Das Tilburger Modell


Ausarbeitung, 2013

13 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Aufbau der Arbeit

3 Das politische System in den Niederlanden
3.1 Der Gemeinderat
3.2 Das Kollegium.
3.3 Der Bürgermeister

4 Kritik an der traditionellen Verwaltungsführung

5 Das Tilburger Modell: Der „Konzern Stadt“
5.1 Dezentralisierung von Kompetenzen
5.2 Outputgesteuerte Haushaltsführung
5.3 Steuerung durch Leitlinienentscheidungen

6. Schlusswort

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit etwa 15-20 Jahren diskutieren die deutschen Kommunen über moderne Wege der Verwaltungsführung. Langjährige strukturelle Probleme waren in großem Maße mit dafür verantwortlich. Ihre Ursache ist in ineffektiven wettbewerbsfreien staatlichen Dienstleistungen zu suchen.[1]

Ähnlichen Problemen sahen sich in den 70er und 80er Jahren auch die niederländischen Kommunen ausgesetzt. Nur zu einem geringen Teil können sich die Kommunen in den Niederlanden aus selbst erhobenen Steuern und Abgaben finanzieren. Der größte Teil der Finanzmittel kommt aus dem Haushalt des Reiches. Trotzdem müssen die Kommunen 10% der Sozialhilfeausgaben selber aufbringen. Allein diese 10% sind in den 70er bis 80er Jahren um 550 Mio. Gulden angestiegen, während die Reichsregierung ihren Anteil sogar noch reduzierte. „In der zweiten Hälfte der 80er Jahre kam es zudem zu einer erheblichen Verringerung der kommunalen Einnahmen.“, stellt Rolf Krähmer in seiner Arbeit über das Tilburger Modell fest. Eine kommunale Finanzkrise war die Folge.[2]

Diese Entwicklung führte auch in der siebtgrößten Stadt der Niederlande, in Tilburg, zu einem Prozess des Umdenkens. Der Gemeinderat der Stadt musste überlegen, wie man den wachsenden Problemen entgegen wirken könnte. Teil einer Bestandsaufnahme war eine Mängelanalyse, die 1980 über 1000 Engpässe in der Verwaltung offenlegte. Aufgaben wurden doppelt erledigt, Kompetenzen waren nicht eindeutig geklärt und verteilt und so weiter. Außerdem wurde fehlende Transparenz des Verwaltungssystems, die geringen Führungsmöglichkeiten für Führungskräfte und die damit verbundene mangelnde Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festgestellt. Das alles machte die Verwaltung unwirtschaftlich.[3]

Nach Feststellung all dieser Mängel war es erklärtes Ziel des Gemeinderates, eine umfangreiche Verwaltungsreform durchzuführen.

Dabei standen folgende Punkte besonders im Mittelpunkt der als Kontraktmanagement bezeichneten Reform:

1. Dezentralisierung von Kompetenzen
2. Outputgesteuerte Haushaltsführung
3. Steuerung durch Leitlinienentscheidungen

Damit das Kontraktmanagement sinnvoll ist, musste zuvor noch eine Einteilung der kommunalen Dienstleistungen in Produkte erfolgen. Nur ein klar definiertes Produkt befähigt zu einer Aussage hinsichtlich Effektivität und Effizienz.[4]

2 Aufbau der Arbeit

Im ersten Kapitel der Arbeit wird das kommunalpolitische System der Niederlande umschreiben. Danach werden der Kritik an der traditionellen kommunalen Haushalts- und Verwaltungsführung Raum eingeräumt und die wichtigsten Kritikpunkte kurz skizziert. Dann kommt der eigentliche Kern der Arbeit: Die Beschreibung des Tilburger Modells. Hier werden die entscheidenden Punkte des Modells aufgezeigt und jeweils ihre Bedeutung für das Modell und dessen Erfolg dargestellt. Dazu gehört insbesondere eine Umschreibung des Kontraktmanagements und der damit verbundenen Umstellung von input- zu outputgesteuerten Verwaltungszielen. Ein Teil davon ist die Einteilung von Dienstleistungen in Produkte. Ein anderer die Dezentralisierung von Kompetenzen und die Steuerung durch Leitlinienentscheidungen. Es folgt die Schlussbetrachtung.

3 Das politische System in den Niederlanden

Das politische System in den Niederlanden sieht verschiedene Verwaltungsebenen beziehungsweise Gebietskörperschaften vor. Neben der Reichsregierung gibt es zwölf Provinzen[5] und etwa 400 Gemeinden.[6]

Allerdings sind die Provinzen nicht mit den Bundesländern in Deutschland vergleichbar, da sie keine Möglichkeit haben, legislativ zu handeln. Ebenso wie bei den niederländischen Gemeinden handelt es sich bei ihnen um Gebietskörperschaften. Grundsätzlich kann man feststellen, dass die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Niederlande ein dezentraler Einheitsstaat ist.[7]

Die folgenden Betrachtungen konzentrieren sich auf die Gebietskörperschaft Gemeinde. Deren Verwaltung besteht im Wesentlichen aus drei entscheidenden Institutionen: dem Gemeinderat, dem Kollegium (auch Gemeindevorstand genannt) und dem Bürgermeister.[8]

[...]


[1] Schmid, Andreas, Verwaltungsreform im politischen System, Kaiserslautern, 2012, S. 64

[2] Krähmer, Rolf, Sozialdemokratische Gemeinschaft für Kommunalpolitik NW e.V. (Hrsg.), SGK-Argumente, Band 8, Das Tilburger Modell der Verwaltungsorganisation und Verwaltungsführung, Düsseldorf, 1992, S. 13-14

[3] KGSt.-Bericht 19/1992: Wege zum Dienstleistungsunternehmen Kommunalverwaltung – Fallstudie Tilburg, Köln, 1992, S. 18-19

[4] Irmer, A. T., Kontraktmanagement als staatswirtschaftliches Steuerungsinstrument, Darmstadt, 2001, S. 75-77

[5] Haus der Niederlande, Der Aufbau des niederländischen Staates, http://www.uni-muenster.de/HausDerNiederlande/Zentrum/Projekte/Schulprojekt/Lernen/Staat/10/40.html, Einsichtnahme 25.05.2013

[6] NiederlandeNet,http://www.uni-muenster.de/NiederlandeNet/nl-wissen/politik/politischessystem/index.shtml?anzeige=g&sort=de#ergebnisse, Einsichtnahme 25.05.2013

[7] Wilp, Markus, Das politische System der Niederlande, Wiesbaden, 2012, S. 319

[8] Wilp, Markus, Das politische System der Niederlande, Wiesbaden, 2012, S. 326

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Tilburger Modell
Hochschule
Universität Hamburg
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V264091
ISBN (eBook)
9783656533719
ISBN (Buch)
9783656537328
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tilburger, modell
Arbeit zitieren
Carsten Otto (Autor:in), 2013, Das Tilburger Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264091

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