Viele Menschen reden nicht gerne vor großem Publikum und kaum jemand freut sich auf mündliche Prüfungen. Dennoch gibt es individuelle Unterschiede. Eine stark ausgeprägte Prüfungsangst kann schwerwiegende Symptome hervorrufen und die Leistungsfähigkeit wird durch die Angst stark beeinträchtigt.
Dieses Buch nähert sich dem Problem der Prüfungsangst aus psychoanalytischer Sicht. Außerdem gehen die Autoren auf das spezifische Problem der Schulphobie ein und erklären, warum Prüfungsangst unabhängig vom Alter ist und wie Sie Bewältigungsstrategien dagegen entwickeln können.
Aus dem Inhalt: Psychoanalyse, Ursachen von Prüfungsangst, Körperliche Symptome, Gedankliche Symptome, Bewältigungsstrategien
Inhaltsverzeichnis
PRÜFUNGSANGST AUS PSYCHOANALYTISCHER SICHT VON ALEXIS PFLUG, 2003
Einleitung
Zum Begriff „Prüfung“
Die Psychoanalyse der Angst
Psychoanalytische Betrachtungen zum Zusammenhang zwischen Prüfungen und Angst
Die Neurosen des Prüflings
Neurotische Beeinflussung durch das soziale Umfeld
Neurotisches Verhalten des Prüfers
Fazit
PRÜFUNGSANGST ALS FORM DER SCHULPHOBIE. ÜBER DIE DIAGNOSE UND DEN UMGANG MIT PRÜFUNGSÄNGSTLICHEN SCHÜLERINNEN UND SCHÜLERN VON LENA GRUN 2012
Einleitung
Fallbeispiel
Beschreibung aus psychologisch-diagnostischer Sicht
Ursachenforschung
Empirie
Ausblick
Fazit
MENSCHEN IN PRÜFUNGSSITUATIONEN STÄRKEN. EINE ZUSAMMENSTELLUNG VON BEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN FÜR PRÜFUNGS- UND REDEANGST VON MARTIN SELZLE 2009
Rede- und Prüfungsängste – Eine Einführung
Ursachen von Prüfungs- und Redeangst
Konsequenzen von Prüfungs- und Redeangst
Selbstanalyse
Klärung der Situation
Entkräftung einiger gängiger hinderlicher Vorannahmen
Methoden und Wege zum Abbau von Prüfungsangst
Zeitmanagement
Lernmethoden
Ratschläge für einen starken Willen und zur Selbstmotivation
Brain-Food – Nahrungsmittel, die dem Gehirn schmecken
Strategien für Prüfungssituationen
24 h – Der Countdown läuft …
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieser Publikationen ist es, das Phänomen Prüfungsangst aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven – psychoanalytisch, pädagogisch-diagnostisch sowie handlungsorientiert – zu beleuchten, um betroffenen Personen fundierte Bewältigungsstrategien an die Hand zu geben.
- Psychoanalytische Ursachenforschung von Prüfungsangst und Prüfungsneurosen
- Diagnostik und psychologische Aspekte der Schulphobie
- Einfluss des familiären und schulischen Umfelds auf die Entstehung von Angst
- Praxisorientierte Methoden zur Angstbewältigung (kognitiv, mental, körperlich)
- Strategien für effektives Zeitmanagement und Lernoptimierung
Auszug aus dem Buch
Die Psychoanalyse der Angst
FREUD (2002) benennt drei zentrale seelische Instanzen, die er als ‚Seelenkräfte’ bezeichnet.
Da ist zum einen das Es, der Sitz der Triebe, in der Hauptsache des Sexualtriebs, der Libido. Später fügt er dieser noch den sogenannten Todestrieb, Destrudo, hinzu.
Die zweite Instanz ist das Über-Ich, das ‚Gewissen’, in dem die von der Gesellschaft, hauptsächlich den Eltern, tradierten Normen und Werte ihren Niederschlag finden.
Das Ich schließlich ist der Mittler, der versucht, Wege zu finden, beiden gerecht zu werden.
FREUDs erste Angsttheorie (1895) erklärt Angst zunächst als die Umwandlung verdrängter Libido. Diese Theorie erlebt im weiteren eine Modifikation, die er vor allem 1926 in seinem Werk: „Hemmung, Symptom und Angst“ behandelt. Die dort von ihm formulierte ‚Signaltheorie’ erklärt die Angst als Signal, welches dem Zweck unterstellt ist, vor einer Bedrohung zu warnen. Auslöser für die Angst ist laut FREUD der Gegensatz zwischen den Bedürfnissen des Es, welches auf Triebbefriedigung drängt, und denen des Über-Ich, welches die Wünsche der Außenwelt repräsentiert, der als unvereinbar empfundenen wird.
