Seniorenbüros im Land Brandenburg

Innovative und zukunftsorientierte Kommunalpolitik unter dem Aspekt des demographischen Wandels


Diplomarbeit, 2011

47 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

III. Abkürzungsverzeichnis

IV. Begriffliche Erläuterungen

V. Abbildungsverzeichnis

1. Wenn ein Land sich verändert - Brandenburg im demographischen Wandel
1.1. Aktuelle demographische Entwicklungstrends
1.2. Ursachen demographischer Entwicklungstrends
1.3. Folgen und Lösungsansätze für die Kommunen

2. Verwaltung als Dienstleister – Wenn der Bürger zum Kunden wird
2.1. Kundenorientierung – Versuch einer Definition
2.2. Die Rollen der öffentlichen Verwaltung
2.3. Grenzen der Kundenorientierung im öffentlichen Sektor
2.4. Bürgerbüros im Trend der Kommunalverwaltung

3. Innovative und zukunftsorientierte Politik am Beispiel von Seniorenbüros
3.1. Modellprogramm „Seniorenbüros“
3.2. Ziele und Aufgaben der Seniorenbüros
3.3. Träger von Seniorenbüros
3.4. Nutzer von Seniorenbüros
3.5. Personelle Besetzung in Seniorenbüros
3.6. Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS)

4. Neue Wege in die Zukunft - Ressourcen und Potenziale von Seniorenbüros
4
4.1. Bedarfsgerechte Integration öffentlicher Leistungen
4.2. Erweiterung des Angebotes an privaten Leistungen

5. Schlussbemerkung

6. Anhang

7. Quellenverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

IV. Begriffliche Erläuterungen

äußerer Verpflechtungsraum:

Teil des Landes Brandenburg, der nicht zum engeren Verpflechtungsraum gehört (Stichtag und Gebietsstand 31.12.2004: 25.048,50 km2 mit 1.575.504 Personen)[1]

back office / Backoffice:

Hintergrundbereich eines Unternehmens oder Verwaltung; für die Kunden nicht sichtbar[2]

eLearning:

elektronisch unterstütztes Lernen[3]

engerer Verpflechtungsraum:

Raum Brandenburg-Berlin, umfasst das um Berlin liegende Umland: die kreisfreie Stadt Potsdam und die Landkreise Barnim, Dahme-Spreewald, Havelland, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming (Stichtag und Gebietsstand 31.12.2004: 4.429,5 km2 mit 992.200 Personen)[4]

front office/ Frontoffice:

Bereich eines Unternehmens oder Verwaltung, indem der Kundenkontakt stattfindet; dieser Bereich ist für die Kunden sichtbar[5]

V. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 – Die Rollen der öffentlichen Verwaltung

Abb. 2 – Aufgabenprofil der Seniorenbüros

Abb. 3 – Nutzer der Seniorenbüros 1994/

Abb. 4 – Nutzer der Seniorenbüros: nach Alter/ nach Beschäftigung

1. Wenn ein Land sich verändert – Brandenburg im demographischen Wandel

Den Kommunen in der Bundesrepublik Deutschland stehen in der Zukunft gravierende Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur bevor. Dabei werden zu verschiedenen Zeitpunkten die einzelnen Kommunen und Regionen unterschiedlich stark betroffen sein. Es wird einerseits weiterhin wachsende Städte und Gemeinden geben und andererseits werden einige Kommunen existenziell kämpfen müssen, um einen Zusammenschluss mit anderen Kommunen vermeiden zu können. Die Städte und Gemeinden werden sich einem Wettstreit um Einwohner und Unternehmen stellen müssen, um durch die Einnahmen langfristig gute bis sehr gute Standort- und Lebensbedingungen schaffen und erhalten zu können. Dabei werden die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur, durch die Zunahme von älteren Menschen und die Verringerung von jüngeren Menschen, die Bedürfnisse und Ansprüche an eine Kommune stark verändern. Da aber seit Jahren viele Kommunen vorrangig mit knappen Kassen und teilweise mit Haushaltssicherungskonzepten arbeiten, muss in der Zukunft die Erarbeitung von geeigneten Handlungsstrategien und die Entwicklung von greifbaren Gestaltungslösungen die zentrale Zukunftsaufgabe der Kommunen in Deutschland werden[6].

Die Einwohnerzahlen Brandenburgs verringerten sich von 1990 bis 1994 von knapp 2.590.000 Einwohnern um 50.000 Einwohner. Zwar sorgte die Stadt-Umland-Wanderung aus Berlin bis ins Jahr 2000 für ein kontinuierliches Bevölkerungs-wachstum, so dass im Jahr 2000 das Land Brandenburg mit 2.602.000 Einwohnern seine höchste Bevölkerungszahl erreicht hatte. Seitdem konnten aber die rückläufigen Einwohnerzahlen nicht mehr kompensiert werden und die Bevölkerungszahl sank bis Ende 2003 auf 2.574.500 Einwohner[7]. Im Dezember 2008 kam das Land auf 2.522.500 Einwohner, wovon sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark zusammen mit der kreisfreien Stadt Potsdam als bevölkerungsstärkte Region mit 204.300 Einwohnern zeigte. Dagegen kam die Prignitz auf gerade mal 84.300 Einwohner[8].

Entsprechend der Pressemitteilung vom Januar 2011 lag die Einwohnerzahl im Land Brandenburg Ende September 2010 bei 2.506.200 Personen und liegt damit knapp 5.400 Einwohner bzw. 0,2 Prozent unter dem Anfangsbestand des Jahres 2011[9].

1.1. Aktuelle demographische Entwicklungstrend

Entsprechend den aktuellen Bevölkerungsprognosen der Landesregierung Brandenburg werden sich die Einwohnerzahlen des Landes bis zum Jahr 2020 weiterhin auf ungefähr 2.411.000 Einwohner verringern. Dabei wird diese Entwicklung von vier Trends bestimmt, die im Folgenden näher erläutert werden.

Geburtendefizit

Einer der vier Trends stellt das Geburtendefizit dar. Obwohl die Wiedervereinigung Deutschlands schon viele Jahre vergangen ist, liegt die Geburtenrate im Land Brandenburg mit 40 bis 50 Prozent unter dem Niveau, das für eine stabile Bevölkerungsentwicklung notwendig ist. Die Folgen sind bereits heute schon in vielen Kommunen sichtbar. Schließungen von Schulen oder Kindertageseinrichtungen und die Zunahme von Wohnungsleerständen sind die aktuellen Themen in den Kommunalsitzungen. Allerdings gibt es auch wachsende Städte und Gemeinden im Land Brandenburg, die ihre Bildungs- und Betreuungsangebote weiter ausbauen müssen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Allerdings werden die Kinder, die nach der Wiedervereinigung nicht geboren wurden, in der Elterngeneration fortlaufend fehlen[10].

Bevölkerungswanderungen

Als weiterer Trend stellen sich die Wanderungen der Bevölkerung dar. Das Berliner Umland erreichte 1998 mit fast 30.000 Personen den größten Zuzugsüberschuss aus Berlin. Diese Berliner Stadt-Umland-Wanderung reduzierte sich stark und sank bis 2003 auf nur noch 12.500 Personen. Von 1991 bis 2003 sind 2.035.000 Menschen aus den neuen Bundesländern in die alten Bundesländern abgewandert, dagegen zogen nur 1.190.000 Menschen in entgegengesetzter Richtung. Aus dem Land Brandenburg ziehen nahezu konstant jährlich knapp 70.000 Menschen fort, seit 1991 bis ins Jahr 2011 sind das ungefähr 1.400.000 Personen. Eine Kompensation durch Zuzüge ist bereits seit dem Jahr 1997 nicht mehr gegeben[11].

Die Alterung der Gesellschaft

Als dritten Trend stellt sich die Alterung der Gesellschaft dar. Von 1992 bis 2002 hat sich die Zahl der Brandenburger, die 65 Jahre oder älter waren, von 126.000 auf 440.000 Senioren um 40 Prozent erhöht. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung des Landes stieg in diesem Zeitraum von 12 auf 17 Prozent und bis zum Jahr 2020 wird jeder Vierte zu den Senioren zählen[12]. Im Jahr 2008 waren von den insgesamt 2.522.500 Einwohnern des Landes 22,0 Prozent der Bevölkerung Senioren ab 65 Jahre; Tendenz steigend. In Zahlen ausgedrückt, entspricht das 554.950 Senioren. Dagegen machten Kinder unter 6 Jahren den geringsten Bevölkerungsanteil mit 4,5 Prozent, also 113.512 Kindern aus (siehe Anhang A)[13].

Räumliche Entwicklungsdifferenzen

Als vierten und letzten Trend zeigt sich im Land Brandenburg die unterschiedliche Entwicklung zwischen dem engeren Verpflechtungsraum und dem äußeren Entwicklungsraum[14]. Das Bundesland besteht in seinem Zentrum aus den Randgebieten von der Bundeshauptstadt Berlin – dem sogenannten „Speckgürtel“, wozu auch die Landeshauptstadt Potsdam gehört und andererseits zeigt das Land in weiten Teilen einen ländlichen Charakter[15]. Für das Berliner Umland wird bis 2030 ein gleichbleibender Bevölkerungszuwachs angenommen, dagegen zeigen die Prognosen für den äußeren Entwicklungsraum des Landes einen weiteren Anstieg des Bevölkerungsrückgangs. Dieser Rückgang wird sich ab dem Jahr 2012 weiter verstärken, da die geburtenschwachen Jahrgänge der Wendezeit ins fortpflanzungsfähige Alter kommen, aber nicht ausreichend Kinder geboren werden. Dieses Geburtendefizit wird zusammen mit Abwanderungen, vor allem junger Menschen in den engeren Verpflechtungsraum des Landes oder nach Westdeutschland, den Rückgang der Einwohnerzahlen im äußeren Entwicklungsraum weiter prägen. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Rückgang von ungefähr 363.500 Menschen gerechnet, davon ca. 92 Prozent natürlich bedingt. Die Bevölkerungsproportionen verschieben sich positiv für den engeren Verpflechtungsraum des Landes, so dass in dieser Region mit einem Anstieg von 39 auf 46 Prozent der Brandenburger Gesamtbevölkerung gerechnet wird, obwohl diese Region nur 15 Prozent der Gesamtfläche des Landes einnimmt[16].

1.2. Ursachen demographischer Entwicklungstrends

Die vorhergehend erläuterten Entwicklungstrends des demographischen Wandels sind auf Ursachen zurückzuführen, die im Folgenden näher und einzeln erläutert werden.

Geburtenrückgang

Der Geburtenrückgang im Land Brandenburg zeigt vielseitige Ursachen auf. Zum einen ist in den letzten drei bis vier Jahrzehnten die Familiengründung zunehmend zu einer bewussten Entscheidung für oder gegen ein Kind geworden. Diese Entscheidungen wurden von seitens der Medizin durch die Zunahme an sicheren Empfängnisverhütungsmitteln unterstützt. Auch ist festzustellen, dass sich ein gesellschaftlicher Wertewandel vollzogen hat und auch gleichsam der Rückgang der durchschnittlichen gewünschten Familiengröße beeinflusst wurde[17]. Glaubt man den Aussagen des ,Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung‘ liegt die Geburtenrate in Deutschland bei Frauen zwischen von 15 bis 45 Jahren aktuell bei 1,36 Kinder. Demnach haben 100 Frauen in dieser Altersspanne 136 Kinder. Um eine Bevölkerungsstabilität zu erreichen, wären mindestens 208 Kinder notwendig. Da das Durchschnittsalter einer Mutter bei ihrer ersten Geburt heute bei 30 Lebensjahren liegt, was nach Expertenschätzungen weiter ansteigt, wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Folglich werden noch weniger Kinder geboren werden[18]. Untersuchungen ergaben, dass die Wertevorstellungen Brandenburger Jugendlicher zeigen, dass die Familie in der Wertehierarchie nur noch von der Hälfte der Befragten als „sehr bedeutsam“ eingestuft wird. Demnach nimmt die Familiengründung den dritten Platz in der Wertehierachie ein. Die vorrangigen Plätze machen deutlich, dass es den Jugendlichen in Brandenburg wertvoller ist, das Leben zu genießen und einen erfüllten Arbeitsplatz zu haben[19]. Bei einer Repräsentativbefragung der 18- bis 44jährigen Bevölkerung durch das Institut für Demoskopie Allensbach sollten die Befragten Gründe nennen, die gegen ein Kind sprechen. Im Ergebnis gaben 47 Prozent an, dass ein Kind für sie eine große finanzielle Belastung wäre und bei 37 Prozent der Befragten vertragen sich die beruflichen Pläne nur schwer mit einem Kind[20]. Der Anteil an Frauen mit Kindern liegt in Deutschland ungefähr bei einem Anteil von zwei Drittel aller Frauen. Bezüglich des Geburtenrückgangs sind die Frauen und Männer besonders entscheidend, die ein Leben ohne Kinder führen. Dazu zählen die Männer und Frauen, die sich bewusst für ein Leben ohne Kinder entscheiden haben und gleichsam zählen dazu diejenigen Menschen, die ungewollt z. B. aufgrund von Unfruchtbarkeit oder fehlender Zweisamkeit ein Leben ohne Kind führen müssen. Laut dem Statischen Bundesamt waren im März 2004 in Westdeutschland 30 Prozent der Frauen zwischen 37 und 40 Jahren und in Ostdeutschland 22 Prozent der gleichaltrigen Frauen ohne Kinder[21]. Dabei zeigt sich verstärkt, dass gerade Frauen mit einer guter Ausbildung und einem hohem Bildungsabschluss weniger Kinder in ihrem Leben gebären als gewünscht. Grund ist, dass diese Frauen meist erst nach langen Bildungswegen, ebenfalls wie ihre männlichen Kollegen, in die Berufswelt eintreten. Gerade in dieser Einstiegsphase liegen die Prioritäten darin, Erfahrungen im Beruf zu sammeln, sich im Unternehmen zu integrieren und einen möglichst sicheren Arbeitsplatz zu erhalten. Familiengründung rückt dabei in weite Ferner und wird oft als zusätzliche Belastung angesehen. Ein Kind zu haben, verbinden viele kinderlose Paare mit der Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes und eine schlechte Vereinbarkeit von beruflichem Stress und abverlangter Flexibilität vom Arbeitgeber, verbunden mit dem eigenen Anspruch an eine gute Kindererziehung nach Feierabend. Viele Paare sehen nach der Geburt des ersten Kindes ihre Familienplanung als abgeschlossen, da der Wunsch nach einem zweiten Kind oft durch die wirtschaftliche Situation oder durch den Mangel an Betreuungsmöglichkeiten – wenn Freunde oder Großeltern selbst erwerbs-tätig sind oder weit entfernt wohnen – ein unerfüllter Wunsch bleiben muss[22].

Bevölkerungswanderung

Eine Untersuchung des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab, dass die Mehrheit der Befragten eine feste Partnerschaft, eine abgeschlossene Berufsausbildung beider Partner und die berufliche Absicherung mit einem guten Einkommen sowie gute wirtschaftliche Verhältnisse als die wichtigsten Faktoren ansehen, um in ihrem Leben Platz für ein Kind zu haben[23]. Gerade diese vier Faktoren führen zu Wanderungen der Bevölkerung, wie bereits unter Punkt 1.1. erwähnt. Gerade das Land Brandenburg ist durch steigende Motivation zum Abwandern von vor allem gut ausgebildeten jungen Menschen besonders betroffen. Nicht alle Auszubildende, vor allem die Frauen, können nach der Ausbildung in ein Arbeitsverhältnis übernommen werden. Sie alle, Frauen wie Männer, sind auf der Suche an besseren Ausbildungs- oder Arbeitsmöglichkeiten mit mehr Sicherheit, besserer Bezahlung und mehr Entwicklungsmöglichkeiten, um mit all diesen Bemühungen ihre Lebensbedingungen verbessern zu können[24].

Steigende Lebenserwartungen

Wer bleibt, sind die älteren Menschen. Sie stellen mit ihrer ständig steigenden Lebenserwartung einen Teilprozess der demographischen Veränderung dar[25]. In Deutschland wurden 1871 die Jungen im Schnitt 39 Jahre und die Frauen 42 Jahre alt. Heute haben die in Deutschland 2004 geborenen Jungen entsprechend dem Statischen Bundesamt eine Lebenserwartung von 84,9 Jahren und die Mädchen können sogar statistisch gesehen 90,4 Jahre alt werden[26]. Schätzungsweise werden die heute 30-Jährigen ein Alter von 90 Jahren und mehr erreichen und für viele der heute geborenen Kinder stehen die Möglichkeiten sehr gut 100 Lebensjahre zu erreichen[27]. Schätzungen gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2030 bereits jeder dritte Brandenburger über 65 Jahre alt sein wird. Auch die Hochbetagten in Brandenburg, 80 Jahre und älter, werden um ungefähr 105.000 Personen zunehmen und sich gegenüber dem Jahr 2004 mehr als Verdoppeln[28]. Ursachen für den Anstieg der Lebenserwartungen sind vor allem im medizinischen Fortschritt, in der verbesserten Ernährung, in der verbesserten Hygiene und den verbesserten Lebensbedingungen zu finden[29].

1.3. Folgen und Lösungsansätze für die Kommunen

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass sich manche kommunale Gebiets-körperschaften schon seit einigen Jahren sehr intensiv mit dem Thema des demographischen Wandels auseinandersetzen, wobei andere wiederum das Thema noch gar nicht entdeckt haben. Um den Stellenwert dieses Themas in den Kommunen zu erfahren, ließ die Bertelsmann Stiftung im Februar 2005 bundesweit 1.436 Bürgermeister befragen. Zielgruppe dieser Befragung waren nur Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. Dabei wurden die Kommunen befragt, wie sie die Gestaltung des demographischen Wandels wahrnehmen und welchen Handlungsfeldern sie eine besondere Bedeutung beimessen. Insgesamt antworteten 648 Kommunen auf die Befragung, was einem Rücklauf von 45,13 Prozent der Befragten entspricht. Im Ergebnis empfanden 72,1 Prozent das Thema als „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Gleichzeitig nahm dieses Thema in den neuen Bundesländern einen deutlich höheren Stellenwert ein, als in den alten Bundesländern. Insgesamt 32,1 Prozent der befragten Bürgermeister bewerteten ihre Fähigkeit, den Auswirkungen des demographischen Wandels gewachsen zu sein, mit ausreichend oder vollkommen ausreichend. Dazu schätzten 65 Prozent der Bürgermeister ihre Möglichkeiten und Fähigkeit zu wirklichen Veränderungen als gering ein[30]. Im Ergebnis dieser Befragung wird deutlich, dass noch nicht alle Kommunen dem demographischen Wandel mit der entsprechenden Ernsthaftigkeit begegnen. Doch wird dieser Schritt unumgänglich sein, um in den Kommunen die Verantwortlichen zum Handeln zu bewegen und die notwendigen Veränderungen oder Anpassungsmaßnahmen zu erkennen und die entsprechenden Handlungsstrategien einzuleiten. Bei diesen Bemühungen auf kommunaler Ebene sind die Bürger und Einwohner mit ihren Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen zu beteiligen, zu integrieren und sie müssen diese Aufgaben als Gemeinschaftsaufgabe erkennen und auch gemeinschaftlich an deren Umsetzung arbeiten. Um das zu erreichen, muss daher die Kernaufgabe der Zukunft sein, dass die Politik die Menschen verstärkt für dieses Thema sensibilisiert und sie mit mehr Transparenz informiert und auf die kommenden Veränderungen vorbereitet[31]. Als sehr gute Ansätze stellte beispielsweise die Stadt Bielefeld als erste eine Demographiebeauftragte ein und der Rat der Stadt Schwerte bildete als erste Stadt in Nordrhein-Westphalen einen Demographie-Ausschuss[32].

[...]


[1] Vgl. [22] S. 7.

[2] Vgl. [21] S. 134f.

[3] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning

[4] Vgl. [22] S. 7.

[5] Vgl. [21] S. 134f.

[6] Vgl. [4] S. 4.

[7] Vgl. [23] S. 4.

[8] Vgl. [2] S. 28.

[9] Vgl. [3] S. 1.

[10] Vgl. [23] S. 4.

[11] Vgl. ebd. S. 5.

[12] Vgl. [23] S. 5.

[13] Vgl. [2] S. 11 und 30.

[14] Vgl. [22] S. 17.

[15] Vgl. [20] S. 84.

[16] Vgl. [22] S. 17.

[17] Vgl. [23] S. 7.

[18] Vgl. [19] S. 39.

[19] Vgl. [23] S. 7.

[20] Vgl. [17] S. 27.

[21] Vgl. [19] S. 42 und 44.

[22] Vgl. [23] S. 7f.

[23] Vgl. [17] S. 23.

[24] Vgl. [23] S. 9.

[25] Vgl. [23] S. 9.

[26] Vgl. [19] S. 51.

[27] Vgl. [23] S. 9.

[28] Vgl. [24] S. 14.

[29] Vgl. [19] S.52.

[30] Vgl. [19] S. 101f.

[31] Vgl. ebd. S. 109f.

[32] Vgl. ebd. S. 108.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten

Details

Titel
Seniorenbüros im Land Brandenburg
Untertitel
Innovative und zukunftsorientierte Kommunalpolitik unter dem Aspekt des demographischen Wandels
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Potsdam e.V.
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
47
Katalognummer
V264635
ISBN (eBook)
9783656559030
ISBN (Buch)
9783656558996
Dateigröße
736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bürgerorientierung, bedeutung, seniorenbüros, land, brandenburg, gesichtspunkten, wandels
Arbeit zitieren
Nancy Bauer (Autor:in), 2011, Seniorenbüros im Land Brandenburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264635

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