Filmdidaktik und Filmästhetik

Ausarbeitung von vier Aufgaben der virtuellen Lernumgebung "Filmdidaktik und Filmästhetik"


Hausarbeit, 2012
22 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Modul 1: Handlungsebene 2: Genre Aufgabe 1: Genre-Erwartungen reflektieren ..
a) Genre-Erwartungen aufgrund von vier Screenshots
b) Ein möglicher Programmhinweis
c) Gründe für hohe Übereinstimmung der ausgelösten Genre-Erwartungen

2. Modul 3: Handlungsebene 1: Nebentexte auf die literarische Vorlage beziehen Aufgabe 1: Filmplakat und Buchcover auf die literarische Vorlage beziehen
a) Begründung für das Filmplakat und die Abkehr vom Buchcover
b) Diskussion des Gegensatzes von Filmplakat und Buchcover

3. Modul 2: Handlungsebene 5: Schülertexte Aufgabe 9: Schüler/ -innen schriftliche Rückmeldung geben
a) Marcos Brief
b) Annas Brief

4. Modul 3: Handlungsebene 6: Filmübergreifende Fragen erörtern Aufgabe 1: Eine kritische Rezension erörtern

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

Im Folgenden sollen vier Aufgaben der virtuellen Lernumgebung Filmdidaktik und Filmästhetik bearbeitet werden. Die Plattform ist in sechs Module unterteilt, welche ihrerseits wiederum in Informations- und Handlungsebenen gegliedert ist. Inhaltlich befasst sich jedes Modul mit den Aspekten fachwissenschaftliche Analyse, fachdidaktische Theorie und unterrichtliche Praxis. Den Auftakt meiner Arbeit bildet eine Aufgabe über die Wirkung von Bildern. Interessant wird hierbei sein, ob wir kulturell (durch früherer Filme) bereits derart geprägt wurden, dass vier einzelne Bilder genügen, um beim Betrachter ähnliche bis gleiche Assoziation und Erwartungen zu wecken. In Aufgabe zwei wird die Beziehung von Film und literarischer Vorlage in den Mittelpunkt rücken. Aufgabe drei hat den vielleicht größten Bezug zum späteren Lehrerberuf. Ein Schüler und eine Schülerin werden schriftliche Rückmeldung für ihren Brief, die während der Beschäftigung mit dem Film Katja und der Falke entstanden sind, erhalten. Die Schüler/ -innen mussten dabei versuchen, sich in die Hauptperson hineinzuversetzen und aus ihrer Sicht an die Eltern zu schreiben. Den Abschluss bildet dann eine kritische Stellungnahme zur Rezension von Wolf über den Film Der Vorleser.

Screenshots zu den bearbeiteten Aufgaben, sowie gegebenenfalls zitierter Passagen der Lernumgebung, befinden sich im Anhang.

Screenshots zu den bearbeiteten Aufgaben, sowie gegebenenfalls zitierter Passagen der Lernumgebung, befinden sich im Anhang.

1. Modul 1: Handlungsebene 2: Genre Aufgabe 1: Genre-Erwartungen reflektieren

Um dem Plenumscharakter der Aufgabenstellung gerecht zu werden, holte ich, nach genauerer Auseinandersetzung meinerseits, weitere Meinungen im Bezug auf die Genrezuweisung ein. Teilaufgabe B wäre für meine „freiwilligen“ Umfragekandidaten zu aufwendig und zeitintensiv gewesen, weshalb ich Gründe für die festgestellten gewaltigen Übereinstimmungen bei Teilaufgabe A diskutieren werde.

