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Roma aus Rumänien in Deutschland

Integration durch Bildung statt Ablehnung durch Vorurteile

Titel: Roma aus Rumänien in Deutschland

Examensarbeit , 2013 , 38 Seiten , Note: 1,4

Autor:in: Janka Vogel (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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[...]

Auch hierzulande wächst der Unmut über Roma, die sich besonders in den Großstädten und Ballungszentren ansiedeln. Dabei zeigt sich im öffentlichen Diskurs vermehrt eine Rhetorik der Skepsis, der Angst, aber auch der Panik. "Wieviele werden noch kommen?", "Wie soll das der Sozialstaat tragen?", "Wie lässt sich die Zuwanderung verhindern?" Diese oder ähnliche Fragen klingen an.

Die Sorgen der hiesigen Bevölkerung in Bezug auf vermehrte Zuwanderung von Roma schlicht als "Fremdenfeindlichkeit" zu deklarieren, greift zu kurz. Gleichwohl bleibt zu zeigen, ob und inwiefern das dahinter stehende Denken und das aus dieser Haltung folgende Tun als Rassismus zu bezeichnen sind.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit Roma aus Rumänien. Dies hängt damit zusammen, dass die derzeit in deutsche Großstädte Zuziehenden hauptsächlich aus diesem Staat kommen. Es soll nicht der Eindruck vermittelt oder der Irrtum unterstützt werden, das Land Rumänien sei die "Urheimat" von Menschen, die der Roma-Community angehören. Jedoch leben in diesem Land europaweit die meisten Roma, sodass unter Berücksichtigung der Tatsache, dass Roma prozentual zur Gesamtbevölkerung des jeweiligen Landes migrieren, im vergangenen Jahr etwa 2.100 Roma von Rumänien nach Deutschland zugezogen sein dürften.

Die Frage, wie eine umfassende Integration durch Bildung geschehen kann, ist zunächst auch eine Frage nach ihren Voraussetzungen. Eingangs sind Erläuterungen zu den Wanderungsgründen der rumänischen Roma notwendig, bei denen besonders auch die Mechanismen der Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft eine Rolle zu spielen scheinen - Bemerkungen zu den Bedingungen im Heimatland Rumänien sind unerlässlich.

Um die Notwendigkeit von Bildung - für Roma und für die hiesige Bevölkerung - und die Dringlichkeit des Integrationsanliegens zu illustrieren, sollen im darauffolgenden Teil der Arbeit aktuelle Formen von Antiziganismus anhand dreier ausgewählter Felder - Medien, Bevölkerung und Politik - ergründet werden.

Dass Bildung sowohl für die Zuwandernden, beziehungsweise Zugewanderten, aber auch für die Ansässigen eine Schlüsselrolle beim Anliegen Integration spielt, wird im vorletzten Kapitel anhand einiger Konkretionen erörtert.

[...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Warum kommen Roma aus Rumänien nach Deutschland?

2.1 Diskriminierung und Verfolgung als Gründe für Migration rumänischer Roma

2.2 Der Wunsch besserer Zukunfts- und Bildungschancen als Auswanderungsgrund

2.3 Ökonomische Hintergründe der Migration von Roma aus Rumänien

3 Wie reagiert die sogenannte Mehrheitsgesellschaft auf die Zuzüge rumänischer Roma?

3.1 Medien: Panik und Hilflosigkeit

3.2 Bevölkerung: Verzweiflung und Ablehnung

3.3 Politik: Suche nach dem / den Schuldigen

4 Bildung als Schlüsselkategorie in der Integration der zugewanderten Roma

4.1 (Vor-)Schulbildung für alle – von Anfang an

4.2 Bildungswege für Jugendliche – Erwachsenen-, Weiter- und Altenbildung zur Eröffnung von Zukunftschancen

4.3 Gesellschaftliche Teilhabe als übergeordnetes Ziel

4.4 Identitätsbildende Erziehung zur Förderung kultureller Vielfalt

4.5 Bildung als Aufklärung der sogenannten Mehrheitsgesellschaft

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe der Migration rumänischer Roma nach Deutschland und analysiert, inwiefern Bildung als zentrales Instrument für eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration fungieren kann, während gleichzeitig antiziganistische Vorurteile innerhalb der Mehrheitsgesellschaft abgebaut werden müssen.

  • Ursachenanalyse der Migration (Diskriminierung, ökonomische Not, Zukunftshoffnungen)
  • Reaktionen der deutschen Mehrheitsgesellschaft (Medienberichterstattung, politische Maßnahmen)
  • Bildung als Integrationsmotor (Schulbildung, Erwachsenenbildung, gesellschaftliche Teilhabe)
  • Rolle der Identitätsbildung und Aufklärungsarbeit gegenüber der Mehrheitsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

Medien: Panik und Hilflosigkeit

Ihre Untersuchung zu Roma-Familien, beziehungsweise Roma-Kindern, einleitend stellen Mihok / Widmann in Kurzform die unterschiedlichen Phasen der Zuwanderung von Roma und die heterogenen Roma- und Sinti-Identitäten in Deutschland dar. Dabei berichten sie im Rahmen der Betrachtung von Roma-Flüchtlingen seit 1990 unter der Überschrift „Öffentliche Wahrnehmung“ unter Anderem Folgendes:

[...] Bei aller Differenzierung und Heterogenität teilen die unterschiedlichen Gruppen [der Roma, J.V.] allerdings die Erfahrung, in der öffentlichen Wahrnehmung auf besondere Ängste und Bedrohungsvorstellungen zu stoßen. Untersuchungen haben regelmäßig wiederkehrende Pauschalisierungen analysiert [...] Der medial geschürten Angst vor einer unkontrollierten Einwanderung folgte bald die politische Reaktion: Bilaterale Rücknahmeverträge dienten der Eindämmung der Roma-Zuwanderung und der Regelung ihrer Rückführung [...]

Auch sechs Jahre nach Mihoks / Widmanns Beobachtung, dass Medien maßgeblich mit beteiligt zu sein scheinen an der öffentlichen Meinungsbildung in Bezug auf zuwandernde Roma, bestätigt es sich, dass es vor allem Panik ist, die geschürt wird. Dies dürfte ein Grund dafür sein, dass Autoren wie Sedlmayr explizit von den Medien einfordern, zum Abbau von Vorurteilen beizutragen und „[...] den verbreiteten Rassismus gegenüber Roma zu bekämpfen [...]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Thematik der Zuwanderung von Roma aus Rumänien ein und skizziert das ambivalente Spannungsfeld zwischen Integrationsbemühungen und gesellschaftlichen Vorurteilen.

2 Warum kommen Roma aus Rumänien nach Deutschland?: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexen Migrationsursachen, wobei Diskriminierung im Herkunftsland, ökonomische Notlagen und die Hoffnung auf bessere Bildungschancen zentral stehen.

3 Wie reagiert die sogenannte Mehrheitsgesellschaft auf die Zuzüge rumänischer Roma?: Hier werden die medialen, sozialen und politischen Reaktionen in Deutschland analysiert, die häufig von Skepsis, Angst und einer Suche nach Verantwortlichen geprägt sind.

4 Bildung als Schlüsselkategorie in der Integration der zugewanderten Roma: Dieses Kapitel arbeitet heraus, warum Bildungsangebote – von der frühkindlichen Förderung bis zur Aufklärungsarbeit in der Mehrheitsgesellschaft – essenziell für eine nachhaltige Integration sind.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Integration vorurteilsfreies Handeln erfordert und nur durch ein Zusammenspiel von Bildungsinvestitionen und dem Abbau ethnischer Zuschreibungen gelingen kann.

Schlüsselwörter

Roma, Rumänien, Migration, Deutschland, Integration, Bildung, Diskriminierung, Antiziganismus, Mehrheitsgesellschaft, soziale Teilhabe, Vorurteile, Armutsmigration, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Migration von Roma aus Rumänien nach Deutschland und analysiert, wie Bildungsprozesse sowohl die Integration der Migranten als auch den Abbau von Vorurteilen in der Aufnahmegesellschaft fördern können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Migrationsursachen, der öffentlichen Wahrnehmung und Reaktion auf diese Personengruppe sowie der essenziellen Rolle von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, dass eine gelungene Integration nicht nur die Förderung der Zuwanderer erfordert, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Mehrheitsgesellschaft und deren antiziganistischen Einstellungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Untersuchung, die auf der Analyse von Fachliteratur, Berichten, Studien, Medienbeiträgen und politischen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Migrationsgründe, die Untersuchung der medialen und gesellschaftlichen Reaktionen in Deutschland sowie die detaillierte Betrachtung verschiedener Bildungskategorien als Integrationsschlüssel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Roma, Migration, Integration, Bildung, Antiziganismus, Diskriminierung und gesellschaftliche Teilhabe.

Wie bewertet die Autorin die mediale Darstellung von Roma?

Die Autorin kritisiert, dass Medien oft zur Schürung von Panik und Angst beitragen, anstatt zur Aufklärung und zum Abbau von Vorurteilen gegenüber der Roma-Minderheit beizutragen.

Warum ist Bildung für Janka Vogel der "Schlüssel" zur Integration?

Bildung wird als Voraussetzung für Teilhabe gesehen, die es den Migranten ermöglicht, ihre Lebenssituation aus eigener Kraft zu verbessern und gleichzeitig Barrieren innerhalb der Aufnahmegesellschaft durch Wissen abzubauen.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Roma aus Rumänien in Deutschland
Untertitel
Integration durch Bildung statt Ablehnung durch Vorurteile
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Note
1,4
Autor
Janka Vogel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
38
Katalognummer
V264516
ISBN (eBook)
9783656582496
ISBN (Buch)
9783656581093
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antiziganismus Migration Diskriminierung Verfolgung Zukunftschancen Bildungschancen Medien Bevölkerung Politik Teilhabe Gesellschaft Kultur Aufklärung Südosteuropa EU Europäische Union Roma Rumänien Deutschland Integration Ablehnung Vorurteile Bildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janka Vogel (Autor:in), 2013, Roma aus Rumänien in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264516
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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