Diskussion des Textes "Bürger, Konsumenten und Koproduzenten.

Argumente für ein pluralistisches Demokratiekonzept im Bereich sozieler Dienste." von Adelbert Evers


Seminararbeit, 2009
21 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition der vier Konzepte von Demokratie in Verbindung mit sozialen Dienstleistungen
2.1 Repräsentative Demokratie
2.2 Partizipative Demokratie
2.3 Konsumentenorientierung
2.4 Einbeziehung von Koproduzenten

3 Abgrenzung der Konzepte

4 Begründungen für eine pluralistische Perspektive
4.1 Evers erstes Argument
4.2 Evers zweites Argument
4.3 Evers drittes Argument
4.4 Vervollständigung der Argumentationsführung

5 Case-Managment in bezug auf die Demokratisierung des wohlfahrtsstaatlichen Handelns

6 „Voice“ und „Exit“ im Hinblick auf Case-Managment
6.1 Voice
6.2 Exit

7 Fazit

1 Einleitung

Ich befasse mich in meiner Arbeit mit dem Aufsatz „Bürger, Konsumenten und Koproduzenten. Argumente für ein pluralistisches Demokratiekonzept im Bereich sozialer Dienste“ von Adalbert Evers. (Was es mit diesen Schlagwörtern auf sich hat, wird im Verlauf des Textes erläutert.) Der Aufsatz wurde in Ute Braun und Roland Schmidt (Hrsg.): Entwicklung einer lebensweltlichen Pflegekultur, Transfer Verlag, Regensburg 1997, S. 219-232 veröffentlicht.

Dieses Thema lässt sich in der gegenwärtigen Diskussion in der Fachöffentlichkeit, über die Chancen die der soziale Markt bietet, zuordnen. Auch die Debatte über die Etablierung des Case-Managments gibt Anlass dazu, dieses Thema zu bearbeiten. Ein weiterer Punkt zur sozialarbeitspraktischen Begründung liegt in der Sicherung der Partizipation[1]. Der Pluralismus[2] im Zusammenhang mit sozialen Diensten bezieht sich auf alle staatlichen und nichtstaatlichen Akteure (dem Wohlfahrtsviereck) und weist eine Kooperation verschiedener Demokratieformen auf. Ich beschäftige mich mit diesem Inhalt, weil Case-Managment eine neue Perspektive des ganzheitlichen Denkens ist und weil es in der momentanen Situation des Sozialmarktes zu Benachteiligungen Einzelner kommt. Der Wandel des Dienstleistungssektors in den letzten Jahren hat sich in eine sehr betriebswirtschaftliche Richtung entwickelt. Um eine freie und bedürfnisorientierte Demokratie zu erhalten muss sich etwas ändern.

Ich befasse mich mit dem Thema, weil ich herausfinden will, wie Evers durch Case-Managment die Verwirklichung eines pluralistischen Demokratie-konzeptes erklärt.

In diesem Zusammenhang beschäftige ich mich mit folgenden Fragestellungen:

Fragestellung I: Welche unterschiedlichen Konzepte für Demokratie gibt es nach Evers?

Fragestellung II: Was bedeuten die beiden Konzepte des „Voice“ und „Exit“ und welchen (sozialpolitischen) Stellenwert hat das Case-Management bzw. haben Case-ManagerInnen für die Realisierung der beiden Konzepte „Voice“ und „Exit“?

Weiter untersuche ich folgende Hypothese:

Hypothese I: Case-Management trägt zur Demokratisierung des wohlfahrts-staatlichen Handelns bei.

Um das Thema zu bearbeiten, werde ich folgendermaßen vorgehen:

Zunächst werde ich den Inhalt des Textes wiedergeben um ein Verständnis über die vier Demokratiekonzepte zu verschaffen. Dann werde ich die einzelnen Konzepte voneinander abgrenzen.

Um den Standpunkt Evers herauszuarbeiten, befasse ich mich mit den Argumenten des Autors (Theorien, Konzepte, Kritik).

Danach werden die oben genannten Fragen bearbeitet.

Im Fazit werde ich feststellen, ob die Hypothese sich bewahrheitet oder nicht. Und leite dann ab, welche Schlussfolgerungen daraus sozialpolitisch und strukturell zu ziehen sind.

2 Definition der vier Konzepte von Demokratie in Verbindung mit sozialen Dienstleistungen

Um sein pluralistisches Demokratiekonzept zu erläutern stellt Adalbert Evers die geschichtliche Entwicklung des Wohlfahrtspluralismus und der Demokratie[3] bei sozialen Dienstleistungen in Deutschland vor. Dabei analysiert er die Veränderungen in unserem politischen System seit 1949 und teilt die bisher vorherrschenden Demokratieformen, in bezug auf die sozialen Dienste, in vier Kategorien ein. Unter Demokratie bei sozialen Dienstleistungen sind Mitbestimmung, Mitsprache und freie Wahl der Anbieter und Leistungen zu verstehen.

In die Bezeichnung Wohlfahrtspluralismus bezieht Evers das Wohlfahrtsviereck ein. Die Akteure des Wohlfahrtsvierecks sind der Staat, der Markt bestehend aus privatwirtschaftlichen Unternehmen, der „dritte Sektor“[4] und die Familien.

2.1 Repräsentative Demokratie

Bei diesem Konzept ist hervorzuheben, dass die Politik der Entscheidungsträger ist. Repräsentative[5] Demokratie bedeutet, dass der Bürger vor allem als Wähler anzusehen ist. Es werden Volksvertreter gewählt, die das Volk repräsentieren. Das Volk selbst hat keine Entscheidungsbefugnis, da der Volksvertreter eigenverantwortlich handelt. Nach Möglichkeit orientiert dieser sich jedoch an seinen Wahlversprechen, also dem Wunsch der Wähler, denn er möchte wiedergewählt werden. Dieses Konzept entstand in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und dauerte bis Mitte der Sechziger fort.

In der repräsentativen Demokratie können Entscheidungen schnell getroffen werden, da die Volksvertreter im Namen des Volkes abstimmen. Das System sorgt für eine einheitliche Fürsorge, was wiederum zu Gleichberechtigung führt.

Das System läuft nach einem strengen Schemata ab. Die richtige Vorgehensweise muss beachtet werden. Der Bürger selber hat nach der Wahl keine Möglichkeiten mehr seine Stimme einzubringen. Das birgt die Gefahr, das die Wahlversprechen nur zum ködern von Stimmen gemacht wurden, jedoch nicht umgesetzt werden. Durch die schlechten Kontrollmöglichkeiten besteht mehr Raum für Lobbyismus und Veruntreuung.

Der Dienstleistungssektor wird politisch kontrolliert. Dies bedeutet, dass die wichtigen Entscheidungen von der Regierung getroffen werden, auch die Planung und Finanzierung liegt in ihrem Aufgabengebiet. Des Weiteren bemerkt er, „Soziale Dienstleistungen bleiben hier öffentliche Anliegen und Einrichtungen, streng getrennt vom Markt privater Güter, Anbieter und Nachfrager“.

Immer wieder wird eine Verbesserung der Kontrollinstanzen gefordert. Als Änderungsvorschlag wird hier von Evers angeführt, die Delegationsbefugnisse einzelner Gemeinden mehr auszubauen. Diese Dezentralisierung würde zu einer besseren Versorgung führen, da die Ressourcen sinnvoller genutzt werden und die Defizite schneller sichtbar wären. Das Dienstleistungsangebot könnte lokal ausgerichtet werden.

Die fehlende Mitbestimmung könnte durch mehr Partizipation ausgeglichen werden. Diese würde vor allem dann erreicht werden, wenn es genügend Gremien gäbe, an welchen der Bürger seine Anliegen vorbringen könnte.

2.2 Partizipative Demokratie

In der Partizipativen Demokratie soll der Bürger aktiv beteiligt werden. Die Theorie wird von Partizipation also von Teilhaben und Teilnehmen abgeleitet. Dieses Konzept bezieht Politik wie Wohlfahrt gleichermaßen ein. Der Austausch untereinander, unter den verschiedenen Akteuren, ist wichtig für das gelingen.

Der Wohlfahrtsstaat wurde unter anderem durch die lange Tradition der Selbsthilfeorganisationen gefestigt, diese spielen bei dieser Theorie die Hauptrolle. Dadurch, dass Selbsthilfeorganisationen sehr gut organisiert waren und sind, wurden sie langsam von Gemeinden und Dienstleistungsträgern akzeptiert. So entwickelte sich das Konzept der partizipativen Demokratie in den 1960er Jahren in Deutschland. Der Staat wollte, dass Partizipation stattfindet, gab aber keine finanzielle Unterstützung.

[...]


[1] Partizipation: Teilhabe

[2] Pluralismus: Meinungsvielfalt, nebeneinander bestehen verschiedene Ansichten, Interessen und Lebensstile.

[3] Demokratie: Volksherrschaft, Vertretung des Volkes durch Abgeordnete

[4] dritter Sektor: Non-Profit-Organisationen, intermediärer Sektor welcher informell organisiert und wertschöpfend ist.

[5] Repräsentativ: Stellvertretend, in Vertretung, ersatzweise

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Diskussion des Textes "Bürger, Konsumenten und Koproduzenten.
Untertitel
Argumente für ein pluralistisches Demokratiekonzept im Bereich sozieler Dienste." von Adelbert Evers
Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten  (Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Case Mangement, Fallsteuerung
Note
1,8
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V264111
ISBN (eBook)
9783656533818
ISBN (Buch)
9783656541745
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Case-Management, Case Manager, Fallsteuerung, Fallmanagement, soziale Dienste, pluralistisches Demokratiekonzept, soziale Diesntleistung, repräsentative Demokratie, partizipative Demokratie, Konsumentenorientierung, Koproduzenten, pluralistische Perspektive, Evers, Afalbert Evers, Textdiskussion, wohlfahrtsstaatlich, Voice, Exit
Arbeit zitieren
Nicole Wegmann (Autor), 2009, Diskussion des Textes "Bürger, Konsumenten und Koproduzenten., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264111

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