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Die Macht der Tonträger: Zur Subjektivierung durch Medien

Title: Die Macht der Tonträger: Zur Subjektivierung durch Medien

Master's Thesis , 2013 , 73 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Gante (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Warum erleben Vinyl-Schallplatten heutzutage ein großes Comeback auf dem Tonträgermarkt?
Das vorliegende Buch versucht sich dieser Frage aus einer medienkulturwissenschaftlichen Perspektive zu nähern. Schon der Buchtitel enthält die grundlegende Hypothese: Tonträger üben Macht aus und tragen als ein die Akustik vermittelndes Medium zum individuellen Prozess der Subjektivierung bei.
Weil der Subjektivierungsbegriff zunächst bewusst offen gehalten wird, ist die Suche nach einer geeigneten Definition in einem medialen Kontext das zentrale Anliegen dieses Buches. So wird der Subjektiverungsprozess in zwei Analyseebenen ausdifferenziert: Unter Rückgriff auf Georg Simmel, Günther Anders und Theodor W. Adorno beschreibt der Autor eine „medienkausale“ Subjektivierungsform, der er im Anschluss unter Berufung auf Michel Foucault und Friedrich Kittler die „medienimmanente“ Subjektivierung gegenüberstellt.
Als Ergebnis wird schließlich der Begriff der Medialen Subjektivierung geprägt, der sich in erster Linie auf Tonträger, in letzter Konsequenz aber auch auf weitere Medienformen übertragen lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geschichte der Tonträger

2.1 Erfindung der Tonaufzeichnung

2.2 Ära der Schallplatte

2.2.1 Schallplatte

2.2.2 Exkurs: Rundfunk

2.3 Ära des Tonbands

2.3.1 Compact-Cassette

2.3.2 Exkurs: Walkman

2.4 Ära der Digitalisierung

2.4.1 Compact-Disc

2.4.2 Digitalisierung

2.5 Ära des Computers

2.5.1 MP3-Format

2.5.2 Exkurs: Internet

2.6 Fazit

3 Technische Reproduzierbarkeit

3.1 Kunsttheoretische Folgen

3.2 Medientheoretische Folgen

3.3 Zusammenfassung

4 Begriff der Subjektivierung

4.1 Medienkausale Subjektivierung

4.1.1 Tragödie der Kultur

4.1.2 Prometheisches Gefälle

4.1.3 Kulturindustrie

4.2 Medienimmanente Subjektivierung

4.2.1 Mediale Gouvernementalität

4.2.2 Technisch-mediales Apriori

4.3 Mediale Subjektivierung

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht die persönlichkeitsbildende Funktion von Musikmedien und analysiert, inwiefern Tonträger auf den Einzelnen subjektivierend wirken. Ziel ist es, ein Verständnis für das durch medientechnologische Eigenschaften verursachte Machtpotenzial von Tonträgern im Kontext der Subjektivierung zu entwickeln.

  • Kultursoziologische Analyse der Geschichte der Tonträger
  • Untersuchung der technischen Reproduzierbarkeit und ihrer Folgen
  • Herleitung des Begriffs der Subjektivierung durch Medien
  • Kritische Reflexion der Machtverhältnisse im Tonträgerkonsum

Auszug aus dem Buch

2.1 Erfindung der Tonaufzeichnung

Die Erfindung der Tonaufzeichnung wird dem Erfinder Thomas Alva Edison (1847-1931) zugeschrieben. Bei der Konstruktion eines automatischen Zeichengebers für Telegrafie entdeckte er durch einen Zufall die Möglichkeit, Schallwellen mittels Vertiefungen auf einer Walze aufzuzeichnen. Edison fertigte daraufhin eine Konstruktionsskizze an und am 18. Juli 1877 gelang dem Amerikaner die weltweit erste Tonaufnahme mit anschließender Wiedergabe:

