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Operationelle Risiken in Banken

Darstellung und Diskussion ausgewählter Konzepte der Risikomessung sowie Diskussion ihrer aufsichtsrechtlichen Abbildung

Titre: Operationelle Risiken in Banken

Mémoire (de fin d'études) , 2011 , 87 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Diplom Volkswirt Ingmar Dransfeld (Auteur)

Gestion d'entreprise - Banque, Bourse, Assurance
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Résumé Extrait Résumé des informations

Risiken einzugehen ist das Tagesgeschäft von Kreditinstituten. Sie
werden ganz bewusst mit dem Ziel der Gewinngenerierung eingegangen.
Der ökonomische Erfolg der Unternehmung Bank hängt hierbei
entscheidend von der Fähigkeit des Instituts ab, Risiken richtig und
vollständig zu erfassen, sie messbar zu machen, um aus dieser Messung
eine möglichst genaue Beurteilung der vorliegenden Situation zu
erlangen. Anhand dieser Beurteilung muss entschieden werden, ob
respektive in welchem Umfang eine Risikoübernahme für das Institut
leistbar ist. Ist eine Übernahme von Risiken für neue Projekte möglich
beziehungsweise bereits anhand von Zusagen erfolgt, ist die wichtigste
Aufgabe der Bank, eine adäquate Risikovorsorge zu treffen. Für Kredit-
und Marktpreisrisiken ist diese Vorsorge selbstverständlich und schon
lange gängige Praxis. Die angewendeten Verfahren sind in diesem
Bereich sehr detailliert ausgearbeitet und es besteht weitestgehend
Einigkeit über grundsätzliche Fragen der Definition, Abgrenzung und
Quantifizierung. Dennoch findet eine stetige Weiterentwicklung dieser
Methoden statt. Im Gegensatz dazu sind die Quantifizierungsverfahren
für operationelle Risiken deutlich weniger weit entwickelt, obwohl
Kreditinstitute sich diesen in zunehmendem Ausmaß ausgesetzt sehen.
Nicht nur aufgrund von aufsichtsrechtlichen Anforderungen rücken sie
in den letzten Jahren in den Focus der Betrachtung; auch ökonomische
Gesichtspunkte sind in zunehmendem Maß ausschlaggebend.

Ziel dieser Arbeit ist zunächst deskriptiv aufzuzeigen, wie die vom
Baseler Ausschuss vorgegebenen bzw. bezüglich ihrer qualitativen
Anforderungen skizzierten Messmethoden operationelles Risiko
identifizieren und messen. Darauf aufbauend soll konzeptionell und
kritisch hinterfragt werden, ob die beschrittenen Wege der Identifikation
und Messung zum einen bezüglich des Risikoverständnisses, das sie
implizieren, sinnvoll sind und zum anderen, ob aus dieser Messung eine
adäquate Risikovorsorge und somit auch eine dem Risiko entsprechende
aufsichtsrechtliche Abbildung hergeleitet werden kann. Ebenfalls soll
aufgezeigt werden, ob und gegebenenfalls wie Banken ihre
Eigenkapitalunterlegung von operationellen Risiken beeinflussen
können, um abschließend zu bewerten, ob hierdurch allein aufgrund der
Größe eines Kreditinstituts Vorteile beziehungsweise Nachteile
entstehen können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Ziel der Arbeit