FREUD sieht im Vorgang der Geburt das prägende Schlüsselerlebnis für alle späteren Empfindungen von Angst. Er sieht die menschliche Angstreaktion analog zur Angstreaktion der Tiere, die sich durch natürliche Selektion gebildet haben. Wie bei diesen greift auch der Mensch in Situationen der Bedrohung demnach auf Verhaltensweisen zurück, die sich in vorangegangenen als zweckmäßig herausgestellt haben.
Das Ich reagiert nach FREUD immer dann mit Angst, wenn es keine Gewalt über das Es, das Über-Ich oder die Umwelt hat. Er unterscheidet nach diesen verschiedenen Arten der Bedrohungen drei Arten der Angst: Die Triebangst, die Gewissensangst und die Realangst. Die sogenannten neurotischen Ängste, die Triebangst, die eine Bedrohung des Ich durch Triebwünsche des Es herbeiführt, und die Gewissensangst, die eine Bedrohung durch das Über-Ich suggeriert, stellen Ängste dar, die im Inneren des Individuums ihren Ursprung haben, während die Realangst vor einer tatsächlichen Bedrohung von außen warnt.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Psychoanalyse der Angst: Dieses Kapitel erläutert FREUDs Instanzenmodell der Psyche (Es, Ich, Über-Ich) und entwickelt daraus die Signaltheorie der Angst sowie verschiedene Angstformen.
Klärung der Situation: Hier wird die Bedeutung der Informationsbeschaffung über Prüfer und Prüfungssituationen als Mittel zur Angstreduktion hervorgehoben.
Ursachen von Prüfungs- und Redeangst: Dieses Kapitel untersucht angeborene Anfälligkeiten und erworbene Verhaltensmuster als komplexe Auslöser für Prüfungs- und Redeängste.
Methoden und Wege zum Abbau von Prüfungsangst: Dieser Teil bietet einen Überblick über verschiedene therapeutische und selbsthilfeorientierte Verfahren zur Bewältigung von Prüfungsangst.
Zeitmanagement: Es werden Methoden zur langfristigen und strukturierten Prüfungsvorbereitung vorgestellt, um unnötigen Stress zu vermeiden.
Lernmethoden: Dieses Kapitel präsentiert diverse Lerntechniken wie die PQ4R-Methode oder das Mindmapping, um die Effizienz der Vorbereitung zu steigern.
Schlüsselwörter
Prüfungsangst, Redeangst, Psychoanalyse, Schulphobie, Lernmethoden, Zeitmanagement, Stressbewältigung, Kognitive Umstrukturierung, Mentales Training, Prüfungsneurose, Selbstmotivation, Brain-Food, Mnemotechniken, Leistungsdruck, Angstabwehr
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesen Publikationen grundlegend?
Die Texte behandeln das vielschichtige Phänomen der Prüfungsangst, analysieren deren psychologische Hintergründe und bieten konkrete Bewältigungsstrategien für Prüfungssituationen an.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychoanalytischen Ursachenforschung, der diagnostischen Beschreibung von Schulphobie sowie auf praktischen Lern- und Bewältigungsmethoden für Schüler und Studenten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Betroffenen ein Verständnis für die Entstehung ihrer Ängste zu vermitteln und ihnen wirksame Techniken an die Hand zu geben, um Prüfungssituationen souverän zu meistern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf psychoanalytische Theorien, psychologisch-diagnostische Erkenntnisse sowie auf pädagogische und kognitionspsychologische Forschungsansätze zum Lern- und Angstverhalten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zur Angstentstehung diverse Methoden wie kognitive Umstrukturierung, Zeitmanagement, Mnemotechniken und Entspannungstraining ausführlich dargestellt und kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Prüfungsangst, Leistungsdruck, Bewältigungsstrategien, Psychoanalyse und Lernoptimierung charakterisiert.
Was ist die „Hätteritis“?
Die „Hätteritis“ beschreibt metaphorisch das nutzlose und belastende Grübeln über Vergangenes („Hätte ich doch…“), das den Betroffenen in Prüfungssituationen zusätzlich unter Druck setzt.
Wie unterscheidet sich die „Talkshowmethode“ von anderen Lernansätzen?
Die Talkshowmethode ist eine kreative Rollenspiel-Technik, bei der der Lernende verschiedene Expertenrollen einnimmt, um ein Thema multiperspektivisch zu durchdringen und die eigene Rhetorik zu trainieren.
Warum ist das „Ankern“ ein hilfreiches NLP-Verfahren?
Durch das Ankern wird ein spezifischer Reiz mit einem positiven Gefühlszustand verknüpft, wodurch der Betroffene in stressigen Prüfungssituationen schneller auf eigene Ressourcen zurückgreifen kann.
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- Alexis Pflug (Author), Lena Grun (Author), Martin Selzle (Author), 2013, Prüfungsangst besiegen!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/263961