(...) Thomas Alva Edison, working in his laboratory in West Orange, New Yersey, shouted „Mary Had a Little Lamb“ into a mouthpiece. The sound was etched onto wax paper and played back, making Edison the first human being to record a sound and reproduce it. A few month later, he unveiled the first phonograph, which he used to record a remake of the poem, this time onto tinfoil. (Milner, 2009, S. 4)

Edisons Stimme wurde hierbei mit einem Schalltrichter gebündelt und an eine Membran übertragen. Diese steuerte einen Schneidestichel, der die Schallsignale in Form von Rillen auf einer mit Zinkfolie überspannten Walze eingravierte, der Phonograph war geboren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit stellt die zentrale Frage nach der subjektivierenden Wirkung von Tonträgern und verortet das Thema in einem kultursoziologischen Rahmen.

2 Geschichte der Tonträger: Dieses Kapitel zeichnet die technologische Entwicklung von der frühen Tonspeicherung bis zum MP3-Format nach und beleuchtet sozio-kulturelle Auswirkungen.

3 Technische Reproduzierbarkeit: Hier wird untersucht, wie technische Reproduktionsverfahren das Verständnis von Kunst sowie die Rezeptionsmodi des Akustischen grundlegend veränderten.

4 Begriff der Subjektivierung: Dieses Kapitel entwickelt eine Theorie zur medieninduzierten Subjektivierung, unterteilt in medienkausale und medienimmanente Aspekte.

5 Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und in einem Anwendungsbeispiel kritisch hinterfragt, wobei die prädeterminierende Rolle der Technik betont wird.

Schlüsselwörter

Tonträger, Subjektivierung, Medienkultur, technische Reproduzierbarkeit, Phonograph, Schallplatte, MP3, Kulturindustrie, Macht, Mediale Gouvernementalität, Technik, Medientechnologie, Rezeption, Konsum, Digitalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, welchen Einfluss Tonträger als Medientechnologien auf die Konstitution und Bildung von Subjektivität ausüben.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?

Zentral sind die Geschichte der Tonträger, die Theorie der technischen Reproduzierbarkeit nach Benjamin sowie Konzepte der Subjektivierung unter Rückgriff auf Foucault, Simmel und Adorno.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der persönlichkeitsbildenden Funktion von Musikmedien und untersucht, inwiefern Tonträger auf den Einzelnen subjektivierend wirken.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine kultursoziologische Arbeit, die auf einer theoretischen Aufarbeitung medienwissenschaftlicher und philosophischer Diskurse basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medienhistorische Übersicht, eine kunsttheoretische Analyse der Reproduzierbarkeit und eine detaillierte Herleitung des Subjektivierungsbegriffs durch Medien.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind die medienkausale und medienimmanente Subjektivierung, die Mediale Gouvernementalität sowie das technisch-mediale Apriori.

Warum spielt die Figur des Harry Haller aus dem "Steppenwolf" eine Rolle?

Harry Haller dient im Vorwort als Illustration für die existenzielle Auseinandersetzung eines Individuums mit der technisch-rationalisierten Welt und der Mediatisierung von Musik.

Inwieweit wird das Beispiel der SATURN-Werbung herangezogen?

Es dient im Schlussteil als Anwendungsbeispiel, um die Diskrepanz zwischen der werblichen Illusion von Konsumentenmacht und der tatsächlichen Fremdbestimmung durch Medientechnik aufzuzeigen.

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Details

Title
Die Macht der Tonträger: Zur Subjektivierung durch Medien
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Medien- und Kulturwissenschaft)
Grade
1,0
Author
Matthias Gante (Author)
Publication Year
2013
Pages
73
Catalog Number
V264215
ISBN (eBook)
9783656533641
ISBN (Book)
9783656536222
Language
German
Tags
Tonträger Subjektivierung Kittler Adorno Simmel Benjamin Foucault Gouvernementalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Gante (Author), 2013, Die Macht der Tonträger: Zur Subjektivierung durch Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264215
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