Was bewegt Menschen zur Auswanderung?

Hintergründe der Wanderungsbewegung und Kommentiertes Interview


Studienarbeit, 2009

30 Seiten, Note: 1,6


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Was bewegt Menschen zur Auswanderung?

1 Einleitung

2 Wanderungsbewegung
2.1 Migration
2.2 Emigration
2.2.1 Push-Faktoren
2.3 Immigration
2.3.1 Pull-Faktoren

3 Globale Auswirkungen
3.1 Vorteile der Einwanderung für das aufnehmende Land
3.2 Nachteile für das aufnehmende Land
3.3 Arbeitsmigration
3.3.1 Push- und Pull-Faktoren
3.4 Migration in Zahlen
3.4.1 Globale Wanderungstrends
3.4.2 Emigration der Deutschen

4 Interview mit einem Auswandere
4.1 Persönliche Push-Faktoren des Interviewten
4.2 Persönliche Pull-Faktoren des Interviewten
4.3 Integration, Leben, Land
4.4 Schlussfolgerung aus dem Interview

5 Fazi

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang

1 Einleitung

Ich befasse mich in meiner Arbeit mit den Motiven zur Migration, im Vordergrund steht die Emigration. Dieses Thema lässt sich durch den wissenschaftlichen Forschungsdrang begründen, zu erfahren, was Menschen zur Emigration bewegt. Durch die Globalisierung und das Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten gestaltet sich der Prozess der Integration immer schwieriger. Dadurch wird von uns immer mehr interkulturelle Kompetenz abverlangt, privat wie beruflich. Ich befasse mich mit diesem Thema, weil es für die interkulturelle Kompetenz wichtig ist zu verstehen, was die Menschen dazu bewegt ihr Land zu verlassen um anderswo ihr Glück zu finden. Trotz fortwährendem gesellschaftlichen Wandel zeigt sich, dass Menschen schon immer gewandert sind. Was sind ihre Beweggründe? Die sozialarbeitswissenschaftliche Begründung stütze ich auf den Aspekt „Wissen“ über die Beweggründe der Migranten. Dies ist für die interkulturelle Kompetenz eine grundlegende Bedingung.

In diesem Zusammenhang befasse ich mich mit den folgenden Nachforschungen. Die erste Fragestellung, welche auch als Einführung in die Materie dienen soll, lautet: Was genau ist Migration? Eine weitere Frage: Wie kann sich die Wanderung von Menschen, global gesehen, auswirken?

Um das Thema zu bearbeiten, werde ich folgendermaßen vorgehen:

Durch die Definition der einzelnen Migrationsformen möchte ich in das Thema einführen. Hier werden bereits einige Beweggründe für eine Auswanderung angeführt. Anschließend werde ich kurz auf die globalen Auswirkungen der Emigration eingehen. Um einige Gründe und Motivationen der Emigration aufzuzeigen habe ich immer wieder Push- und Pull-Faktoren (diese werden später ausführlich erklärt) einbezogen.

Dabei erörtere ich den sozialpolitischen Stellenwert meines Themas, indem ich die quantitative Bedeutung beleuchte. Dabei wird berücksichtigt wie viele Menschen weltweit von der Emigration betroffen sind und ein kurzer Vergleich zu Deutschland vorgenommen. Auch wird die ökonomische[1] Bedeutung einbezogen, wie zum Beispiel der Verlust von qualifizierten Arbeitskräften. Weiter zu beachten ist der qualitative Einfluss, denn auch wenn es vielleicht nur wenige betrifft, spiegelt das Thema auch den gesellschaftlichen Wandel wieder.

Betrachten wir nur die Push- und Pull-Faktoren und wie die Arbeitsmigration immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Danach untersuche ich empirisch, durch die Auswertung eines Interviews, folgende konkrete Fragestellung: Was bewegt einen einzelnen dazu auszuwandern? Dabei versuche ich die (gelungene?) Integration des Interviewten, ebenso wie seine persönlichen Gründe auszuwandern, sowie die Diskrepanz[2] zu unserer Kultur herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang untersuche ich die folgende Hypothese:

Die Entscheidung auszuwandern ist sehr individuell und nicht zu kategorisieren.

Aus den gesamten Ergebnissen dieser Arbeit leite ich ab, welche Schlussfolgerungen daraus sozialpolitisch, integrativ und individuell zu ziehen sind.

2 Wanderungsbewegung

2.1 Migration

Migration bedeutet den Wohnsitzwechsel eines Menschen. Migration wird abgeleitet vom lateinischen Wort migratio welches Wanderung bedeutet. Die Internationale oder transnationale Migration meint den Wohnsitzwechsel mit Überschreitung der Ländergrenze und unter Binnenmigration versteht man den Wohnsitzwechsel innerhalb eines Landes.

Menschen in Bewegung: Seit Tausenden von Jahren wandern Menschen von Ort zu Ort. Ob auf der Suche nach Nahrung und besseren Lebensbedingungen oder auf der Suche nach Arbeit, die meisten Menschen waren und sind nicht sesshaft. Seit es Nationen und Länder gibt, überschreiten Menschen auch Grenzen. Politische, Kulturelle und Wirtschaftliche.

