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Ähnliche Bedrohung - gemeinsames Handeln?

Überlegungen zum Einfluss terroristischer Bedrohungserfahrungen auf die britisch-spanischen Beziehungen seit 1975

Title: Ähnliche Bedrohung - gemeinsames Handeln?

Term Paper , 2011 , 15 Pages , Grade: unbenotet

Autor:in: Hans Junius (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Das hochaktuelle Thema der Auseinandersetzung zwischen Staaten und - je nach Perspektive - "Terroristen" oder "Befreiungskämpfer" hat in Spanien wie in Großbritannien eine lange Tradition. Ersteres sieht sich seit Jahrzehnten mit der baskischen Untergrundorganisation ETA konfrontiert, zweiteres mit der IRA und ihren Abspaltungen. Und es gibt mehr als eine strukturelle Ähnlichkeit: Seit den 1970ern kooperierten IRA und ETA auf verschiedenen Feldern.
Die vorliegende Arbeit untersucht entsprechende Reaktionen seitens der jeweiligen Regierungen - und fragt, inwiefern die gemeinsame Bedrohungserfahrung zu einer eigenständigen Kooperation bei der Terrorismusabwehr führte. Bei der Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze der Internationalen Beziehungen wie den Konstruktivismus und den Institutionalismus in den Blick nimmt, steht der Zeitraum ab 1975 im Fokus.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Linksnationalistischer Terrorismus und britisch-spanische Beziehungen: Ein historischer Abriss

3. Theoretische Grundlagen: Der Konstruktivismus

4. Zum Einfluss terroristischer Bedrohungen auf die britisch-spanischen Beziehungen

4.1. Außenpolitische Interessen und weltanschauliche Grundlagen

4.2. Institutionelle Zusammenarbeit

4.3. Bilaterale Zusammenarbeit

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der terroristischen Bedrohungen durch die IRA und die ETA auf die Außenpolitik zwischen Großbritannien und Spanien ab 1975, um zu klären, inwieweit gemeinsame Bedrohungswahrnehmungen die bilateralen Beziehungen geprägt haben.

  • Analyse des Einflusses linksnationalistischer Terrororganisationen auf die internationale Politik.
  • Untersuchung der außenpolitischen Interessen und weltanschaulichen Grundlagen beider Staaten.
  • Evaluierung der institutionellen Kooperation auf EU-Ebene bei der Terrorismusbekämpfung.
  • Darstellung der bilateralen geheimdienstlichen und militärischen Zusammenarbeit.
  • Anwendung des konstruktivistischen Ansatzes zur Erklärung zwischenstaatlicher Wahrnehmungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

4.1. Außenpolitische Interessen und weltanschauliche Grundlagen

Die spanische Außenpolitik im hier behandelten Zeitraum lässt sich grob in drei Abschnitte einteilen. In der Phase des Übergangs zur Demokratie ab 1975 standen vor allem die ausländische Unterstützung der „Transición“ und eine Orientierung nach Europa im Mittelpunkt des Interesses. Diese Europapolitik, die mit dem EU-Beitritt 1986 einen ersten Höhepunkt erreichte, wurde auch nach der Errichtung eines demokratischen Staatswesens fortgesetzt. In einem von der sozialdemokratischen Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichten Paper machte die Politikwissenschaftlerin Antje Helmerich einen ersten großen Bruch in der spanischen Europapolitik unter der Regierung des konservativen Ministerpräsidenten José María Aznars (1996-2004) aus. Unter Aznar habe sich die außenpolitischen Gewichtungen auf Kosten Europas zu Gunsten verbesserter transatlantischer Beziehungen verschoben. Diese Stoßrichtung wurde unter seinem Nachfolger José Luis Rodríguez Zapatero wieder aufgegeben: In offiziellen Dokumenten seiner Regierung wird (wieder) als Ziel ausgegeben, „Spanien ins Herz von Europa zu bringen“.

In gewissem Maße oszillierte auch Großbritannien seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges zwischen transatlantischen und europäischen Schwerpunkten in der Außenpolitik: Das ehemalige Kolonialreich, das zunächst die Rolle als dritte Macht neben den USA und der Sowjetunion für sich beanspruchte, wollte später zumindest als privilegierter Partner der Vereinigten Staaten auftreten. Um dieser Rolle gerecht zu werden, musste sich Großbritannien in der EWG engagieren, die ihrerseits als möglicher bevorzugter Partner der USA in Betracht kam. Trotz bestimmter Zugeständnisse blieb die britische Haltung zu Europa insgesamt allerdings tendenziell verhalten. Bereits kurz nach dem EG-Beitritt 1973 gab eine schwierige wirtschaftliche Situation Beitrittskritikern Auftrieb, und insbesondere unter der Regierung Margaret Thatchers (1979-1990) bestimmte eine starke Europaskepsis die Außenpolitik. In ihrer Brügge-Rede von 1988 betonte Thatcher etwa den Wert staatlicher Souveränität und wandte sich gegen den angeblichen Kollektivismus der Europäischen Gemeinschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Terrorismus als Herausforderung für die Außenpolitik ein und definiert das Untersuchungsziel der Arbeit im Hinblick auf das Verhältnis zwischen Großbritannien und Spanien.