1.3 Gang der Untersuchung

2. Begriffliche Grundlagen von Risiko

2.1 Betrachtungsweisen von Risiko

2.2 Risiko als Abweichung von einer Erwartung

2.3 Risiko als negative Abweichung

3. Kategorisierung von Risiken in Banken

3.1 Marktrisiken

3.2 Kreditrisiken

3.3 Operationelle Risiken

3.3.1 Interne Risiken

3.3.1.1 Personalrisiken

3.3.1.2 Prozess- und Strukturrisiken

3.3.1.3 System- und Technologierisiken

3.3.2 Externe Risiken

4. Verfahren zur Identifikation operationeller Risiken

4.1 Risikoinventur

4.2 Schadensfalldatenbanken

4.3 Simulationsansätze

4.4 Frühwarnsysteme

5. Quantifizierungsmethoden für operationelles Risiko

5.1 Top-Down Verfahren

5.1.1 Der Basisindikatoransatz

5.1.1.1 Identifikation und Messung des Risikos

5.1.1.2 Kritische Würdigung des BIA

5.1.2 Der Standardansatz

5.1.2.1 Identifikation und Messung des Risikos

5.1.2.2 Kritische Würdigung des STA

5.2 Bottom-Up

5.2.1 Operational Value-at-Risk

5.2.1.1 Begrifflichkeit des Value-at-Risk

5.2.1.2 Datenbasis des OpVaR

5.2.1.3 Modellierung der Verteilungen

5.2.1.4 Erstellung der Gesamtverlustverteilung

5.2.1.5 Berechnung des OpVaR

5.2.1.6 Identifikation und Messung des Risikos

5.2.1.7 Kritische Würdigung des OpVaR

5.2.2 Conditional Operational Value-at-Risk

5.2.2.1 Formale Darstellung des COVaR

5.2.2.2 Modellierung des Maximalschadens

5.2.2.3 Kritische Würdigung des COVaR

6. Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Konzepte zur Messung und Quantifizierung operationeller Risiken in Banken. Dabei liegt der Fokus auf der kritischen Analyse der aufsichtsrechtlichen Anforderungen und der Frage, ob eine dem Risiko entsprechende Eigenkapitalunterlegung möglich ist und ob Wettbewerbsvorteile durch die Wahl spezifischer Messverfahren entstehen können.

  • Grundlagen und Kategorisierung von Bankrisiken
  • Verfahren zur Identifikation operationeller Risiken (Risikoinventur, Schadensfalldatenbanken)
  • Quantifizierungsmethoden: Top-Down (Basisindikator- und Standardansatz)
  • Quantifizierungsmethoden: Bottom-Up (Operational Value-at-Risk, Conditional Operational Value-at-Risk)
  • Kritische Würdigung aufsichtsrechtlicher Abbildungen und Wettbewerbseffekte

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1 Personalrisiken

Das Personal ist aufgrund des Tätigkeitsfeldes einer Bank im Finanzdienstleitungsbereich besonders wichtig, da Mitarbeiter die primären „Produktionsfaktoren“ eines Kreditinstituts darstellen und in fast jeden Geschäftsprozess des Unternehmens eingebunden sind, sei es z. B. bei der Beratung von Kunden, der Entscheidung über eine Kreditvergabe oder der Erfassung von Risiken. Aufgrund dieses personalintensiven Tätigkeitsfeldes sind Personalrisiken sehr umfangreich und breit gefächert. Sie können beispielsweise in der Höhe der Personalfluktuation, der Auswahl neuen Personals, der Aus und Weiterbildung der vorhandenen Mitarbeiter, des zu bewältigenden Arbeitspensums oder auch der kulturellen Hintergründe und damit einhergehenden Kommunikationsschwierigkeiten begründet sein. Insbesondere bestehen Personalrisiken im Fehlverhalten der Mitarbeiter, welches sich in fahrlässiges sowie vorsätzliches Fehlverhalten unterteilen lässt.

Unter fahrlässigem Fehlverhalten kann z.B. unsachgemäße Beratung, fehlerhafte Aufgabenerfüllung, Nachlässigkeit oder Irrtum subsumiert werden. Unter vorsätzlichem Fehlverhalten lassen sich illegale Handlungen zusammenfassen, wie z.B. Betrug, Diebtahl, Erpressung oder Veruntreuung. Dabei besteht die Möglichkeit, sich gegen diese Risken mit Versicherungen zu schützen, die zumindest einen Teil des entstandenen Schaden ersetzten. Zu beachten ist jedoch, dass das anbietende Unternehmen einen Risikoaufschlag als eigenen Gewinn erhebt, der durch die Bank bezahlt werden muss. In der Literatur wird aber davon ausgegangen, dass die Versicherungsprämie geringer ist als die eigenen Opportunitätskosten der Eigenmittelunterlegung dieser Risiken. Problematisch ist daher nur, dass eine Versicherung nicht für jede Art von Risiko angeboten wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die Relevanz der Risikovermessung in Banken und definiert das Ziel, operationelle Risiken kritisch im Kontext aufsichtsrechtlicher Anforderungen zu betrachten.

2. Begriffliche Grundlagen von Risiko: Unterscheidet zwischen verschiedenen Betrachtungsweisen von Risiko, insbesondere ex-ante vs. ex-post, und legt das Verständnis von Risiko als negative Abweichung fest.

3. Kategorisierung von Risiken in Banken: Bettet operationelle Risiken in die Bankensystematik ein und unterteilt sie in interne (Personal, Prozess, System) und externe Risiken gemäß Baseler Ausschuss.

4. Verfahren zur Identifikation operationeller Risiken: Stellt Instrumente wie Risikoinventuren, Schadensfalldatenbanken, Szenarioanalysen und Frühwarnsysteme zur Identifikation von Gefahrenpotentialen vor.

5. Quantifizierungsmethoden für operationelles Risiko: Analysiert detailliert die Top-Down-Ansätze (BIA, STA) sowie die komplexeren Bottom-Up-Ansätze (OpVaR, COVaR) im Hinblick auf ihre Eignung und Risikosensitivität.

6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die ökonomische Sinnhaftigkeit der Messverfahren unter Berücksichtigung der Institutsgröße und aufsichtsrechtlicher Ziele.

Schlüsselwörter

Operationelle Risiken, Banken, Risikomessung, Eigenkapitalunterlegung, Baseler Ausschuss, Value-at-Risk, Operational Value-at-Risk, Conditional Value-at-Risk, Basisindikatoransatz, Standardansatz, Schadensfalldatenbank, Risikoinventur, Risikosteuerung, Bankenaufsicht, Solvabilitätsverordnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Identifikation und Quantifizierung von operationellen Risiken in Banken und diskutiert, wie diese aufsichtsrechtlich adäquat mit Eigenkapital abgebildet werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die definitorischen Grundlagen, die systematische Kategorisierung sowie spezifische Methoden der Risikoidentifikation und -quantifizierung für operationelle Risiken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob die gängigen Messmethoden ein sinnvolles Risikoverständnis implizieren und ob Banken durch die Wahl dieser Methoden ihre Eigenkapitalanforderungen strategisch beeinflussen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es handelt sich primär um eine deskriptive und konzeptionelle Arbeit, die auf der Analyse existierender regulatorischer Vorgaben (Baseler Ausschuss) und ökonomischer Literatur basiert, ergänzt durch eine kritische Würdigung der Quantifizierungsmodelle.

Welche Verfahren zur Messung von Risiken stehen im Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil unterscheidet zwischen Top-Down-Verfahren (Basisindikatoransatz, Standardansatz) und komplexeren Bottom-Up-Ansätzen (Operational Value-at-Risk, Conditional Operational Value-at-Risk).

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter dieser Arbeit?

Zentrale Begriffe sind operationelle Risiken, Risikomessung, Eigenkapitalunterlegung, Value-at-Risk, der Baseler Ausschuss sowie Ansätze wie BIA, STA, OpVaR und COVaR.

Warum wird der Bruttoertrag als Indikator in Top-Down-Verfahren kritisiert?

Der Bruttoertrag gilt als nicht risikosensitiver Indikator, da er unterstellt, dass höhere Erträge zwangsläufig mit höheren operationellen Risiken korrelieren, was in der Praxis oft nicht zutrifft und Anreize für eine effektive Risikosteuerung behindern kann.

Welche Vorteile bietet der COVaR gegenüber dem OpVaR?

Der COVaR bietet eine höhere Risikosensitivität, da er neben dem VaR den Erwartungswert des Shortfalls berücksichtigt und die Eigenschaft der Subadditivität besitzt, wodurch das Risiko eines Portfolios präziser abgebildet wird.

Gibt es Wettbewerbsnachteile für kleinere Banken bei der Risikomessung?

Ja, laut der Arbeit haben kleinere Institute oft einen verhältnismäßig höheren Kostenaufwand und weniger Zugang zu spezialisiertem Know-how als große Banken, was sie trotz gleicher regulatorischer Ansätze benachteiligen kann.

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Résumé des informations

Titre
Operationelle Risiken in Banken
Sous-titre
Darstellung und Diskussion ausgewählter Konzepte der Risikomessung sowie Diskussion ihrer aufsichtsrechtlichen Abbildung
Université
University of Hagen
Cours
Finanzwirtschaft und Banken
Note
2,3
Auteur
Diplom Volkswirt Ingmar Dransfeld (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
87
N° de catalogue
V264486
ISBN (ebook)
9783656542261
ISBN (Livre)
9783656542919
Langue
allemand
mots-clé
operationelle risiken banken darstellung diskussion konzepte risikomessung abbildung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplom Volkswirt Ingmar Dransfeld (Auteur), 2011, Operationelle Risiken in Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264486
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Extrait de  87  pages
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