1. a) Genre-Erwartungen aufgrund von vier Screenshots

Der erste Eindruck bei oberflächlicher Betrachtung der vier Screenshots ist eine recht düstere Grundstimmung. Hierzu trägt vor allem die äußerst dezente Farbgebung bei. Grundton ist Grau und Schwarz in Abstufungen, Bild drei ist sogar gänzlich in schwarz-weiß gehalten, während in Bild eins und zwei sich lediglich die Haut und bei genauerer Betrachtung eventuell noch der goldene Ohrring vom grauen Hintergrund abgrenzen. Allerdings geschieht auch dies unauffällig. Auffällige Hinweise sind hierbei nicht zu finden. Bild eins fügt dieser düsteren Stimmung vor allem einen Sehnsuchtsaspekt hinzu. Die an die Fensterscheibe gelegte Hand, verbunden mit dem hellen Sonnenschein außerhalb und verstärkt dadurch, dass lediglich die Fingerspitzen das Glas berühren, steht geradezu sinnbildlich für sehnsuchtsvolles Verlangen. In Verbindung mit Bild zwei könnte man vermuten, dass sich das Verlangen auf eine weibliche Person bezieht. Der Blick auf den Hals der Frau würde dann für das Begehren des Mannes stehen; eventuell hat er eine unglückliche Beziehung hinter sich. Der Blick aus dem Fenster stünde dann für einen „schwachen“ Moment der Erinnerung, während er sich in Bild zwei ganz den körperlichen Reizen der Frauen verschreibt. Hierzu würde passen, dass er die Frau von hinten betrachtet. Das Gesicht somit eine untergeordnete Rolle spielt. Alles in allem wirkt das zweite Bild etwas befremdlich. Die Frau schaut verlegen, auf jeden Fall etwas unwohl ins rechte obere Bildecke, woraus man schließen kann, dass sie sich der Blicke durchaus bewusst ist. Hinzu kommt die beklemmende Stimmung durch die engen Wände des Aufzuges. Auch der Blick des Mannes hat etwas psychopathisches; riecht er an der Frau? Assoziationen zu Grenoille aus Das Parfum werden geweckt. Nichtsdestotrotz könnte bis hierhin die Genrebezeichnung Drama lauten; eine unglückliche Liebe, beide Partner auf Abwegen, mit oder ohne Happyend. Dieser Eindruck muss allerdings mit den Frames drei und vier revidiert werden. Hier werden „klassische“ Thriller Elemente verwendet. Laufende Männer, von denen nur die Beine gezeigt werden - sie bleiben also anonym - in Verbindung mit dem in grau gehaltenen Setting und der Überschneidetechnik in Frame drei; während ein Mann und eine Frau entschlossen geradeaus laufen, sieht man den Blick des Mannes, der bereits von den ersten beiden Screenshots bekannt ist. Er blickt sich um, runzelt die Stirn; ist er angespannt? Man fragt sich unweigerlich, wird er verfolgt? Geht von den Männern Gefahr aus? Bild vier verstärkt diesen Eindruck noch. Ganz in Hitchcock-Manier kommt ein Unbekannter auf einen zu. Man sieht nicht was er in Händen hält. Auch keinen Gesichtsausdruck, der einem verraten könnte, wie der Fremde gesinnt ist. Uns bleibt nur dieses Bildes. Es wird also Spannung aufgebaut. Noch dazu befindet man sich wahrscheinlich in einem Parkhaus (P3); bei spärlicher Beleuchtung und wenig bis keinen anderen Personen ein gern genutztes spannungssteigerndes Moment. Um mich abschließend auf ein Genre festzulegen: Psychothriller.

Den Zusatz „Psycho-“ deshalb, da die Bilder eins und zwei auf eine Psychologisierung der Hauptfigur schließen lassen. Die Spannung scheint mir nicht ausschließlich über physische Elemente erzeugt zu werden, sondern eben auch auf emotionaler Ebene. Ebenso wie man als Zuschauer nicht weiß, was Wahrheit beziehungsweise Einbildung ist - wird der Protagonist verfolgt oder bildet er sich das nur ein – erscheint mir auch die Hauptperson im Ungewissen. Aufgrund der Tatsache, dass es sich um lediglich vier Frames handelt, bleibt solch eine Genrezuweisung zwangsläufig nur eine Vermutung. Hierbei wurde die für mich plausibelste dargestellt.