2. Linksnationalistischer Terrorismus und britisch-spanische Beziehungen: Ein historischer Abriss: Dieses Kapitel skizziert den historischen Kontext der Konflikte in Nordirland und dem Baskenland sowie die internationale Verflechtung terroristischer Gruppen während des Kalten Krieges.

3. Theoretische Grundlagen: Der Konstruktivismus: Hier wird der theoretische Rahmen des Konstruktivismus erläutert, um zu erklären, wie soziale Wahrnehmungen und kollektive Identitäten außenpolitisches Handeln beeinflussen können.

4. Zum Einfluss terroristischer Bedrohungen auf die britisch-spanischen Beziehungen: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die außenpolitischen Interessen, die institutionelle Zusammenarbeit auf europäischer Ebene und die spezifischen bilateralen Kooperationen beider Staaten.

4.1. Außenpolitische Interessen und weltanschauliche Grundlagen: Dieser Abschnitt analysiert die außenpolitischen Ausrichtungen Spaniens und Großbritanniens und deren jeweilige Verankerung in internationalen Institutionen und ideologischen Wertesystemen.

4.2. Institutionelle Zusammenarbeit: Hier wird die Entwicklung der europäischen Terrorismusbekämpfung und die Rolle der EU als supranationale Wertegemeinschaft kritisch beleuchtet.

4.3. Bilaterale Zusammenarbeit: Dieses Kapitel fokussiert auf die konkrete, teils informelle geheimdienstliche und militärische Zusammenarbeit beider Länder bei der Bekämpfung der ETA und der IRA.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die gemeinsame Bedrohungserfahrung zwar ein verstärkender Faktor war, aber durch andere politische Interessen überlagert wurde.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Außenpolitik, Großbritannien, Spanien, IRA, ETA, Konstruktivismus, Europäische Union, Transatlantische Beziehungen, Nordirland-Konflikt, Baskenland, Sicherheitspolitik, Institutionelle Zusammenarbeit, Ideologie, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Terrorismus der IRA und der ETA die außenpolitischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Spanien ab 1975 beeinflusst hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Geschichte des linksnationalistischen Terrorismus, die außenpolitische Ausrichtung beider Länder, die europäische Sicherheitskooperation und bilaterale Geheimdienstkontakte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung der Frage, inwiefern gemeinsame Bedrohungserfahrungen zu einer tieferen außenpolitischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten geführt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein konstruktivistischer Forschungsansatz angewandt, der soziale Konstruktionen von Bedrohungen und deren Einfluss auf zwischenstaatliches Handeln in den Fokus rückt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen, die europäische Gesetzgebung im Bereich Terrorismus sowie die reale bilaterale Zusammenarbeit abseits der öffentlichen Wahrnehmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Terrorismus, Außenpolitik, IRA, ETA, Konstruktivismus und die bilateralen Beziehungen zwischen London und Madrid.

Wie bewertet der Autor die Rolle des EU-Beitritts für die Terrorismusbekämpfung?

Der Autor zeigt auf, dass die institutionelle Zusammenarbeit in der EU oft schleppend verlief und von nationalen Interessen sowie unterschiedlichen Souveränitätsverständnissen geprägt war.

Welche Bedeutung hatten die Ereignisse in Gibraltar für die Zusammenarbeit?

Die Vorfälle in Gibraltar (z.B. der Einsatz der SAS 1988) zeigten, dass trotz der Terrorismusbekämpfung andere politische Divergenzen, wie die Souveränitätsfrage Gibraltars, das Verhältnis belasten konnten.

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Details

Title
Ähnliche Bedrohung - gemeinsames Handeln?
Subtitle
Überlegungen zum Einfluss terroristischer Bedrohungserfahrungen auf die britisch-spanischen Beziehungen seit 1975
College
University of Freiburg
Grade
unbenotet
Author
Hans Junius (Author)
Publication Year
2011
Pages
15
Catalog Number
V264060
ISBN (eBook)
9783656533160
ISBN (Book)
9783656535577
Language
German
Tags
ähnliche bedrohung handeln überlegungen einfluss bedrohungserfahrungen beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hans Junius (Author), 2011, Ähnliche Bedrohung - gemeinsames Handeln?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264060
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