In den letzten Jahren ist der demographische Wandel verstärkt in den Blick der Öffentlichkeit geraten und gehört mittlerweile zu den aktuellen Themen unserer Zeit. Auch der öffentliche Sektor hat inzwischen erkannt, dass bereits heute erste Veränderungen in den Kommunen notwendig sind, um den zukünftigen Anforderungen und Bedürfnissen ihrer Einwohner und Bürger gewachsen zu sein.
Als Einstieg dazu werden im ersten Teil der Diplomarbeit die Veränderungen der Bevölkerungsstrukturen im Land Brandenburg näher beleuchtet und Handlungsstrategien dargestellt. Ferner wird unter dem Aspekt der Verwaltungsmodernisierung im zweiten Teil der Arbeit die Verwaltung in ihrer Rolle als Dienstleister vorgestellt und anschließend am Beispiel von Bürgerbüros näher hinterfragt.
Im dritten Teil der Diplomarbeit soll durch das Modellprogramm „Seniorenbüros“ veranschaulicht werden, dass es der öffentlichen Verwaltung anhand zukunftsorientierter Politik gelungen ist, einen bedarfsgerechten Einrichtungstypen für freiwilliges und ehrenamtliches Engagement im Bereich der Altenarbeit zu schaffen. Gerade durch die Zunahme an älteren Menschen in unserer Gesellschaft, darf die öffentliche Verwaltung den weiter heranwachsenden Kundenkreis der SeniorenInnen nicht außer Acht lassen. Gerade durch den demographischen Wandel werden die Seniorenbüros zwangsläufig in der Zukunft durch eine verstärkte Nachfrage zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Dazu wird im vierten Teil der Diplomarbeit auf die Ressourcen und Potenziale der Seniorenbüros eingegangen. Es werden Lösungsansätze dargelegt, um in der Zukunft dem demographischen Wandel und seinen Veränderungen entsprechend, den SeniorenInnen weiterhin ein kundenorientiertes und bedarfsgerechtes Leistungsangebot bieten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Wenn ein Land sich verändert - Brandenburg im demographischen Wandel
1.1. Aktuelle demographische Entwicklungstrends.
1.2. Ursachen demographischer Entwicklungstrends.
1.3. Folgen und Lösungsansätze für die Kommunen.
2. Verwaltung als Dienstleister – Wenn der Bürger zum Kunden wird
2.1. Kundenorientierung – Versuch einer Definition.
2.2. Die Rollen der öffentlichen Verwaltung.
2.3. Grenzen der Kundenorientierung im öffentlichen Sektor.
2.4. Bürgerbüros im Trend der Kommunalverwaltung.
3. Innovative und zukunftsorientierte Politik am Beispiel von Seniorenbüros
3.1. Modellprogramm „Seniorenbüros“.
3.2. Ziele und Aufgaben der Seniorenbüros.
3.3. Träger von Seniorenbüros.
3.4. Nutzer von Seniorenbüros.
3.5. Personelle Besetzung in Seniorenbüros.
3.6. Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BaS)
4. Neue Wege in die Zukunft - Ressourcen und Potenziale von Seniorenbüros
4.1. Bedarfsgerechte Integration öffentlicher Leistungen.
4.2. Erweiterung des Angebotes an privaten Leistungen.
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Diplomarbeit analysiert die wachsende Bedeutung von Seniorenbüros im Land Brandenburg als Antwort auf den demographischen Wandel, um durch kundenorientierte Dienstleistungsangebote und die Förderung bürgerschaftlichen Engagements eine bedarfsgerechte Altenarbeit in den Kommunen sicherzustellen.
- Demographischer Wandel und seine Auswirkungen auf die kommunale Bevölkerungsstruktur
- Verwaltungsmodernisierung und der Wandel vom Untertan zum Kunden
- Entwicklung und Profil von Seniorenbüros als zentrale Engagement-Knotenpunkte
- Integration staatlicher und privater Leistungen für eine seniorengerechte Daseinsvorsorge
Auszug aus dem Buch
3. 1. Modellprogramm „Seniorenbüros“
Als Folge dieser Bedürfnisveränderungen von alten Menschen und deren steigenden Engagementpotenzial wurde 1992 durch das damalige Bundesministerium für Familie und Senioren (BMFuS) das Modellprogramm „Seniorenbüros“ ausgeschrieben, um mit neuen Wegen das freiwillige Engagement von Senioren zu fördern, zu aktivieren und andererseits zu erproben. Die Ergebnisse dieser Ausschreibung übertrafen damals alle Erwartungen, als sich etwa 650 Vereine, Wohlfahrtsverbände und Kommunen um die Trägerschaft der Seniorenbüros bewarben.
Wie Christian Wienberg in seinem Bericht „15 Jahre Seniorenbüros“ beschreibt, wurde anfänglich über den Namen „Seniorenbüros“ kontrovers diskutiert. Am Ende setzte sich die Meinung durch, dass gerade dieser Name am stärksten zum Ausdruck bringt, wie derartige Einrichtungen und ihre MitarbeiterInnen einen verlässlichen, kompetenten und qualitativen Zugang zu eigenen, innovativen und bedürfnisgerechten Engagements bieten können.
In der ersten Modellphase im Jahr 1993 nahmen insgesamt 32 geförderte Seniorenbüros nacheinander ihre Arbeit auf, die vorab durch ein projektbegleitendes Fachgremium in Abstimmung mit Ländern und Verbänden ausgewählt wurden. Während dieser ersten Modellphase von 1992 bis 1995 konnten die ersten Erfahrungen in den Seniorenbüros gesammelt werden, die im Anschluss an die zweite Modellphase von 1995 bis 1997 für weitere elf geförderte Seniorenbüros vorteilhaft waren.
Bereits in den Jahren 1994 und 1995 konnten in den Büros 36.300 Nutzer nachgewiesen werden und 95.300 Kontakte mit Senioren, Vereinen und Fachleuten belegt werden. Genau dieser Erfolg machte die zweite Modellphase erst möglich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wenn ein Land sich verändert - Brandenburg im demographischen Wandel: Dieses Kapitel beschreibt die aktuellen Trends des demographischen Wandels im Land Brandenburg, wie das Geburtendefizit und die Alterung der Gesellschaft, und diskutiert deren Folgen für die Kommunen.
2. Verwaltung als Dienstleister – Wenn der Bürger zum Kunden wird: Hier wird der theoretische Rahmen der Verwaltungsmodernisierung erläutert, wobei Konzepte wie New Public Management auf die Rolle der Verwaltung als Dienstleister für den Bürger angewendet werden.
3. Innovative und zukunftsorientierte Politik am Beispiel von Seniorenbüros: Das Kapitel veranschaulicht das Modellprogramm der Seniorenbüros als Instrument zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements und zur Bewältigung der Herausforderungen der Altenarbeit.
4. Neue Wege in die Zukunft - Ressourcen und Potenziale von Seniorenbüros: Hier werden Lösungsansätze und Potenziale für die Weiterentwicklung von Seniorenbüros durch eine stärkere Bündelung öffentlicher und privater Dienstleistungen unter einem Dach aufgezeigt.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Notwendigkeit zusammen, Seniorenbüros als unverzichtbare Bestandteile einer modernen und bedarfsgerechten kommunalen Verwaltung weiter auszubauen.
Schlüsselwörter
Seniorenbüros, Demographischer Wandel, Land Brandenburg, Verwaltung, Kundenorientierung, bürgerschaftliches Engagement, Altenarbeit, Modellprogramm, Dienstleister, Kommunalverwaltung, Daseinsvorsorge, Verwaltungsmodernisierung, Ehrenamt, Leistungsangebot.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Anpassung der öffentlichen Verwaltung im Land Brandenburg an den demographischen Wandel durch die Implementierung und den Ausbau von Seniorenbüros.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die demographische Entwicklung, die Verwaltungsmodernisierung unter Kundenorientierungsaspekten sowie die Organisation und das Leistungsspektrum von Seniorenbüros.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Seniorenbüros als bedarfsgerechte Einrichtungen dazu beitragen können, dem demographischen Wandel durch bürgerschaftliches Engagement und eine effiziente Verwaltungsdienstleistung zu begegnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Modellprogramm-Berichten und statistischen Daten zur demographischen Entwicklung in Brandenburg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die demographischen Trends, die theoretischen Grundlagen der Kundenorientierung in der Verwaltung, die konkrete Struktur der Seniorenbüros sowie Zukunftsperspektiven durch neue Dienstleistungsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Seniorenbüros, Demographischer Wandel, Kundenorientierung, bürgerschaftliches Engagement und Verwaltungsmodernisierung.
Wie unterscheidet sich ein Seniorenbüro von einem regulären Bürgerbüro?
Während Bürgerbüros primär auf die zügige Erledigung standardisierter Verwaltungsleistungen ausgerichtet sind, bieten Seniorenbüros eine umfassende, zeitintensive Beratung und Vermittlung von ehrenamtlichem Engagement.
Welche Herausforderungen bestehen für die Seniorenbüros in der Zukunft?
Die größte Herausforderung liegt in der Finanzierung und dem demographischen Druck auf die ländlichen Räume, was eine stärkere Bündelung und Dezentralisierung von Dienstleistungen notwendig macht.
- Citation du texte
- Nancy Bauer (Auteur), 2011, Seniorenbüros im Land Brandenburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264635