Studien über die Trägerschichten des Kapitalismus

Unter besonderer Berücksichtigung der Schriften von Werner Sombart und Max Weber


Hausarbeit, 2012
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Trägerschichten des Kapitalismus nach Werner Sombart
2.1 Der Bourgeoise
2.2 Religiöse Trägerschichten nach Werner Sombart
2.2.1 Der Protestantismus
2.2.2 Der Judaismus
2.3 Der moderne Wirtschaftsmensch

3 Trägerschichten des Kapitalismus nach Max Weber
3.1 Der Calvinismus als Trägerschicht des Kapitalismus
3.2 Der Berufsmensch

4 Ergebnisse

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Hausarbeit befasst sich mit den Trägerschichten, die den „Geist des Kapitalismus“ in sich trugen und die durch ihr Wirken dem Kapitalismus zum Durchbruch verhalfen. Wer waren diese Individuen die sich gegen Konventionen der alten Welt auflehnten und sich geschickt ihrer Fähigkeiten bedienten um den Übrigen den modernen Kapitalismus aufzuzwingen? Dabei soll weniger die einzelne Person thematisiert werden, als vielmehr die Charakterzüge und Ursprünge der Trägerschichten des Kapitalismus heraus gearbeitet werden.

Grundlage dieser Untersuchung bilden die Schriften von Werner Sombart und Max Weber. Sombart´s These vom Geist des Kapitalismus, die er in „Der Moderne Kapitalismus“ das erste Mal ausformulierte, inspirierte Weber dazu die protestantische Ethik zu schreiben (Vgl. Marshall, 1982, S. 201). Dieses Werk wiederum beeinflusste Sombart stark in seinen späteren Arbeiten (Weber zitiert in Winckelmann, 1968, S. 349).

Vorab muss berücksichtigt werden, dass es niemals Webers Absicht war einen umfangreichen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Kapitalismus zugeben, wie es Sombarts Ziel war. Er wollte mit seiner Studie über den Protestantismus aufzeigen, wie stark der Einfluss der Religionen auf die Metamorphose der Gesellschaft war (Vgl. Hinderer, 1967, S.1). Darüber hinaus bearbeitete er die Problemstellung anders als Sombart. Weber will die ethische Seite des Unternehmers als auf den Kapitalismus wirkende, nicht als von ihm bewirkte, untersuchen (Vgl. Schluchter; Graf, 2005, S. 62).

Erwähnenswert ist auch, dass Sombart´s Argumentation in Bezug auf die Juden, kritisch betrachtet werden muss, da sie den Antisemitismus in Deutschland wissenschaftlich fundierte. Darüber hinaus forderte er in späteren Schriften geradezu das Führerprinzip (Vgl. Von Brocke, 1987, S. 53).

Der thematische Aufbau wurde so gewählt, dass der erste Teil dieser Arbeit sich mit den Trägerschichten des Kapitalismus nach Sombart beschäftigt, während der zweite Abschnitt die Schriften von Max Weber in den Mittelpunkt stellt. Die Ergebnisse der beiden Abschnitte dieser Hausarbeit werden abschließend zusammengefasst.

2 Trägerschichten des Kapitalismus nach Werner Sombart

2.1 Der Bourgeoise

Werner Sombart schildert in seinem Buch „Der Bourgeois“ die „Genesis des repräsentativen Trägers dieses Geistes (des Kapitalismus):des Bourgeois“, den Aufstieg jener Männer, die avantgardistisch den Geist des Kapitalismus verinnerlichten und den Weg für den modernen Wirtschaftsmenschen ebneten (Vgl. Sombart, 1988, S.5)

Der kapitalistische Geist besteht für Sombart aus Unternehmergeist und Bürgergeist, die der Bourgeois, wie Sombart die Träger des kapitalistischen Geistes nennt, verbindet (Vgl. ebenda, S.5). Diese Träger müssen drei Wesensarten verinnerlicht haben. Sie müssen Eroberer sein „und die Kraft besitzen, alle Hindernisse, die sich ihm in den Weg stellen nieder zu kämpfen“ (ebd., S. 62). Sie müssen auch Organisator sein d.h. „viele Menschen zu einem glücklichen, erfolgreichen Schaffen zusammenführen“ (ebd., S. 62). Schlussendlich muss jeder Bourgeoise vom Wesen her „Verhändler“ sein, denn „immer handelt es sich darum, Käufer (oder Verkäufer) von der Vorteilhaftigkeit des Vertragsabschlusses zu überzeugen“ (ebd., S.62).