1. b) Ein möglicher Programmhinweis

Genre:

Psychothriller

Titel:

Der Duft der Macht

Inhalt:

J. Warner ist erfolgreicher Unternehmer und Geschäftsmann. Weder beruflich noch privat hatte er bisher mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Rücksichtslos verfolgt er seine eigenen Ziele; sei es an der Börse bei hoch spekulativen und äußerst komplizierten Finanzwetten oder sexuell. Am Ende bekommt Warner was er will. Frauen werden als nette Abwechslung neben dem Berufsstress gesehen. An den stetig wechselnden Liebschaften und den nahezu „festen“ Beziehungen zu Prostituierten lebt er seine perversen Fantasien voll aus. Um seine Ziele durchzusetzen, ist er sich auch nicht zu schade, mit unfairen Mitteln zu spielen. So hat er Kontakt zu einer dunklen Finanzmafia GoSa[1], die ihm unlautere Insiderinformationen zuspielt. Im Gengenzug erwarten sie Gewinnbeteiligung, sowie uneingeschränkte Einsicht in Warners Unternehmen. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien, doch mit einem Schlag verkompliziert sich die Situation. Warner verliebt sich! Im Lauf der Zeit hat er sich viele Feinde gemacht und als seine große Liebe auf einmal spurlos verschwunden ist, liegt die Vermutung nahe, dass sich hier auf unschöne Weise gerecht wird. Er wird unachtsam, beinahe schon paranoid, vernachlässigt das tägliche Geschäft, was seine dunklen Freunde alles andere als erfreut. Als dann doch irgendwann eine Lösegeld-forderung ins Haus flattert, ist der Kontakt zu den wirklich Mächtigen bereits derart abgeflacht, dass er sich nicht mehr auf diese verlassen kann. Er selbst ist nicht in der Lage die horrende Summe aufzutreiben. J. Warner fasst einen folgenschweren Ent-schluss; er spioniert das Hauptquartier von GoSa aus und beschließt einzubrechen, um mit Hilfe der dortigen Informationen entweder genügend Geld oder eventuell sogar den Aufenthaltsort seiner Freundin ausfindig zu machen. Schließlich weiß er nicht mehr wem er trauen kann, wer gut und wer böse ist, in diesem vertracktem Spiel um Geld und Macht. Der Einbruch gelingt, jedoch ist danach die ganze Organisation hinter ihm her...

Zunächst ein Finanzfilm nach Machart von Wall Street u nd gelegentlich eingestreuter pikanter Sexszenen, die an Filme wie 9 ½ Wochen mit Mickey Rourke oder an Der letzte Tango in Paris mit dem genialen Marlon Brando erinnern. Später werden unweigerlich Assoziationen zu Bourne und seinem verzweifelten Kampf gegen einen nicht zu greifenden und scheinbar haushoch überlegenen Gegner geweckt. Zwar fehlt die Suche nach der eigenen Identität, dafür macht Warner eine gewaltige Verwandlung der Persönlichkeit im Lauf des Filmes durch. Seine Prioritäten werden komplett verschoben, übrigens sensationell gespielt von Christian Bale. Auch die Leistung von Scarlett Johansson kann an ihre Performanz in Woody Allens Match-Point voll anknüpfen. Dieser Film wird bei der diesjährigen Oscarverleihung wohl mehr als nur ein Geheimtipp sein. Deshalb: Wer sich diesen erstklassigen Thriller entgehen lässt, ist wirklich selbst schuld!

[...]


[1] Dieser Name erinnert wahrscheinlich nicht nur zufällig an das Investmentunternehmen Goldman Sachs.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Filmdidaktik und Filmästhetik
Untertitel
Ausarbeitung von vier Aufgaben der virtuellen Lernumgebung "Filmdidaktik und Filmästhetik"
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V264478
ISBN (eBook)
9783656538813
ISBN (Buch)
9783656540489
Dateigröße
1812 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
filmdidaktik, filmästhetik, ausarbeitung, aufgaben, lernumgebung
Arbeit zitieren
Stefan Wunder (Autor), 2012, Filmdidaktik und Filmästhetik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264478

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Filmdidaktik und Filmästhetik


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden