Diese Hausarbeit befasst sich mit den Organisationsstrukturen von öffentlichrechtlichen
und privaten Rundfunkanstalten. Aufgrund der großen Fülle dieses
Themas war es nicht möglich auf alles einzugehen.
Ich habe jedoch versucht die wesentlichen Züge des Rundfunksystems aufzuzeigen.
Der Hörfunk wurde dabei in den Hintergrund gestellt. Bei den öffentlichrechtlichen
Organisationsstrukturen habe ich meistens als Beispiel das ZDF
genommen. Bei den Privaten kann man das nicht so genau beschreiben, da die
Sender immer an die Landesmedienanstalten gebunden sind.
Die Arbeit geht aber auch auf allgemeine Rundfunkarten ein, womit ich beginnen
werde. 1.1 Der Staatsrundfunk
Der Staatsrundfunk wird aus öffentlichen Mitteln oder Hoheitsgebühren finanziert.
In Struktur und Programm ist er gelenkt und dient zur systematischen Beeinflussung
des Publikums. Er ist typisch für totalitäre politische Systeme.
In allen diktatorischen politischen Systemen ist der Staatsrundfunk unbedingt
notwendig für das bestehen des Systems.
Beispiel: DDR: Seit 1946 strahlt der MDR mit denen ihm angeschlossenen Sendern
ganztägiges Programm aus. Erst wurde der „neue Rundfunk“ als vollkommen neu
empfunden. Die früheren Strukturen des Rundfunkwesens der Weimarer Republik
formierten sich jedoch wieder und bildeten später die Grundlage für den
Staatsrundfunk der DDR.
Vorerst kontrollierte und zensierte die SMAD (sowjetische Militäradministration) die
Programme. Die SMAD unterstellte dann den Rundfunk absolut der Deutschen
Zentralverwaltung für Volksbildung (DVfV).
Die Nachrichtenversorgung verlief vollkommen monopolisiert.
1952 wurde das Deutsche Rundfunkkomitee geschaffen und damit die erneute
Entstehung eines Staatsrundfunks geebnet.1
1 http://www.medien-law.de/ref_ws0203/rundfunk-ddr_13-01.htm#_Toc31627186 20.07.03
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die 4 Rundfunkarten
1.1 Der Staatsrundfunk
1.2 Der Privatrundrundfunk
1.3 Gemeinschaftsrundfunk
1.4 Das gemischte Rundfunksystem
2. Organisationsstrukturen von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
2.1 Ordnungsmodell öffentlich-rechtlich
2.2 Der Intendant
a) Was sind Aufgaben des Intendanten?
2.3 Der Fernsehrat/Rundfunkrat
a) Was sind Aufgaben des Fernsehrates?
b) Wer gehört dem Fernsehrat/Rundfunkrat an?
c) Formen des Rundfunkrats
d) Divergenz der Ordnungsgrundsätze
2.4 Der Verwaltungsrat
a) Was sind Aufgaben des Verwaltungsrates?
b) Wer gehört dem Verwaltungsrat an?
4. Organisationsstrukturen der privaten Rundfunkanstalten
4.1 Ordnungsmodell Privat
4.2 Die Landesmedienanstalten
a) Aufgaben
b) Zusammensetzung
4.3 Konzentrationskontrolle
5. Was ist die ALM?
6. Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM)
7. Das zwei Säulen Modell in NRW
8. Zusammenfassung
9. Literaturliste
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert und vergleicht die unterschiedlichen Organisationsstrukturen von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten in Deutschland, um deren Aufbau, Kontrollmechanismen und Funktionsweisen darzustellen.
- Grundlegende Typologie der verschiedenen Rundfunkarten
- Organisatorischer Aufbau öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten (am Beispiel des ZDF)
- Strukturen und Kontrollfunktionen des privaten Rundfunks
- Aufgaben und Bedeutung der Landesmedienanstalten und der ALM
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Intendant
Der Intendant hat die zentrale Position in einer Rundfunkanstalt inne (monokratisches Individualorgan). Er ist alleiniger Leiter der Anstalt und vertritt diese nach außen. Er übernimmt also die Exekutivfunktion, das heißt die Geschäftsführung, die sich als Programmverantwortung darstellt. Er ist verantwortlich für alles, was in der Anstalt passiert.
Es gibt bestimmte Voraussetzungen, die jemanden dazu befähigen Intendant zu werden. Er muss unbeschränkt geschäftsfähig und unbeschränkt straffähig sein. Außerdem muss er die bürgerlichen Ehrenrechte besitzen, zum Bekleiden eines öffentlichen Amtes befähigt sein, er darf die Grundrechte nicht verwirkt haben und muss bereit sein seinen Wohnsitz im Anstaltbereich zu haben.
Der Intendant wird vom Fernsehrat oder Rundfunkrat auf die Dauer von fünf Jahren gewählt. Teilweise wird auch der Verwaltungsrat angehört. Es können aber auch 4, 6, oder gar 9 sein (Hessischer Rundfunk). Eine Wiederwahl ist möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema der Organisationsstrukturen im deutschen Rundfunksystem ein und erläutert den Fokus auf den öffentlich-rechtlichen Bereich am Beispiel des ZDF.
1. Die 4 Rundfunkarten: Dieses Kapitel klassifiziert Rundfunksysteme in Staatsrundfunk, Privatrundfunk, Gemeinschaftsrundfunk und das gemischte System.
2. Organisationsstrukturen von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: Das Kapitel beschreibt das Ordnungsmodell und die Trennung von Exekutiv-, Kreations- und Aufsichtsfunktionen bei öffentlich-rechtlichen Sendern.
4. Organisationsstrukturen der privaten Rundfunkanstalten: Hier werden die Strukturen des Privatrundfunks sowie die Rolle der Landesmedienanstalten und deren Konzentrationskontrolle erläutert.
5. Was ist die ALM?: Dieses Kapitel erklärt die Funktion der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten als Kooperationsorgan im deutschen Rundfunksystem.
6. Die Bayerische Landeszentrale für Neue Medien (BLM): Der Abschnitt beleuchtet die spezifische verfassungsrechtliche Situation und Organisation des Rundfunks in Bayern.
7. Das zwei Säulen Modell in NRW: Die Darstellung erklärt die organisatorische Trennung von Betriebsgesellschaft und Veranstaltergemeinschaft im Lokalfunk von Nordrhein-Westfalen.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Gegenüberstellung der Systeme und einem Ausblick auf die Annäherung der Programmschwerpunkte.
Schlüsselwörter
Rundfunksystem, Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, Intendant, Fernsehrat, Verwaltungsrat, Landesmedienanstalten, ALM, Konzentrationskontrolle, Organisationsstruktur, Programmauftrag, Medienpolitik, Duales System, Rundfunkrat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Aufbau und den Organisationsstrukturen von Rundfunkanstalten, wobei zwischen dem öffentlich-rechtlichen und dem privaten Sektor in Deutschland unterschieden wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die unterschiedlichen Rundfunkarten, die internen Kontrollorgane (Intendant, Fernsehrat, Verwaltungsrat) und die aufsichtsrechtlichen Strukturen bei privaten Anbietern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die wesentlichen Merkmale und Unterschiede in der Organisation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der privaten Rundfunkveranstalter transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Darstellung der Organisationsmodelle, ergänzt durch Beispiele wie das ZDF oder spezifische Landeslösungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Organe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sowie die Analyse der Landesmedienanstalten und ihrer Rolle bei der Lizenzierung und Kontrolle des Privatrundfunks.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen das duale Rundfunksystem, Organisationsstrukturen, Gremien wie Rundfunkrat und Verwaltungsrat sowie die Regulierungsinstanzen der Länder.
Welche Rolle spielt der Intendant im öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Der Intendant fungiert als monokratisches Individualorgan, trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftsführung und vertritt die Anstalt nach außen.
Warum gibt es in Bayern und NRW Sonderlösungen im Rundfunk?
Diese Lösungen resultieren aus unterschiedlichen politisch-ideologischen Ansätzen, um den lokalen Rundfunk zu schützen und eine zu starke Kommerzialisierung oder Meinungskonzentration zu verhindern.
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- Sophia Leopold (Author), 2003, Die Organisationsstrukturen von öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26449