Werner Sombart benennt drei Ur-Trägerschichten des kapitalistischen Geistes: Die Freibeuter, die Grundherren und die Bürokraten. Aus ihnen entwickeln sich sechs Grundtypen: die Freibeuter, die Feudalherren, die Staatsbeamten, die Spekulanten, die Kaufleute und die Handwerker, die als Träger des kapitalistischen Geistes auftraten und auch im modernen Wirtschaftsmenschen zu finden sind (Vgl. ebd, S. 72 ff.).

Nach Sombart ist der Kapitalismus aus dem Luxus geboren. Luxus, ist jeder Aufwand, der über das notwendige hinausgeht (Vgl. Sombart, 1967, S.86). Die vorkapitalistischen Träger des Geistes müssen also in der Luxusgüterproduktion beheimatet gewesen sein, was sich auf die Wirtschaftspolitik auswirkte. „Man erkannte, dass der Luxus diejenigen Wirtschaftsformen, die damals im Entstehen begriffen waren, eben die kapitalistischen, zur Entfaltung bringe, und deshalb waren alle Fürsprecher des ökonomischen Fortschritts warme Fürsprecher des Luxus“ (ebenda, S. 150).

Das Streben nach Aristokratie dominierte in der vorkapitalistischen Zeit alle wirtschaftlichen Ziele. Da der immer wiederkehrende Grundgedanke in der gesamten Epoche war, „Daß derjenige, der reich sei, damit das Privilegium erworben habe, sich um wirtschaftliche Dinge nicht kümmern zu brauchen“ (Sombart, 1902, S.5). Der Unternehmer wurde wohlhabend durch die Produktion von Luxusgütern wie Seide, Hüten und Porzellan und zog sich dann zurück um den Luxus zu konsumieren (Vgl. Sombart, 1967, S.193 ff.). Dieses zyklische Verhalten ist der Grund für die späte Vergesellschaftung des kapitalistischen Geistes, denn „was den Unternehmergeist, ohne den der kapitalistische Geist nicht bestehen kann, immer gebrochen hat, war die Verflachung in ein sattes Rentnertum oder die Annahme seigneurialer Allüren“ (Sombart, 1988, S.345). Diese Gebaren war das Ergebnis von Trieben wie Neid und Lust, denn Sombart ist der Meinung, dass bei diesem unvollkommenen Bourgeoise „vor allem also Erotik auf die Gestaltung des Lebens ihren entscheidenden Einfluss ausgeübt haben“ (ebenda, S.89) muss. Sombart bleibt allerdings eine genaue Definition der Erotik schuldig. Gerade diesen Hang zur Erotik spricht Sombart dem vollkommenen Bourgeois ab, denn die Bürgerseele macht es dem Bourgeoise unmöglich Erotik zu empfinden. „Entweder man lebt um zu wirtschaften oder um zu lieben. Wirtschaften heißt sparen, lieben heißt verschwenden […] Ein guter Bürger und ein Erotiker, welchen Grades auch immer, sind unversöhnliche Gegensätze“ (ebd., S. 202). Die Überwindung dieses Kontrastes war auch gar nicht nötig, da der vollentwickelte Kapitalismus Abstand von der reinen Luxusgüterproduktion genommen hat und sich vermehrt dem „Massenabsatz von minderwertigen Gütern oder[.]großer zusammengesetzter Güter widmet“ (Sombart 1967 S. 222).

2.2 Religiöse Trägerschichten nach Werner Sombart

Wie Max Weber bescheinigt auch Werner Sombart der Religion einen Einfluss auf die Entwicklung der Träger des kapitalistischen Geistes, denn „damit der Kapitalismus sich entfalten konnte, mussten dem naturalen, dem triebhaften Menschen erst alle Knochen im Leibe gebrochen werden, musste erst ein spezifisch rational gestalteter Seelenmechanismus an die Stelle des urwüchsigen, originalen Lebens gesetzt werden“ (Sombart, 1988, S. 233). Dieser Rationalismus wurde im Allgemeinen von der Religion ausgelöst (Vgl. ebd., S. 254).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Studien über die Trägerschichten des Kapitalismus
Untertitel
Unter besonderer Berücksichtigung der Schriften von Werner Sombart und Max Weber
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Gesellschaftstheorie
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
14
Katalognummer
V264399
ISBN (eBook)
9783656538233
ISBN (Buch)
9783656540342
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
studien, trägerschichten, kapitalismus, unter, berücksichtigung, schriften, werner, sombart, weber
Arbeit zitieren
André Piepenburg (Autor), 2012, Studien über die Trägerschichten des Kapitalismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264399

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