Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Trabajo social

Kindesmisshandlung im Kontext der Theorie von Albert Bandura

Título: Kindesmisshandlung im Kontext der Theorie von Albert Bandura

Tesis (Diplomatura) , 2009 , 29 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Sabrina Werber (Autor)

Trabajo social
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Kindesmisshandlung ist nicht erst in unserer Zeit ein Problem geworden. Man erinnere sich nur an dem im 19. Jahrhundert verfassten Roman von Charles Dickens (1837) „Oliver Twist“ (Hervorhebung d.V.)‚ die das Schicksal verwahrloster und vernachlässigter Kinder im englischen Frühkapitalismus beschreiben. Während aber das historische Gedächtnis in unserer Gesellschaft eher kurz ist‚ wurde die letzte Dekade Zeugin einer wahren Explosion an den verschiedenen Formen von Gewalt‚ die zwischen Familienmitgliedern stattfinden können und stattfinden. Es vergeht kaum ein Tag ohne dass man in Zeitungen‚ im Fernsehen oder im Radio auf einen Betrag stößt‚ der sich entweder direkt oder indirekt auf solche Themen wie die Misshandlung von Kindern und Frauen‚ das Verprügeln oder die Gewalttätigkeit und Kriminalität von Teenagern bezieht. Zudem ist in den letzten Jahren das Forschungsinteresse an und die Gewinnung von Wissen über die verschiedenen Aspekte der familiären Gewalt expotentiell gewachsen. Wie viele Kinder jedoch in Deutschland von Kindesmisshandlung betroffen sind‚ lässt sich nur schwer ermitteln. Nach den Zahlen des Bundeskriminalamts in Wiesbaden wurden in Deutschland im Jahr 2006 12.765 Fälle wegen Kindesmisshandlungen registriert. Die Dunkelziffer dieser Vorkommnisse liegt nach Experten wesentlich höher (vgl. BMFSFJ 2008‚ S.4).
Um die Problematik der Kindesmisshandlung besser begreifen zu können‚ ist es notwendig‚ die Hindergründe genau zu erforschen. Hierbei ist es zu wenig‚ lediglich die Lebensgeschichte der Täter zu ergründen‚ um damit mögliche Rückschlüsse auf die Tat ziehen zu können. Vielmehr müssen gesellschaftliche Bedingungen‚ Lebensbelastungen wie Armut und Arbeitslosigkeit mit einbezogen werden und somit der Zusammenhang zwischen persönlicher und gesellschaftlicher Gewalt deutlich gemacht werden (vgl. Wolff 1982‚ S.70f). Ferner ist es wichtig‚ sich den Ursachen und den misshandlungsbegünstigten Faktoren bewusst zu werden‚ um geeignete präventive Maßnahmen einleiten zu können.
Kindesmisshandlung ist ein sehr komplexer Bereich und ein differenziertes Thema. Von daher habe ich mich in dieser Arbeit nur auf bestimmte Felder beschränkt‚ welche ich nachfolgend nennen werde.
In der vorliegenden Arbeit definiere ich zuerst den Begriff der Kindesmisshandlung‚ um eine Vertiefung der Thematik zu schaffen. Im nächsten Schritt gehe ich auf die verschiedenen Misshandlungsformen familiärer Gewalt gegen Kinder ein. Um die Ursachen für familiäre ...

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was heißt Gewalt gegen Kinder? – Definition des Begriffes Kindesmisshandlung

3. Entstehung aggressiver Verhaltensweisen unter Betrachtung der sozial kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura

3.1 Phasen des Modellernens

3.1.1 Aneignungsphase

3.1.2 Ausführungsphase:

3.2 Lerneffekte

3.2.1 Modellierender Effekt

3.2.2 Enthemmender/ hemmender Effekt

3.2.3 Auslösender Effekt

3.3 Faktoren der Festigung aggressiven Verhaltens

3.3.1 Externe Verstärkung

3.3.2 Stellvertretende Verstärkung

3.4 Weitere diverse Prozesse beim Erlernen aggressiver Verhaltensmuster

3.4.1 Lernen durch kognitive Verarbeitung eigener Erfahrungen

3.4.2 Lernen aggressiver Verhaltensweisen in der Familie

3.4.3 Subkulturelle Vermittlung aggressiver Verhaltensweisen

3.4.4 Massenmedien

3.5 Kognitive Prozesse bei der aktuellen Steuerung von Aggressionen

3.5.1 Stimulus- und Reaktions – kontigente Erfahrungen

3.6 Aversive Ereignisse als Auslösebedingungen von Aggressionen

3.7 Auslösung aggressiven Verhaltens durch Instruktionen

3.8 Zusammenfassung der Theorie von Albert Bandura und dessen Bedeutung in der Erziehung:

4. Misshandlungsfolgen und deren Auswirkungen

4.1 Körperliche Symptome

4.2 Psychische und emotionale Misshandlung

4.3 Soziale Auswirkungen

4.4 Schlussfolgerung in sozial-soziologischer Perspektive

5. Früherkennung und Prävention

5.1 Primäre Prävention

5.3 Tertiäre Prävention

5.4 Aktuelle Maßnahmen zur Bekämpfung von Kindesmisshandlung durch das BMFSFJ

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Kindesmisshandlung unter Einbeziehung soziologischer und psychologischer Faktoren, wobei der Fokus insbesondere auf der sozial-kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura zur Erklärung der Entstehung aggressiven Verhaltens liegt.

  • Definition des Begriffs Kindesmisshandlung und dessen Vielschichtigkeit.
  • Analyse der Entstehung aggressiven Verhaltens durch Modelllernen und Verstärkungsprozesse.
  • Darstellung der körperlichen, psychischen und sozialen Folgen für misshandelte Kinder.
  • Evaluation von Präventionsmaßnahmen und aktuellen politischen Strategien des BMFSFJ.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Aneignungsphase

Aufmerksamkeitsprozesse: Ohne die Aufmerksamkeitsprozesse kommt es gar nicht erst zur Beachtung der modellierten Ereignisse. Hierbei sind sowohl die Eigenschaften des Beobachteten als auch die des Beobachters relevant.

Unter den zahlreichen Faktoren, welche die beobachtungsmäßigen Erfahrungen bestimmen, sind die Freundschaftspräferenzen einer Person zweifellos von größter Wichtigkeit. Die Menschen, mit denen eine Person regelmäßig verkehrt, grenzen die Verhaltensvorbilder ab, die sie wiederholt beobachtet und daher um gründlichsten lernt (vgl. Bandura 1979, S.86). Der funktionale Wert der Verhaltensweise, die von verschiedenen Modellen gezeigt werden, bestimmt wesentlich, welche Modelle nun eingehend beobachtet werden und welche ignoriert werden.

Das Verhalten von Modellen, die einen hohen Status an Prestige, Macht und Kompetenzhierachien besitzen, ist mit größter Wahrscheinlichkeit erfolgreich. Von daher kann man ausgehen, dass es mehr Aufmerksamkeit bei anderen hervorruft als das Verhalten von Modellen, die sozial, beruflich und intellektuell nur schlecht zu recht kommen. Modelle, die interessante und gewinnbringende Eigenschaften besitzen, werden aktiv aufgesucht (vgl. Bandura 1979, S.87).

Die zum Beispiel über das Fernsehen dargebotenen Modelle fesseln die Aufmerksamkeit so stark, dass die Zuschauer die dargestellten Verhaltensweisen lernen, auch wenn ihnen keine zusätzlichen Anreize gegeben werden (ebd.). Damit lässt sich feststellen: Je mehr Dramatik und Aggressivität das Verhalten beinhaltet, umso mehr zieht es die Aufmerksamkeit des Beobachters auf sich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Kindesmisshandlung ein und betont die Notwendigkeit, gesellschaftliche sowie individuelle Ursachen ganzheitlich zu erforschen.