Dabei ist unerheblich, ob die räumliche Bewegung freiwillig oder unfreiwillig erfolgt. In bezug auf die (Un-) Freiwilligkeit muss erwähnt werden, dass die individuelle Migrationentscheidung von einer Vielzahl zusammenhängender Ursachen und Zwänge kultureller, politischer, wirtschaftlicher, religiöser, demographischer, ökologischer, ethnischer und sozialer Art abhängt.

Für die Wanderungen gibt es mehrere Ursachen. Zum einen spielen die Ökonomischen Faktoren eine große Rolle. Die wirtschaftliche Situation einer Region ist ausschlaggebend. Man spricht hier von Push- und Pull-Faktoren, also von dem Zustand des „Auswanderungslandes“ und des „Einwanderungslandes“, die für die betroffenen Wirtschaftsflüchtlinge oder die Arbeitsmigranten von großer Bedeutung sind.

Zum Beispiel hat Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg sehr viele Gastarbeiter für den Wiederaufbau beschäftigt. Unter den Push-Faktoren (Druckfaktoren) fasst man alle Bedingungen des Herkunftsortes der Migranten zusammen, die diese zur unfreiwilligen Emigration zwingen. Emigrationszwänge bestehen beispielsweise dann, wenn sich Menschen durch politische oder religiöse Verfolgungen, wirtschaftliche Krisen, zwischenstaatliche Kriege, Bürgerkriege, Umwelt- und Naturkatastrophen in ihrer Existenz bedroht sehen. Die Pull-Faktoren (Anziehungsfaktoren) gehen vom Einwanderungsland aus und motivieren zur freiwilligen Immigration. Anziehend wirken beispielsweise politische Stabilität, demokratische Sozialstrukturen, religiöse Glaubensfreiheit, wirtschaftliche Prosperität und vor allem bessere Ausbildungs- und Verdienstmöglichkeiten. Oft spielen auch familiäre Gründe eine Rolle, bei denen emotionale Sicherheit und soziale Einbindung im Einwanderungsland im Vordergrund stehen. Rationale, ökonomische Vorteile sind weniger wichtig als die Gemeinschaft mit Verwandten und Bekannten, denen nachgezogen wird. Dieses Phänomen ist unter dem Begriff der Kettenmigration bekannt und verringert durch Netzwerksysteme sämtliche Risiken, die mit der Aus- bzw. Einwanderung verbunden sind (vgl. PRIES 2001: 34 – 41).

Des weiteren trägt oft Flucht zu einem Wohnsitzwechsel bei. In der Genfer Flüchtlingskonvention vom 28. Juli 1951 wird die Fluchtmigration wie folgt definiert: Die räumliche Bewegung einer Person, die sich „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz des Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will“.

Als Folge dieser Wanderungen aus verschiedenen Gründen kommen viele Menschen mit ihrem „kulturellen Gepäck“ in für sie fremde Gegenden und wollen oder müssen dort leben. Nicht immer können oder wollen sie sich anpassen oder integrieren, aber auch die Aufnahmegesellschaft zeigt sich nicht immer offen und stellt sich nicht ausreichend auf die Zuwanderung ein. Gleichzeitig nimmt diese die kulturellen Bereicherungen wie die fremdländischen Sportarten, die Musik, den Kleidungstrend oder das internationale Essen gerne an.

„Trotz aller Ursachenanalysen bestehen aber keine Migration-Automatismen, denn Menschen reagieren eben nicht gemäß mathematischer Gesetzte. So sind die Länder mit den höchsten Geburtenraten keineswegs die mit den höchsten Auswanderungsraten. Außerdem findet Migration sowohl zwischen Ländern mit jeweils hohem (Bangladesch, Indien), als auch zwischen Ländern mit jeweils niedrigem Bevölkerungswachstum (Osteuropa, Westeuropa) statt (RHEIMS 1997: 105 zitiert nach THIEDE 2001: 7). Auch allein durch Armut lassen sich Migrationsbewegungen nicht erklären. So hat die Türkei trotz eines höheren Lebensstandards eine doppelt so hohe Auswanderungsrate wie Bangladesch (PARNREITER 2000: 25 zitiert nach THIEDE 2001: 7). Migration ist eben nicht das Ergebnis einer malthusianischen Verelendungsformel, sondern hängt stark von politischen und wirtschaftlichen Faktoren ab. Außerdem ist die individuelle Komponente sehr wichtig, denn Menschen migrieren vor allem dann, wenn zwischen Herkunfts- und Zielland eine kulturelle und/oder geographische Nähe besteht. Wichtig sind hierbei vor allem persönliche und/oder religiöse Kontakte und die Aufenthaltsbedingungen im Zielland (NUSCHELER 1995: 35 – 42 zitiert nach THIEDE 2001: 7)“ (THIEDE 2001: 6 – 7).

2.2 Emigration

Emigration wird abgeleitet von lateinisch e hinaus und migrare wandern. Die „Auswanderung ist das freiwillige oder erzwungene Verlassen des Heimatlandes aus religiösen, politischen oder wirtschaftlichen Gründen“ ( http://www.cncforen.de/archive/index.php/t-59685.html).

Die von der Emigration betroffenen Personen nennt man Emigranten oder Auswanderer.

Jede Emigration hat zwei Aspekte. Zum einen die Situation des abgebenden Landes. Emigration bedeutet einen Bevölkerungs- und Begabungsverlust, aber auch Entlastung bei knappen Ressourcen. Zum anderen die Situation für das aufnehmende Land. Oft gibt es Probleme bei der Akkulturation[3] (vor allem beim Erlernen der Sprache) und der Integration[4]. Jedoch wird die Zuwanderung von Arbeitskräften, Fachwissen und kulturelle Vielfalt gern angenommen.

Zur Auswanderung führen bessere Arbeits- und Lebensbedingungen in einem anderen Land, politische Gründe, religiöse und sprachlich-kulturelle Hintergründe, Familienzusammenführung, aber auch eine persönliche Neigung zum aufnehmenden Land. Weitere Gründe sind Flucht wegen akuter Bedrohung durch Krieg, Bürgerkrieg, Hungersnot oder gezielter Vertreibung. Aber auch als angeworbener Siedler verlässt man sein Heimatland.

Menschen wandern seit es Menschen gibt. Nicht nur aus Mangel an Arbeit, sondern auch aus Unzufriedenheit mit politischen Systemen bzw. der Angst vor politischer oder religiöser Verfolgung bewegt Menschen dazu, aus ihrem Heimatland wegzugehen.

„Von der Auswanderung zu unterscheiden ist die ethnische Säuberung, die eine erzwungene Massenwanderung darstellt und eine ungesetzliche Maßnahme eines oder mehrerer Staaten gegenüber ihren Bürgern darstellt.“ (Auszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Emigration).

„Es gibt kein größeres Leid auf Erden als den Verlust der Heimat.“ Euripides, 431 v. Chr.

2.2.1 Push-Faktoren

Push-Faktoren (Stoßkräfte) beziehen sich auf die Konstellationen des „Herkunftslandes“ oder „Auswanderungslandes“. Wenn sich Menschen durch politische oder religiöse Verfolgungen, wirtschaftliche Krisen, zwischenstaatliche Kriege, Bürgerkriege, Umwelt- und Naturkatastrophen in ihrer Existenz bedroht sehen, besteht ein Migrationszwang, dies bedeutet, die Emigration ist unfreiwillig. Eine weltweit, insbesondere in der sogenannten „Dritten Welt“, zunehmende Bevölkerung, die steigende Zahl ökologischer Katastrophen, eine schlechter werdende Menschenrechtslage, z.B. in Form von ethnischen Verfolgungen oder die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich, sind weitere Auslöser von Wanderbewegungen.

Jedoch können auch persönliche Faktoren eine zentrale Rolle spielen, wenn es um die Entscheidung zur Emigration geht, zum Beispiel wenn kein familiärer Zusammenhalt besteht oder „der Ruf der weiten Welt an einem zerrt“.

2.3 Immigration

Immigration oder Einwanderung ist die Einreise in ein fremdes Land. Es spielt keine Rolle ob der Aufenthalt nur vorrübergehend oder auf Dauer ist.

Oft ist die Einwanderung wirtschaftlich und politisch erwünscht, doch die Folgen sind häufig soziale Spannungen. „Diese sozialen Spannungen zeigen sich in klassischen Einwanderungsländer oft weniger stark als in Ländern mit starker nationaler Homogenität[5].“( Auszug aus http://www.e-paranoids.com)

[...]


[1] Ökonomisch: sparsam, wirtschaftlich

[2] Diskrepanz: Ungleichheit, Missverhältnis, Abweichung, Unstimmigkeit

[3] Akkulturation: Anpassung an die vorhandene Kultur, zugleich werden jedoch wichtige Aspekte der eigenen Kultur beibehalten. Beide Seiten profitieren.

[4] Integration: Eingliederung, Zusammenführung

[5] Homogenität: Übereinstimmung, Gleichheit

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Was bewegt Menschen zur Auswanderung?
Untertitel
Hintergründe der Wanderungsbewegung und Kommentiertes Interview
Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten  (Soziale Arbeit)
Veranstaltung
Interkulturelle Kompetenz
Note
1,6
Autor
Jahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V264112
ISBN (eBook)
9783656533801
ISBN (Buch)
9783656539858
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interview, interkultrelle Kompetenz, Wanderungsbewegung, Migration, Emmigration, Immigration, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Auswanderer, Auswanderung, Einwanderung, Integration, Arbeitsmigration, globale Auswirkungen, Kommentiertes Interview, Hintergründe
Arbeit zitieren
Nicole Wegmann (Autor), 2009, Was bewegt Menschen zur Auswanderung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264112

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