507
ISBN (Buch)
9783656574996
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
objektivität, kunstschönen, bestimmungen, hegel
Arbeit zitieren
Arthur Taubmann (Autor), 2007, Die Objektivität des Kunstschönen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263945

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