2. Was heißt Gewalt gegen Kinder? – Definition des Begriffes Kindesmisshandlung: Das Kapitel diskutiert verschiedene Definitionen der Kindesmisshandlung, von engen körperlichen Auslegungen bis hin zu umfassenden, sozial-kritischen Ansätzen.

3. Entstehung aggressiver Verhaltensweisen unter Betrachtung der sozial kognitiven Lerntheorie von Albert Bandura: Hier wird Banduras Theorie des Modellernens detailliert dargelegt, um zu erklären, wie durch Beobachtung, Verstärkung und Instruktion aggressives Verhalten erlernt und verfestigt wird.

4. Misshandlungsfolgen und deren Auswirkungen: Dieses Kapitel beschreibt die schwerwiegenden körperlichen, psychischen und sozialen Schäden, die aus Kindesmisshandlungen resultieren können.

5. Früherkennung und Prävention: Hier werden präventive Strategien (Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention) sowie aktuelle Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung von Kindesmisshandlung aufgezeigt.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Lebensrealität heutiger Familien zusammen und plädiert für eine ganzheitliche Unterstützung, die auch die Solidarität mit den Eltern nicht ausklammert.

Schlüsselwörter

Kindesmisshandlung, Albert Bandura, sozial-kognitive Lerntheorie, Modelllernen, Aggression, Prävention, Kinderschutz, Familienentwicklung, Gewalt, Psychische Misshandlung, Körperliche Misshandlung, Sozialisation, BMFSFJ, Erziehung, Verhaltensmuster.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Kindesmisshandlung und analysiert deren Entstehung, Folgen sowie Ansätze zur Früherkennung und Prävention.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Definition von Misshandlung, die theoretische Fundierung durch Banduras Lerntheorie, die Auswirkungen auf das Kind sowie gesellschaftliche Präventionsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die komplexen Ursachen familiärer Gewalt zu durchdringen und aufzuzeigen, wie durch pädagogische und gesellschaftliche Maßnahmen interveniert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse, um die psychologischen Lernprozesse und die soziale Situation betroffener Familien zu beschreiben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der sozial-kognitiven Lerntheorie nach Bandura, eine Darstellung der Misshandlungsfolgen sowie eine Diskussion präventiver Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kindesmisshandlung, Sozial-kognitive Lerntheorie, Modelllernen, Prävention und Kinderschutz.

Wie erklärt Bandura die Entstehung von Aggression bei Kindern?

Bandura führt Aggression auf Lernprozesse durch Beobachtung (Modelllernen), externe oder stellvertretende Verstärkung sowie kognitive Verarbeitungsprozesse zurück.

Welche Rolle spielt das soziale Umfeld für die Prävention?

Das soziale Umfeld, wie Nachbarschaft, Schule und staatliche Institutionen, wird als essenziell betrachtet, um Risikofamilien zu unterstützen und Kinder vor Misshandlung zu schützen.

Welche Bedeutung kommt dem BMFSFJ zu?

Das BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) initiiert Projekte wie "Frühe Hilfen" und "Nationale Zentrum Frühe Hilfen", um präventive Frühwarnsysteme zu etablieren.

Welches Fazit zieht die Autorin zur Arbeit mit Familien?

Die Autorin betont, dass Gewalt gegen Kinder nicht nur individuell, sondern als komplexes Problem der gesamten Familie und deren Umfeld betrachtet werden muss, weshalb ganzheitliche Hilfsangebote unerlässlich sind.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Kindesmisshandlung im Kontext der Theorie von Albert Bandura
Universidad
Martin Luther University
Calificación
2
Autor
Sabrina Werber (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
29
No. de catálogo
V264317
ISBN (Ebook)
9783656536871
ISBN (Libro)
9783656537755
Idioma
Alemán
Etiqueta
kindesmisshandlung kontext theorie albert bandura
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sabrina Werber (Autor), 2009, Kindesmisshandlung im Kontext der Theorie von Albert Bandura, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264317
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  29  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint